dream noir

Diese Nacht habe ich einen für meine Verhältnisse vergleichsweise kohärenten Traum gehabt. Urteilt selbst:

Ich sah eine Folge einer TV-Serie, die schon eine Weile läuft, die ich bisher aber ignorierte, weil darin Disney-Figuren Rollen spielten (in einer Realfilm-Serie, wohlgemerkt), was ich für albern hielt.

Die Hauptfigur war Donald – ein kleiner Versicherungsangestellter, der sich in seiner Freizeit mit Fantasy-Rollenspielen befasst. In der letzten Folge hat er seine Kollegen und Chefs zu einer Runde eingeladen, und überraschenderweise haben sich alle amüsiert, anstatt sich über ihn lustig zu machen, was dieser Folge ein sehr versöhnliches Ende gab, nachdem Donald sich zuvor in der Versicherungswelt als völliger Fremdkörper begriffen hatte.

Seine Mitarbeiter und Mitrollenspieler:

Ein namenloser Sachbearbeiter (ab jetzt Herr X), der dienstälter als Donald und daher sein Vorgesetzter ist. Er arbeitet hart, um seine Familie zu ernähren, hat aber keinerlei Ambitionen auf eine Karriere. Er ist liebenswert, aber unendlich langweilig.

Die Abteilungsleiterin, eine unattraktive Mittvierzigerin, die single ist und komplett in ihrer Arbeit aufgeht. Sie macht ständig Überstunden, und wenn sie sich nicht mit ihren Aufgaben ausgelastet fühlt, putzt sie eigenhändig die Büroräumlichkeiten, um das Putzpersonal zu entlasten und für alle eine angenehmere Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Der „Freak“, ein seit einem tragischen Unfall schwer behinderter Mann, der nur noch mit Hilfe zahlreicher technischer Implantate sprechen und sich bewegen kann und nur aus Mitleid noch in der Firma beschäftigt ist und dort alte Akten sortiert, obwohl diese Arbeit eigentlich gar nicht gebraucht wird.

Außerdem gibt es folgende Personen, die nicht an Donalds Spielrunde teilgenommen haben: Goofy, der das Putzpersonal der Firma darstellt und von den Mitarbeitern der Firma wegen seiner seltsamen und etwas raubeinigen Art gemieden wird – mit Ausnahme von Donald, der sich immer ein wenig Zeit nimmt, um sich freundlich mit ihm zu unterhalten. Und dann ist da noch die junge, hübsche (und natürlich dunkelhaarige) Frau Y, die in der Cafeteria arbeitet, und zu deren Aufgaben es auch gehört, mit Sandwiches und Kaffee durch die Abteilungen zu fahren. Donald ist in sie verschossen, stellt aber gerade erst die ersten Kontakte her.

Der Handlung der aktuellen Folge (ich bin Fernsehzuschauer, aber gleichzeitig irgendwie auch immer wieder als Donald mitten drin in der Handlung) beginnt damit, dass die Abteilungsleiterin Herrn X anweist, einen Fall von potenziellem Versicherungsbetrug aufzuklären – ein Versicherter, der eine Invalidenversicherung abgeschlossen hat, und bei welchem der Versicherungsfall gerade eingetreten ist. Herr X untersucht diesen Fall mit exzessiver Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit und gelangt zu dem Schluss, dass alles in Ordnung ist, und der Versicherte einen legitimen Auszahlungsanspruch besitzt. Er teilt dies der Abteilungsleiterin mit, die ihm jedoch klar macht, dass sie das nicht interessiere, und dass seine Aufgabe ausschließlich darin bestünde, Beweise dafür zu finden – und nötigenfalls zu fälschen – dass ein Versicherungsbetrug vorliegt.

