Meine sehnlichst erwartete Rückschau auf die Bundesliga-Saison

Wenn man sich schon den Spaß macht, eine Saison-Vorhersage zu erstellen, dann gehört auch dazu, dass man sie sich nach Abschluss der Saison noch einmal vornimmt. Au weia, habe ich daneben gelegen!

…habe ich?

…ja, gut, habe ich. Aber das liegt zum größten Teil an dieser absolut verrückten Hinrunde! Deswegen (also, weil ich dann besser dastehe) vergleiche ich meine Vorhersage lieber nur mit der Rückrundentabelle – und siehe da: Plötzlich haut das Ganze insgesamt gar nicht einmal so schlecht hin!

Fangen wir unten an: Als Absteiger hatte ich den SC Freiburg und St. Pauli benannt. Die finden sich in der Rückrundentabelle auch auf Platz 16 und Platz 17 – das passt doch! Dann allerdings sah ich Hannover auf dem Relegationsplatz – okay, das ist einer meiner dicken Irrtümer. Der erforderliche Umbruch, von dem ich schrieb, scheint ja unter der Ägide (wer von Euch weiß eigentlich, ohne Google oder so zu benuten, was eine „Ägide“ eigentlich ist?) von Slomka bereits eingeleitet worden zu sein.

Davor sollten sich meiner Einschätzung nach Nürnberg, Kaiserslautern, Mainz und Frankfurt retten. Hmja. Frankfurt war dann wohl doch nicht mehr zu retten. Die übrigen lagen dann allesamt (und auf benachbarten Plätzen) sogar noch ein Stückchen weiter vorne. Doch was schrieb ich noch gleich zu Frankfurt: „Frankfurt hingegen wird nach einer sehr guten Saison dieses Jahr seine Ziele zu hoch hängen und dafür bestraft werden.“ Darauf gehe ich dann später noch einmal ein!

Vor diesen Teams habe ich dann Köln und Mönchengladbach gesehen – und siehe, genau da befinden sie sich auch, nur eben mit nach oben verschoben! Ich denke, ich habe hier weniger die Stärke dieser Mannschaften unterschätzt als vielmehr die Schwächephasen der Teams, welche sie überholt haben, nicht vorher gesehen.

So zum Beispiel bei Wolfsburg, das ich im Niemandsland der Tabelle sah – ein bisschen schlechter ist es dann doch noch geworden. Und ebenso bei Bremen und dem HSV, die zwar – so wie von mir voraus gesagt – die Plätze unmittelbar vor Wolfsburg einnahmen, aber eben ein wenig „tiefer gelegt“.

Dann erwartete ich Stuttgart, Dortmund und Hoffenheim auf den Rängen 6 bis 4. Tja, wenn ich bei meiner Prognose jeweils statt „Hannover“ „Hoffenheim“ geschrieben hätte und umgekehrt, würde das jetzt verdammt gut aussehen!

Den größten Bock habe ich allerdings mit Schalke geschossen. Von wegen Champions-League-Qualifikationsplatz! Die ersten beiden Plätze allerdings stimmen dann wieder, mit Bayern vor Leverkusen. (Und Ballack wurde tatsächlich ausgebootet, wenn auch seine „Trotzreaktion“ eher eine Wiederaufnahme seiner Laufbahn mit halber Kraft geworden ist).

Also: Alles in allem sind die Teams, die ich vorne sah, auch vorne gelandet; diejenigen, die ich hinten sah, hinten; und diejenigen, die ich dazwischen ansiedelte, auch tatsächlich dazwischen (wenn auch etwas anders geschichtet). Hannover, Schalke, Hoffenheim und Frankfurt haben sich als Ausreißer erwiesen, aber ich bin schließlich nicht Nostradamus!

Tja. Nur blöd, dass diese Saison nicht ausschließlich aus der Rückrunde bestand… Dann nehmen wir eben die Gesamttabelle zur Hand und schauen uns das Ganze noch einmal, diesmal von oben nach unten an:

Dortmund ist Meister! Ganz ehrlich – das habe ich nicht kommen sehen! (Jedenfalls nicht vor ungefähr der Mitte der Hinrunde.) Mit einem weiter anhaltenden Aufwärtstrend unter Jürgen Klopp (auf den ich die allergrößten Stücke halte) zwar schon, aber über Euro-League-Niveau hätte ich dieses Team trotzdem nicht erwartet. Vielleicht sind sie ja auch tatsächlich nicht besser (obwohl ich hoffe, dass sie es sind) – im Pokal und in der Euro League haben sie es zumindest nicht beweisen können, und ihre Rückrunde war zwar immer noch recht stark, aber nicht überragend. Aber diese Hinrunde! Und dann verlieren sie da am letzten Spieltag ausgerechnet gegen Frankfurt und verpassen damit den Ligarekord… Ich fürchte, dass jetzt in Dortmund die Erwartungen wieder einmal zu hoch werden könnten. Klopp hat dort eine sehr gute Mannschaft geformt, die sicherlich auch den Abgang von Nuri Sahin zu kompensieren wissen wird, aber von dieser Ausnahme-Hinrunde ausgehend darf man jetzt nicht schließen, dass Dortmund nun auch ein Big Player auf europäischer Ebene ist (obwohl ich wirklich nichts dagegen hätte, mich hier zu irren). Wenn dort allerdings weiterhin mit Augenmaß und Sachverstand gearbeitet wird, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, dass sich Dortmund im Verlauf der nächsten Jahre als die zweite „Übermannschaft“ der Bundesliga neben dem FC Bayern etabliert!

Und dann Leverkusen, aka „Vizekusen“. Mir war schon aufgefallen, dass dort ein gutes Team heran gereift war, und ich war auch sicher, dass Jupp Heynckes weiterhin gute Arbeit leisten würde – Trainer, die tatsächlich etwas drauf haben, sind in der Liga zur Zeit mächtig im Aufwind! (Über Frankfurt reden wir ganz am Ende.) Mit ihrer beeindruckenden Konstanz im gesamten Saisonverlauf hat sich Bayer seine gute Platzierung auch redlich verdient – aber lasst mich einmal Tacheles reden (wieder ohne Google: Was heißt das eigentlich?): Im Gegensatz zu Dortmund waren sie NICHT besser als Bayern! Deswegen (und nicht etwa, weil ich ihnen die Champions League nicht gönne) habe ich bis zuletzt gehofft, dass sie vom Rekordmeister noch abgefangen werden würden.

Ja, der FC Bayern… Ziehen wir doch einmal Bilanz: Dritter in der Liga, Achtelfinale in der Champions League, Halbfinale im DFB-Pokal: Sie sind wirklich der einzige Verein in der Bundesliga, der mit diesen Ergebnissen unzufrieden sein darf! Und sie dürfen und müssen damit unzufrieden sein, denn sie sind diese Saison einfach unter Wert platziert. Ich will hier einmal auf ein paar Dinge hinweisen, die meiner Ansicht nach nicht genügend gewürdigt werden: Beinahe 2,4 Tore Pro Partie – das ist ein sensationeller Schnitt! Da ist es auch nicht verwunderlich, dass die Scorer-Tabelle von drei Bayern-Spielern angeführt wird (und Robben, der nur wenige Plätze dahinter liegt, hätte vermutlich die Skala gesprengt, wen er nicht über die Hälfte der Saison verletzt gewesen wäre…). Auch die Abwehr war für die Maßstäbe des Rekordmeisters zwar wacklig, aber letztlich immer noch die drittbeste der Liga. Und auch wenn am Ende nur die Ergebnisse wirklich im Gedächtnis bleiben: Gerade in der Hinrunde, aber auch in der entscheidenden Partie gegen Inter Mailand hatte der FC Bayern schlicht viel PECH gehabt. Gut, das ist man in München nicht gewohnt, aber irgendwann müssen eben auch die Fußballgötter mal aufs Klo. Dazu kam dann noch ein kurzer mentaler Einbruch zum ungünstigstmöglichen Zeitpunkt, und plötzlich waren alle Titelchancen weg. Ich glaube aber wirklich nicht, dass man sich um den FCB Sorge machen müsste – der Kader ist sehr, sehr stark und muss hauptsächlich in der Breite ein wenig ergänzt werden, damit bei verletzungsbedingten Ausfällen oder vorüber gehenden Formschwächen junger Spieler sich nicht das halbe Team plötzlich auf einer neuen Position wiederfindet. Das wird auch geschehen, und mit Neuer (der seine kleine Krise vernünftigerweise gerade in den letzten Spielen genommen hat, als es für Schalke um absolut nichts mehr ging) im Tor und Heynckes auf der Bank sind die strittigsten Fragen der vergangenen Saison wohl in souveränster Weise geklärt worden. Natürlich ist Heynckes keine langfristige Lösung, aber er sollte den Verantwortlichen genügend Zeit verschaffen, um in aller Ruhe während der nächsten beiden Jahre einen Trainer zu finden, der sowohl kompetent als auch weniger beratungsresistent ist und dem Verein über ein Jahrzehnt seinen Stempel aufdrückt. Wenn ich meine Augen schließe, dann KANN ich in der Saison 2013/2014 Jürgen Klopp auf der Bayern-Bank sitzen sehen – probiert es auch einmal, das klappt!

