Die Pflichtvergessenheit der Paketboten

Wahrscheinlich ist das etwas, was einem nur auffallen kann, wenn man seine Vormittage zu Hause verbringt: Paketboten machen ihren Job nicht.

Das gilt keineswegs nur für den Paketdienst der Deutschen Post – bei DPD ist es ganz genau so. Es sind auch nicht nur einzelne Zusteller; ich habe diese Erfahrung im Wedding genau so wie in Neukölln gemacht.

Worum es geht? Nun, wenn man in einem Haus ohne Fahrstuhl in einem der oberen Stockwerke wohnt, bekommt man keine Pakete zugestellt. So einfach ist das.

Das ist mir auch schon früher passiert, aber in der letzten Woche ergab es sich gerade, dass ich an drei verschiedenen Tagen Pakete erwartete, von zwei verschiedenen Zustellern, und da fiel es mir ganz besonders auf. Ich war an jedem dieser Tage die ganze Zeit über zu Hause, und trotzdem fand ich jedes Mal am Nachmittag in meinem Briefkasten eine Benachrichtigung vor, man habe mich um… (Uhrzeit freigelassen!) nicht angetroffen, und mein Paket sei stattdessen an dieser oder jeder Stelle abgegeben worden. (Diese oder jene Stelle befand sich im Erdgeschoss oder ersten Stock meines oder eines benachbarten Hauses).

Das läuft einfach so ab: Wenn eine Auslieferung für den Paketboten mit zu vielen Treppenstufen verbunden ist, wird die Wir-haben-Sie-nicht-angetroffen-Karte bereits auf dem Weg ausgefüllt. Beim eigentlichen Adressaten wird gar nicht erst geklingelt, stattdessen werden alle Pakete in den untersten beiden Stockwerken der Nachbarschaft verteilt.

Haben die Paketboten eigentlich unterdessen auch eine eigene Gewerkschaft, so wie die Lokführer? Ich weiß auch nicht, wie ich jetzt darauf komme…

Veröffentlicht in: Allgemeines on Oktober 20, 2007 at 10:39 Kommentare (8)
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