Neue Flashgames-Empfehlungen

Eine ganze Weile ist es schon wieder her, dass ich Euch Flashgames vorgestellt habe, die mir besonders gefallen haben. In der Zwischenzeit hat sich da wieder eine Menge angesammelt. An Stelle mehr oder weniger ausführlicher Rezensionen sollen diesmal Kurzbeschreibungen treten – empfehlenswert sind sie alle! (Zuletzt habe ich auch öfter mit eingeschaltetem Ton gespielt, deswegen sage ich diesmal auch etwas dazu.) Hier also ein kurzer Überblick über die Best-Of dieser Spiele:

Collider

Eines dieser mehr oder weniger nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten ablaufenden Spiele. Wie so oft, muss man auch hier Kugeln geschickt platzieren. Das Besondere: Die meisten dieser Kugeln sind positiv oder negativ geladen, und bei Berührung addiert bzw. subtrahiert sich ihre Masse. Ziel ist es, sämtliche geladenen Kugeln verschwinden zu lassen. Die 25 Level erfordern teilweise durchaus Kreativität, häufig aber auch Fingerspitzengefühl. An einigen Stellen, wo ich das nicht erwartet hätte, habe ich erstaunliche Nebenlösungen gefunden, doch immer wieder auch festgestellt, dass ich manche meiner ungewöhnlicheren Lösungen nach einiger Zeit nicht mehr reproduzieren konnte. Die Ambiente-Musik ist interessant (und würde gut in eine modern eingerichtete Cocktailbar zu später Stunde passen), aber kein Muss.

Shift 4

Das vierte Spiel dieser Reihe (hier meine Rezension zum dritten Teil). Die Komplexität wurde ein wenig heruntergefahren (es gibt kein großes, alle Level umspannendes Puzzle mehr). Dafür steuert man diesmal bis zu drei Figuren abwechselnd, deren Aktionen natürlich aufeinander abgestimmt sein müssen. Im Schlusskapitel spielt man diesmal übrigens tatsächlich gegen eine verdammt knappe Deadline! Mann, ich war stolz wie Oskar (wer ist dieser Oskar eigentlich?), als ich das endlich geschafft hatte… Ach ja, auch diesmal kann man vom Hauptmenü aus direkt die vorigen Teile anwählen, und auch einige von Fans kreierte Extra-Level sind wieder mit dabei. Insgesamt sind es ca. 30 zu durchquerende Räume, aber natürlich muss man den einen oder anderen mehrmals unter verschiedenen Bedingungen betreten. Die Musik ist ansprechend dramatisch.

Roly Poly Eliminator

Noch so ein pseudophysikalisches Spiel. Diesmal muss man im richtigen Moment Blöcke anklicken, um diese verschwinden zu lassen und Kettenreaktionen in Gang zu setzen, in deren Verlauf die bösen Kügelchen getötet und die guten verschont werden (und Sternchen für Bonuspunkte muss man auch noch einsammeln). Den abschließenden Level (von insgesamt 30) fand ich furchtbar fummelig (das ist so einer von der Sorte, wo man recht schnell herausfindet, was man machen muss, und dann zahllose Versuche benötigt, es einmal richtig hinzukriegen), aber ansonsten stimmt die Mischung aus Denk- und Geschicklichkeitsspiel. Die ruhige Musik ist als Hintergrund okay, man kann aber auch darauf verzichten, da sie doch ein wenig monoton ist.

Guardian Rock

Ich nenne diese Kategorie „Wehe, wenn sie losgelassen!“-Spiele – solche, in denen die Spielfigur in eine Richtung geschubst wird und erst anhält, wenn sie auf ein Hindernis trifft. Das Flair ist einfach klasse, wenn man die ganzen kleinen Indiana-Jones-Klone mit dem Wächterstein erschlägt, und die niedliche Musik habe ich irgendwie liebgewonnen. Die 48 frei zugängigen Level (man kann weitere kaufen, aber das muss ja nun nicht sein) sind nicht allzu schwierig, auch wenn sie zum Ende hin ein wenig anspruchsvoller werden, und den allerletzten muss man in einer völlig neuen Weise angehen, um eine Chance zu haben.

Assembler 4

Ein meiner Ansicht nach ziemlich schräges Stapelspiel. Eine Kiste muss in einem Zielbereich platziert werden. Andere Holzteile ermöglichen einem, die dazu notwendigen Strukturen zu schaffen. Verkompliziert wird das Ganze durch unbewegliche Teile; Bereiche, die leer bleiben müssen; solche, in denen sich ein Stück Holz befinden muss; Glasblöcke, die zerbrechen können; Geisterbarrieren, die man erscheinen und verschwinden lassen kann; und – am allernervigsten! – überflutete Bereiche, in denen einem der Auftrieb des Holzes zu schaffen macht. Die Steuerung ist furchtbar haklig, und die Option, Teile vorübergehend „festzunageln“ oder ihre Rotation zu unterdrücken, hilft auch nicht immer – meistens bevorzuge ich es dann doch, Teile an die gewünschte Position zu „schaukeln“. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass einige meiner Lösungsstrukturen um einiges instabiler waren, als die Macher des Spiels sich das vorgestellt hatten… Trotzdem, das Spielerlebnis war ungewöhnlich und interessant, und die lässige Musik, zu der man sich einen Straßenmusikanten in einer kleinen Pariser Gasse vorstellen kann, ist nett. Assembler 4 bietet 39 Level, die unregelmäßig auf vier Schwierigkeitsstufen verteilt sind.