Hannover 96: Ich muss wiederum zugeben – das habe ich micht kommen sehen! Slomka hielt ich bislang für einen soliden, durchaus etwas unterschätzten Arbeiter, dem bei seinem Engagement bei Schalke einst übel mitgespielt worden war, aber dass er mit diesem Verein an das Tor zur Champions League klopfen würde – nie im Leben hätte ich das erwartet! Sicherlich profitierte er sehr stark davon, dass Ya Konan eine Ausnahmesaison hinlegte, und sicher hatte Hannover mit seinen Ergebnissen viel Glück – 49:45, das ist wahrlich kein Torverhältnis für einen Viertplatzierten! Doch mit einer geschickten Mischung aus knappen Siegen und den wenigsten Unentschieden der Liga sind sie dann doch ganz weit vorne gelandet, und eines muss man ihnen lassen: Sie sind in der Rückrunde nicht eingebrochen, wie ich es als sicher angenommen hatte! Sie haben beide Halbserien auf einem Euro-League-Platz abgeschlossen, also lässt sich nicht bestreiten, dass sie sich ihr Erscheinen in dieser Tabellenregion auch verdient haben, obwohl mir trotzdem ein wenig mulmig dabei ist, dass Hannover und Mainz dieses Jahr für Deutschland den Kampf um die Fünfjahreswertung aufnehmen.

Ja – Mainz! Hier hat sich Thomas Tuchel als jüngerer Vertreter der Generation Klopp erwiesen und diesen Verein sogar noch weiter geführt, als sein Vorgänger (schon klar, genau genommen Vorvorgänger) es vermocht hatte. Trotzdem: Mainz hat einige gute Spieler (von denen es allerdings die Sahnestücke ab- oder zurückgeben muss), und sie haben teilweise begeisternden, erfrischenden Fußball gespielt – aber sie gehören einfach nicht in die Euro League. Das hat der Verein nicht drauf, und dass sie dort gelandet sind, haben sie ihrem unerklärlichen Run zu Beginn der Hinrunde, sowie der unerklärlichen Schwäche gleich mehrerer potenziell deutlich stärkerer Teams (HSV, Stuttgart, Bremen, Schalke) zu verdanken. Zwar sind auch sie in der Rückrunde nicht direkt eingebrochen, wohl aber auf ihre realistische Größe zurechtgestutzt worden. Nach ihrer unglaublichen Siegesserie zu Beginn haben sie aus den übrigen 27 Spielen noch 37 Punkte geholt – das ist die Bilanz einer Mannschaft, die sich drei oder vier Spieltage vor Saisonende endgültig vor dem Abstieg rettet, aber mehr eben auch nicht, und ich denke, damit ist das reguläre Leistungsvermögen dieses Teams auch präzise beschrieben. Mainz ist ein sympathisches Team, keine Frage, aber ihre gute Platzierung dieses Jahr fällt strikt unter den Begriff „Varianz“.

Nürnberg hatte schon früh nichts mit dem Abstieg zu tun, und das ist ein großer Erfolg für diesen Verein – aber mehr ist auch nicht zu verzeichnen. Ebenso wie bei Mainz ist die gute Platzierung der Nürnberger in erster Linie auf die Schwäche der designierten Topklubs zurückzuführen, nur dass Nürnberg eben diese eine sensationelle Serie fehlte. Rechnet es einmal nach: Der Punkteschnitt von Mainz außerhalb dieser Serie und der von Nürnberg insgesamt sind praktisch identisch! Nun darf aber wirklich niemand für den Club (Wieso hat es sich eigentlich eingebürgert, ausgerechnet diesen Klub „den Club“ zu nennen?) im nächsten Jahr andere Ziele als den erneuten Klassenerhalt veranschlagen. 47 Punkte, 47:45 Tore, ebenso viele Siege wie Niederlagen – das ist keine Saison, mit der man sich ernsthaft für höhere Weihen empfiehlt; das ist der erste Platz in dem Schneckenrennen, an dem sich dieses Jahr nahezu die gesamte Liga beteiligt hat. Dazu kommt, dass Nürnberg noch mehr als Mainz seine Leistungsträger zur nächsten Saison abgeben muss. Deswegen sollte man hier nächstes Jahr besser auf Platz 15 als auf Platz 5 schauen.

Auch Kaiserslautern war ein Abstiegskandidat, der im Rahmen seiner Möglichkeiten eine sehr solide Saison gespielt hat (sogar noch ein wenig solider als Nürnberg, wenn man das Potenzial der beiden Mannschaften vergleicht), auch Kaiserslautern wird wohl seine Topspieler abgeben müssen, und auch Kaiserslautern wird im nächsten Jahr erneut gegen den Abstieg spielen – und nicht mehr. Ebenso wie Nürnberg (oder auch Mönchengladbach) hat auch Kaiserslautern seine große Zeit hinter sich und ist heute einfach keine 50-Punkte-Mannschaft mehr (obwohl ich es bei Nürnberg nicht für unmöglich halte, dass sie irgendwann zu den Top-Klubs der Liga aufschließen – aber darauf warte ich, ebenso wie auch bei Frankfurt, Köln und letztlich Hertha schon lange vergeblich). Jedoch: Eine Liga braucht auch Mannschaften, welche die untere Tabellenhälfte belegen, und im Zweifelsfall sehe ich dort lieber große Ehemalige wie Nürnberg, Kaiserlauten oder Gladbach, als ewige graue Mäuse wie Freiburg, Bochum, Bielefeld oder Duisburg.

Und dann der HSV. Wie ich es vorher gesagt hatte, haben sie auf einem einstelligen Tabellenplatz den Trainer gewechselt (nur halt ein wenig später als zur Winterpause), und es hat nichts gebracht – tatsächlich kann man durchaus behaupten, es habe geschadet! Klar, der Punkteschnitt von 1,42 , den Armin Veh eingefahren hatte, war unbefriedigend, aber die 1,0 von Oenning noch erheblich weniger überzeugend. Ich denke, bei einer realistischen Erwartungshaltung (aber so etwas ist in Hamburg ja schon seit vielen Jahren unbekannt) hätte es keinen Grund gegeben, Veh diese Saison nicht in Ruhe zu Ende bringen zu lassen und zu sehen, ob sein Team es nicht vielleicht doch schafft, die 6 Punkte Rückstand auf Mainz noch aufzuholen. Vielleicht hätte ja auch ein Blick auf Schalke, Bremen, Stuttgart und Wolfsburg geholfen, die sich zu dieser Zeit im Gegensatz zum HSV allesamt tief im Abstiegskampf befanden, um die Erwartungen wieder gerade zu rücken (und selbst der FC Bayern stand damals, obwohl er Hamburg gerade 6:0 abgefertigt hatte, nur auf Platz vier) – aber in Hamburg reagiert man ja jedes Mal, wenn die Mannschaft sich gerade im unteren Bereich ihrer Leistungskurve befindet, mit einem Trainerwechsel, was dann nur dafür sorgt, dass diese unteren Bereiche immer öfter angesteuert werden. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso der Vorstand es für angebracht hielt, in dieser Situation den Panic Button zu drücken und an Stelle von Veh Oenning zu installieren – insbesondere, da diese Entscheidung zu einem Zeitpunkt getroffen wurde, als klar war, dass zum Ende der Saison ein neuer Sportdirektor kommen würde, den in einer solchen Angelegenheit mitreden zu lassen vielleicht eine ganz schlaue Idee gewesen wäre. Und nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass dies bei der Installation eines Feuerwehrmanns tatsächlich geschehen ist! Was mich übrigens wirklich verblüfft ist, dass der eigentlich auf der ganzen Linie gescheiterte Oenning doch tatsächlich einen Vertrag für die neue Saison erhalten hat! Das kann man natürlich als Vertrauen in seine Fähigkeiten deuten, aber Oenning wird sicherlich nicht so dumm sein, daraus eine echte Unterstützung abzuleiten, falls sein Team mal wieder eine schwache Phase hat – dazu kennt er die Hamburger Verhältnisse gewiss zu gut. Oder sollte der neue Sportdirektor da tatsächlich etwas ändern können?

