Sind wir nicht alle ein bisschen Bohlen?

Na schön, wir sind auch alle ein bisschen Hilton, und ein bisschen Hitler. Aber halt auch ein bisschen Einstein, und ein bisschen Teresa (schon klar, das ist kein Nachname). Ich will diesmal aber nicht darauf hinaus, dass wir Spurenelemente aller guten und schlechten menschlichen Eigenschaften in uns tragen. Stattdessen möchte ich erklären, was ich eigentlich zur Zeit an meinem Computer mache, anstatt mich um Ein Platz für Andi zu kümmern und ganz viele tolle Blogeinträge und Geschichten zu schreiben:

Möglicherweise habt Ihr ja schon einmal die Verlinkung zu meinem anderen Blog Zeromagic angeklickt. (Möglicherweise seid Ihr auch umgekehrt von dort hierher gekommen, dann erzähle ich Euch hier nicht viel Neues.) Möglicherweise wusstet Ihr nicht so Recht, was das Ganze dort darstellen sollte. Ohne große Hoffnung, Euch in diesem Fall einen umfassenden Eindruck zu vermitteln, will ich hier die grundlegenden Dinge über mein zweitliebstes Hobby Magic: The Gathering zusammenfassen:

Es ist ein Sammelkartenspiel. Das bedeutet, ein Kartenspiel, bei dem jeder die Karten, mit denen er spielt, selbst mitbringt und sich so zusammenstellt, dass seine Gewinnchancen möglichst groß sind. Diese Karten sind „sammelbar“ – vergleicht das zum Beispiel mit Baseball Cards: Sie werden in verschiedenen Editionen vom Hersteller in einer gewissen Auflage gedruckt, und es gibt häufigere und seltenere Karten. Mit diesem Sammelprinzip (und den teilweise äußerst schönen Artworks) spricht Magic Sammler und Fantasy-Freunde an, aber das eigentliche SPIEL steht noch stärker im Vordergrund (Wer Yu-Gi-Oh von zum Beispiel seinen Kindern kennt, dem muss ich hier nicht allzu viel erklären, außer dass es natürlich einen Unterschied zwischen einem billig gefertigten Dreirad mit Stützrädern und einem Rennwagen für Erwachsene gibt): Magic ist auf verschiedenen strategischen und taktischen Ebenen, von der optimalen Zusammenstellung des eigenen Decks (der Kartenstapel, mit dem man spielt) bis hin zum eigentlichen Spielen ein äußerst anspruchsvolles, unterhaltsames und abwechslungreiches Spiel!

Für Magic finden weltweit wöchentlich Tausende Turniere statt, und insbesondere gibt es einen Circuit sogenannter „professioneller“ Turniere, die mit sechsstelligen Dollar-Summen dotiert sind. Sich die nötigen Karten zu besorgen, um für diese Turniere optimal gerüstet zu sein, ist nicht ganz billig, aber auch nicht unerschwinglich (ein Kettenraucher dürfte mehr Geld für seine Sucht ausgeben), und da Magic ein sehr erfolgreiches Produkt ist, kann man sich gewünschte Karten zum großen Teil auch antauschen. Es geht also bei solchen Turnieren keineswegs darum, wer die teuersten Karten hat, sondern im Gegenteil kann man vernünftigerweise durchaus voraussetzen, dass jeder Spieler sich alle gewünschten Karten besorgen kann – die Herausforderung besteht stattdessen in Deckauswahl und Deckbau (also der Entscheidung, mit welchen Karten man denn genau antritt).

Die Magic-Community in Deutschland ist, wie in den meisten Industrieländern, gut entwickelt und im Internet sehr aktiv (das ist auch der Grund, warum Zeromagic sich kontinuierlich auf den Top-Plätzen der WordPress-Charts findet!) Auf Grund meiner langjährigen Tätigkeit als Schreiber von Magic-Artikeln im Internet, sowie meiner hervorragenden Kenntnisse in Magic-Strategie (in der Praxis reicht es leider nicht ganz zum Profi-Spieler), aber auch meiner Eigenschaft, Diskussionen nicht aus dem Weg gehen zu können und unverblümt zu kritisieren, habe ich mir den Ruf eines „Gurus“ dieser Szene erworben, und die meisten Magic-Spieler fallen irgendwo in das Spektrum zwischen Pischner-Fan und Pischner-Hasser.

