Die Ohnmacht gegenüber der Gewohnheit

Ein Kommentator auf Andis Andersartige Ansichten hat mich darauf angesprochen, dass ich an verschiedenen Stellen immer mal wieder Wolfgang Hohlbein erwähne und mich gefragt, ob ich über diesen Autor nicht vielleicht etwas schreiben wolle! Nun, wie der Zufall es so will, HABE ich vor einigen Monaten sogar etwas über ihn geschrieben, und zwar in einem Artikel über das Spiel Magic: The Gathering, welcher dann aus verschiedenen Gründen nicht veröffentlicht wurde. (Einer dieser Gründe ist, dass er zu sehr von Hohlbein handelte und zu wenig von Magic.) Der erste Teil jenes Artikels nimmt praktisch überhaupt gar keinen Bezug auf dieses Spiel, welches vermutlich für einige meiner Leser ein Buch mit sieben Siegeln ist (die übrigen sind gewiss alle Stammleser auf meinem Magic-Blog Zeromagic, nicht wahr?) und ist deswegen gut dafür geeignet, hier auf Ein Platz für Andi als Eintrag veröffentlicht zu werden. Das tue ich hiermit! Am Ende findet sich auch ein Link zum Rest des Artikels, den ich auf Zeromagic veröffentlichen werde.

Es war Mitte der Achtziger, da stieß ich auf der Suche nach Lesefutter auf einem Wühltisch auf ein Mängelexemplar eines Buches aus der Feder eines mir bis dahin unbekannten Autors: „Der Wandernde Wald“ von Wolfgang Hohlbein.

Heute klingt es merkwürdig, aber außerhalb der Leserschaft jener billigen, dünnen Heftromane, welche an Kiosken verkauft wurden (vielleicht habt Ihr ja schon einmal etwas von „Jerry Cotton“ oder „John Sinclair“ gehört?) war Hohlbein, der heute als der meistverkaufte deutsche Schriftsteller beworben wird, damals noch kaum bekannt. Sein Erstling „Märchenmond“ hatte zwar einiges Aufsehen erregt und mehrere Preise gewonnen, und die Enwor-Saga, zu welcher „Der Wandernde Wald“ den Auftakt darstellte, war gewiss kein Flop gewesen, aber Hohlbein stand damals erst ganz am Beginn seiner Karriere als Romanschriftsteller (wie gesagt, seine Heftromane nicht eingerechnet). Ich hatte noch nie etwas von ihm gehört und gab diesem Buch mit dem merkwürdigen Titel eine Chance, weil der Titel eben merkwürdig klang (wozu sonst liest man phantastische Literatur?), und weil es halt ein Mängelexemplar war.

Ich war begeistert! Aus heutiger Sicht stehe ich auch Hohlbeins damaligem Schreibstil zwar erheblich kritischer gegenüber, aber damals war ich eben noch jünger, und sein reißerischer Stil war vielleicht noch nicht ganz so ausgeprägt, in jedem Fall aber noch lange nicht so abgenudelt. In jedem Fall war „Der Wandernde Wald“ ein tolles Buch mit einem originellen, hervorragenden Plot, viel Spannung und einer dichten Atmosphäre. Sobald mir bekannt war, dass es weitere Enwor-Bücher gab, besorgte ich mir diese auch. Der Zyklus vom „Stein der Macht“ (die nächsten drei Bände) enttäuschte mich auch nicht, und auch der fünfte Band, „Das Schwarze Schiff“ schloss sich nahtlos an seine ausgezeichneten Vorgänger an, wenn ich auch zum ersten Mal den Eindruck erhielt, dass Hohlbein sich ein wenig zu wiederholen begann.

