Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull

War es das Kino-Ereignis des Jahres? Wenn man der Presse Glauben schenken kann, dann ja! Ich selbst habe mich da noch nicht ganz entschieden – The Dark Knight, die Fortsetzung von Batman Begins, erwarte ich vielleicht sogar mit noch größerer Spannung. (Hier habe ich mich schon einmal äußerst ausführlich über Batman ausgelassen.) Außerdem wird es einen neuen Bond geben, auf den ich auch sehr gespannt bin, gerade weil ich dem letzten recht zwiespältig gegenüber stand. Und dann wird es einen weiteren Teil von der „Mumie“ geben, das ist dann auch wieder etwas für Andi!

„Die Mumie“ ist aber ein gutes Stichwort, denn dieser Film war für mich immer der legitime Nachfolger der Indiana-Jones-Trilogie gewesen. Die 20er sind vielleicht noch eine coolere Ära für das Pulp-Genre als die 30er (trotz fehlender Nazis); die Handlung war flott, witzig und aktionsreich, blieb aber immer atmosphärisch; die Figuren waren liebevoll schrullig und schafften den Balanceakt, angemessen typisch, aber nicht überzeichnet zu sein. Generell gilt für mich: Wenn ein Film so abläuft, wie die ideale (und unerreichbare) Rollenspielrunde, dann ist er gut, und das war hier der Fall – alles passte, es gab keine Downtime, und doch wirkte die Handlung nicht zusammengestaucht oder lückenhaft.

Genau das hatte auch die Indiana-Jones-Trilogie ausgezeichnet. Als Jugendlicher hatte ich den zweiten Teil zuerst gesehen. „Das Abenteuer hat viele Gesichter – Indiana Jones zeigt sie alle!“ versprach das Kinoplakat, und neugierig ging ich hinein. (Okay, der völlig unglaubliche Trailer, den ich im Fernsehen gesehen hatte, und der die Actionszenen aus einem Bondfilm wie einen Abendspaziergang mit Pudel erscheinen ließen, war vielleicht auch der Grund.) Ich saß in der ersten Reihe (nicht nur des Preises wegen – ich mag es einfach, wenn die Leinwand mein gesamtes Gesichtsfeld ausfüllt) und vefolgte die Eröffnungssequenz… Ein überkandideltes Ballett? Eine singende amerikanische Obertussi? Was zur Hölle?

Aber dann richtete sich die Kamera auf de Treppe, und Schritt für Schritt kam Harrison Ford im perfekt sitzenden Smoking herunter, und von diesem Moment an baute sich, in geradezu uneträglich kleinen Schritten, die Spannung immer mehr auf. Die Gefährlichkeit des Handels mit dem Gangsterboss an dem kleinen Tisch war unmittelbar spürbar. Hin und her wogte das Geschehen, und jede Seite hatte noch einen Trumpf im Ärmel… bis Indy das Gift trank, und die Situation sich im Achterbahntempo für ihn immer mehr verschlechterte. Ich hielt die Luft an und erinnerte mich erst wieder daran zu atmen, als Indy samt Anhang das Flugzeug bestieg – einige Minuten später, nach der vielleicht coolsten Actionszene in einem Film überhaupt – und sich in Sicherheit brachte. Das heißt, bis er die Tür schloss und darauf der Name des Gangsterbosses zu lesen war… Die wundervolle Schlauchbootszene folgte (unrealistisch, gewiss, aber gerade noch realistisch genug, um vorstellbar zu sein), und mit einem Mal befand sich Indy in Indien, und der eigentliche Film konnte beginnen, der neben einem wundervoll eindringlichen (und natürlich teilweise bewusst ekelhaften) Setting, kultiger Atmosphäre und damals absolut unerreicht rasanter Aktion (sagen wir, außer mit X-Wings oder Jet Bikes) auch sogar noch eine Handlung aufwies, die Sinn ergab und auf mehreren Ebenen zugleich funktionierte, der mystischen ebenso wie der „normalen“, wenn dem Dorf das Wasser fehlte, weil es in Pankot gestaut wurde, und die Kinder verschwunden waren, weil sie in den Minen des Tempels Zwangsarbeit leisten mussten.

