Das wahre Gesicht der Konservativen

…ist das Gesicht Karl-Theodor zu Guttenbergs, denn er als ihr aktuelles Aushängeschild demonstriert das konservative Profil so überzeugend wie kein anderer:

statt Anstand zählt Ansehen;

statt eines Gewissens braucht man Beziehungen;

statt Werten hat man Besitz;

statt Moral strebt man Macht an.

„Konservativ“, das heißt „erhaltend, bewahrend“. In der gesellschaftlichen Praxis bedeutet das: Wir haben das Sagen, und so muss es auch bleiben!

Eine konservative Gesellschaft ist keine Leistungsgesellschaft, sondern eine Erhaltungsgesellschaft. Ihre Hauptaufgabe ist es, sozialen Auf- und Abstieg zu erschweren. Sie blockiert Veränderungen aus Prinzip, weil diese ihre Machtstrukturen gefährden.

Konservativismus ist keine Herangehensweise an gesellschaftliche Probleme, er ist ein System zur Verteidigung bestehender gesellschaftlicher Strukturen. Deswegen leugnet er Probleme bevorzugt, anstatt sie zu lösen. Er ist seiner Natur nach egoistisch und sozial unverantwortlich.

Der wahre Gegensatz zum Konservativismus ist nicht der Liberalismus oder der Sozialismus, sondern der politische Idealismus: der Glaube daran, dass eine bessere Gesellschaftsordnung möglich und notwendig ist, und die Überzeugung, dass Anstand, Gewissen, innere Werte und Moral in einer Gesellschaft mehr zählen sollten, als Ansehen, Beziehungen, Besitz und Macht.

Ein Idealist würde niemals bei seiner Dissertation schummeln.

Ein Idealist würde aber auch niemals Verteidigungsminister werden.

Wahrer Idealismus ist in der Politik nicht überlebensfähig, da politische Prozesse ihrer Natur nach konservativ sind.

Karl-Theodor zu Guttenberg aber wird die Plagiatsaffäre überstehen und weiterhin Karriere machen.

Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg.

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Published in: on Februar 23, 2011 at 7:35 am  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das könnte man fast unter Aphorismen einordnen.

  2. Ich hab mich auch letztens unwohl gefühlt als meine Mitkommilitonen plötzlich erzählten sie hätten nen Schlupfloch gefunden, mit dem sie Ihre Abschlußarbeit alle mit programmierbaren Taschenrechner ablegen dürfen (diese waren natürlich mit Vorlesungsskripten vorprogrammiert) – da hab ich mich doch unwohl gefühlt als einziger „fair“ an diese Prüfung ranzugehen – nachdem die letzte mit 5,6 benotet wurde :-( )


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