Wenn Ihr einfach nur meine Empfehlungen sucht und nicht den ganzen Eintrag lesen wollt (Schnief!), scrollt einfach zum Ende dieses Textes herunter – da stehen sie!
Wer sich ein bisschen auf Ein Platz für Andi umgeschaut hat, dem muss unweigerlich aufgefallen sein, dass ich gerne spiele! Dabei betreibe ich am liebsten Storytelling (was ich nicht für „Spielen“ im eigentlichen Sinn halte, da es eine Mischform zwischen Spiel und kreativer Betätigung darstellt), kann mich aber auch für vieles andere begeistern, unter anderem zum Beispiel auch eher simple Kartenspiele, von denen ich selbst ein paar erfunden habe, und gelegentlich auch Computerspiele.
Was diese angeht, hatte ich Ende der 80er, nach der Abschaffung meiner Atari-Spielkonsole und meines Atari-Heimcomputers, den Anschluss verpasst. Dies war die Zeit, in der ich Storytelling entdeckte (was einfach eine viel interessantere, dabei aber auch extrem zeitraubende Beschäftigung darstellte) und mein Studium begann. Gleichzeitig besaß ich nur einen damals bereits als uralt zu bezeichnenden Computer, der mich in gewisser Weise davor bewahrte, mit den sich rasant weiterentwickelnden elektronischen Spielen in Kontakt zu kommen. Dazu kam, dass die Art und Weise, auf die mir Egoshooter wie Doom damals zur Kenntnis gebracht wurden, mich eher abstieß (Stichwort Killerspiele) – ich hatte weniger Probleme damit, dass andere sie spielten, aber es klang einfach nicht so, als wäre das etwas für mich.
Ein paar Jahre später kam ich dann als Verkäufer bei Serious Games, einem Hobby Shop, der zwischenzeitlich auch mit einem kleinen Computernetzwerk experimentierte, in Berührung mit „modernen“ Computerspielen (dieser Begriff ist hier ja sooo relativ, ich weiß!) Diablo und Diablo 2 fand und finde ich sterbenslangweilig, aber für das ähnliche und doch in vielerlei Hinsicht, auf die es mir ankam, völlig unterschiedliche Nox konnte ich mich begeistern, und das galt auch für Halflife (nicht jedoch für dessen weitaus erfolgreicheren Ableger Counterstrike, den ich doof fand und finde) und das brilliante, skurrile und höchst liebevoll ausgestaltete No One Lives Forever (könnte mir da eigentlich irgendjemand die englische Version des zweiten Teils besorgen? Ich biete die deutsche!) Für einige Monate verfiel ich wieder dem Zauber des elektronischen Spiels, wurde aber von einer vollständigen Immersion dadurch bewahrt, dass Serious Games seine Netzwerkpläne wieder aufgab, und dass mein Geschmack sich nicht mit dem des Mainstreams deckte.
Ein Jahr später kaufte ich mir einen (damals wirklich!) neuen Computer, widerstand aber der Versuchung, mich von der Vielzahl der dafür erhältlichen Spiele vereinnahmen zu lassen. Allerdings ertappte ich mich immer wieder mal dabei, dass ich bei den enigebauten simplen Spielen (Freecell, Spider Solitaire) hängen blieb. An mir konnte ich damals gut beobachten, dass die Entwicklung hin zu immer komplexereren Spielen der Befriedigung des Spieltriebes teilweise im Weg stand! Spiele, in die man sich stundenlang einarbeiten musste (Installationszeiten unberücksichtigt), bevor sich ihr Spaßfaktor vollends offenbarte, können einen zwar komplett in ihre Welt hinein ziehen (und das ist etwas Schönes, wenn auch in punkto privates Zeitmanagement nicht zu Empfehlendes), errichten dabei aber hohe Hürden, wenn man einfach nur zwischendurch ein bisschen spielen will. Tatsächlich glaube ich, dass bereits Spiele wie Nox oder Halflife nicht einfach dem Hobby „Spielen“ zuzurechnen sind, sondern eigenständige Hobbys darstellen, die einen entsprechenden Zeitaufwand verlangen, einen aber auch hinreichend dafür belohnen. Bei MMODs wie zum Beispiel World of Warcraft ist dieser Punkt wohl kaum noch zu widerlegen.