GravLogic

Bunte Steine in einer Box mit Innenwänden. Die Box kann man drehen, die Steine kann man nach unten fallen lassen. Gleichfarbige Steine, die einander berühren, lösen sich auf. Ziel ist es, mit einer vorgegebenen Anzahl Drehungen alle Steine verschwinden zu lassen. Knifflig, aber nicht so knifflig, dass man mit einer Mischung aus Nachdenken und wild Herumprobieren nicht auf die Lösungen für die 50 Level käme. Keine Musik, aber sehr coole Geräuscheffekte, die mich ein wenig an Halflife erinnern.

Trains

Eisenbahn spielen! Weichen stellen, Wagen an- und abkoppeln, Zugmaschinen drehen, kaputte Gleise und Wagen reparieren und Banditen ausschalten. Das alles natürlich in der richtigen Reihenfolge und jeweils mit den richtigen Mitteln. Kaputte Gleise können nicht befahren werden, Brücken dürfen nicht überlastet werden, und auf manchen Strecken patrouillieren auch noch merkwürdige rote Wagen, denen man nicht begegnen darf. Teilweise ist das Ganze schon reichlich umständlich und knifflig, und an manchen Stellen ist Timing (und, wenn ich nicht irgendetwas übersehe, auch ein wenig Intuition) gefragt. Der Spaßfaktor ist aber enorm, und die Western-Musik passt einfach wie die Faust aufs Auge und das Einschussloch in die Lederweste! 21 Level sind es.

Mindfields

Vom Flair her futuristisch und für meinen Geschmack ein wenig zu militaristisch, aber letztlich handelt es sich eben doch um ein abstraktes Spiel, in dem man die Bewegungsabläufe von Panzern im Vorhinein programmieren muss. (Ähnliche Spiele habe ich auch schon mit ganz doll niedlicher Thematik gesehen, aber hier ist, ungeachtet der Thematik, die Umsetzung einfach am besten gelungen). Ein wenig erinnert das Ganze auch an das geniale Brettspiel RoboRally. Bei einigen Leveln saß ich wirklich da wie der Ochs vom Berg, bis ich mir schließlich vor die Stirn schlug und einen Lösungsansatz fand. (Besonders gut erklärt wird die Funktionsweise des Spiels allerdings auch nicht, aber man kommt natürlich durch Probieren drauf, wie es geht.) Merkwürdig ist allerdings, dass sehr schwierige und sehr leichte Level (insgesamt 25) scheinbar wahllos durcheinander gewürfelt zu sein scheinen. Ach ja, der Sound ist einfach endscool – diese düstere, futuristische, gleichzeitig entspannende und doch treibende Musik würde jedem Shadowrun-Soundtrack zur Ehre gereichen!

My Green Clay Tree

Hier ein besonders abstraktes Spiel, dessen bemüht pseudo-ökologisch/-mythische Verklärung letztlich einfach nur albern ist. Worum es eigentlich geht: Ein Zielfeld soll erreicht werden. Auf den übrigen Feldern befinden sich Blöcke unterschiedlicher Höhe, die man, falls man sich auf ihnen befindet und die Bahn frei ist, kippen kann. Bewegen kann man sich nur über Felder, auf denen sich Blöcke befinden (egal, ob gekippt oder aufrecht stehend). Wieder gilt: Die 25 Level sind knifflig, aber nicht zu knifflig, und die Geschichte mit der Baumfee, die Gebäude flachlegt, um ihren Baum zu erreichen, ignoriert man am besten (auch wenn die zwischendurch eingeblendeten Fakten über Bäume durchaus interessant sind). Das Spielprinzip finde ich simpel, aber genial. Der Sound ist diesmal ein Minus: Das elektronische Klavier passt überhaupt nicht und nervt nur.

Jolls

Ein weiteres „physikalisches“ Spiel. Wenn man die niedliche Gewandung außen vorlässt, geht es wieder einmal darum, Kugeln so zu platzieren, dass sie bestimmte Stellen erreichen. Dabei kommt es zu teilweise einigermaßen komplexen Interaktionen, und die Kugeln können sich an manchen Stellen vergrößern, verkleinern, beschleunigen oder das Vorzeichen ihrer Masse wechseln (anders ausgedrückt, sie steigen auf anstatt zu fallen oder umgekehrt). In 30 Leveln plus einem besonders schwierigen Abschlusslevel ist zumeist ein wenig Planung (zu nicht geringen Anteilen auch durch Probieren ersetzbar) und gelegentlich Timing gefragt. In den meisten Fällen, in denen ich Probleme hatte, stellte ich irgendwann fest, dass ich einfach viel zu umständlich vorging, aber ab und zu ist der Lösungsweg dann doch nicht allzu naheliegend (Seid gewarnt vor Earth 10!). Die Musik allerdings, die empfehle ich Euch abzustellen – fantasielos, nervtötend, monoton – ein bisschen wie die Warteschleife einer Seelsorgenummer für Vorschulkinder.

Cover Orange 2

Offensichtlich ein naher Verwandter von Roly Poly Eliminator und Jolls – die gleiche überzogen niedliche Thematik, die letztlich eine auf mechanischen Prinzipien beruhende Spielidee einkleidet. Hier müssen die lieben Kügelchen vor der bösen Hagelwolke geschützt werden (das heißt, man muss sie alle irgendwie in vollständig abgedeckte Bereiche bugsieren), indem man verschiedene Objekte an geeignete Stellen fallen lässt. 25 nicht übermäßig schwierige Level erwarten einen. Irgendwie macht das Ganze Spaß, und die Musik, die wie eine Mischung aus der Begleitmusik alter Stummfilme und den Teletubbies klingt, passt dazu.

Hier noch einmal das Link zum ersten Teil meiner Flashgames-Empfehlungen.

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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Hey Andi,
    du soltest mal die Spiele probieren, die unter dem Namen „Growth“ laufen. Sehr niedlich^^


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