Wahrscheinlich ist das etwas, was einem nur auffallen kann, wenn man seine Vormittage zu Hause verbringt: Paketboten machen ihren Job nicht.
Das gilt keineswegs nur für den Paketdienst der Deutschen Post – bei DPD ist es ganz genau so. Es sind auch nicht nur einzelne Zusteller; ich habe diese Erfahrung im Wedding genau so wie in Neukölln gemacht.
Worum es geht? Nun, wenn man in einem Haus ohne Fahrstuhl in einem der oberen Stockwerke wohnt, bekommt man keine Pakete zugestellt. So einfach ist das.
Das ist mir auch schon früher passiert, aber in der letzten Woche ergab es sich gerade, dass ich an drei verschiedenen Tagen Pakete erwartete, von zwei verschiedenen Zustellern, und da fiel es mir ganz besonders auf. Ich war an jedem dieser Tage die ganze Zeit über zu Hause, und trotzdem fand ich jedes Mal am Nachmittag in meinem Briefkasten eine Benachrichtigung vor, man habe mich um… (Uhrzeit freigelassen!) nicht angetroffen, und mein Paket sei stattdessen an dieser oder jeder Stelle abgegeben worden. (Diese oder jene Stelle befand sich im Erdgeschoss oder ersten Stock meines oder eines benachbarten Hauses).
Das läuft einfach so ab: Wenn eine Auslieferung für den Paketboten mit zu vielen Treppenstufen verbunden ist, wird die Wir-haben-Sie-nicht-angetroffen-Karte bereits auf dem Weg ausgefüllt. Beim eigentlichen Adressaten wird gar nicht erst geklingelt, stattdessen werden alle Pakete in den untersten beiden Stockwerken der Nachbarschaft verteilt.
Haben die Paketboten eigentlich unterdessen auch eine eigene Gewerkschaft, so wie die Lokführer? Ich weiß auch nicht, wie ich jetzt darauf komme…
Wäre ich Paketzusteller, würde ich das bestimmt auch so machen. Ich glaube, Du bist einer der wenigen, die mit Fug und Recht von sich behaupten könnten, an gleicher Stelle alle Pakete bis in den fünften Stock hochzutragen. Allerdings würdest Du dann auch nach spätestens zwei Monaten kündigen. ;)
Boneshredder hat es ja bereits sehr gut erklärt.
Hinzu kommt, daß die meisten Paketdienstfahrer nicht bei dem jeweiligen Unternehmen angestellt, sondern als selbständige Subunternehmer in einem Franchise-System tätig sind. Zumindest ist das bei den Großen der Branche so. (Z.B. Hermes, GLS, DPD, German Parcel, usw.)
Sie werden nicht nach Anwesenheitsstunden bezahlt, sondern erhalten einen Festbetrag pro zugestellte Lieferung. Schon der Gedanke an irgendwelche Gewerkschaften wurde also bereits im Keim erstickt.
Weniger Zustellungen = weniger Knete, so einfach ist das.
Ist mir auch schon aufgefallen, ich komme nach Hause, nix im Briefkasten, ich bin die ganze Zeit zu Hause und hätte jedes Klingel gehört – einige Stunden später kommt meine Mutter nach Hause und bringt mir den Zettel ausm Briefkasten mit…
Das Paket ist dann sogar im Hinterhaus gelandet!
Da kann ich mich auch einreihen. Mir ist das auch schon mehrmals passiert.
Auf meine Beschwerde beim Postamt wurde mir gesagt, dass es ihnen zwar leid tut, aber da es sich um keine festangestellten bzw. befristet angestellte Mitarbeiter handelt, sind die meisten Ermahnungen sinnlos.
Hm, bei solchen Vorkommnissen habe ich immer eine kleine alte Dame vor Augen, die ein Paket nach Hause buckelt …
Immerhin bekommst du noch eine „Wir-haben-Sie-nicht-angetroffen-Karte“ ;)
Mir ist es schon zweimal passiert, daß ich etwas zu einem bestimmten Termin erwartet habe, zwei Tage später mal freundlich nachgefragt habe und nur so erfuhr, in welchem Postamt es bereits zur Abholung bereit lag ;)
All das und Schlimmeres…
Um hier mal einen originellen Kommentar zu hinterlassen: Ja, das ist mir in Berlin auch häufiger passiert. Und ich hab im zweiten Stock gewohnt! Und mussten wir das Paket bei irgendwelchen Nachbarn zwei Blöcke weiter abholen, die da irgendeine Lizenz hatten um fremde Pakete anzunehmen.
also das härteste das ich hatte, war der Versender der mich fragte warum ich die Annahme verweigert hätte.