Apropos Hamburger Verhältnisse: Wer ist eigentlich auf die Schnapsidee gekommen, für teures Geld den mit einem deutlich sichtbaren bald abgelaufenen Verfallsdatum versehenen van Nistelrooy einzukaufen? Okay, Schalke hat mit Raul in ähnlicher Weise einen noch vergleichsweise akzeptablen Griff getan, obwohl man auch hier durchaus fragen kann, ob das für diesen ausgegebene Geld nicht auch sinnvoller hätte angelegt werden können. Eine Zukunftsinvestition ist jedenfalls auch der ein Jahr jüngere Raul nicht. Aber wir sind ja noch nicht bei Magath, also zurück zum HSV: Klar ist, dass van Nistelrooy nie wirklich Interesse daran hatte, beim HSV zu spielen. Klar ist auch, dass seine Karriere sich längst auf dem absteigenden Ast befand. Auch wenn ich hier ein wenig übertreibe: Was das Verhältnis zwischen Leistungsverweigerung und Geldverschwendung angeht, hätten die Hamburger auch genau so gut Ailton verpflichten können… Insgesamt, finde ich, ist der Hamburger Kader übrigens weder so alt, noch so schlecht, wie er zuletzt gemacht wurde! Das sieht man auch daran, dass der HSV im Ligavergleich immerhin den neuntjüngsten Kader besitzt – aber andererseits den ältesten Altersschnitt bei den eingesetzten Spielern! Nun ja, wenn jetzt Rost aufhört und van Nistelrooy sich verflüchtigt, dann muss eigentlich nur noch Ze Roberto heraus rotiert werden, dann ist der geforderte „Verjüngungsprozess“ eigentlich schon vollzogen! Zu Ze Roberto will ich hier noch rasch etwas sagen, was mir schon lange auf den Fingern brennt: Er hat damals den FC Bayern verlassen, weil dieser einem Spieler in seinem Alter nur noch einen Einjahresvertrag anbieten wollte. Beim HSV hat er dann eine ganz ausgezeichnete Saison gespielt, so dass viele Leute sich wunderten, wie der FC Bayern diesen Mann hatte gehen lassen können. In der zweiten Saison hat er dann allerdings enorm abgebaut und wurde vom Leistungsträger zum Mitläufer – man könnte beinahe sagen, zum Mitschuldigen. Alles in allem, möchte ich sagen, war die Idee mit dem Einjahresvertrag vielleicht doch gar nicht so verkehrt gewesen!

Der SC Freiburg war auch eine dieser Mannschaften, die eine unerklärlich starke Hinrunde gespielt hatten. Noch mehr als bei Hannover war dies jedoch auch hier vor allem das Verdienst eines einzelnen Stürmers, nämlich Cisse! Ich hoffe ja, der Mann sucht sich bald einen richtigen Verein… Auf jeden Fall sind die Breisgauer im nächsten Jahr wieder einer meiner Top-Abstiegsfavoriten. Mich wundert übrigens ein wenig die hohe Wertschätzung, die Robin Dutt entgegen gebracht wird: Ist dieser Trainer für die schwache Rückrunde nicht ebenso verantwortlich wie für die starke Hinrunde? Und haben die Freiburger – abgesehen von Cisse – eigentlich auch nur annähernd so begeisternden Fußball gezeigt, wie ihn zum Beispiel Mainz zumindest streckenweise zelebriert hat? Offensichtlich sieht die Fußballfachwelt hier etwas, was ich als Laie nicht erkennen kann. Ich will ja beileibe nicht behaupten, dass Dutt kein ordentlicher Trainer sei – immerhin hat er den Abstiegskandidaten Freiburg jetzt bereits zwei Jahre in der ersten Liga gehalten – aber ich kann nicht nachvollziehen, wieso er als talentierter als zum Beispiel Thomas Tuchel oder Marco Kurz gilt. Aber schauen wir doch, was er in Leverkusen zustandebringt, wo er in Heynckes‘ übergroße Fußstapfen treten muss. Seine erste wichtige Tat wird es wohl sein, Micheal Ballack klar zu machen, dass dieser auch bei Leverkusen nur noch bestenfalls Ergänzungsspieler ist…

Köln: Wenn ein Spieler wie Lukas Podolski unter Löw gut spielt, aber unter Klinsmann schlecht, unter Heynckes dann wieder gut, unter Soldo wiederum schlecht und unter Schaefer erneut gut – nun, dann handelt es sich offensichtlich nicht um einen pflegeleichten Spieler. Man könnte aber auch behaupten, dass er einen guten Test für schlechte Trainer darstellt! Ich kann mich jedenfalls an kein einziges überzeugendes Fußballspiel des 1. FC Köln unter der Führung von Zvonimir Soldo erinnern. Ein Gutes kann man allerdings über diesen sagen: Er war nicht Christoph Daum! Das ist zwar wichtig, aber einfach nicht genug für einen Bundesligatrainer. In den meisten Fällen schüttle ich den Kopf, wenn in der Liga wieder einmal ein Trainer entlassen wurde, weil sein Team gerade für ein paar Spiele einen Hänger hat, aber ich habe nie verstanden, wie Soldo so lange im Amt bleiben konnte. Unter Frank Schaefer hat Köln dann einigermaßen erfolgreichen und auch recht ansehnlichen Fußball gespielt, aber es ist schon richtig, dass man deswegen nicht über andere Schwierigkeiten mit diesem Trainer hinweg sehen darf. Natürlich ist es nicht völlig fair, darauf hinzuweisen, dass Köln die letzten drei Spiele, in denen Finke als Trainer eingesprungen war, allesamt gewonnen hat, aber es ist ebenfalls nicht fair, Finke ohne nähere Kenntnis der Zusammenhänge zu unterstellen, Schaefer grundlos abgeschossen zu haben. Zwar macht Finke durchaus den Eindruck, dass er einem unter ihm installierten Trainer möglicherweise nur wenig Spielräume lässt. Schaefer allerdings machte auch durchaus den Eindruck, nicht wirklich bereit für ein dauerhaftes Engagement im Profifußball zu sein. Köln ist jedenfalls eine dieser Vereine, bei denen ich nicht wirklich verstehe, wieso es ihnen nicht gelingt, öfter im oberen Tabellendrittel mitzuspielen – natürlich ist da die Konkurrenz der finanzstarken Leverkusener, aber sollte die sich daraus ergebende Rivalität nicht eher einen weiteren Schub bedeuten?

