Kontraste

Da es ja unter anderem der Sinn eines Blogs ist, über Dinge zu schreiben, die einem gerade durch den Kopf gehen:

Ich mag dunkle Farbtöne. Ich trage auch gerne schwarze Kleidung. Bunte Farben wirken meiner Ansicht nach vor schwarzen Hintergründen besser als vor weißen (was die meisten Magic-Spieler mit ihrer Vorliebe für schwarzrandige Karten bestätigen), und ich empfinde dunkle Umgebungen als beruhigender und gemütlicher als helle.

Ich mag dunkle Webdesigns. Ich empfinde sie als dem Auge angenehmer und ästhetischer als helle, insbesondere diese furchtbaren Pastellton-Designs, die so weit verbreitet sind – grauenhaft!

Ich mag sie so lange, bis ich versuche, den Text darauf zu lesen. Dann mag ich sie meistens gar nicht mehr!

Das betrifft eine große Anzahl Seiten im Netz, die ich eigentlich gerne besuche, weil sie sich mit Themen befasse, die ich ebenfalls interessant finde. Die Gemeinsamkeiten, die ich mit ihren Erstellern besitze, schlagen sich eben auch in unserer Vorliebe für das Dunkle nieder. In meiner Blogrolle rückwärts findet man daher durchaus das eine oder andere Beispiel dafür!

Der optische Gesamteindruck einer Seite ist wichtig. So wie ein appetitlich angerichtetes Essen (was ist das nur mit meinen ständigen Kochvergleichen – bin ich wirklich so verfressen?) dazu führt, dass der Geschmack des Gerichtes positiver wahrgenommen wird, löst auch er beim Leser bereits prinzipiellen guten oder eben auch Unwillen aus, der seine Rezeption der dargebotenen Inhalte beeinflusst.

Die Rezeption dieser Inhalte selbst ist jedoch wichtiger! Ein paar äußerst gutgemeinte Hinweise für alle Webmaster:

Schaut Euch Eure eigenen Seiten nicht nur in Eurem abgedunkelten Zimmer um Mitternacht an! Viele Menschen surfen in hellen, sonnendurchfluteten Räumen mit weißen Wänden. Ja, selbst Goths tun das gelegentlich! Grau neben Schwarz oder Hellgrau neben Dunkelgrau ist da kaum voneinander zu unterscheiden.

Wenn es Eure Angewohnheit ist, bei der Arbeit am Computer mit der Nase öfters gegen den Bildschirm zu stoßen, macht einen Schritt zurück – das meine ich nicht als Übersetzung der englischen Metapher, sondern ganz wörtlich! Betrachtet Eure Seite aus einem Meter Entfernung. Das ist für viele Computerbenutzer der normale Leseabstand! Kleine Schriftarten sind dann häufig nicht mehr zu erkennen, und Probleme mit mangelndem Kontrast verschärfen sich. Berücksichtigt auch, dass nicht alle Menschen hervorragende Augen besitzen.

Bei zu vielen Seiten muss ich in den Monitor kriechen, um ihre Inhalte lesen zu können. Bei einigen kann ich überhaupt nur nachts den Text erkennen.

Die logische Konsequenz daraus ist, dass ich einfach die Lust verliere, diese Seiten zu besuchen! Ich bin sicher, das geht nicht nur mir so.

Deswegen ein paar Tipps:

1. Probiert hellere Designs aus! Viele SIND ja furchtbar, zugegeben, aber andere sind einfach nur ein wenig gewöhnungsbedürftig. Oft bieten sie die Möglichkeit, Rahmenfarben und Textfarben festzulegen oder eigene Bilder einzubinden, die den optischen Gesamteindruck grundlegend verändern. Gerade kürzlich bin ich erst darauf gestoßen, welch einen Unterschied doch ein andersfarbiger Header allein bei ansonsten identischem Seitendesign ausnacht!

2. Damit der Gesamteindruck einer Seite dunkel ist, muss NICHT der Texthintergrund zwingend dunkel sein! Eine kräftige dunkle Umrahmung, sowie dunkle Trennelemente helfen bereits. Cremefarbene Hintergründe sind hell genug, um Lesbarkeit zu garantieren, vermeiden aber den „white-as-milk“-Effekt.

3. Wenn es denn unbedingt ein schwarzer Texthintergrund sein muss, nun, dann muss die verwendete Schrift eben angepasst werden! Dunkle Farbtöne vor Schwarz sind nun einmal unlesbar, punktaus. Eine helle Schriftfarbe als Kontrast ist unabdingbar, UND außerdem wird vermutlich eine höhere Zeichenstärke nötig sein (ein dunkler Hintergrund „frisst“ nämlich helle Zeichen, während dunkle Zeichen vor einem hellen Hintergund optisch aufquellen).