Ich denke, es gibt einen Punkt der Beschäftigung mit einem Spiel, an dem das Betreiben desselben aufhört, „Spielen“ im allgemeinen Sinn zu sein. Wenn ich mich als Jugendlicher eine Zeit lang wöchentlich mit einem Mitschüler zu ein paar Partien Schach traf, dann haben wir Schach noch GESPIELT. Wäre ich jedoch einem Schachverein beigetreten und hätte, um mein Spiel zu verbessern, Erröfnungstheorie gepaukt und fremde Partien analysiert, dann hätte sich aus meinem Hobby „Spielen, heute abend mal Schach“ ein neues Hobby „Schach“ entwickelt.
Schach gehört zu denjenigen Spielen, die einem die Wahl lassen, ob man sie einfach spielt, oder als ausgewachsenes Hobby betreibt – es ist einereits unkompliziert genug zu erlernen, sowie hinreichend zügig zu spielen, dass man es nebenbei lernen und spielen kann, bietet andererseits aber genügend Vielfalt und strategische Tiefe, dass man sich damit einen Großteil seines Lebens beschäftigen kann, ohne dass es langweilig wird. (Diese Dualität ist gewiss auch für seinen Erfolg verantwortlich.)
Andere Spiele – und insbesondere MMODs – verlangen praktisch von ihren Spielern, sie als vollwertiges Hobby zu betreiben! Es hat einfach keinen Sinn, sich World of Warcraft zu installieren, weil man nur mal zwischendurch ein Stündchen spielen und dann wieder etwas anderes machen will. Magic: The Gathering ist ein anderes Spiel, welches sich ebenfalls sehr nahe an diesem Ende des Spektrums befindet (wie Zeromagic beweisen dürfte) – die Regeln sind eben zu komplex, als dass man es nur nebenbei mal lernen und spielen würde, aber als Ausgleich dafür eröffnet es einem eine Vielfalt und Tiefe, die der von Schach zumindest gleich kommt.
Für diese Art Spiele, die eben eigenständige Hobbys darstellen, kann ich nur ein bestimmtes Zeitkontingent aufwänden. Magic und Storytelling decken dieses eigentlich größtenteils ab. Das Bedürfnis jedoch, simpel zu SPIELEN, wird durch diese nicht gestillt.
Und hier kommen nun die Flashgames ins Spiel! Sie stellen das andere Ende des Spektrums dar: Innerhalb von Sekunden zu erlernen, bieten sie einem ein paar Minuten oder Stunden – bestenfalls ein paar Tage – Spielspaß, der nicht auf Komplexität, sondern auf Spielwitz und Eleganz beruht. Gerade WEIL sie keine komplexen Simulationen darstellen, sondern sich auf wenige Elemente beschränken, besitzen sie einen besonderen Reiz. Sie stehen nicht in Konkurrenz zu ausgewachsenen Hobbys; sie sind ein vorüber gehender Zeitvertreib. Damit erfüllen sie eine wichtige Funktion. Zwar gibt es auch bereits Flashgames, welche sich einem MMOD-artigen Charakter nähern, aber meiner Ansicht nach verfehlen sie das Ziel: Wer komplexe Spiele mag, der ist mit der Installation eines vollwertigen Spiels vermutlich weit besser bedient. Flashgames sind zwar nach der Software Flash benannt (und ich sehe gerade, dass der allgemeinere Begriff „Browser Games“ ist, der mir jedoch weniger vertraut ist), aber die Assoziationen, die das Wort „Flash“ hervor ruft, passen zu meinem Verständnis dieser Spiele: Sie sind schnell aufgerufen, rasch erlernt und nach einer kurzen Zeit intensiven Spielspaßes bald wieder von einer anderen Beschäftigung abgelöst.
Seit ich damals in einem Forum Froggerchallenge kennen lernte und dessen Reiz verfiel, hat sch mein Geschmack hier ein wenig gewandelt: Ich bevorzuge die kleinen Knobelspiele, bei denen ich mich von Stufe zu Stufe immer komplexeren Rätseln stellen muss, die jedoch mit einfachen, erkennbaren Elementen zu lösen sind. Wenn möglich, möchte ich dabei nicht unter Zeitdruck spielen – das entspricht nicht meiner Vorstellung von Entspannung.