Hoffenheim – da ist für mich ein interessantes Projekt zu Ende gegangen. Erst einmal will ich lobend erwähnen, dass hier nicht einfach nur eine Profimannschaft zusammen gekauft wurde, sondern Geld sowohl in die Infrastruktur des Vereins als auch in seine Jugendarbeit gesteckt wurde (und zwar im Damen- ebenso wie im Herrenbereich). Auch seine etwas über 30.000 Zuschauer fassende Arena (das ist ungefähr so viel wie bei den traditionellen Bundesligaklubs Karlsruhe, Bochum, Bielefeld oder Duisburg und deutlich mehr als zum Beispiel in Freiburg) füllt Hoffenheim unterdessen nahezu hundertprozentig aus. Das Stigma einer Retortenmannschaft trägt Hoffenheim unter diesen Umständen schlicht zu Unrecht! Dieser Verein steht in jeder Hinsicht auf einer soliden Basis. Leider hat sein Mäzen sich in dieser Saison dagegen entschieden, die europäische Bühne als Ziel im Auge zu behalten. Das ist schade, denn unter Ralf Rangnick wurde in Hoffenheim ein erfrischender Fußball gespielt, und die Qualität, um auch international mitzuspielen, besaß Hoffenheim in den letten Jahren gewiss nicht weniger als Hannover oder Mainz heute. Doch mit dem Verkauf von Gustavo verabschiedete sich auch Rangnick, und trotz der iritierenden, weil schlicht unsinnig erscheinenden Verpflichtung von Ryan Babel, sehe ich damit das Ende für internationale Ambitionen in Hoffenheim gekommen. Ich gebe zu, dass damit auch mein Interesse daran schwindet, Hoffenheim in der Bundesliga zu sehen. Für die Region ist dieser Klub zweifelsohne immer noch ein Gewinn, aber als Außenstehender habe ich einfach kein Interesse an einer weiteren grauen Bundesligamaus ohne Tradition. Die Verpflichtung von Stanislawski als Trainer hat mir diesen Verein jedenfalls nicht sympathischer gemacht, aber dazu später.

Stuttgart ist ein Phänomen: Seit 2006 spielt dieser Verein jedes Jahr wieder eine bessere Hin- als Rückrunde – und in den letzten drei Jahren betrug dieser Unterschied 14, 23 und 18 Punkte! Wie kann das sein, dass ein Team wiederholt innerhalb einer Saison zwischen Abstiegskampf und Champions-League-Niveau pendelt? Natürlich wurde auch immer wieder brav nach der Hinrunde der Trainer entlassen, der in der letzten Rückrunde doch gerade noch das „Wunder“ geschafft hatte, den Verein wie Phoenix aus der Asche auferstehen zu lassen. Veh, Babbel, Gross – Jahr für Jahr wurde aus dem Helden der Rückrunde der Buhmann der Hinrunde. Wenn der VfB nächste Saison nach den ersten paar Spieltagen wieder am unteren Tabellenende steht, dann weiß Labbadia ja, was auf ihn zukommt.

In Bremen werden diese Dinge erfreulicherweise erheblich gelassener gesehen. Ein Champions-League-Teilnehmer im Abstiegskampf – das ist natürlich ein inakzeptables Abschneiden. Andererseits jedoch war Werder Bremen nunmehr seit der Saison 2004/2005 jedes Jahr im internationalen Geschäft dabei gewesen – welche andere deutsche Mannschaft außer den Bayern hat eine derartige Konstanz aufzuweisen? Da tut man gewiss ganz gut daran, nach einem mageren Jahr nicht den langjährigen Trainer in Frage zu stellen.

Der FC Schalke – das war das große Rätsel dieser Saison. Champions-League-Halbfinale, DFB-Pokalsieg – und in der Liga mit 40 Punkten gerade einmal so viel wie unbedingt nötig getan. Sollte das alles wirklich nur eine Motivationsfrage gewesen sein? Hat Magath einfach zu viele internationale Stars zusammengekauft, die für den alltäglichen Ligabetrieb gegen Nürnberg oder Kaiserslautern einfach nicht zu begeistern waren? Seit Ralf Rangnick die Mannschaft übernommen hatte, wurde die Stimmung im Team spürbar besser und der gespielte Fußball deutlich ansehnlicher, aber wenn man ehrlich ist, muss man feststellen, dass es auch ihm nicht wirklich gelungen ist, dieses Motivationsproblem abzustellen. In der Liga wurden rasch die zwei Spiele gewonnen, die man benötigte, um das Abstiegsgespenst zu vertreiben – und das war es dann auch schon wieder gewesen. Trotzdem darf man, denke ich, als Schalker optimistisch in die Zukunft blicken, denn Rangnick hat bewiesen, dass er in der Lage ist, ein Team zu formen und Spieler zu verbessern. Bei allem Respekt vor den außergewöhnlichen Leistungen Magaths als Trainer: Irgendwann sollte die Zeit der Übungsleiter in der Bundesliga vorbei sein, die anstatt die vorhandenen Spieler zu verbessern einer Mannschaft pauschal die Ligatauglichkeit absprechen und Verstärkungen fordern, und die jede Niederlage darauf zurückführen, dass die Mannschaft „nicht begriffen hat, worum es geht“. Magath hat weder bei Schalke noch bei Wolfsburg jemals einen Zweifel daran gelassen, dass er die Spieler als seine Feinde sieht; als faules, verwöhntes Pack, dem man mit Straftraining Beine machen und das man durch Zukauf möglichst vieler potentieller Konkurrenten unter Druck setzen muss. Beim Militär gibt es den Spruch, dass eine Truppe dann am besten kämpft, wenn sie vor dem eigenen Befehlshaber mehr Angst hat als vor dem Gegner, und Magath scheint der Ansicht zu sein, dass er dieses Prinzip auch als Fußballtrainer verwirklichen muss. Bei einem Klopp oder Tuchel merkt man, dass sie mit ihrem Team gewinnen oder verlieren, aber wenn eine von Magath trainierte Truppe verliert, dann fasst er dies als Befehlsverweigerung und Majestätsbeleidigung auf. Es ist sicherlich naiv zu glauben, dass die Zeit solcher Kasernenhofschinder in der Bundesliga vorbei sei, aber zumindest ich werde die Misserfolge des Herrn Magath auch weiterhin mit Häme und Genugtuung zur Kenntnis nehmen!

Diese Misserfolge hoffe ich beim VfL Wolfsburg in der nächsten Saison zu sehen. Seit dessen sensationeller Meisterschaft unter Magath ging dort irgendwie ein wenig die Bodenhaftung verloren. Magath hat damit bewiesen, dass es möglich ist, aus dem Nichts eine Meisterschaft zu holen, aber man hat dort die Lektion nicht gelernt, die Magath gleichzeitig auch auf Schalke demonstriert hat: Dass ein Spitzenverein nicht durch eine einzelne sensationelle Saison oder einen einmaligen Kraftakt entsteht, sondern durch langjährige, vorausschauende, solide konzeptionelle Arbeit. Der VfL jedenfalls ist kein Spitzenverein, und ich zumindest kann damit gut leben.

Borussia Mönchengladbach hat den Klassenerhalt geschafft! In diesem Fall kann ich sagen: Ich hatte tatsächlich bis zuletzt darauf gehofft, weil ich weiß, dass dieses Team hervorragenden Fußball spielen kann. Letztlich erinnert mich die Saison der Gladbacher ein wenig an die der Bayern: Ein bisschen Pech, der eine oder andere Durchhänger… nur, dass eine solche Performance am unteren Ende ihres Leistungsspektrums bei den Bayern Platz 3 bedeutet, und bei Gladbach eben Platz 16. Ich finde übrigens diese Effenberg’sche Initiative absolut zum Schießen: So sehr ich diesen Spieler damals auch für dessen fußballerische Intelligenz bewundert hatte, so offensichtlich war es doch auch jederzeit, dass dies die einzige bei ihm vorhandene Form von Intelligenz war. Und dieser Mann will jetzt einen Verein führen? Warum nicht gleich mit Lothar Matthäus (ebenfalls ein verdienter ehemaliger Gladbacher Spieler, nicht wahr?) als Trainer? Und Mario Basler und Andi Möller kann man gewiss auch noch in irgendeiner Funktion unterbringen (auch wenn die mit Gladbach nichts zu tun haben). Vielleicht sind bei Gladbach ja wirklich einige Strukturen reformbedürftig, aber für einen modernen Spitzenverein fehlen hier einfach die Voraussetzungen, und in jedem Fall ist eine IQ-Verringerung bei den Entscheidungsträgern gewiss nicht der richtige Weg!