Ich kam aus diesem Film und war Fan, und seitdem habe ich jede Art von Action- oder Abenteuerfilm immer an diesem Standard gemessen. Später sah ich dann den ersten Teil – leider nicht auf der großen Leinwand – und schließlich den dritten, als er ins Kino kam. Auch diese beiden fand ich herausragend, aber die dichtere und düstere Atmosphäre des zweiten, sowie die meiner Ansicht nach rasanteste Action machen ihn zu meinem Favoriten. (Ich habe übrigens gelesen, dass der Film zeitweilig dafür kritisiert wurde, dass er die indische Bevölkerung nicht positiv genug darstellte… Au Mann! Machen wir von nun an nur noch Filme, in denen Nazis verprügelt werden, denn daran kann sich ja niemand stören!)

Und jetzt, nach 19 Jahren Pause, war es also so weit, endlich kam der vierte Teil in die Kinos! Spielberg hat gesagt, es habe so lange gedauert, weil er erst jetzt ein Drehbuch gefunden habe, dass seinen Ansprüchen genügte, und das hat meine Erwartungen natürlich noch einmal in die Höhe geschraubt.

Diese gigantische Erwartungshaltung KONNTE der Film ja einfach nicht erfüllen, und das tat er auch nicht. Tatsächlich war ich an zahlreichen Stellen enttäuscht, und an manchen habe ich mich regelrecht geärgert! Andererseits kam ich insgesamt doch zufrieden aus dem Kino, die Indiana-Jones-Melodie vor mich hin summend, also besaß der Film offensichtlich auch Stärken, die seine eklatanten Schwächen ausglichen.

Doch der Reihe nach. (Wer es bis jetzt noch nicht gemerkt hat: Ich schreibe keine Rezensionen für Leute, die die besprochenen Filme noch nicht gesehen haben – dazu bin ich eh immer zu spät dran – also halte ich mich auch nicht mit Inhaltsangaben zurück. Wer sich die Spannung nicht verderben lassen will, darf logischerweise diesen Beitrag hier nicht weiter lesen.) Da ist die Anfangssequenz. Ja, das Murmeltier ist niedlich, aber es ist auch eindeutig DIGITAL, und das stört mich schon einmal. Dann ist da der Auftakt mit dem Militär-Konvoi, und analog zu der ähnlich unspannenden Szene mit Willies Gesangsnummer im zweiten Teil erwarte ich, dass er in eine Atem beraubende Actionszene mündet – aber nix is. Vielleicht war dieses Spielen mit der Erwartungshaltung des Zuschauers Absicht, aber gelungen ist es nicht.

Dann enttarnen sich die amerikanischen Soldaten als Russen und mähen die Wache des Militärstützpunktes nieder. Für einen Moment denke ich, ich sehe mir einen Bond an! Dieses kalblütige Massaker hätte dort hinen gepasst, aber nicht in die buntere und insgesamt heilere Welt von Indiana Jones.

Recht bald wird dieser dann aber eingeführt, und ganz ehrlich, er sieht in dieser Szene aus wie der von der Sozialhilfe lebende Opa, der zu faul ist, sich zu waschen oder seine Kleidung zu wechseln. Klar, Ford ist unterdessen 65 Jahre alt, und Indy SOLL hier erschöpft wirken, aber da übertreibt Spielberg es einfach. Zwar atmet der gesamte Film eine gewisse nostalgische Atmosphäre, ist ein letztes Hurra des alternden Helden, der die Peitsche an die jüngere Generation weiter geben muss, aber… nein. Auch Mac, die als sein langjähriger Kampfgefährte eingeführte neue Nebenrolle, sieht eher wie ein heimlicher Sexkabinen-Besucher in einem besonders herunter gekommenen Viertel aus.

Apropos Kampfgefährte: Indy hat also zehn Jahre lang mit Mac gemeinsam die „Roten“ bekämpft, und seine möglicherweise letzten Worte sind „I like Ike“ (Ike war der Spitzname des damaligen amerikanischen Präsidenten Eisenhower, und dieser Satz ein Wahlkampfspruch seiner Anhänger) – er ist also ein überzeugter amerikanischer Patriot. Musste das sein? Der Indiana Jones der frühen Filme war auf der Suche nach Reichtum und Ruhm, und sein Wahlspruch lautete „Dieses wasauchimmer gehört in ein Museum!“ Sein Wandel vom eher unpolitischen Abenteurer (der zwar Nazis hasste, aber gut, das ist ja selbstverständlich) zum fanatischen kalten Krieger gefällt mir gar nicht. Zwar ist es nur amgemessen, dass ein 50er-Jahre-Pulp-Film Russen als Gegenspieler aufbietet, doch wäre ein Indy, der lediglich zwischen die Fronten geriet – wie es dann ja trotzdem noch geschah – einfach sympathischer und echter gewesen.