Wenn mir ein Autor besonders gut gefällt, stürze ich mich normalerweise rasch auf alle Bücher von ihm, derer ich habhaft werden kann. „Märchenmond“ haute mich nicht vom Hocker, aber mir war schon klar, dass es für eine etwas andere Zielgruppe geschrieben war. Etwas stutzig wurde ich dann bei „Elfentanz“ welches sich schlicht genau so las wie „Märchenmond“, aber ich schob es auf den Anspruch dieser Reihe, besonders für Jugendliche geeignet zu sein, und nahm dieses Segment von Hohlbeins Schaffen in Zukunft aus meinem Leseinteresse aus.

Ich stieß noch auf einige weitere sehr gute Bücher, so „Die Heldenmutter“, „Die Töchter der Drachen“ und dessen Nachfolger „Der Thron der Libelle“, die meine Begeisterung weitertrugen. Dann war da noch „Die Saga von Garth und Torian“, die auch wieder spannend und atmosphärisch dicht geschrieben war, aber doch ein zu eindeutiger Abklatsch der Enwor-Saga, und mit einer merklich weniger entwickelten Welt als Hintergrund, und „Das Herz des Waldes“, von dem ich hauptsächlich in Erinnerung behalten habe, dass ich am Ende dieser Trilogie gedacht habe: „Schon wieder der selbe Schluss!“

Hauptsächlich bei der Stange hielt mich die Enwor-Saga, in die Hohlbein weiterhin spürbar die meiste Mühe investierte, und die weiterhin voller origineller Ideen und fantasievoller, spannende Actionszenen war. Jedoch stellte ich damals bereits fest, dass es so etwas wie „Coolness Creep“ gab – Superlative lassen sich eben nicht mehr beliebig steigern, und eine Situation kann eben nicht beliebig lang immer hoffnungsloser, bedrohlicher und verzweifelter werden. Außerdem wurde mir irgendwann bewusst, dass die Enwor-Saga letztlich nur die Idee ihres ersten Buches auf die gesamte Welt und zehn Bände auswalzte, und ich hatte immer stärker den Eindruck, dass der Autor sich mit seiner Methode, hinter jedem Geheimnis ein noch tieferes Geheimnis aufzudecken, immer mehr in unauflösbare Widersprüche verstrickte. Trotzdem, es war immer noch sehr interessanter Lesestoff voller faszinierender Ideen.

Hohlbein schrieb auch andere, nicht-phantastische Bücher. „Der letzte Aufschlag“ war ein origineller, wenn auch ein wenig sehr reißerischer (sense a theme here?) Krimi, der in Wimbledon spielte, und in dem viele Figuren auftauchten, die man eins zu eins mit realen Tennisspielern austauschen konnte. Nur: Irgendwie dachte ich mir auch hier etwas in der Art von „Schon wieder der selbe Schluss!“ – bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass alle anderen Bücher, die ich von Hohlbein gelesen hatte, der Phantastik zuzurechnen waren!

Dann verbrach Hohlbein im SF-Bereich noch die „Charity“-Reihe – „Die beste Frau der Spaceforce“, die ich als unlesbar empfand. Es gab außerdem eine überarbeitete und in Romanform gebrachte Sammelausgabe seiner „Hexer“-Heftromanreihe, die wiederum zahlreiche faszinierende Ideen enthielt, aber im typischen Heftroman-Stil unerträglich platt geschrieben war, sich viel zu oft wiederholte (was bei den Heftromanen vermutlich nicht so sehr aufgefallen war) und sich immer mal wieder widersprach. Diese las ich einmal mit großem Interesse, auch weil mich der Chtlhu-Mythos faszinierte, doch als ich ein paar Jahre später zum zweiten Mal danach griff, konnte ich nicht mehr verstehen, wie ich diesen Schund das erste Mal ertragen hatte!