Eintracht Frankfurt: Die haben bekommen, was sie verdient haben! Da leistet Michael Skibbe eineinhalb Jahre lang solide, im Rahmen der realistischen Möglichkeiten dieses Vereins sogar ausgezeichnete Arbeit – und was macht der Vorstand bei der ersten echten Krise? Sie holen CHRISTOPH DAUM. Diesen Namen darf man in diesem Zusammenhang eigentlich gar nicht tippen; den muss man mit dem Kopf gegen die Wand morsen: Tausche unauffälligen, zurückhaltenden Fußballfachmann gegen größenwahnsinniges Großmaul! Ganz ehrlich – ich glaube nicht, dass die Eintracht mit Skibbe als Trainer abgestiegen wäre. Eine Krise kann man eben überwinden oder verschärfen. Nun habe ich gerade die Theorie gehört, dass unterschiedliche Trainertypen zu unterschiedlichen Vereinen passen würden. Wenn das so ist, dann tut mir der Verein, zu dem Daum als Trainer passt, wirklich Leid! Nun ja, dieses Problem zumindest ist aus der Welt, denn Daum geht ja nicht mit Frankfurt in die Zweite Liga. Er selbst hatte ja bei Übernahme dieses Amtes keine Sekunde daran geglaubt, dass er mit Frankfurt absteigen würde, aber welchen Weitblick darf man schon von einem Mann, der einst seinen eigenen Kokainkonsum nicht bemerkt hat, erwarten? Ich denke allerdings, man kann zuversichtlich sein, dass der Eintracht der direkte Wiederaufstieg gelingen wird. Wenn sie jetzt nicht Lothar Matthäus als Trainer verpflichten, heißt das natürlich.

Schließlich St. Pauli: Ich habe geschrieben, dass dieser Verein nicht in die Bundesliga gehört, und ich stehe dazu! Sicher freue ich mich über eine sympathische Fankultur, aber diese Fankultur ist mir eben hauptsächlich dann sympathisch, wenn sie ihr Bestehen nicht über eine Erstligazugehörigkeit des Vereins definiert. Außerdem ist St. Pauli deswegen ein sympathischer Verein, weil er eben gerade keine professionellen Strukturen besitzt – aber die Bundesliga ist nun einmal eine professionelle Liga. Und schließlich bin ich auch nicht absolut überzeugt davon, dass St. Pauli tatsächlich so sympathisch einzuschätzen ist… Erinnern wir uns an den Becherwurf im Spiel gegen Schalke. Was hat Stanislawski damals doch gesagt? Irgendetwas in der Art von „da haben wir eine so tolle, friedliche Atmosphäre, und dann kommt so ein einzelner Idiot und macht alles kaputt“, nicht wahr? Zu dieser „tollen, friedlichen Atmosphäre“ gehörte es allerdings, dass bereits die ganze Zeit vorher ununterbrochen Feuerzeuge und Münzen Richtung Spielfeldrand geflogen waren… Auch in seinen sonstigen Interviews hat Stanislawski, der Mr. St. Pauli himself, zumindest auf mich alles andere als einen sympathischen Eindruck gemacht. Ich kann mich zwar mit dem Proletariat identifizieren, aber ich habe ein Problem mit Proleten, und dieser Mensch wirkt auf mich wie ein Klischee-Prolet. Dass Bodenständigkeit und Malochertum auch mit Niveau und Verstand zusammen gehen können, und dass eine Verwurzelung im „einfachen“ Volk auch mit professionellen Strukturen einher gehen kann, dass beweisen gerade eindrucksvoll Jürgen Klopp und der BVB. Ein Freudenhaus des deutschen Fußballs? In Ordnung – aber doch nicht im Oberhaus!

So – und was passiert nun nächstes Jahr? Die sicherste Prognose ist natürlich immer noch wie jedes Jahr die, dass Bayern Meister wird. Seit 1996 ist es übrigens nicht mehr vorgekommen, dass der FCB zwei Jahre in Folge diesen Titel nicht erringen konnte. Allerdings: Damals lag das daran, dass Borussia Dortmund ihn verteidigt hat! Ich glaube zwar nicht wirklich daran, dass es einen Zweikampf zwischen Bayern und Dortmund geben wird – der Erwartungswert ist nun einmal eine souveräne Saison des Rekordmeisters. Gomez, Robben, Ribery und Müller vorne, und jetzt auch noch Neuer hinten – wer soll damit mithalten können? Aber schick wär’s schon!

Ansonsten wäre es nett, wenn die traditionellen Spitzenklubs (Bremen, Hamburg, Stuttgart) ihre Krisen überwinden und wieder Erfolg haben könnten. Es ist nun einmal so, dass Hannover und Mainz nicht in erster Linie so stark, sondern dass ihre Konkurrenten dieses Jahr so schwach waren. Auch Leverkusen und Schalke dürfen gerne vorne mitspielen. Außerdem hoffe ich, dass Gladbach, Köln, Kaiserslautern, Nürnberg und Hertha es schaffen, sich von den Abstiegsrängen fernzuhalten, und Hannover und Mainz wünsche ich auch nichts Böses, obwohl ich glaube, dass gerade Mainz jetzt ein Jahr ehrlicher, harter Abstiegskampf recht gut tun würde, bevor sich die Leute dort noch irgendwelche Flausen in den Kopf setzen.

Den Abstieg sollten Wolfsburg (allein schon wegen Magath!), Hoffenheim (wegen Stanislawski), Freiburg (überhaupt) und Ausgburg unter sich ausmachen – ich gönne Augsburg, dass sie ein wenig Bundesligaluft schnuppern dürfen, aber ich muss sie jetzt nicht dauerhaft dort sehen. Als Aufsteiger wünsche ich mir Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf (die ja hoffentlich dieses Jahr nicht wieder mit eine Niederlagenserie von sechs Partien in die Saison starten!) und bitte kein Bochum, Cottbus, Duisburg oder gar 1860 München.

Ich habe fertig!

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Published in: on Mai 25, 2011 at 10:36 pm  Comments (19)  
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19 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Schön. Ich habe ein Paar andere Ansichten als Du, ich gebe mal meinen Senf dazu.

    St. Pauli ist in dieser Zusammenstellung keine Erstligamannschaft. St Pauli hatte eine sehr gut 2.Liga Mannschaft, aber keinen herausragenden Spieler die aufgrund ihrer Klasse auch andere 1.Ligaspieler dominieren können(Kaiserslautern hatte Lakic und Tiffert, Asamoah ist nie einer gewesen, wenn wir ehrlich sind).
    Stanislawski wirkt tatsächlich wie ein Klischee-Prolet und er hat für die Fangemeinde das auch bedient, aber er ist keiner (mehr, als Spieler war ers noch). Weil er das auch nicht immer bleiben wollte ist Hoffenheim quasi der radikalste Schritt den er machen konnte und in diesr Hinsicht logisch.

    Freiburg: Ich weis ja nicht wie viel du von trainingsarbeit und Taktik verstehst, aber der Anteil am erfolg von Robin Dutt war enorm hoch.
    Freiburg hat quasi das Hate-deck gespielt. Quasi das was Meinz unter Tuchel auch gespielt hat, nur war in Mainz die Durchschnittsqualität der Spieler höher, aber Freiburg hatte die bessere/härtere Wincondition (Um im Slang zu bleiben).
    Natürlich war Cissé der entscheidende Mann, aber das Spiel war konsequent und mit allen nachteilen auf ihn ausgerichtet. Die Taktische einstellung von Freiburg auf den gegner war immer up to date, aber das funktioneirt halt trotzdem nicht immer. (Freiburg =Mono U, Cissé ist Morphling, aber Ribery ist der Great Sable Stag)

    Von Bremen erwarte ich das sie wieder um die Chanpionsleague spielen. Ich traue Arnautovic ehrlichgesagt 30 Tore in der Saison zu. wenn da der Knoten paltzt… und Pflegeleichter wird er dann auch.

