Weitere Flashgames-Empfehlungen: Frog Dares, Leila and the Magic Ball & William and Sly 2

Ich setze meinen aktuellen Schwung Flashgames-Empfehlungen fort, heute mit einigen besonders „schönen“ Spielen:

Frog Dares:

Technisch gesehen ist dies ein Jump&Run Shooter, aber die Umsetzung ist weit entfernt von den typischen Ballerspielen dieses Genres (nicht, dass die nicht auch Spaß machen könnten): Man spielt in einer wunderschönen Grafik und vor einer ebenso schönen Soundkulisse einen Frosch, welcher sich in idyllischer Umgebung auf die Jagd nach Insekten und anderem Gewürm, sowie auf die Suche nach Schätzen macht. Man läuft und springt mit den Pfeiltasten, und „schießt“ seine Fangzunge mit „X“ ab – das ist übrigens ein kleiner Mangel: Die Steuerung wäre noch viel angenehmer, wenn man die Zunge mit der Leertaste abfeuern könnte, aber diese ist unnötigerweise als Sprungtaste mit dem Pfeil nach oben parallel gelegt. Es gibt zwei Schwierigkeitsstufen, aber ich empfehle Euch, gleich mit der schwierigeren zu beginnen: Sie ist zwar ein wenig fordernder, aber durchaus machbar, und unterscheidet sich nicht so stark von der leichteren, dass das Spielgefühl sich merkllich unterschiedet. Die Gefahrensituationen des Spiels machen auch nicht seinen primären Charakter aus, wenn sie auch allgegenwärtig sind. Stattdessen besteht der hauptsächliche Spaß darin, die bunten und teilweise verzwickten Level zu erkunden, in denen die möglichen Wege dank ungewöhnlicher Transportmethoden wie Katapultpflanzen, schwebenden Wölkchen und aufsteigenden Wasserblasen nicht immer offensichlich zu erkennen sind, und wo es abgelegene geheime Bereiche zu finden gibt. Neben Schätzen und Feinden kann man Lebenskraft in Form von Herzchen, Zungenverlängerungen als Zuckerstangen und in manchen Leveln eine Pepperoni finden, welche die Sprungfähigkeiten des Froschs kurzzeitig verstärkt und damit das Erreichen ansonsten unzugänglicher Orte ermöglicht. Diese Orte sind übrigens die einzigen, die man endgültig (also, ohne den Level neu zu starten) verpassen kann, da die Pepperoni nicht nachwächst – alle anderen Wege kann man so lange absuchen, bis man alles gefunden hat, was es zu finden gibt.

Prinzipiell kann man Level beenden, indem man ein bestimmtes Ziel erreicht und gegebenenfalls vorher eine Aufgabe erfüllt hat, so wie alle Feinde zu fressen oder alle Juwelen einzusammeln, aber natürlich möchte man in jedem Level die Platin-Medaille der Vollständigkeit erhalten, die es gibt, wenn man alles gefressen und gefunden hat, was vorhanden ist. Insgesamt gibt es 14 Level, die an Länge und Komplexität langsam zunehmen. Der erste ist allerdings lediglich ein Tutoriumslevel, und der siebte und vierzehnte sind „Big Bad“ – Level, in denen es nur darum geht, einen besonderen, übermächtigen Gegner zu besiegen.

Frog Dares ist einfach toll – ein Augen- und Ohrenschmaus, sowie ein phantastisches Spielerlebnis! Unter dem feindlichen Gewürm sind die Mücken die eigentlichen Gegner, deren Bewegungsmuster einen in den Wahnsinn treiben können – die anderen sind im Wesentlichen bewegliche Hindernisse. Das Spiel täuscht einen ein wenig, was seinen Schwierigkeitsgrad angeht, wohl auch durch seine reizende Ausgestaltung – man fühlt sich nie wirklich überfordert, und man kann auch mehrere feindliche Treffer hinnehmen, bevor man stirbt, aber irgendwie erwischt es einen doch immer mal wieder, wenn man sich nicht konzentriert. Die Level sind frei anwählbar, sobald man sie freigespielt hat (für beide Schwierigkeitsgrade separat). Es gibt auch einen Gesamtscore, der jedoch Unsinn ist, da er sich durch erneutes Spielen der Level erhöht, sowie Achievements, die aber letzlich nicht mehr als Meilensteine sind. Insgesamt ist Frog Dares ein spaßiges, entspannendes Spiel, das man jedoch nicht unterschätzen sollte, indem man rasch zwischendurch einen Level durchzuspielen plant.

