Mit Alice im Wunderland

So, ich kann wieder von zu Hause ins Internet. Wie ich das geschafft habe, lest Ihr auf den folgenden sechsundvierzig Seiten…

Besser doch nicht, oder? Ich bin nicht für allzu kurze Blogeinträge bekannt, aber wenn ich Euch all den Streß mitteilen wollte, den ich mit meinem Alice-Anschluss gehabt habe, würdet Ihr garantiert nach einem Bruchteil der Geschichte aussteigen. Ich wünschte, das hätte ich auch gekonnt…

Einige kurze Erinnerungen (und ja, sie SIND kurz – alles ist relativ!):

Bei jedem Anruf der Alice-Hotline bekommt man etwas anderes erzählt. Mal soll man ausschließlich die mitgelieferte Installationssoftware benutzen (was natürlich nicht geht, da sie verlangt, dass der Treiber für den Adapter bereits vorinstalliert ist), mal hört man, dass diese Software mit Windows XP gelegentlich Probleme verursache, sie aber nicht nötig sei, weil man seine Verbindung mit dem Installationsassistenten von XP einrichten könne, mal hört man, dass man als XP-Benutzer die Installations-CD ungeöffnet wegwerfen solle. (For the record: Ich habe es schließlich nur mit Hilfe dieser Alice-CD geschafft, eine Verbindung herzustellen – selbstredend im Verein mit der Treibersoftware.) Man erfährt, Alice sei nur für den DSL-Anschluss bis hin zu meinem Modem verantwortlich, aber für die Einrichtung auf dem eigenen Computer habe man eine kostenpflichtige Beratung (genaugenommen erfährt man die Kostenpflichtigkeit erst in der Warteschleife). Die kostenpflichtige Beratung weigert sich dann aber, Auskünfte über die Einrichtung der Verbindung zu geben, da dazu ja Komponenten nötig seien, die nicht von Alice geliefert worden, und zu diesen könne und dürfe man nicht beraten! Außerdem müsse ich die IP-Adresse meines Modems per Hand in die Treibersoftware eingeben (Klingt das für jemanden, der sich mit dieser Materie auskennt, genau so absurd wie für mich?) Wie, die hätte ich nicht mitgeteilt bekommen? (Schön, dass die kostenpflichtige Beratung mit dem Inhalt des Alice-Einrichtungspaketes nicht vertraut ist.) Wie, die könne man gar nicht eingeben, da die Software davon ausgeht, die Adresse automatisch zu beziehen? Ja, da könne man nichts machen; wenden Sie sich an den Hersteller der Software.

Ich mag Laie sein, aber wenn mein Computer und das Modem bereits in Verbindung stehen, und das Modem sich lediglich weigert, dem Computer seine IP mitzuteilen, dann liegt das für mich am Modem, und dass man erst eine kostenpflichtige Beratung anrufen muss, um diese IP, die man angeblich per Hand eingeben soll, erst einmal mitgeteilt zu bekommen, gehört zu jener verkäuferischen Einstellung, die es auch ermöglicht, Hausfrauen Anteile an der Brooklyn Bridge aufzuschwatzen.

Der Alice-Einrichtungsassistent lässt sich manchmal schlicht nicht öffnen, insbesondere, wenn der Alice-Einwahlassistent gerade darauf hingewiesen hat, dass man den Einrichtungsassistenten öffnen solle. Ich muss ihn dann jedes Mal wieder neu installieren! Als ich ihn benutzte, bekam ich mindestens drei verschiedene Screens, von denen aus ich eine Verbindung vornehmen sollte – und zwar NACHDEM ICH JEWEILS DEN SELBEN BUTTON GEDRÜCKT HATTE. Es schien Zufall zu sein, welchen dieser Screens ich zu sehen bekam – beeinflussen konnte ich es jedenfalls nicht! Mit jedem davon gelang es mir mindestens einmal, eine Verbindung ins Netz herzustellen, aber auf keine dieser Arten ließ sich das Herstellen dieser Verbindungen reproduzieren, nachdem ich sie wieder getrennt bzw. den Computer heruntergefahren hatte.

Besonders schön war der Screen „Bitte wählen sie eine Verbindungsgeschwindigkeit“, den ich auch immer wieder vorfand. Oft war da gar keine Geschwindigkeit anzuklicken, und es ging nicht mehr weiter. Einmal war da ausschließlich „schneller als 6.000 Kilobyte)“ (meine Erinnerung mag sich in Details irren) anzuklicken, und wenn man das tat, wurde man darauf hingewiesen, dass diese Verbindungsgeschwindigkeit nicht über den Flat-Tarif abgedeckt sei und extra berechnet werden müsse. Immerhin kam ich so ins Netz, aber das war natürlich keine Lösung!

Schließlich gab es den Schirm, der mir ausschließlich 2000 Kilobyte als Geschwindigkeit vorschlug. (Eine Wahl zwischen zwei Geschwindigkeiten hatte ich nie.) Mit dem ging es dann ab und zu.