    Ansonsten: Meistüberschätzer Spieler der Saison: Gomez -ohne Worte-. Ich glaube ich und Jogi Löw sind die einzigen die in der Hinsicht keine Tomaten auf den Augen haben.

    • Ich glaube, Du hast da eine sehr vorurteilsbeladene Einstellung gegenüber Gomez. Seit der Saison 2006/07 findest Du ihn konstant auf der ersten Seite der Torjäger, davon einmal auf Platz 2 und einmal auf Platz 3 (und diese Saison natürlich auf Platz 1). Selbst in seiner mit Abstand schwächsten Saison letztes Jahr hat er immer noch einen Toreschnitt von über einem Drittel pro Spiel gezeigt. (Lukas Podolski zum Beispiel taucht dieses Jahr zum ersten Mal in diesem Zeitraum in dieser Liste auf.) Dermaßen konstant gute Ergebnisse kannst Du nicht wegerklären: Das ist ein Toreschnitt pro Saison über die letzten 5 Jahre von 19 Toren! Gomez ist DER Topstürmer der Liga, punktaus.

      Richtig ist allerdings, dass er in der Nationalelf nicht richtig einschlägt (obwohl er auch dort eine Torquote von mehr als einem Drittel pro Spiel hat). Vielleicht ist das wirklich ein psychologisches Problem, das seine Wurzeln in der ungerechtfertigten massiven Schelte nach jenem versprungenen Ball in der EM hat, den ein Wesen mit menschlicher Physiognomie einfach nicht mehr im Tor unterbringen KONNTE. Vielleicht ist es eine Frage des Spielsystems oder der (immer noch) fehlenden Abstimmung mit den Laufwegen der Mitspieler. Das zu beurteilen, fehlt mir die Kompetenz.

      Aber Löw hat im Gegensatz zu Dir eben KEINE Tomaten auf den Augen. Deswegen nominiert er Gomez immer wieder, und deswegen setzt er ihn auch immer wieder ein, in der Hoffnung, dass der Knoten bei ihm endlich platzt. Klose – der übrigens seit seiner Torjägerkanone 2006 nicht mehr auf der ersten Seite der Torjäger auftaucht! – ist zwar immer wieder beim DFB trotz miserabelster Leistungen im Verein wie Phönix aus der Asche auferstanden, aber im Gegensatz zu einem wahren Phoenix besitzt er ein Verfallsdatum. Löw braucht einen Nachfolger für ihn, und es ist offensichtlich, dass dieser Nachfolger Gomez heißen wird.

      • Danke Andi, du hast mir dir Antwort erspart. Ich fasse es nicht wie sehr Gomez seit der EM in Ungnade gefallen ist bei den neutralen Fans (=nicht Bayern bzw VfB Fans)

        Die meisten die ihm die Klasse abschreiben können ihn irgendwie meist auch persönlich nicht ab, was es noch schwerer macht zu differenzieren.

    • …öhja: Übrigens hauen Deine Magic-Metaphern nicht hin. Mono-U ist nicht und war auch niemals ein „Hate-Deck“! Haterator (wie der Name erkennen lässt) war ein Hatedeck – eine Ansammlung von Karten, mit denen gezielt die im Metagame befindlichen anderen Decks angegriffen wurden, wobei in Kauf genommen wurde, dass man gegen Decks, die man nicht auf dem Radar hatte, mit einem Haufen unterdurchschnittlicher oder nutzloser Karten antrat. Mono-U hingegen ist ein Decktyp (gewesen, muss man ja wohl leider sagen), der tendenziell um so besser abschneidet, je vielfältiger und undifferenzierter das Metagame ist (und insbesondere gegen die meisten Rogue-Decks gut aussieht), aber Schwächen gegen manche sehr fokussierte Strategien hat.

      • Ich glaube du hast mich falsch verstanden/ich hab mich unklar asúsgedrückt.

        Der Mono U vergleich sollte hier sein, das
        man zwar eine noch so gute Strategie haben kann, aber manchmal einfach wegen spezifischer Fähigkeiten gegnerischer Spieler verliert.(Robben/Ribery in Topform [z.B. gegenüber Freiburg], früher Dzeko, Messi, Christiano Ronaldo).
        Mono U ist offensichtlich KEIN Hate deck. das wäre völliger quatsch das zu behaupten und wollte ich nie tun.

        zu Gomez:
        JA ich habe Vorurteile. ich muss den hier ja noch viel öfter ertragen (in den nachrichten), weil der hier so der „Local hero“ ist. Ich halte ihn ehrlich gesagt für ein arrogantes A******h.(vllt. issers nicht, aber er kommt so rüber)

        JA, Gomez hat dieses Jahr eine sehr gute Saison gespielt.
        Trotzdem können nicht ausschließlich Tore der Maßstab sein. Ehrlich gesagt für gefühlt die hälfte seiner Tore müsste er sich ernsthaft schämen wenn er sie nicht gemacht hätte (wie jeder Bundesligasieler eigentlich (Kuba, Kose im letzen Spiel).

        JA, Gomez hat sich verbessert, im Spiel ohne Ball, im Blockangriffsspiel(=nicht Konterspiel), das Bayern und der DFB praktizieren, den Weg frei pressen, was man bei Klose beim DFB extrem sieht. Trotzdem halte ich daran fest: er wird deutlich überbewertet (früher wars noch schlimmer), das hat nicht zwingend was damit zu tun das er schlecht ist.

        Deutschland hatte nur 4 Mittelstürmer „früher“. Klose, Gomez, Kießling und Helmes.
        Da war die nominierung schon nach ausschlussprinzip möglich.
        Ein möglicher Nachfolger von Klose wäre btw Schieber.

  2. Insgesamt treffende Analyse und eigentlich damals auch ein guter Tipp über den Saisonverlauf. Die Bayern kommen mir in deiner Analyse etwas zu gut weg, aber was soll’s.

    Was in den letzten 5 Jahren sehr seltsam ist: Eine Saison investieren die Bayern massiv, werden folgerichtig in der folgenden Saison Meister. Fahren die Investitionen enorm zurück um dann wieder massiv zu investieren. Entweder wollen die ihre Titel nicht verteidigen, haben nicht mehr Geld oder noch nicht darüber nachgedacht, ihre Transfers etwasgleichmäßiger zu gestalten… seltsam finde ich es schon.

  3. Ich bin bekanntermaßen auch kein Gomez-Freund und ich prophezeie, dass Mannschaften, in denen er trifft, zwar oben, aber nicht in der Spitze mitspielen werden. Dazu ist er zu sehr old-school-Stürmer.

  4. „…oder gar 1860 München.“

    Erklär Dich, Du pharisäischer Hobby-Nostradamus!

    • Es gibt halt im Profifußball ungefähr 30-40 Vereine, die der Ansicht sind, sie gehörten eigentlich in die Bundesliga. Mich nervt das – ganz besonders bei Klubs, die bereits einige Jahre lang ihre Chance gehabt haben, ohne sich aus (meiner subjektiven, versteht sich) Fan-Sicht dort unverzichtbar zu machen!

      Das sind eben so Klubs wie 1860 München, VfL Bochum, Energie Cottbus, FC St. Pauli, Arminia Bielefeld, Karlsruher SC, Hansa Rostock, Stuttgarter Kickers… oder halt auch der SC Freiburg. Warum sollte ich mir solche Langweilvereine in der Bundesliga wünschen? Was ist so falsch daran, wenn sie stattdessen in Liga 2, 3 oder 4 kicken? Und wieso braucht eine Stadt zwei Bundesligavereine? Deutschland ist da glücklicherweise nicht so zentralistisch wie andere Länder.

      Dass 1860 München nun gerade eine besonders unsympathische Historie hat – na gut, Schwamm drüber, das ist ja bald 80, oder zumindest 50 Jahre her. Aber vielleicht kannst Du mir ja erklären, wieso jemand, der nicht entsprechend sozialisiert (oder in Neu-Denglish „gebrainwashed“) wurde, diesen Verein mögen sollte?

