Wieder einmal Flashgames-Empfehlungen: Paul and Percy

Ausgerechnet damit beende ich also meine lange Blog-Pause? Aber warum nicht? Auch andere Einträge werde ich bald wieder verfassen, und vor allem werde ich die Anstalt von Arkheim fortsetzen, aber dies ist ein Neubeginn so gut wie jeder andere. Weswegen ich so lange pausiert habe – nun, um ein eben so nerviges wie treffendes Mem zu nutzen: Aus Gründen. Das Blog als Veröffentlichungsform hat sich längst weit über seinen Ursprung als öffentliches Netztagebuch hinaus entwickelt, und ich habe von Anfang an mein Privatleben hier nicht generell thematisiert (natürlich tauchen immer wieder ausgesuchte Aspekte auf). So wird es auch bleiben. Wichtig ist nur: Eine Zeit lang ging hier nichts, aber jetzt soll es wieder weitergehen.

Im Titel steht „wieder einmal“, weil ich bereits zwei entsprechende Einträge verfasst habe, auch wenn dies bereits einige Jahre her ist. Hier ist das Link zum vorigen Teil, welches wiederum ein Link zum ersten enthält, der allerdings als allgemeiner Eintrag beginnt und erst am Ende einzelne Spiel-Rezensionen verlinkt. Nicht alle Links zu den Spielen selbst funktionieren noch, aber vielleicht hat sich auch nur das Verhältnis zwischen den Spezifikationen der Seiten, auf denen sie zu finden sind, und meinen Browser-Einstellungen geändert – Sola Rola zum Beispiel kann ich aus irgendeinem Grund bei verschiedenen Anbietern weder mit Firefox noch mit Chrome mehr spielen, den Kommentaren dort entnehme ich jedoch, dass dies manchen, aber nicht allen ebenso geht.

Ich kehre erst einmal zu dem Prinzip zurück, jedem Spiel einen eigenen Eintrag zu widmen, bis es sich lohnt, sie noch einmal gesammelt vorzustellen. Ich beginne mit einem Spiel, das mich gerade in jüngster Zeit wieder um meinen Schlaf gebracht hat, als ich es wiederentdeckte:

Paul and Percy

Dies ist ein liebevoll gemachtes, witziges, skurriles Logikrätselspiel im Jump&Run-Gewand. Es benutzt im Gegensatz zu vielen pseudo-physikalischen Spielen sehr einfache Elemente (hauptsächlich verschiebt man würfelförmige Blöcke), was ich als sehr angenehm empfinde, da es die Rätsel elegant macht, wartet aber mit einem sehr innovativem Spielprinzip auf: Man steuert abwechselnd zwei Figuren, die sich in gegenüberliegenden Bildschirmhälften befinden, welche entgegengesetzt orientiert sind: Für beide ist die Bildschirmmitte „unten“. Allerdings können Objekte (nicht jedoch die Spielfiguren) durch diese Mitte hindurch gestoßen werden, was bei der Lösung der Aufgaben (es geht darum, Paul und Percy beide jeweils auf ein Portalfeld zu bringen) meist von zentraler Bedeutung ist. Ich denke, man muss Paul and Percy angespielt haben, um wirklich zu verstehen, wie die Bewegungsabläufe darin funktionieren, und das will ich Euch auch empfehlen! Die Steuerung ist ein klein wenig unintuitiv, und wenn man genervt von seiner eigenen Unfähigkeit, die Lösung zu finden, Bewegungsabläufe immer schneller durchführt, dann vertippt man sich recht leicht – zumindest geht es mir so – obwohl Pfeiltasten und Leertaste durchaus die optimale Belegung darstellen, aber die ungewohnte Orientierung der Spielfiguren bringt einem die Finger doch immer mal wieder durcheinander.  Glücklicherweise scheint das auch den Machern aufgefallen zu sein, die möglicherweise deswegen die unheimlich nützliche „Zug zurück“-Funktion implementiert haben, die man beliebig oft nutzen und mit der man beliebig weit zurück gehen kann, und die man natürlich auch gebrauchen kann, um alternative Ansätze zu erproben, wenn man einen Level nicht komplett neu beginnen will (was natürlich ebenfalls möglich ist).