Was ich auf jeden Fall von einem Flashgame erwarte ist, dass ich es nicht jedes Mal wieder von vorne spielen muss! Es ist einfach unglaublich, wie viele Spiele es immer noch gibt, die man hintereinander weg spielen muss, um nicht beim nächsten Mal wieder auf Stufe 1 zu beginnen. Darüber habe ich mich aber bereits einmal aufgeregt. Eine absolute Mindestanforderung ist daher eine Abspeicherung meines erreichten Spielstandes! Ich sehe eigentlich auch nicht wirklich ein, warum Level nicht völlig frei anwählbar sind – es ist doch meine Sache, wenn ich gleich mit den schwierigeren Stufen beginnen will, oder? (Nicht, dass ich das jemals täte – dafür bin ich zu methodisch veranlagt). Ein etwas umständlicher, aber noch akzeptabler Kompromiss sind Level Codes, wobei viele Spiele den gleichen Effekt mit deutlich weniger Aufwand erzielen, indem sie die Spieler einfach alle diejenigen Level frei anwählen lassen, welche bereits erreicht wurden.
Ich habe im letzten Jahr viele, viele Flashgames ausprobiert und beschlossen, Euch meine Lieblinge darunter auf Ein Platz Für Andi kurz vorzustellen und zu empfehlen! Dabei habe ich mich ausschließlich auf flashgames.de herum getrieben (was wohl erklärt, warum ich konsequent bei dieser Bezeichnung bleibe), und hier mit einer Ausnahme in der Kategorie Denken/Logik, die ich dafür aber komplett durchforstet habe. Insofern sind meine Empfehlungen gewissermaßen sogar komplett, da ich aber natürlich häufig subjektiven Kriterien gefolgt bin, kann ich nicht für mich beanspruchen, die BESTEN Spiele ausgewählt zu haben – wohl aber diejenigen, die mir den meisten Spaß bereitet haben!
Neben technischen Dingen (Anwählbarkeit von Leveln, unkompliziertes Aufrufen, keine schlimmen Bugs…) und fehlendem Zeitdruck habe ich mich hier daran orientiert, dass das Spielprinzip rasch verständlich sein musste, und dass ich angemessen heraus gefordert wurde (sowohl qualitativ als auch quantitativ – einen „Teaser“ für ein herunterladbares Spiel, der nur 5 Level enthält, berücksichtige ich nicht). Dass ich mich motiviert fühlte, alle Level eines Spiels zu lösen, war ebenfalls Bedingung. (Das ist mir übrigens nicht bei allen Spielen gelungen, aber ich habe es akzeptiert, wenn mich ein Spiel nach zwei Dutzend Leveln oder so „besiegte“.)
So ist dann die aktuelle Liste meiner Top 9+1 Flashgames zu Stande gekommen! Alphabetisch sortiert:
AI Bobitos
Duck Tiles
Globule
Never End
Orbox B
Shift 3
Sola Rola
Totem Destroyer
Wooden Path
Und aus der Kategorie Klassiker/Retro die „+1″: Space Sokoban
(Ursprünglich befand sich auch Warp Forest auf meiner Liste, aber obwohl mir dieses originelle Spiel mit einigen tollen Ideen viel Spaß bereitet hat, sind mir bei einer erneuten Betrachtung dann doch einige Macken zu viel aufgefallen, als dass ich es in meiner Empfehlungsliste hätte behalten wollen.)
Alle Links in der Liste führen jetzt zu meinen Rezensionen dieser Spiele. Mögen sie Euch ebenso viel Spaß und Kopfzerbrechen bereiten wie mir!
Nachtrag: Natürlich finde ich immer wieder mal schicke Spiele. Wenn ich die dann ebenfalls rezensiere, kann ich sie auch gleich von hier verlinken:
Flashgames sind eine nette Sache um einmal ein Spiel zwischendurch zu spielen, sich etwas abzulenken. Jedoch finde ich das einige dieser Flashgames aufgrund der Effekte in dem Spiel und den Farbe, zumindestens bei mir, sehr auf die Augen gehen.