      Der FC Bayern hat sich seit den 70er Jahren mit erfolgreichem und schönem Fußball in mein Herz gespielt. Mit gewissen Abstrichen gilt dies auch für Dortmund, den HSV, Werder Bremen, den VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen. Mannschaften wie Kaiserslautern, Mönchengladbach Nürnberg & Schalke 04 besitzen eine große Tradition und haben außerdem auch in jüngerer Zeit gelegentlich überraschende Erfolge und schönen Fußball geboten. Größeren Städten wie Hannover, Frankfurt und Berlin (seufz), aber auch Düsseldorf, Dresden oder Leipzig gönne ich gerne Erstligamannschaften – ich mag es, wenn die Bundesliga die wichtigsten deutschen Städte abdeckt. Und Mainz präsentiert sich bereits seit Jahren als durch und durch sympathischer Verien.

      Mit 1860 München wiederum verbinde ich eine eher mäßige, dafür aber zwiespältige Tradition, sowie „kampfbetonten“ Gurkenfußball, Serien von Skandalen und Misswirtschaft. Nun wird der Verein auch noch von einem Investor aus dem Jemen gekauft…

      So – und jetzt Du!

  5. Genau, Werksmannschaften wie Leverkusen und Wolfsburg oder hochepäppelte Hoffenheimer gehören in die Bundesliga, und Dresden und Leipzig – weil wir schon beim Gurkenfussball sind. Auch wenn Mainz sympathisch ist, muss es deswegen in die 1. Liga? Da könnte man auch Unterhaching wieder ausbuddeln. Die meisten der von uns Genannten haben im Gegensatz zu Sechzig nie an der Schale gerochen – soviel zur Tradition. Die dunklen Kapitel hast Du bei Werder, Schalke und dem Vfb natürlich hübsch ausgeblendet.

    Was sozialisiertes Hirnwaschen angeht schauen wir uns mal Schalke an oder eben die Bayern … und sag‘ Du mir mal, warum jemand aus Berlin – ach, Hertha – die Bayern mögen sollte? Sozialisierung oder einfach gute Vermarktung? Guten Fussball spielen die Bayern, weil sie gute Fussballer kaufen können. Wie sympathisch. Hättest Du das letzte Derby Bayern-’60 gesehen, mit dem sympathischen Ribery als holzende Oberschwalbe und den Kampfgeist der Sechzger dagegen – was soll man da an den Bayern mögen? Ihr Geld … hm. Aber die Jugendspieler des Vereins, die unsere Volldeppen zu Schleuderpreisen weggeben um den Sprit zu zahlen, die nimmt die Bundesliga gerne.

    Aber egal, ich red mich nur in Rage ;) Ist offensichtlich Ansichtssache und Sache der Wahrnehmung. Vielleicht sogar der Sozialisierung. Wenn Du Deinen Verein FC Rosine nach Erfolgskriterien bundesweit rauspickst ist das Deine Sache und schön für Vereine wie die Bayern. Ich bin da erdiger, lokaler – zumindest im Fussball – und meinem Verein auch in der Regionalliga und bei schlechtem Wetter treu. Und seine Fans machen Pauli, den Klub und ’60 für mich sympathischer als den Bayern, HSV oder Hertha.

    Ja, bei den Sechzgern war einiges gewaltig daneben und wenn man einen Trottel sucht findet man ihn garantiert in seinem Management, aber mit fussballerischer Tradition, mangelndem Potential oder Sympathie brauchst mir nicht zu kommen, genausowenig wie mit einer Städtequote. Wenn Du schon meinst, Bundesliga-Berechtigungsscheine ausgeben zu müssen.

    Das mit dem Investor schau ich mir erstmal an. Schlechter kann’s auch nicht werden. :P

    • Ich sage ja nicht, dass irgendjemand den Verein in seiner Region nicht unterstützen sollte, und ich erwarte ja auch nicht, dass jemand aus „abstrakten“ Argumenten plötzlich Fan eines anderen Vereins wird, aber die Frage lautete doch: Warum soll ICH München 1860 mögen?

      Wolfsburg kann von mir aus gerne absteigen, da habe ich auch keine Sympathien. Leverkusen hingegen ist aus dem „Werksmannschaftstum“ schon eine Weile heraus und spielt seit über 30 Jahren gutklassigen Bundesligafußball, und was das „Hochpäppeln“ der Hoffenheimer angeht, so bin ich immer wieder erstaunt, wie vorbildliche Aufbauarbeit in Jugend- und Breitensport so negativ gesehen werden kann! Aber auch Hoffenheim muss ich nicht (mehr) in der Bundesliga haben.

      Du musst meine Argumente auch nicht vermischen. Gewiss gehören Dresden und Leipzig nicht wegen des Fußballs, den sie zur Zeit spielen, in die Bundesliga, aber es ist eben ärgerlich, wenn diese Städte gar nicht darin vertreten sind. Gewiss ist Mainz keine Erfolgs- oder Traditionsmannschaft, aber eben die sympathischste Mannschaft im Profifußball – nicht zuletzt eben deswegen, WEIL sie akzeptiert, dass sie keinen Stammplatz im Bundesligateam einfordern kann! Und natürlich haben viele Klubs dunkle Kapitel, und ich bin beileibe kein Fan irgendeines Vereins DESWEGEN. Der TSV versagt aber schlicht in JEDEM Punkt, der einen Verein für einen Außenstehenden interessant macht.

      Warum man die Bayern mögen sollte? Weil sie erfolgreichen Fußball spielen, von dem die ganze Liga über die Fünfjahreswertung profitiert. Weil sie attraktiven Fußball spielen, von dem die ganze Liga mit vollen Stadien profitiert. Weil sie die Jugendarbeit nicht vernachlässigen. Weil sie die Mannschaft mit der größten Tradition in Deutschland sind. Und vor allem, weil sie finanziell SOLIDE arbeiten, ohne sich zu überschulden, und ohne sich an onimöse Investoren zu verhökern! Die Spanier (oder eher die Katalanen) können darauf stolz sein, wie der FC Barcelona Fußball spielt, aber wir können beim FC Bayern darauf stolz sein, wie dieser Verein wirtschaftet!

      München 1860 und der FC Bayern hatten in den 60ern sehr ähnliche Ausgangspositionen. Die 60er sogar noch eine bessere, da sie in die Bundesliga aufgenommen wurden, und die Bayern nicht. Beide haben damals vom Bau des Olymmpiastadions profitiert. Die Bayern haben diese Chance ergriffen, zu einem deutschen Spitzenverein zu werden, die 60er nicht.

      Und nein, ich interessiere mich als mehr oder weinger neutraler Zuschauer (nicht nur deswegen habe ich Probleme mit dem Wort „Fan“) nicht für „Erdigkeit“ in der höchsten deutschen Spielklasse. Ich will Niveau sehen, und ich will internationale Konkurrenzfähigkeit – DAFÜR ist die erste Liga da! „Erdigkeit“ und Lokalkolorit passen auch wunderbar in die Ligen darunter, und ich sage es noch einmal: Eine Fan-Szene, die ich als „sympathisch“ akzeptieren soll, unterstützt ihren Verein eben auch in diesen Ligen!

      Ich will in der Bundesliga internationalen Topfußball sehen – und zwar von wirtschaftlich gesunden Vereinen – und ich wünsche mir eine einigermaßen faire Verteilung dieser Vereine über die Landkarte. „Erdige“ Vereine mit starker lokaler Verwurzelung, die „Fußball mit Herz“ spielen, sind hingegen wunderbar dafür geeignet, die Ligen 2 bis 4 interessant zu gestalten (jedenfalls weit besser, als irgendwelche Reserveteams). Und die Aufregung von zwei heißen Derbys pro Jahr, bei denen St. Pauli oder München 1860 ihr Letztes gegen den verhassten Rivalen geben, ist es nicht wert, solche Klubs eine gesamte Saison hindurch im Oberhaus ertragen zu müssen, wo ihre Aufgabe sich darin erschöpft, ab und zu einem „großen“ Team (sprich: einem, welches dorthin gehört), das gerade eine kleine Krise hat, „ein Bein zu stellen“.