Herr X weigert sich zunächst, stellt dann jedoch fest, dass sie ihn wegen irgendwelcher in meinem Traum nicht näher spezifizierten kleineren Vergehen in der Hand hat, die sie heraus gefunden hat, als sie angeblich „geputzt“, in Wirklichkeit jedoch mit genau diesem Ziel herum geschnüffelt hatte. Sie macht ihm Druck, und er kehrt zu seiner Arbeit zurück. Donald fragt ihn, was los ist, und Herr X berichtet es ihm. Der schockierte Donald bietet ihm Hilfe gegen die Abteilungsleiterin an, aber er weist ihn schroff zurück und macht von seiner Stellung als Donalds Vorgesetzter Gebrauch, indem er diesen dazu verdonnert, am Wochenende Überstunden zu machen und die nötigen Akteneinträge zu manipulieren.

Donald ist entsetzt und beschließt, seine Chefin zu belauschen und herauszufinden, was genau sie eigentlich gegen Herrn X in der Hand hat. Er benötigt dazu die Hilfe von Frau Y, die es ihm ermöglicht, heimlich in das Büro der Abteilungsleiterin einzudringen, obwohl er um ein Haar dabei erwischt wird. Er hört ein Telefongespräch der Abteilungsleiterin mit dem Chef der Versicherung – Dagobert, natürlich! – in welchem dieser die Abteilungsleiterin anweist, falls Herr X diese Angelegenheit nicht zu seiner Zufriedenheit erledige, den „Freak“ einzuschalten, da ein toter Versicherter nicht an der letzten vor der Auszahlung notwendigen medizinischen Untersuchung teilnehmen könne. Die Abteilungsleiterin schluckt ein wenig, kontaktiert diesen aber sofort und teilt ihm mit, dass er sich schon einmal bereit zu halten habe. Es stellt sich heraus, dass der „Freak“ von den in ihn implantierten Apparaturen nicht nur am Leben erhalten wird, sondern dadurch auch zu einer Killermaschine geworden ist, und dass der Unfall, welcher sein Gehirn teilweise zerstört hat, ihm auch jegliches Mitgefühl genommen hat.

In der Zwischenzeit spricht Frau Y mit Goofy und verrät diesem, was Donald gerade tut. Man hört nicht genau, was dieser antwortet, aber er kommandiert sie streng und brutal herum, und sie gibt sich unterwürfig, ängstlich und gehorsam.

Nach Arbeitsende geht Donald aufgewühlt und unentschlossen, was er nun tun soll, nach Hause und trifft dabei Frau Y. Diese flirtet mit ihm und lockt ihn in eine abgelegene Seitengasse. Dort bittet sie ihn dann um Entschuldigung, aber er würde gewiss nicht wollen, dass ihr etwas zustoße, und sie habe keine andere Wahl. In der Gasse taucht dann Gerwald Brunner auf (ja, genau, der von der Piraten-Partei mit dem angewachsenen Kopftuch und Blaumann – den kenne ich noch von früher!) Donald erinnert sich, dass dieser von allen als geistig zurück gebliebener, gemeingefährlicher Schläger behandelt wird, obwohl er sich seines Wissens nie etwas zu Schulden hat kommen lassen. Gerwald prügelt ihn krankenhausreif und sagt ihm dann, dass er hoffentlich die Botschaft verstünde. Donald bleibt blutend und schwer verletzt liegen. Frau Y wirft ihm noch einen mitleidigen Blick zu und geht dann, um Goofy Bericht zu erstatten.

Die Folge ist zu Ende, und ich denke mir: „Wow – ich hätte nicht gedacht, dass diese Serie so tief- und abgründig ist! Ich hätte sie besser von Anfang an sehen sollen…“

Oh, und irgendwann zwischendurch bin ich auf einem WC und kann nicht mit Pinkeln aufhören, obwohl die Toilette bereits überläuft. Zwar kann ich das auch mit dem besten Willen jetzt im Wachzustand nicht mehr in die sonstige Handlung integrieren, aber während ich träumte, ergab alles natürlich perfekten Sinn!

Tja, so etwas träume ich also. Jetzt wisst Ihr’s.

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Published in: on Oktober 14, 2011 at 1:12 pm  Schreibe einen Kommentar  
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