Das Ganze jedoch erst einmal über Kabel. Nun ist so ein 5 Meter langes Modemkabel, welches den Flur entlang läuft und von meiner Zimmertür eingequetscht wird, nicht meine Vorstellung von Web-To-Go. Immerhin gelang es mir damit aber, reproduzierbar ins Netz zu gelangen: Nach schätzungsweise zwei Stunden Telefonaten mit der Hotline (davon eineinhalb Stunden nervige Warteschleifen) und ca. zwölf Stunden Computer hoch- und runterfahren und Software installieren, deinstallieren und neuinstallieren, sowie ausprobieren all der vielen, vielen Möglichkeiten, wie man theoretisch Verbindungen einrichten kann, über Alice, über die Treibersoftware, über die Systemsteuerung. (Ich habe mindestens 12 unterschiedliche Wege gefunden, von denen 5 oder so vorübergehend funktionierten!)

Dann probierte ich es wieder via W-LAN. Der Treibersoftware gelang es weiterhin nicht, eine IP-Adresse vom Modem zu beziehen (und per Hand eingeben ging natürlich nicht). Die Systemsteuerung half hier nicht. Alice schaffte es auf jene drei verschiedenen Weisen manchmal und manchmal nicht.

Ein Googlen nach der Typenbezeichnung meines Adapters (Netgear WG111v2) ergab, dass jede Menge Leute Probleme mit diesem Treiber hatten und sich über den mangelnden Support beklagten. Keine dieser zahlreichen Probleme waren meine. Ich lud trotzdem die neueste Variante der Treibersoftware von der Firmenseite. Abgesehen davon, dass sie englisch war, konnte mein Laienauge keinen Unterschied zu der bereits vorhandenen feststellen, mit einer Ausnahme: Sie ließ sich zuverlässig aufrufen (die mitgelieferte hatte nämlich, ebenso wie der Alice-Einrichtungsassistent, sich gelegentlich einfach geweigert, sich zu öffnen, brachte dabei aber im Gegensatz zu Alice ab und zu den Computer zum Stillstand).

Irgendwann hatte ich es dann heraus: Über den Alice-Einwahlassistenten musste ich versuchen, mich einzuwählen. Dieser Versuch dauerte ca. 2 Minuten und schlug immer fehl. Danach (NICHT davor!) hatte ich die Gelegenheitt, meine Verbindungsinstellungen zu ändern – soll heißen, ich klickte auf Einstellungen und bestätigte dort mit einem weiteren Klick meine dort bereits angezeigte Festnetznummer, sowie dass ich sie speichern wolle. Dann drückte ich noch einmal verbinden und es ging. So lange ich den Computer nicht herunterfuhr, konnte ich sogar die Verbindung unkompliziert trennen und wieder neu einrichten. Nach jedem Neustart jedoch musste ich wieder die Prozedur des „Es konnte keine Verbindung hergestellt werden“ durchlaufen, bis sich die Software an meine Festnetznummer, die sie mir selbst vorschlug, wieder erinnerte.

Nicht schön, nicht einfach, aber es geht. Effektiv fügen sich dem Hochfahren des Computers also noch einmal ca. 3 Minuten und einige weitere Klicks hinzu.

Allerdings hat die Netgeartreibersoftware meine Einlogscreens verändert – mein Benutzername erscheint nicht mehr (nur noch der Adminname „xx“), und ich kann den angemeldeten Benutzer nicht wechseln. (Die Benutzerkonten sind aber noch da, und der Fehler ist sofort behoben, wenn ich den Treiber deinstalliere, was ich aber nicht mehr tue, weil ich dann wieder von vorne damit anfangen kann, mir eine Verbindung ins Netz zu suchen!)

Noch da? Ja, das WAR eine Kurzfassung! Ich habe ohne Übertreibung bestimmt 30 Stunden nur mit dem Einrichten meiner Internetverbindung verbracht. Ein blöder Nebeneffekt ist der, dass ich meinen Computer jetzt nicht mehr sehen kann! Ich habe mich mit Mühe überwunden, diesen Eintrag hier zu tippen. „Schlampenball“ – das jetzt „Elbenruf“ heißt – wartet angeschrieben auf mich, und ich habe hundert weitere Ideen, was ich gerne schreiben wollte, darunter weitere Geschichten, jede Menge Blogeinträge und Magic-Artikel, aber wenn ich den Computerbildschirm sehe, spüre ich ein Jucken in den Eingeweiden.

Ich fahre mich also für noch ein paar weitere Tage zurück und dann, wenn meine Internetverbindung nicht plötzlich wieder verschwindet, werde ich wieder fleißig.

Bis dahin danke an alle, die meine Seite in den letzten Tagen und Wochen aufgerufen oder sogar Kommentare geschrieben haben, auch wenn zuletzt wenig bis nichts passiert ist! Ihr habt mich daran erinnert, dass ich zuletzt nicht mehr NUR NOCH für mich geschrieben habe und seid ein Ansporn für mich, bald wieder tätig zu werden!

Ach ja: Ich veröffentliche diesen Eintrag mal unter „Rezensionen“… Der Alice-Tarif ist zur Zeit ja das beste Angebot, aber „schnelle und einfache Einrichtung“ erklärt, wieso sie ihn „Alice“ genannt haben: In einer Welt, in der es ein Grinsen ohne Katze gibt, lässt sich gewiss auch dieser Anschluss problemlos einrichten!

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Published in: Allgemein on Mai 6, 2007 at 1:46 pm  Schreibe einen Kommentar  
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