      • Na schön, da kommen wir nimmer z’samm. Macht auch nix. Ist ja nicht so, dass ich die Sechz’ger partout in der Ersten sehen muss. Im Gegenteil. Es ging mir darum: Ein Verein „gehört“ nicht in eine bestimmte Liga, das entscheidet die Leistung – und zu einem guten Teil die auch wirtschafliche. Was Du Dir oder ich mir da wünsch‘ ist vermutlich unbedeutend (leider).

        Sei’s drum, ich halte viel vom FCB und Bayern-Bashing liegt mir nicht. Aber etwas weniger Arroganz, die bei Dir auch durchscheint, dürft’s schon sein. Also lass bitte mal Deinen fehlerhaften und historizistischen Traditions-Schmarrn („größte Tradition“, aha.) und Deine geographischen Quoten-Vereine aus der Diskussion raus, dann kommen wir uns schon näher. Dann sind wir nämlich bei Leistung: Nein, die Sechz’ger versagen nicht in jedem Punkt, die Jugendarbeit ist z.B. hervorragend. Bislang konnte man sich davon auch nix kaufen, aber wir sind ja jetzt jordanisch.

        Und Nein, Du musst sie auch nicht mögen. Wenn ’60 der letzte Verein für Dich ist, den Du in der Bundesliga sehen willst, ist das Dein Bier. Ich bin darum froh, daß Deine Wünsche nicht ausschlaggebend für die Leistung der Profivereine sind (Meine leider auch nicht). Aber Deine Argumentation fand ich lausig – gefällt mir überhaupt nicht. Nix für unguat. ;)

        Flasche leer. Fechten wir anderswo weiter.

  6. Gar keine Vorschau?
    Und ich prophezeie Dir, dass auch dise Saison Gomez wieder das Problem sein wird. Das bayrische Gespiele heute war wieder extremst ausrechenbar.

    • Am Ende dieses Artikels findest Du doch meine (Mini-)vorschau.

      Und ich habe jetzt das Spiel Bayern-Gladbach nur in der Zusammenfassung gesehen und die Berichte gelesen, aber ich kann nicht nachvollziehen, wie Du daraus Diene Schlüsse ziehst. Bayern war zwar nicht besonders stark, aber immer noch die klar bessere Mannschaft. Gladbach hatte fast keine Offensive und nur durch den doppelten Defensivpatzer der Bayern ein Tor erzielt, während die Bayern deutlich mehr Chancen hatten, und ihnen ein reguläres Tor von Müller aberkannt wurde. Inwieweit die Niederlage die Schuld von Gomez sein soll, ist mir auch zu hoch.

      Nach ein paar Spieltagen mehr können wir ja über die Stärken und Schwächen der Mannschaften diskutieren. Eine einzelne Partie, die durch eine Kombination aus Verkrampftheit und Pech verloren wurde, taugt mir da nicht zu einer Analyse.

      Eine allgemeine Anmerkung will ich aber machen: Klopp und Heynckes befinden sich in unterschiedlichen Situationen. Klopp konnte seine Mannschaft formen, Heynckes hat eher einen Setzbaukasten zur Verfügung (wenn auch mit Einzelstücken hervorragender Qualität). Das bringt unterschieliche Vor- und Nachteile mit sich.

  7. Das ist ja das Problem: man kann Gomez keine Schuld geben. Deswegen wird er auch immer weiter spielen und auch immer wieder mal Kopfballtore machen. Aber er paßt einfach nicht in das auf Spielfreude angelegte 4-2-3-1-System. In solch einem System muß der Stürmer seinen vorhandenen Raum (er ist ja der einzige da vorne) durch viel Laufen und kluge Positionswechsel nutzen und nicht nur ständig vor dem Tor auf die Flanke warten.
    Zum gestrigen Spiel: über das Müller-Tor kann man zurecht diskutieren, dann aber auch über das nicht gegebene Gladbacher Tor (wo sich Schweinsteiger mehr fallenläßt, Carmago hat da nicht die Hände oben). Und Neuer hat zwar einen Ausflug bitter bezahlt, ein anderes Mal aber in ähnlicher Situation in höchster Not gerettet.

    • Ganz ehrlich: Ich sehe da sogar noch weniger das Problem bei Gomez, als bei dieser unbedingten Ausrichtung der Offensive auf die Flügelzange! Die ist es nämlich, welche die Angriffe der Bayern oft berechenbar macht. Robbery sind beides exzellente Ballkünstler, aber sie neigen zu Sololäufen anstatt zu Kombinationen. Bei der Nationalmannschaft fehlen uns solche superschnellen Flügelzangenspieler, und deswegen laufen Angriffe viel variabler ab, und letztlich ist es egal, wer genau das Tor schießt. Gomez macht sein Ding, und er macht es gut – wenn er mal nicht an einem Angriff beteiligt ist, dann geht es auch ohne ihn (wobei er ja trotzdem immer die zentrale Defensive des Gegners bindet). Und wenn er an Angriffen beteiligt ist – also mal ehrlich, Torschützenkönig der Bundesliga spricht doch nun wirklich Bände!

      Mich stört eben, bei aller Liebe zu den teilweise genialen Aktionen der beiden, dass Robbery am Ball zu häufig bedeutet, dass die Ballstafetten enden und durch Soloaktionen ersetzt werden. Dadurch ist das Angriffsspiel der Bayern zu sehr von der Tagesform der beiden abhängig. Sind sie bei >= 95%, dann brillieren sie. Sind sie bei < 95%, dann bleiben sie zu oft hängen, und das Angriffsspiel der Bayern steckt fest. Die Offensive der Bayern war immer dann am stärksten, wenn Robbery sich auch an Kombinationen beteiligt haben. Gomez Aufgabe ist es ja nicht nur, Tore zu machen (was er TUT), sondern auch die gegnerische Abwehr zu beschäftigen. Dabei ist es nicht nur nicht zwingend, sondern gar nicht einmal besonders sinnvoll, ihn in die Kombinationen selbst einzubinden.

      Aber geben wir der Mannschaft einfach einmal ein paar Spiele Zeit, und schauen wir dann weiter.

  8. Genauso wie Du mir mein Gomez-bashing vorhälst, kann ich Dir aber auch Dein ballack-Bashing vorhalten. Das Tor soeben war nun wirklich Varianz und keinerlei Können.

    • Ich übe keine sachliche Kritik an Ballacks Leistung (ich habe ihn auch schon ewig nicht mehr spielen sehen), auch wenn er ganz offensichtlich schon seit Ewigkeiten nicht mehr annähernd in seiner alten Form ist. Ich gönne mir nur ein wenig Häme gegenüber denjenigen, die der Meinung waren, Ballack gehöre auf Grund seiner früheren Verdienste in die Nationalmannschaft, und mit ihm wäre Deutschland Weltmeister geworden. Oh, und auch ein bisschen gegenüber Ballack selbst, der offensichtlich nicht in der Lage ist einzusehen, dass nicht ER bestimmen kann, wann seine Zeit als Topspieler vorbei ist…

      Allerdings finde ich es schon bemerkenswert, wenn ein Spieler in der Ballack-Position & mit seiner Verantwortung 83 Minuten auf dem Feld steht und in den Spielereignissen im Liveticker nicht ein einziges Mal erwähnt wird. Und wenn dann der für ihn eingewechselte Spieler das entscheidende Tor vorlegt, dann ist das gewiss auch Varianz – oder eben Karma.

      • Ich äußere mich nicht mehr zu Gomez. Das habe ich bereits getan.

        Beispiel: HSV vs. Dortmund:
        Sven Bender ist in 0 Berichten und 0 wiederholungen aufgetaucht und ist auch im live kommentar praktisch nicht erwähnt worden.
        Er hat quasi das für seine position best-mögliche spiel gemacht.
        Ich habe das beobachtet, er hat tatsächlich brilliant gut gespielt.
        Ein nicht-auftauchen muss nciht ein schlechtes Zeichen sein und Leverkusen aht genug spieler die das spielerische moment ersetzen können.
        1-2 Bender-mäßige spiele würden Ballack vielleicht ganz gut tun, aber das wird vermutlich nicht vorkommen.


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