Zu Beginn der Neunziger dann brach eine Flut von Veröffentlichungen unter Hohlbeins Namen über mich herein. Selbst einige seiner besseren Bücher (in der Regel diejenigen, die nicht Bestandteil einer Serie waren) fingen zwar oft sehr stark an („Die Moorhexe“, „Der Inquisitor“, „Die Rückkehr der Zauberer“, „Wolfsherz“) und waren in der Regel Musterbeispiele dafür, wie ein Autor Spannnung aufbauen und das Interesse des Lesers wecken konnte, lasen sich ab der Mitte aber irgendwie ALLE genau gleich. Und dann war da jener unverwechselbare „Stil“ Hohlbeins, der in Wirklichkeit letztlich nur der Tatsache Rechung trug, dass er seine Texte am Fließband verfasste (genaugenommen diktierte er sie auf Band): „Eine Schwärze, die nicht einfach nur schwarz war, sondern eine geradezu stoffliche Dunkelheit darstellte; mehr als nur die Abwesenheit von Licht, sondern die Essenz der Finsternis, jegliche Helligkeit schluckend…“ Alle Zähne oder Krallen waren rasiermesserscharf, jede Wand ragte senkrecht und unüberwindlich in den Himmel auf, und alle paar Seiten warf sich jemand verzweifelt mit letzter Kraft zur Seite, so dass ihn etwas um Haaresbreite verfehlte. Ich bin ein schneller Leser, und wenn ein Text sich mühelos liest und spannend ist, hasten meine Augen oft in einem Tempo von dreißig Sekunden pro Seite über die Sätze, aber irgendwann ist die kritische Masse erreicht, ab der ich endlose Wiederholungen und stilistische Unerträglichkeiten nicht mehr ignorieren kann!

In den Neunzigern kaufte ich mir immer seltener Bücher von Hohlbein, den ich ein Jahrzehnt zuvor noch als einen meiner Lieblingsautoren benannt hätte, und schließlich gab ich es ganz auf.

Wieso erzähle ich Euch das? Nun, ich will Euch rasch noch ein weiteres, kürzeres Beispiel geben: Es gibt hier in Berlin eine Pizzeria/Bar, die ich eine Zeit lang sehr gerne besucht habe. Dort erhielt man leckere Cocktails (ich mag das Zeug!) zu ordentlichen Preisen, und vor allem eine absolut leckere und bezahlbare Pizza, die man sich fast völlig frei selbst zusammen stellen konnte: Man hatte die Auswahl zwischen verschiedenen Größen und Zubereitungsarten (sowie zwischen normalem Rand und mit Käse gefülltem Rand) und konnte als Belag alles haben, was man wollte – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen sogar ohne Aufpreis! Dass Pizza mir wirklich schmeckt UND mich auch satt macht, passiert nicht allzu häufig, und wenn dazu noch leckere Cocktails und ein angenehmes Ambiente kommen, dann war klar, dass ich diesen Ort immer wieder aufsuchte.

Nur, mit der Zeit veränderte sich dieses Lokal. Immer mehr Zutaten für den Belag kosteten einen Aufpreis. Der ursprünglich prall gefüllte Käserand war kaum noch als solcher zu erkennnen. Meine Pizza war mehrmals hintereinander leicht angebrannt. Die Cocktails wurden teurer (bzw. die Sonderangebote weniger) und schmeckten nicht mehr so gut.

Nach der ersten negativen Erfahrung dachte ich mir nicht viel, schließlich war ich vorher mehr als ein Dutzend Mal dort äußerst zufrieden gewesen! Nach dem zweiten Mal machte ich mir Gedanken, beschloss aber, dem Lokal noch eine Chance zu geben. Ich wurde ein drittes Mal enttäuscht und sah mich nach Alternativen um. Trotzdem probierte ich es irgendwann noch ein viertes Mal, und es hatte sich nichts gebessert: Das Restaurant / die Bar war einfach nicht mehr gut.

Worum es mir heute geht: Ich bin ein Gewohnheitstier. Wenn mir einmal etwas gefällt, halte ich daran fest, und zwar so lange, bis ich nicht mehr die Augen davor verschließen kann, dass es mir eigentlich schon lange nicht mehr gefällt, und dass es nur Gewohnheit und die Erinnerung an bessere Zeiten sind, die mich daran hindern loszulassen.