Das Essen in einem Restaurant kann noch so schick auf dem Teller arrangiert sein – wenn das Fleisch zu zäh zu kauen ist, wird man diese Lokalität nicht mehr besuchen. Ich habe mich aus einem ursprünglich von mir sehr geschätzten Forum größtenteils zurückgezogen, weil es dem Administrator leider offensichtlich am Arsch vorbeigeht, wie anstrengend es für seine Gäste ist, sich darin zu bewegen.

Klar, jede eigene Seite ist letztlich ein Egotrip ihres Erstellers. Man macht das Ganze für SICH. Wenn man jedoch Wert darauf legt, zahlreiche und zufriedene Besucher zu haben, dann muss man sich auch ein wenig darum kümmern, dass diese sich wohl fühlen!

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Published in: on Juli 3, 2007 at 2:13 pm  Comments (7)  
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7 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Auf meiner Seite war es mal so, dass die Textfarbe genau dieselbe Farbe hatte wie der Hintergrund, ohne, dass ich das wusste, weil von meinem PC aus alles wunderbar aussah, gemerkt hab ich das erst, als andere zu mir meinten „Da steht ja gar nichts“, manche konnten die Schrift genauso sehen wie ich, andere nicht…

    Aber man kann eigentlich alles gut lesen, wenn man zB den Text einfach markiert, ich mach das inzwischen immer beim lesen, selbst wenn alles gut zu sehen ist, die Macht der Gewohnheit eben (und als Lesezeichen ist das auch praktisch).

    Auch die Textgröße sind manchmal anders, wenn man sich die Seiten mal von einem anderen Computer aus ansieht. Manche Texte kann ich woanders gut lesen, von hier aus bereitet der Versuch aber Kopfschmerzen.

    Aber auch in diesem Fall genügt ein Klick, schnell den Schriftgrad am Browser geändert, schon ist alles viel besser lesbar. Und vielleicht haben die Inhaber dieser Seiten den Schriftgrad ja anders eingestellt als du, ist ja auch keine große Sache.

    Was ich sagen will: Vielleicht wissen die betroffenen Leute gar nicht, dass ihre Seiten schlecht lesbar sind (zumindest manche, wie ich früher mal)?
    Zumindest kann man sich da ja sehr leicht helfen, noch lange kein Grund, von einer ansonsten sehr geschätzten Seite Abstand zu nehmen. ^_^

  2. Schön, mal wieder von Dir zu lesen!

    Den Trick mit dem Text markieren kenne ich auch und benutze ihn manchmal bei entsprechenden Seiten (wie bei Doublestones Gästebuch), aber er ist doch sehr umständlich und funktioniert auch nicht immer richtig, zum Beispiel bei Forenübersichten.

    Schriftgrade kann man zwar an seinem Browser einstellen, aber das müsste man dann lästigerweise für jede Seite einzeln machen, und außerdem bringt das auch schnell das Gesamtlayout einer Seite durcheinander.

    Alle Browser besitzen jedenfalls Standardeinstellungen, denke ich (von meinem zumindest weiß ich das) und es ist schon naheliegend, dass man sich als Webmaster seine Seite mit diesen Standardeinstellungen ansieht.

    Den Admin der angesprochenen Seite habe ich ja durchaus mehrfach auf das Problem hingewiesen. Leider hat er mir in einem Gespräch klargemacht, dass er seine Seiten für sich und nach seinen Vorstellungen betreibt (was natürlich sein Recht ist), und dass es ihm nicht wichtig ist, was die Seitenbesucher denken, so lange das Ergebnis ihm gefällt. Neben dem sich in punkto Lesbarkeit ständig verschlechternden Layout hat er auch zahlreiche weitere Veränderungen vorgenommen, mit denen er offensichtlich glücklich ist, die seine Seite aber für mich immer unattraktiver machten. Mehr, als ihm das zu sagen, kann ich nicht tun – es ist eben SEINE Seite, und wenn es mir keinen Spaß mehr macht, sie zu besuchen, nun, dann ist die einzige logische Konsequenz, es halt zu lassen, anstatt einen Kreuzzug gegen ihn anzuzetteln.

    Mein Eintrag richtet sich allerdings weniger an ihn, sondern stattdessen gerade an diejenigen Webmaster, denen es eben NICHT bewusst ist, dass ihre Seiten benutzerunfreundlich gestaltet sind! Da ist oft eine Art Tunnelblick im Spiel: Einem selbst gefällt das Ergebnis, und Probleme werden entweder nicht wahrgenommen oder verdrängt.

    Allgemeiner gefasst ist dieses Spannungsfeld zwischen eigenen Vorstellungen und Publikumserwartungen übrigens ein Problem, dem jeder Künstler (im weitesten Sinne) begegnet: Wenn man sich überhaupt nicht nach dem Geschmack des Publikums richtet, hat man keinen Erfolg (und das zu Recht). Wenn man hingegen seine eigenen Ansprüche verrät, verliert man seine künstlerische Identität. Bis zu einer gewissen Grenze sollte man andere davon überzeugen, dass das, was man macht, gut ist, aber zu einem gewissen Grad muss man eben auch schlicht das machen, was gut ankommt.