Insgesamt bietet Paul and Percy 43 Level, die von moderater Schwierigkeit (soll heißen, einfach, sobald man das Prinzip verinnerlicht hat) bis hin zu ziemlicher Kniffligkeit reichen… wenn man sie einfach nur bewältigt. In einigen Leveln jedoch befinden sich schiwerig zu erreichende Kekse, die man natürlich einsammeln möchte, und außerdem kann man sich bei effizienter Bewältigung (also in möglichst wenigen Schritten) Silber- und Goldmedaillen verdienen. Im Hauptmenü gibt es zwölf Achievements, die aber im Wesentlichen den Fortschritt insgesamt, sowie beim Einsammeln der Kekse und beim Erwerb der Goldmedaillen anzeigen – die übrigen Dinge passieren nebenher und/oder sind ohne Schwierigkeit erreichbar. Die Level sind entlang eines sich verzweigenden Pfads angeordnet, was bedeutet, dass man sie nicht direkt anwählen kann, sondern erst den Weg dorthin zurücklegen muss, indem man die vorigen Level bewältigt, wobei man allerdings einige Level auslassen kann, wenn man möchte (aber warum sollte man das wollen?) Natürlich merkt sich das Spiel den Fortschritt, den man macht, wenn man es später wieder aufruft. Leider gibt es darin ein paar Bugs, die alle mit dem vorletzten Level zusammenhängen (und die auch von Herstellerseite bestätigt wurden – ich bin nicht einfach nur zu blöd!): Einmal ist es unmöglich, darin eine Gold- oder Silbermedaille zu erringen, weil die dafür geforderte Zahl Schritte versehentlich (viel) zu niedrig angesetzt wurde. Zum anderen zählt dieser Level, auch wenn man ihn bewältigt und sich somit zum letzten Level vorgearbeitet hat, nicht für das Achievement „alle Level bewältigt“, und verhindert somit gleich das Erringen zweier Achievements (das andere ist „alle Goldmedaillen eingesammelt“). Schließlich gibt es darin noch eine Zugmöglichkeit, die den Level einfrieren kann.

Das ist alles einigermaßen ärgerlich (und das versprochene Update des Spiels, in dem diese Bugs behoben werden sollen, habe ich bislang noch nicht entdeckt), aber nicht wirklich schlimm, wenn man Folgendes weiß: Die Minimalzahl an Zügen, in denen man diesen Level bewältigen kann, ist 82 (und wenn man ihn erst einmal geschafft hat, kriegt man das auch hin), und der Zug, der ihn einfriert, ist sowieso sinnlos (dass ich ihn überhaupt gemacht habe, beweist, wie verzweifelt ich war, bevor ich von dem Bug erfuhr, der das Erreichen der Goldmedaille unmöglich macht). Mit 82 Zügen habt Ihr Euch also Eure Goldmedaille verdient, auch wenn es Euch nicht angezeigt wird! Ich habe Paul and Percy zwei Mal durchgespielt: Einmal, um alle Kekse zu finden und alle Level zu bewältigen, was ich durchaus als eine gewisse Herausforderung in Erinnerung habe, und dann (Monate, wenn nicht Jahre später) ein zweites Mal, um alle Goldmedaillen zu erringen, was mich nahezu in den Wahnsinn getrieben hat, weil ich immer wieder ein oder zwei Züge zuviel hatte und keinen Weg mehr wusste, meinen Lösungsweg zu optimieren, bis ich schließlich doch noch einen anderen fand. (Übrigens kann man die für eine Goldmedaille geforderte Zugzahl gelegentlich noch unterbieten!)

Paul and Percy ist insgesamt ein geniales und fesselndes Spiel mit einem Grundprinzip, dem ich noch nirgends anders begegnet bin – absolut empfehlenswert!

(Die übrigen Einträge in der dritten Auflage dieser Reihe:

Radioactive Jack, Hungry Snail & Test Subject Blue

Frog Dares, William and Sly 2 & Leila and the Magic Ball

Deflector, Star Battle

I Remain, The Tin Soldier

Traverse, Cube Droid & Gravistation 2

Legends of Kalevala & Steam Birds)

Später hinzu gekommen:

Ripple Dot Zero

Transmorpher 2

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Published in: on Januar 10, 2013 at 6:38 pm  Comments (1)  
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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Freut mich hier wieder was zu lesen. Gerade auf die Fortsetzung der Anstalt freue ich mich schon sehr auch wenn ich mich wegen der langen Pause denke ich nochmal durch die letzen EInträge durchlesen muss.


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