Ach ja, die Russen als Gegenspieler… Erst einmal: SCHEISS AUF DIE POLITISCHE KORREKTHEIT! Dies hier ist ein Abenteuerfilm, keine politische Dokumentation, und außerdem hat ja niemand behauptet, dass diese Gruppe Russen tatsächlich im Auftrag der damaligen russischen Regierung handelte, und die Oberbösewichtelin Irina Spalko nicht ihr eigenes Süppchen kochte, wie es am Ende in Akator ja auch angedeutet wird, als sie ihren Wunsch äußert, „alles“ wissen zu wollen. Russen als Gegner sind natürlich in Ordnung, und ein bisschen Klischee gehört einfach in diese Filme. General (oder was genau sein Rang war) Dovchenko, sowie die übertypischen KGB-Agenten sind auch prima, aber Kate Blanchett als Irina Spalko… Ja, man kann den russischen Akzent übertreiben, und ja, man kann auch das Klischee der kaltherzigen, von Ehrgeiz zerfressenen Russin überzeichnen! Der schmierige Belloq, der unheimliche Toht – das waren coole Charaktere! Spalko ist aber nur ein Abziehbild, auch wenn sie später in den Actionszenen im Dschungel eine gute Figur macht.

Bis dahin war ich also schon einmal enttäuscht. Dann die Suche nach der Kiste, die Indy mit der Hilfe von Metallstaub und – kleinteilen bewerkstelligt – wieder zu übertrieben! (Ja, in Filmen gibt es ein „genau richtig übertrieben“ und ein „zu übertrieben“.) Wieso die Lampen an der Decke sich erst nach der Kiste krümmen, als die Russen sie entdecken… nein, das ergibt einfach keinen Sinn. Und dann fällt Mac Indy in den Rücken. Wieso, um alles in der Welt? Die Antwort lautet natürlich, damit er wirklich alleine gegen alle steht, aber es passt einfach nicht – zehn Jahre haben sie gemeinsam gekämpft, und plötzlich erliegt sein Freund der Verlockung des Geldes? Und welchen Grund gab es eigentlich für ihn, sich in dieser Szene zu offenbaren?

Von da an konnte es nur noch besser werden – und es wurde auch besser! Es folgten ein paar Minuten typischer Indy-Action, es fehlte nicht an der für diese Filmreihe typischen Selbstironie (zum Beispiel, wenn Indy sich an seiner Peitsche Spalkos Wagen hinterher schwingt, und sich dabei verschätzt und direkt zu den restlichen Russen zurück pendelt, oder wenn kurz zu sehen ist, wie aus einer aufgerissenen Kiste die Bundeslade aus dem ersten Teil heraus schaut). Bis hin zu dem Punkt, an dem Indy in die mit Puppen bevölkerte Musterstadt für den Atomtest flieht, saß ich wieder in einem Indiana Jones Film, mit brillianter, rasanter Action voller Überraschungen.

Ja, und dann kam die Kühlschrankszene… Wo der Absprung mit dem Schlauchboot unrealistisch, aber DENKBAR war, ignorierte der Drehbuchautor hier auf der Suche nach immer gigantischeren Stunts jegliche Gesetze der Logik (und schlimmer, der Glaubhaftigkeit). Alleine schon die Landung hätte jeden Menschen zerschmettern müssen, da kann auch der beste Wille, sich auf eine cineastische Handlung einzulassen, nichts daran ändern. Ein Schlauchboot ist wenigstens weich und elastisch – ein Kühlschrank nicht. Das war einfach furchtbar.

Nun ja, In der Folge bekommen wir ein wenig McCarthy-Ära vorgeführt, und das ist wieder gut, denn es gibt dem Film Authentizität in punkto Zeitgeist. Auch der halbstarke Rebell Mutt passt vortrefflich, und einfach herrlich ist die Szene, in der er die Rivalität zwischen den verschiedenen Jugendbanden ausnutzt, um den KGB-Agenten zu entkommen! Schön auch die Verfolgungsjagd auf dem Motorrad, und wunderbar wieder einmal der Gegensatz zwischen dem seriösen Dozenten Doctor Jones und dem Abenteurer Indiana.