  3. Essen im Restaurant wird auf weissen Tellern serviert. Warum wohl…?!
    Schwarze oder bunte Teller sind schön – aber Schönheit ist relativ.

  4. „Essen im Restaurant wird auf weissen Tellern serviert. Warum wohl…?!“

    Ich weiß es, Herr Lehrer!

    „ein dunkler Hintergrund “frisst” nämlich helle Zeichen, während dunkle Zeichen vor einem hellen Hintergund optisch aufquellen“:

    Weil’s dann nach mehr aussieht!

  5. Nun, auch du hast ja jüngst einem deiner Blogs wieder darauf hingewiesen, dass du auf deinen Seiten, was Lauyout und Schriftgröße angeht (sowie, natürlich, den Inhalt), tun kannst, was immer dir beliebt, unabhängig davon, ob anderen das gefällt. Vor diesem Hintergrund leuchtet mir gerade das alles kaum ein, aber wir müssen wohl alle ab und zu mal „rummotzen“, und wenn es keine Gründe gibt, so denken wir uns eben welche aus. Macht mir auch immer viel Spaß und man fühlt sich so erleichtert, nicht wahr? *sugarsugar*
    Aber zum Glück kennen wir ja jetzt alle den Trick mit dem Mausrad.

    In besagtem Gästebuch kann ich alles auch so lesen, auch wenn ich es wegen der vulgären Art und Weise, die Themen zu behandeln, eher ungern tat. Aber die Geschmäcker sind verschieden und ich ja im allgemeinen etwas empfindlich.

    Unabhängig von all dem finde ich natürlich, dass ein hübsches, geschmackvolles Gesamtaussehen einer Homepage alle übrigen Mängel vollkommen entschuldigt. Wenn es dafür nötig ist, dass man die Schrift nicht mehr lesen kann (und bei manchen Seiten wäre das allein wirklich ein Pluspunkt XD), dann soll es so sein. ♥
    (Eigentlich sollte ich gerade dabei sein, einen Essay über die Macht der Sprache in den Medien am Beispiel von Paris Hilton, vor allem der Berichterstattung über ihre Inhaftierung, zu schreiben, und zwar auf den letzten Drücker. Fällt mir grad ein, da hier ja auch schonmal was über sie geschrieben wurde. Mal sehen, ob ich das noch schaffe (ach, sicherlich!). So keep your fingers crossed for me!)

  6. Liebe Doreen, da hast Du wohl mal wieder ein wenig zu quer gelesen: Im Gegenteil habe ich darauf hingewiesen, dass mir Layout und Schriftgröße sehr wichtig sind, dass es aber Dinge gibt, die ich aus technischen Gründen leider nicht ändern KANN, namentlich den Schriftgrad im Kommentarbereich von Zeromagic.

    So großartig WordPress‘ Bereitstellung kostenloser, benutzerfreundlicher Blogs generell auch ist, gibt es doch nur wenige Themes (aus der insgesamt sehr großen Auswahl), die Lesbarkeit und ansprechenden optischen Eindruck vereinigen. Sapphire, das ich bei Zeromagic benutze, ist eines der besten, besitzt aber leider den Nachteil, dass die Kommentare nicht so gut lesbar sind wie der Haupttext. Diesen Kompromiss muss ich wohl eingehen.

    Glücklicherweise ist der Trick mit dem Mausrad wirklich klasse, hilft aber auch nur sehr bedingt gegen zu geringe Kontraste.

    Da Du es erwähnst: Wenn Du wirklich in Doublestones Gästebuch die Beiträge tagsüber problemlos lesen kannst, gratuliere ich Dir zu Deinen hervorragenden Augen – das erscheint mir bei dem dunkelblauen Text auf schwarzem Hintergund nämlich nahezu unmöglich!

    Da dort aber alle Themen bislang so geschmack- und niveauvoll wie nur irgend möglich behandelt wurden und keineswegs vulgär, wie Du bemängelst, vermute ich mal, dass Du hier etwas verwechselt hast und stattdessen im Gästebuch von Simon Thaur gelandet bist, in welchem der Umgangston doch erheblich rauer ist, aber dafür die Schrift dank der kräftigen hellgelben Zeichen problemlos lesbar!

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg mit Deinem Paris-Hilton-Essay!

  7. Oh nein, ich habe wirklich das Gästebuch mit der leuchtend blauen Schrift auf schwarzem Hintergrund gelesen.
    Meine Augen sind allerdings eher nicht so gut und dass du diese Art über solche Dinge zu schreiben okay findest, wundert mich auch nicht sehr, schließlich kenne ich deine Art zu schreiben und zu reden ja nun auch schon.
    Aber wie gesagt, sind die Geschmäcker ja verschieden und ich wohl mehr als ihr auf Schönheit bedacht.
    Das beweist nur wieder, dass wir einfach bei allem entgegengesetzter Ansicht sind, scheint wohl ein Naturgesetz zu sein. Darum lasse ich auch alles weitere, also mach’s gut!


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