Dies alles musste ich vorausschicken, damit zumindest die Grundlagen zum Verständnis dieses Projektes hier gegeben sind: Ich baue, in Zusammenarbeit mit einem großzügigen Sponsor aus dieser Branche, ein Magic-Team auf! Ziel ist es (aus Team-Sicht), die mit dem intensiven Spielen von Magic-Turnieren verbundenen finanziellen Hürden leichter nehmen zu können, sowie durch systematisches Training einen höheren Leistungsstand zu erreichen. Im Gegenzug erhält der Sponsor natürlich einen allgemeinen Werbeeffekt, aber vor allem auch regelmäßige, fundierte Magic-Strategie-Artikel für seine Internet-Seite.

Es ist eine Win-Win-Geschichte (und auch wenn ich gerne stolz darauf hinweise, dass sie meine Idee war, konnte sie natürlich nur durch das besondere Engagement des Sponsors Magic Universe zu Stande kommen!): Aufstrebende Magic-Spieler erhalten Unterstützung bei genau dem, was sie auch tun wollen, nämlich intensiv Magic spielen! Dementsprechend gibt es auch nicht wenige Bewerber dafür.

Ja, und meine Aufgabe ist es unter anderem, aus diesen Bewerbern das „ideale“ Team zusammen zu stellen! Dabei stehen natürlich Qualifikationen wie Talent, Engagement und Leistungswillen, sowie grundlegende schreiberische Befähigung im Vordergrund, aber es ist auch wichtig, dass ein „publikumswirksames“ und funktionierendes Team aus unterschiedlichen Individuen entsteht. Ein bisschen ist das Ganze wie der Deckbau bei Magic: Nicht alle Karten kommen in Frage, aber auch unter den geeigneten muss man diejenigen herausfinden, die am besten zusammen passen!

Das ist natürlich superinteressant (und auch ein wenig zeitaufwändig), und ich bemühe mich sehr, den Bewerbern gegenüber fair zu sein, vertrete aber letztlich natürlich in erster Linie die Interessen des Sponsors. Alles in allem fühle ich mich auch weniger als Dieter Bohlen (dazu habe ich dann doch eine zu gute Meinung von mir!) und mehr als Team-Manager einer Fussballmannschaft – aber hey, das hätte keine so griffige Überschrift ergeben, oder?

So, jetzt wisst Ihr, was der Andi zur Zeit gerade so treibt! Sonntag ist Bewerbungsschluss, und ich habe mir vorgenommen, danach zügig meine Entscheidung zu fällen. Dann konzentriere ich mich auch wieder etwas stärker auf Ein Platz für Andi, versprochen!

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Published in: on September 15, 2007 at 9:46 am  Comments (7)  
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7 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Der Unterschied zwischen Pischner-Hasser und Pischner Fan kommt vielleicht daher das manche entweder erst deine Artikel oder erst deine Kommentare gelesen haben.

    Deine Artikel sind erstklassig, aber in de Kommentarenn kommst du wirklich manchmal arrogant rüber, vielleicht, weil du als Artikelschreiber perfektionist bist und eben schreiben besser kannst.

    MfG Chickenfood

  2. Nun, ich bin auch schon wegen mancher meiner Artikel beschimpft worden, sowie für meine Kommentare gelobt (teilweise bedanken sich Schreiber auch für meine Kritik oder bitten sogar ausdrücklich darum).

    Letzlich läuft es aber bei Vielen einfach darauf hinaus, ob ich ihre Standpunkte teile oder ihnen widerspreche.

  3. Ach Andi…
    Soooo wichtig bist du nun auch nicht. ;-)

  4. @Chickenfood:
    Ich lese lieber die Artikel vom arroganten Pischner, die dann kompetenz haben, als von irgentwelchen Spielern, die sich eine Netdeckliste (oder Ihre kreativen Decks Marke: Eigenbau)raussuchen und dann versuchen sich die Kompetenz aus den Fingern zu saugen.

    mfg kslate89

  5. Nana, durch Schleimen kriegt man bei mir aber keine Pluspunkte, Herr Kropp!

  6. Immer noch besser, als nichts zu sagen…^^

  7. interessanter artikel ich muss zugeben du kannst schreiben echt schade dass dieses Projekt an so einem ort stadtfindet^^


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