(Dieser Eintrag ist Teil einer Reihe zu PHERS, die hier begonnen hat.)
Ebenso wie auch Rollenspielen ist Erzählspielen ein Spektrum unterschiedlich ausgerichteter Beschäftigungen. Wem das nicht unmittelbar einleuchtet, der ersetze „Erzählspielen“ durch „Bücher lesen“ oder „Filme sehen“: „Otto – der Film“, „Alien“, „Forrest Gump“, „Shrek“, „Schindler’s Liste“ und „Natural Born Killers“ unterscheiden sich bei allen Gemeinsamkeiten in einer Vielzahl von Merkmalen. Kaum einem Kinogänger gefallen sie alle, aber nichtsdestotrotz lassen sie sich alle mit dieser Bezeichnung zusammenfassen. Tatsächlich werden wohl die meisten Menschen bei der Frage, welche Bücher sie gerne lesen und welche Filme sie gerne sehen, unbewusst eine weitere Einschränkung vornehmen und sich auf belletristische Bücher und Geschichten erzählende Filme konzentrieren, obwohl es natürlich auch Sachbücher und Dokumentationen gibt. Diese bedienen sich jeweils des gleichen Mediums, grenzen sich aber trotzdem klar ab: Eine Dokumentation über den Untergang der Titanic ist eindeutig etwas völlig anderes als eine der zahlreichen Verfilmungen dieser Geschichte.
Ungefähr so stelle ich mir die Abgrenzung zwischen Powergaming-Rollenspiel und Erzählspiel vor. Oberflächlich betrachtet, scheint es sich um die selbe Beschäftigung zu handeln: In beiden Fällen können die Beteiligten um einen Tisch herum sitzen, einander erzählen, was ihre Figuren tun und per Würfel den Fortgang des Geschehens bestimmen. Doch wenn man genauer hinsieht (und -hört), bemerkt man die unterschiedlichen Herangehensweisen. (mehr…)