Mit der kultigen roten Linie geht es weiter nach Peru, und das Indy-Feeling ist wieder perfekt. Beklemmende, atmosphärische Settings, verfallene Grabstätten – wunderbar! Ein kleiner Schönheitsfehler ist die Attacke durch die Indios – warum genau diese dort auf der Lauer liegen, wird nicht klar. Trotzdem, an dieser Stelle bin ich rundum zufrieden.

Dann werden die beiden von den Russen (ich habe eben ganz automatisch „Nazis“ getippt) gefangen genommen, und der Film bekommt einen Hänger. Das Geschwafele im Anschluss ist einfach langweilig, trotz einiger Lichblicke (der völlig verwirrte Oxley, das gehaltene Versprechen, Mac die Nase zu brechen, Mutts unnachahmlich cooles Auftreten im Angesichts des Todes), und die nächste Flucht einfach überflüssig. Zwar ist der Dialog zwischen Indy und Marion, als sie ihm mitteilt, dass er Mutts Vater ist, amüsant, aber diese Fünf-Minuten-Flucht, für die die bösen Russen nicht einmal als Denkzettel einen der Gruppe erschießen (oder wenigstens zusammen schlagen), obwohl sie doch eigentlich nur Oxley und Indy benötigen, passt nicht in den Fluss des Films und veralbert die Gefährlichkeit der Situation.

Apropos albern: Da ist ja noch die Sache mit den Außerirdischen… Also, prinzipiell sind Aliens in einem 50er-Jahre-Pulp-Film ja absolut okay, ja geradezu eine logische Themenwahl! Ufos waren damals schließlich ein allgegenwärtiges Thema. Nur – der Film ist hier zu blatant. Einer der Gründe, warum mir der zweite Teil der Reihe am besten gefiel ist der, dass er keinen überkandidelten Schluss hatte. „Du hast Shiwa verraten!“ – das hatte Stil, ohne das sich göttliche Macht in einem CGI-Sturm manifestieren musste! Das Ende des dritten Teils mit dem unsterblichen Ritter war schon furchtbar unlogisch gewesen, aber immerhin endete das Ganze „nur“ in einem Erdbeben. Was hingegen beim Öffnen der Lade geschah… also, das ist einfach der Teil des Films, bei dem ich mein Gehirn immer für ein paar Minuten abschalten muss.

Die Indiana-Jones-Reihe lebt auch von ihrer mystischen Komponente, von Legenden, die wahr werden und Dingen zwischen Himmel und Erde, die der menschliche Verstand nicht erfassen kann, aber wenn diese Komponente subtil wirkt, ist sie einfach stärker – weniger ist mehr. Es hätte dem Film gut gestanden, wenn wir niemals wirklich einen lebendigen Alien zu Gesicht bekommen hätten, und ganz bestimmt auch, wenn bei diesem furchtbaren Ende kein Ufo aus dem zusammen stürzenden Tempel gestartet wäre! Auch das ganze Gelaber von den Wesen zwischen den Dimensionen… die Aliens hätten unerklärlich und unnahbar bleiben müssen, nur indirekt in ihrem Wirken zu erkennen, dann wären sie cool gewesen.

Aber ich greife ja vor, denn bevor die „goldene Stadt“ erreicht wird, spielt sich die stärkste Phase des Films ab. Die Action ist einfach klasse, und sie ist vor allem typisch Indiana Jones! Dieser Teil versöhnte mich hauptsächlich mit dem Rest des Films.

Auch hier gab es aber wieder leichte Schwächen. Da ist einmal das Abenteurergruppen-Syndrom: Musste der Cast denn wirklich zu fünft durch die Landschaft stapfen? Die Rückkehr der Jedi-Ritter hat doch vorgemacht, wie man so viele Figuren in einem Actionfilm beschäftigt, mit parallelen Action-Szenen. Und musste Mac doch einfach nur ein Kollaborateur sein? Die Idee, dass er als Doppelagent agierte, ergab so richtig SINN und der Handlung eine unerwartete Wendung. Ich habe ja bis zuletzt gehofft, dass jemand anders die Tracer platzierte, die es den Russen erlaubten, ihnen zu folgen – die von Spalko hypnotisierte Marion zum Beispiel. Aber nein, es musste ja die plattestmögliche Erklärung sein, und am Ende musste Mac ja auch ein selbst verschuldetes Schicksal erleiden, welches das von Beni aus „Die Mumie“ geradezu peinlich plagiierte. Naja, und die drei Stürze die Wasserfälle hinab… nicht zu lange darüber nachdenken.