So etwas gibt es auch in Beziehungen. Manche Menschen steigen bereits beim ersten Anzeichen einer Krise aus einer Partnerschaft aus, ohne dem anderen die Chance zu geben, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Andere lassen sich im Extremfall ein Leben lang misshandeln und halten das durch, weil sie sich einreden, dass ihr Partner sie immer noch liebt, und dass es in ihrer Beziehung ja auch schöne Momente gibt.

Beides sind Fallen, in die man leicht tappen kann: Es ist möglich, Probleme und Veränderungen überzubewerten, und es ist ebenso möglich, die Augen vor ihrer Realität zu verschließen und sie zu ignorieren. Es ist alles andere als einfach zu merken, zu welchem Extrem man neigt und es zu vermeiden (und abhängig vom konkreten Bezug ist es auch möglich, dass man unterschiedlich reagiert; dass man sich von manchen Dingen zu rasch abwendet und an anderen zu lange festhält). Manchmal muss man lernen loszulassen; manchmal muss man den Mut finden zu kämpfen.

Zum zweiten, sich mit dem Spiel Magic: The Gathering befassenden Teil dieses Artikels

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10 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich hab mit „Hagen von Tronje“ von Hohlbein mein erstes Fantasy Buch gelesen – damit wars um mich geschehen – wobei ich später auch festgestellt habe, dass Hohlbein sich leider fuer meinen Geschmack zu oft wiederholte. Danach habe ich die schwarze Stadt von Tamora Pierce gelesen – eine Serie die auch heute noch zu meinen Lieblingen zaehlt, wobei es noch erwähnenswert ist, dass dieser Roman damals als Jugendbuch, danach als „Mädchenroman“ und vor ungefähr 2 Jahren als Fantasyroman für Erwachsene verkauft wurde. Könnte noch stundenlang über Fantasyromane schreiben aber vielleicht sagt ihr mir ja auch was ihr gerne lest…

  2. Danke für das. Es stimmt einfach, dieser Coolness-Creep usw ist einfach vorhanden. Auch das mit letzter Karft wegspringen und um haaresbreite verfehlen trifft es genau, weil das wirklich in jedem Buch mehrmals vorkommt.

    Ich mochte seine Bücher besonders in meiner Jugendzeit (Märchenmond, Nautilus, Heldenmutter…) aber man darf wohl einfach nicht alle seine Bücher lesen, das geht nicht.

    Hab auch die Vampirreihe gelesen, weil sie ein Freund gekauft hat. Von der Idee sicherlich klasse, aber einfach zu viele Wiederholungen und bekannte Szenen als dass ich noch richtig begeistert wäre.

    • Tja, ich denke, mit Hohlbein hat ein durchaus begabter Schriftsteller die Wahl gehabt, sich bei seinen Werken Mühe zu geben und schreiberisch weiter zu entwickeln, oder einfach so viele Bücher wie möglich heraus zu hauen und unendlich Kohle zu scheffeln…

  3. Lustiger weise denke ich mir das was du bei Hohlbein gedacht hast bei mehreren schriftstellern. Da sind die ersten 1-3 Bücher richtig gut und dann wird das Thema richtig ausgewäzt… das is wie eine Magic Hintergrundgeschichte, die aber über 10 blöcke ausgespannnt wird.
    irgendwann ist es ausgelutscht. inzwischen ahb ich ein relativ gutes timing, je nach stärke der geschichte nach dem xten (meist 3 oder so) aufzuhören.
    Stichwort: Die elfen, Elfenlicht, Elfenwinter. Danach wurds mies.
    Bei „Das Lied von Eis und Feuer“ hab ich nach Band 5 aufgehört, aber mehr weil ich zu langsam vorwärts komme.(Lesezeit normal zwischen 22:30 und 0:00 Uhr. da ist geistige fitness vorprogrammiert.) Aber auch weis das buch mich nicht mehr fesseln konnte.
    Mit abstrichen harry Potter, da hab ich das ende nur gelesen, weis eigentlich gar net. gewohnheit?

