…und wie der Mast aufs Pflaster schlägt…

Ich habe damit begonnen, mich systematisch nach Kurzgeschichtenwettbewerben umzusehen, und bin dabei auf folgende merkwürdige Ausschreibung gestoßen (auf das Wesentliche gekürzt):

Schreiben Sie eine deutschsprachige Kurz-/Kürzestgeschichte mit maximal 5.000 Zeichen inkl. Leerzeichen und einem Titel mit maximal 50 Zeichen.
In Ihrem Text müssen die Begriffe Autovermietung und Mietwagen benutzt werden.
Zusätzlich zwingend eine der folgenden Begriffe: Mallorca, USA, Spanien, Deutschland, Portugal oder Südafrika.
Aus den sechs „Nicht-aus-der-Schublade-Begriffen“ Laster, Mast, Blüte, Kreisel, Ohrfeige oder Diamant bauen Sie nochmals zwei ein.

…wer denkt sich denn so etwas aus? Nun, eine Autovermietung offensichtlich… So merkwürdig das Ganze auch ist, ich habe es einfach mal als kleine Schreibübung betrachtet und einen Text eingesandt. (Ich habe mir auch die Mühe gemacht, gleich alle Begriffe darin unterzubringen – wenn schon, denn schon!) Wenn Ihr ihn lesen wollt, Ihr findet ihn unter Guter Rat am Steuer. Nein, eigentlich findet Ihr dort eine Aufforderung, ein Passwort einzugeben! Das muss leider sein – die Wettbewerbsbedingungen verlangen, dass der Text unveröffentlicht ist und unterscheiden nicht zwischen Printmedien und elektronischen Medien. Das (wahnsinnig fantasievolle, so viel kann ich verraten!) Passwort erhaltet Ihr auf Anfrage bei 0Schreibender0andi0@aol.com (ignoriert alle Nullen in dieser Adresse, die sind nur dazu da, um Spamprogramme auszuhebeln).

Nachtrag: Ich habe den Passwortschutz unterdessen aufgehoben, da der Wettbewerb abgelaufen ist.

Veröffentlicht in: Allgemeines on Juni 3, 2007 at 1:07 Kommentare (3)
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3 Kommentare Leave a comment.

  1. …da hat er wohl den Gast erregt.

  2. Mein Ansatz wäre ja der, die erforderlichen Begrifflichkeiten alle in einen einleitenden Kurzsatz zu packen und dann in einem gänzlich anderen Bereich fortzufahren, etwa so: „Auf Mallorca fiel gerade ein Mast vom Laster. Währenddessen bestellte sich Inge Müller im Berliner Café Heiße Zitrone einen großen Sahne-Eisbecher. …“

    Es gibt da zwar dieses „Restriction breeds Creativity“-Credo, aber für die Schöpfung literarischer Texte erscheint mir alles außer einer oberflächlich thematischen Vorgaben ausschließlich dämlich. Das war mir bereits in der Schule zu blöde, da gab’s ähnlichen Unsinn. Höchstens gut für Werbetexter.

  3. Ich habe das Ganze auch weniger als literarische Herausforderung betrachtet, sondern halt als Schreibübung. Immerhin ist der erste Preis ja mit 1000€ dotiert, und eine Email kostet mich weniger als ein Lotterielos (nämlich gar nichts).

    Man kann übrigens vermuten, dass es auch tatsächlich Werbetexter sind, auf deren Mist dieser Stuß gewachsen ist…


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