Trotzdem, bis hin zum Erreichen des Saals mit den Kristallschädeln war der Film großartiges Kino! Dann fuhr das phantasielose Ende wieder Minuspunkte ein.

Was mir hingegen gefiel, war der Ausklang: Mit Indys Ehe wird unter seine Figur wirklich ein Schlusspunkt gesetzt. Noch einmal hatte er seinen großen Auftritt, jetzt übernimmt sein Sohn den Hut… oder eben nicht, was auch wieder ein netter Regieeinfall war. Nur Indy ist eben Indy, nicht nur seine Rolle ist vorbei, sondern seine Ära. In den 60er Jahren wird er durch James Bond ersetzt werden, der sich nicht mehr in einer unerforschten Welt bewegt, sondern in einer durch moderne Technik und politische Globalisierung unübersichtlichen. Die Zeit des „Abenteurers“ ist die zwischen 1870 und 1960, danach übernimmt der „Agent“.

Alles in allem war Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel ein schöner, unterhaltsamer Film, der aber auch ein Gefühl des Bedauerns bei mir hinterließ. 19 Jahre Vorbereitung, und eine Handlung, die klar machte, dass jetzt wirklich ein Ende sein sollte – und dann fiel Drehbuchschreibern und Regisseur keine überzeugendere Story ein? Die schwierigere Hürde haben sie ja erfolgreich genommen: In einer Zeit, in der Filme wie Matrix: Reloaded bewiesen haben, dass man Stunts auch bis hin zur Lächerlichkeit und Langeweile überzeichnen kann, hervorragende, rasante und nach cineastischen Maßstäben stimmige Action darzustellen. Ganz ehrlich, so schwierig kann es doch nicht gewesen sein, darum herum eine um Nuancen originellere und ein oder zwei Stufen schlüssigere Handlung zu schreiben – es ist ja nicht so, dass hier von einem Abenteuerfilm viel erwartet würde! So aber erreichten Filmhandlung und Besetzung der Gegenspieler nur Tomb-Raider-Niveau – ein Film, den ich zwar auch ganz gerne gesehen habe, der aber eben nicht annähernd mit der Original-Indiana-Jones-Trilogie oder der „Mumie“ konkurrieren kann, weil er eben zu unstimmig ist. (Und ganz ehrlich, die Schlussszene bei Indiana Jones 4 wirkte sogar ein kleines bisschen von Tomb Raider inspiriert, und ein Original sollte seine Kopie nicht kopieren!)

Ach ja, eine Frage zum Schluss noch: „I have a bad feeling about this.“ Ist noch jemand außer mir der Ansicht, dass dieses berühmte Han-Solo-Zitat nicht in den Mund von Indiana Jones gehört? Wenn zum Beispiel Mutt diesen Satz gesagt hätte, und Indy geantwortet hätte „I’ve heard that before“ – das hätte ich witzig gefunden. Aber ich fürchte, mit dieser Ansicht befinde ich mich tief im Geek-Territorium…

(Ach ja, ich habe diesen Film im englischen Original gesehen. Einige Dinge – Zitate, Akzent – mögen in der deutschen Fassung anders sein, aber ich bin eigentlich überzeugt, dass die Übersetzung nicht besser sein kann als das Original!)

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Published in: on Juni 3, 2008 at 2:50 am  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Daß Indy am Ende ganz schnöde hochzeitet, hast Du nicht unter grotesker stilistische Entgleisung verbucht. Das wundert mich etwas. Ich fand, das war das Anstößigste am ganzen Film. :>

  2. Fand ich nicht, weil es eben ein bürgerlicher Schlusspunkt unter einer Abenteurer-Karriere war – höchst passend. Anszößig fänd eich es, wenn es jetzt eine (zeitlich danach spielende) Fortsetzung gäbe, in der Indy die Peitsche wieder aufnimmt! Der gesamte Film atmete die Stimmung eines letzten großen abschließenden Abenteuers, und das sollte nicht kaputt gemacht werden.


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