    • Und bei Musik ist es in etwa genauso. Ich bin kein professor, aber auch gewiss kein kompletter Laie.
      Was da so in die Richtung Hohlbein geht sind imho a) schlechte Metalbands, b) Man-O-War und c)Subway to sally.
      Natürlich kann cih mit ausname von a) alles gut mal für kurze zit oder als begleiterscheinung auf ner Party ertragen aber nicht als CD oder als Mainevent.

  4. Das mit den anderen Schriftstellern stimmt teilweise auch. Lese gerade die Special Agent Pendergast Reihe von Preston/Child.
    Wirklich sehr zu empfehlen, vor allem Relic und Attic. Die weiteren Bände sind auch noch gut, aber auch hier findet sich ein gewisses Schema F das dem Leser bekannt vorkommt.

    Nichtsdestotrotz würde ich die Reihe empfehlen!

    • Man sollte aber auch unterscheiden, ob ein Autor sich immer weiter abnudelt, oder ob er einfach einmal ein paar etwas schwächere Werke verfasst hat. Und besonders bei erfolgreichen Autoren ist der Druck / die Versuchung natürlich groß, absolut alles zu veröffentlichen, was sie geschrieben haben, auch wenn es weniger gelungen ist. Ich denke da zum Besipiel an Stephen King oder Agatha Christie, die mit den Jahren gewiss keine schlechteren, sondern im Gegenteil bessere Autoren geworden sind, von denen es aber auch wirklich jede Einkaufsliste in Buchform zu kaufen gibt. Ich denke, bei Musik ist das ähnlich.

  5. Oh ja, Wolfgang Hohlbein. Dass er ein guter Schreiber ist, kann man ohne Zweifel sagen, da er gut formulieren und auch erzählen. Er hat aber leider nur eine bestimmte Art, eine Geschichte aufzuziehen, sodass man einzelne Bücher von Hohlbein gutfinden kann, aber die Serien nach fünf Romanen eben versagen. Und der Coolness ist mir eben in der unsäglichen Charity-Serie aufgefallen, als Charity innerhalb von 90 Seiten ungefähr fünf Mal „vor Schreck nicht einmal mehr einen Schrei ausstoßen konnte“. Solche Wiedrholungen häuften sich dann später halt nicht mehr so, dafür scheinen sich andere Themen zu wiederholen. In der Chronik der Unsterblichen wird der Protagonist (ein Unsterblicher mit vampirischen Fähigkeiten wie Regeneration, übermenschlicher Stärke, Geschwindigkeit, usw., usf,…) immer wieder als total heftiger Schwertkämpfer beschrieben, der es durchaus mit fünf, sechs Gegnern gleichzeitig aufnehmen kann, und durch seine jahrzehntelange Erfahrung eigentlich einiges an Tricks drauf haben sollte. Und trotzdem lässt er sich regelmäßig von jedem neuen Gegnerhanswurst wie ein Kleinkind vermöbeln, selbst mit Hilfe seines ebenfalls unsterblichen Freundes, der schon zu menschlichen Zeiten Lämmern mit bloßen Händen den Kopf abgerissen hat, kriegen die beiden beim ersten Aufeinandertreffen mit dem neuesten zwei Jahre alten UberVampir, der natürlich auch immer eine alte Geliebte, ein Ziehsohn, der irgendwann mal abgehauen ist und nun seinen Ziehvater dafür abgrundtief hasst, dass dieser ihn nicht aufgehalten hat (oder so) oder ein Doppelgänger in deren Gestalt ist, eigentlich nur den Hintern versohlt. Und dann bemerkt er natürlich immer wieder, dass er nicht so schnell heilt, wie er eigentlich sollte, schiebt eine mächtige Depression, weil er seine Kräfte schwinden fühlt, et cetera.
    Seit dieserb Chronik, die ich nach dem 5. Buch irgendwann entnervt aufgehört habe zu lesen, meide ich Hohlbein eigentlich wie der Teufel das Weihwasser. Vor allem auch deshalb, weil er halt immer wieder versucht, das zu schreiben, was ihm überhaupt nicht liegt, und das sind Horrorszenen! Der Mann KANN es einfach nicht, und sollte sich auf seine Stärke besinnen, nämlich das Erzählen, und sich mal für ein Buch ein bisschen mehr Zeit nehmen, um auch mal einen ÜBERRASCHENDEN Plot aufzuziehen. Naja, Wünsche und so…
    P.S.: Absolut empfehlenswert im Bereich von Fantasy und Science Fiction sind übrigens die Werke von Sergej Lukianenko, wobei hier besonders die Wächter-Tetralogie, Spektrum und Das Schlangenschwert hervorzuheben sind (wobei man sich bei letzterem nicht vom deutschen Titel und Klappentext irritieren lassen sollte, die eine platte Excaliburgeschichte vermuten lassen). Dieser Autor versteht es wunderbar, die Gefühle seiner Protagonisten dem Leser nahezubringen, und die herrlichen Philosophieexkurse sind echte Knaller. Ausserdem sind die Plotwists dann doch wirklich überraschend und originell gestaltet.