Gruss
Dir ist aber schon klar, dass solche Links den Fortgang der Zzzzz-Programmierung nicht gerade günstig beeinflussen ;-)
Da war ich neulich auch mir hat es vor allem das Ninija spiel angetan. (ebenfalls unter denken/logik)
Zum Begriff Browser-Game: Ich kann es natürlich nicht sicher sagen, aber meinem Empfinden nach bezeichnet man damit vorallem diese kleinen online „Strategiespiele“, die es in allen möglichen Settings gibt.
Man baut Fabriken oder Türme, Raumschiffe oder Krieger und überfällt die anderen Mitspielder und Spiel hört nie auf (bis man seinen Account löscht). Weißt du was ich meine? Ich habe z.B. mal eine Weile Ogame gespielt.
Und diese Spiele, bei denen einem Leute Links schicken, die einem dann sagen, dass man einem Penner Geld gegeben hat oder von einem Wolf gebissen wurde, ich schätze, die gehören auch dazu.
Zu Half-Life: Als eigenes Hobby würde ich das nicht bezeichnen, Nox kenne ich jetzt nicht. Natürlich ist es nicht vergleichbar mit einem Flashgame, aber eben auch nicht mit WoW und Konsorten.
Also zumindest für mich ist es so, Diablo 2 und WoW habe ich viel über viele Monate gespielt, ein Spiel wie Half Life spiele ich einmal durch in ein paar Tagen oder Wochen und das wars dann. Ich würde es in etwa mit einem Buch vergleichen.
Und wenn man schon einige Shooter oder Rollenspiele gespielt hat, dann beträgt die Einarbeitungszeit nicht „viele Stunden“, sondern maximal viele Minuten.
Allerdings ist es idR natürlich schon so, dass es etwas dauert, bis man den vollen Spielspaß hat.
Was ich jetzt genau damit sagen will, ist mir auch nicht ganz klar, irgenwie wollte ich das nochmal etwas differenzieren.
Ich finde Flashgames ganz gut. Einziger Nachteil ist die manchmal eingebaute Werbung, die ziemlich lange dauert bis sie dann endlich verschwindet. Denn erst diese Woche habe ich ein Flashgame ausprobiert und musste sicher um die 3 Minuten die Werbung angucken, bis es endlich zum Spiel ging. Ein „skip intro“ Button war nicht vorhanden, nein.
Gehe davon aus, dass Du solche Spiele in meinen Empfehlungen nicht findest – so etwas nervt mich nämlich auch tierisch!
Desktop Tower Defense hat mich mal ziemlich krass angefixt. Da war ich ein paar Tage nicht zu gebrauchen,
So lange nicht ZzzzZ 0-3 komplett und fehlerfrei programmiert ist, sind Flashgames für Dich tabu, verstanden?
Diese Jugend von gestern…
Die von Juzam erwähnten Browser-Strategiespiele finde ich auch sehr… gewöhnungsbedürftig. Irgendwie fühlen die sich immer an, als müsste man ein Mikroökonomik-Studium absolviert haben, um da mitzumachen. Ich hatte zuerst den Eindruck, es mit einer komplexeren Yu-Gi-Oh-Variante zu tun zu haben (Warum hat die Bogenschützen-Einheit eine Agriffskraft von 2000? Hätte 2 es nicht auch getan?), bis mir ein „Experte“ erklärt hat, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob eine Einheit Power 2524 oder 2530 hat… Nicht das, was ich von einem Spiel in meinem Webbrowser erwarte.
Ich bleibe da dann auch bei den Knobeleien, mit einem kleinen bisschen Point&Klick-Geballer zur Abwechslung (Kennt jemand AirMilf von Comedy Central?).
Anderes Thema: Andi, Du deklinierst „Hobby“ falsch. Egal wie ekelhaft es aussieht, im deutschen heißt es das Hobby, Plural die Hobbys und Genetiv des Hobbys.
Mit der Deklination hast Du Recht.
Es sieht aber wirklich furchtbar aus!
Ich hatte gehofft, dass es wenigstens eine alternative Schreibweise gibt…
Hast du schon mal Portal ausprobiert?
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