William and Sly 2:

Wie der Name schon verrät, handelt es sich hier um den Nachfolger des Spiels William and Sly. Das habe ich auch einmal gespielt, kann es aber nicht im gleichen Maß empfehlen – sowohl Ausgestaltung als auch Gameplay waren eher mäßig. Der zweite Teil hingegen ist damit kaum zu vergleichen – eine fantastische, märchenhafte Grafik mit passenden Klängen, sowie ein reibungsloser und unterhaltsamer Spielverlauf machen ihn zu einem herrlichen Spielerlebnis. Man spielt einen Fuchs, der sich auf die Suche nach Pilzen und Seiten eines Tagebuchs macht, und in einem weitläufigen und unübersichtlichen Areal verschiedenen magischen Orten und Objekten begegnet, die es ihm erlauben, verschiedene Missionen zu erfüllen, wofür er wiederum Belohnungen erhält, die ihm diese Aufgabe erleichtern bzw. überhaupt erst ermöglichen sie zu vollenden. Das sind die Befreiung vierer in Frost eingeschlossener Feengeister, die Freilegung vierer magischer Steine, und die korrekte Platzierung vierer magischer Heiligtümer. Man kann diese Aufgaben in beliebiger Reihenfolge beenden. Wirklich notwendig ist nur die Befreiuung der Feen, da man dafür Flugfähigkeit erhält und so vorher unerreichbare Orte ansteuern kann. Ohne die Platzierung der Heiligtümer allerdings erhält man nicht die magische Sicht, die einem versteckte Objekte aufzeigt – zwar kann man diese auch so finden, aber ich zumindest bin für diese Hilfe wirklich dankbar. Hat man alle Steine freigelegt, kann man sie zur Teleportation benutzen, was natürlich Wege verkürzt, aber keine besondere Notwendigkeit darstellt. Andererseits aber will man natürlich alle Aufgaben schon aus Prinzip erfüllen, ebenso wie man alle 100 Pilze und alle 25 Tagebuchseiten finden möchte.

Es gibt eine Karte, die man aufrufen kann, was man vermutlich auch immer mal wieder macht, da es furchtbar einfach ist, sich zu verlaufen. Blöd ist jedoch, dass man in die Versuchung geraten kann, einfach in dieser Kartengesamtansicht zu bleiben, da es in diesem Spiel ja keine Gefahren gibt – es ist ein reines Lauf- und Suchspiel. Das nimmt dem Spiel natürlich sein Flair, und deswegen sollte man widerstehen. Es ist auch möglich, komplett ohne Wechseln in die Kartensicht erfolgreich zu sein, aber ich gebe zu, dass mir dies beim ersten (und wohl auch beim zweiten oder dritten) Durchspielen zu schwierig gewesen wäre – manchmal ist man einfach orientierungslos, und manche Orte befinden sich nicht in Sichtweite des Hauptwegs. Die Tagebuchseiten sind übrigens recht unterhaltsam zu lesen, auch wenn man die Anspielungen auf die Geschehnisse im ersten Spiel nicht alle versteht. Die Steuerung erfolgt über die Pfeiltasten. Ach ja, den Sound kann man mit „M“ an-und abstelen, was einem nirgends gesagt wird.

William and Sly 2 bietet sowohl die schönste Grafik, als auch den schönsten Sound aller mir bekannten Flashgames-Spiele, und ist rundum einfach nur zauberhaft, sowie absolut entspannend!

Leila and the Magic Ball:

Hier schrillten bei mir zuerst die Alarmglocken, denn Spiele mit Kleinkindthematik oder -ambiente sind zumeist nicht wirklich niedlich, sondern unerträglich kitschig und peinlich. Leila and the Magic Ball stellt hierbei aber eine Ausnahme dar: Einmal ist es, sowohl grafisch als auch klanglich und thematisch, tatsächlich niedlich, zum anderen aber ist es sowohl kreativ designt als auch fordernd gestaltet – und ich meine wirklich fordernd, insbesondere wenn man sich in jedem Level seine drei Goldsterne verdienen will! Man spielt das kleine Mädchen Leila, welches sich weit von zu Hause entfernt befindet und seinen Heimweg suchen muss. Dabei muss sie in jedem Level Hindernisse überwinden und Milchfläschchen einsammeln. Ihr hilft dabei ein Zauberball, der sich, wenn sie es wünscht (Taste X), zu ihr hin bewegt, und der erstaunlich viele Dinge kaputt macht, wenn sie ihn wirft. (Auch Leila ist für ein Kind dieses Alters erstaunlich erfolgreich destruktiv, wenn sie auf Dingen herumspringt, aber nicht so wirkungsvoll wie ihr Ball). Kind, Ball, und Fläschchen sind unkaputtbar, können jedoch verloren gehen (viele Level befinden sich über Abgründen). Leila läuft und springt mit den Pfeiltasten. Wie auch schon bei Frog Dares ist mir unbegreiflich, wieso die Balltaste (mit der sie den Ball ruft oder wirft) nicht die Leertaste ist, und diese stattdessen wieder zusammen mit dem Pfeil nach oben zum Springen genutzt werden kann, aber na gut. Mt dem Zauberball geschickt umzugehen, stellt den Schlüssel zur Bewältigung der meisten Level dar. Zum Beispiel kann Leila den Ball als Trampolin nutzen, um höher zu springen, vor allem aber kann sie mit seiner Hilfe „fliegen“, indem sie auf ihm herumspringt, während dieser sich auf sie zu (also nach oben!) bewegt! Auf diese Art kann man Leila sogar bis ins All springen lassen (was ein Achievement darstellt).

Neben dem Milchfläschchen, die man benötigt, um einen Level abzuschließen, und die man auch durch Berührung mit dem Ball einsammeln kann, gibt es noch Sterne einzusammeln, welche einem einen Zeitbonus gewähren. Es gibt in einem Level einen im Wasser befindlichen Stern, den ich einfach nicht erreichen kann (bzw., wenn ich es tue, komme ich nicht mehr aus dem Wasser heraus), aber zumindest ist es mir gelungen, die Zeitnorm für drei Goldsterne (kein direkter Zusammenhang mit den Sternen in Leveln) hier auch so zu erreichen (was in manchen Leveln HÖLLISCH schwer ist). Hat irgendjemand da einen Tipp für mich?

Diese Zeitnormen stellen eine zusätzliche Herausforderung dar, aber bei vielen Leveln werdet Ihr erst einmal froh sein, wenn Ihr sie überhaupt schafft. Übrigens befinden sich, passend zur verspielten Thematik, in einigen Leveln Objekte, die keine wirkliche Bedeutung für den Spielablauf haben, mit denen man jedoch trotzdem interagieren kann, so wie Luftballons, die man zum Platzen bringen kann, und Basketballkörbe, durch die man seinen Ball werfen kann. Letzteres wird in einem Level allerdings zwingend verlangt – das erfordert vielleicht eine komische Ballwurf- und -ruftechnik!

Ich habe mit viel, VIEL Mühe alle Level mit drei Sternen abgeschlossen, und sogar meine Gesamtzeit auf den für mich sagenhaften Wert von 7:46:71 Minuten hinuntergeschraubt (es wird in jedem Level die beste Zeit gezählt). Leider funktioniert die Highscore-Funktion bei mir nicht richtig – ich kann immer nur dann meinen Highscore abschicken, wenn ich ihn verbessert habe, und wenn dies aus irgendeinem Grund nicht klappt (was bei mir zuletzt immer der Fall war), ist diese Chance vergeben – das ist schon doof! Daher weiß ich nicht, wie aussagekräftig die Highscoretabelle wirklich ist, in der ich mit knapp unter 8 Minuten den dritten Platz hinter zwei Ergebnissen im Fünfminutenbereich belege, deren Validität ich stark bezweifle – da muss doch jemand etwas manipuliert haben, oder? Ich sehe wirklich keine Möglichkeit, noch einmal über zwei Minuten Gesamtzeit einzusparen… Wie auch immer, wenn Ihr auch nur alle Level mit drei Sternen abschließt (was Euch unter neun Minuten bringt), könnt Ihr schon sehr zufrieden mit Euch sein.

Leila and the Magic Ball basiert auf einer unkonventionellen Idee, ist liebevoll, verspielt, und sehr herausfordernd. Ein Topspiel!

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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Hello Andreas,

    Thank you for the great review of Leila And The Magic Ball, I’m really pleased you had some fun it. People have been asking me for a long time about how to find all of the hidden time bonus stars… so I have finally recorded a video of where to find them http://sticklebackgames.com/leila-and-the-magic-ball-walkthrough-with-3-stars-on-all-levels/

    I hope this is of some help!

    Paul Gene Thompson


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