  6. Die Unsterblichen-Saga hab ich auch gelesen. Kann mich deinen Gedanken dazu zwar anschließen, aber es ist halt auch ein wenig das „Superman“-Problem. Um eine Spannung zu erzeugen, braucht der Protagonist eben stärkere Gegner bzw anscheinlich unüberwindbare Aufgaben. Ansonsten wäre es ja auch langweilig, wenn er jeden Gegner mit seinen Schwertfähigkeiten in 5 Sekunden niedersticht.
    Allerdings quält man sich förmlich von einer Stelle zur nächsten, mit dem ständig verwundeten, nicht heilenden, in ohnmacht-fallenden „Helden“. Nicht dass man das aus anderen Büchern eh schon gewohnt wäre…

  7. Hohlbein *schüttel*

    Hohlbein krankt neben seinen endlosen Wiederholungen meiner Meinung nach an zwei Problemen:
    a) Die Personen verhalten sich teilweise extrem unlogisch
    b) er versucht auf teufel-komm-raus jeden noch so nebensächlichen Erzählstrang am Ende noch wieder in die Hauptgeschichte einzufädeln.
    Das letzte Hohlbein-Werk dass ich mir gekauft hatte war die „Anders“-Reihe, wobei das jetzt auch schon wieder einige Jahre her ist.
    Die ersten zwei Bände waren eigentlich ganz in Ordnung, aber ab dann fing das ganze an, einfach nur noch unlogisch zu sein.
    Das Ende (zu dem ich mich wirklich durchquälen musste) war so bescheuert und hat offene Fragen auf so eine schlechte Art aufgelöst, dass ich mich wirklich über das verschwendete Geld geärgert habe.
    Ich lese ja eigentlich recht gerne Fantasy, aber eins hat mich meine langjährige Erfahrung gelehrt:
    Vermeide Bücher von Autoren die
    a) ihre Bücher im Jahrestakt rausrotzen
    b) schon zu viele Bücher geschrieben haben

    So Autoren wie Hennen/Heitz meide ich wo es nur geht, da ärgert man sich einfach viel zu häufig über die immer gleiche Geschichten und Motive.
    King ist auch noch mal ein Thema für sich.
    Wenn man seine „Dark Tower“ Reihe mal innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums gelesen hat (zwischen dem Erscheinen des ersten und des letzten Buches liegen mehrere Jahrzehnte), kann man richtig nachvollziehen wie sich seine Art des Erzählen gewandelt hat.
    Zumindest in der Reihe allerdings leider nicht zum besseren.


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