Weitere Flashgames-Empfehlungen: Legend of Kalevala & Steam Birds

Mit diesem Eintrag beende ich den dritten Schwung meiner Flashgames-Empfehlungen, die sich über mehrere Jahre bei mir angestaut hatten. Zum Abschluss stelle ich Euch zwei ganz besonders gelungene Spiele vor:

Legend of Kalevala:

Technisch gesehen ist dies ein Jump & Run Shooter, der nicht in Level organisiert ist, sondern in miteinander verbundene Maps, die man erforschen und in denen man bestimmte Aufgaben lösen muss, um ein erfolgreiches Spielende zu erreichen. Man erwacht, ohne Erinnerungen, im Körper eines merkwürdigen Wesens und findet sich in einer fremdartigen, faszinierenden, aber vor allem gefährlichen Welt wieder. Nach und nach erlangt man Erinnerungsfragmente, welche zunächst jedoch nur dazu dienen, einen noch mehr zu verwirren. Allerdings lernt man auch seinen eigenen Körper und dessen Möglichkeiten mit der Zeit besser kennen, was einem wiederum Zugang zu immer mehr Orten ermöglicht, die man vorher nicht erreichen konnte. Auf der Suche nach Antworten bewegt man sich mehrfach kreuz und quer durch die Maps, bis man schließlich genug herausgefunden hat, um ein einigermaßen klares Ziel vor Augen zu haben. Das Leben wird natürlich immer gefährlicher, und wenn man am Ende schließlich denkt, man habe es geschafft, erkennt man möglicherweise, dass man stattdessen total versagt hat, weil man vorher nicht genügend herausgefunden hat.

Gesteuert wird mit den Pfeiltasten und der Leertaste. Ausnahmsweise hätte ich es hier begrüßt, wenn für die Interaktion mit Objekten eine eigene Taste genutzt würde: Der Pfeil nach unten ist zwar meistens praktisch, aber in manchen Situationen benötigt man ihn im selben Moment zum waagerechten Schießen (was dann nicht möglich ist). Ein größeres Problem ist dies aber nicht. Man beginnt mit zwei „Lebenspunkten“, kann aber im Verlauf des Spiels weitere hinzugewinnen. Der Tod der Spielfigur ist nicht endgültig: Man wird stattdessen zum letzten „Wiederbelebungspunkt“ zurückgeworfen, so dass es nicht darum geht, ob man das Spielende erreicht, sondern wie lange es dauert (und welches der beiden möglichen Enden). (Es ist absolut möglich, das Spiel ohne zu sterben zu bewältigen, das ist aber für mich selbst nach Dutzenden Durchgängen immer noch eine Ausnahme.) Immer, wenn man eine Map erneut betritt, findet man dort wieder alle Gegner vor, auch wenn man diese beim letzten Besuch eliminiert hat.

Ein paar Hinweise: Es gibt insgesamt 31 Erinnerungsfragmente zu finden, sowie vier Juwelen. Dies sind die hauptsächlichen Fundsachen (neben den körperlichen Verbesserungen, natürlich – man kann insgesamt 6 „Lebenspunkte“ erhalten, und die übrigen Verbesserungen benötigt man alle, um das Spiel durchzuspielen). Weiterhin gibt es fünf verborgene, geheime Räume als „Ostereier“, die nur als Gags der Macher zu verstehen sind, sowie einen weiteren, eigentlich komplett nutzlosen Raum („It’s a Trap!“), der sich jedoch in den normalen Spielablauf einfügt; und einen unpassierbaren Durchgang, welcher sich angeblich in einer Fortsetzung des Spiels öffnet (die meines Wissens bislang leider nicht existiert).

Wenn Ihr Euch an der Stelle befindet, an welcher sich hinter Euch eine Wand ausfährt und Euch einschließt, dann geht es links unten durch eine Tür weiter, die (nach meiner Erfahrung) einfach nicht als solche zu erkennen ist – an dieser Stelle bin ich beinahe verzweifelt, bis ich auf diese Idee kam! (Die Tür ist nicht wirklich unsichtbar oder verborgen, sondern lediglich grafisch unglücklich dargestellt, so dass man sie für eine Hintergrundzeichnung halten kann. Sobald man sie identifiziert hat, stellt das Auffinden solcher Türen kein Problem mehr dar.) Oh, und im zweiten Bosskampf (dem, in dem man unentwegt rennt) kann man zwar von allein darauf kommen, wie man den Boss bekämpfen kann; dass aber das Anditschen der linkesten mehrere in der Luft befindlicher Bomben die übrigen harmlos zur Explosion bringt, das ist völlig unlogisch, und ich habe dieses Spiel über dreißig Mal durchgespielt (ja, ich mag es so sehr!), ohne dies zu wissen, was allerdings auch bedeutete, dass ich an diesen Kampf jedes Mal weitaus mehr Mühe und Zeit verschwendet habe, als nötig gewesen wäre… Diese beiden Dinge wollte ich Euch auf den Weg geben, damit Ihr unnötige Frustrationsmomente vermeiden könnt.

Ansonsten ist Legends of Kalevala einfach toll! Die Spielfigur lässt sich sehr angenehm führen, und die zusätzlichen körperlichen Optionen, die man im Spielverlauf erwirbt, verändern das Spielgefühl in interessanter Weise. Die Hintergrundgeschichte, die man nach und nach erfährt, ist verworren, aber interessant, und die Grafik ist zwar recht einfach gehalten, aber ansprechend. Der Sound und insbesondere die verschiedenen Hintergrundmusiken sind Klasse, und es gibt sogar ein Link im Hauptmenü zu einer Seite, auf der man den Soundtrack des Spiels kostenlos herunter laden kann! Dies ist einfach eines jener Games, die ich nicht nur einmal spielen kann – dazu machen sie viel zu viel Spaß!

Steam Birds:

Hier habt Ihr es mit einem zweideimensionalen, zugbasierenden Luftkampfspiel zu tun. Wenn das für Euch langweilig klingt, geht es Euch wie mir – aber spielt es erst einmal an, und dann wird es Euch gewiss erneut ebenso wie mir gehen, und Ihr werdet begeistert sein! Hintergrund ist eine alternative Zeitlinie, in der Flugzeuge von Fusionsreaktoren angetrieben werden… naja, egal. Was mich an diesem Spiel so fasziniert, ist die Einfachheit der Bedienung gegenüber der Komplexität der Herausforderung. Bei jedem Flugzeug des eigenen Flottenverbands (1-4, je nach Szenario) gibt man mit Hilfe der Maus einfach den Punkt an, auf den es zufliegen soll (woraus sich Geschwindigkeitsänderung und Flugkurve automatisch ergeben), nachdem man eventuell eine besondere Handlung angeklickt hat (Wendemanöver, Spezialwaffen etc…) Dann gibt man den Zug frei und sieht, wie die gegnerischen Flieger gleichzeitig agieren, und mit welchen Folgen. In den meisten Szenarien scheint man hoffnungslos unterlegen, aber letztlich ist das Ziel nicht nur, alle diese Missionen zu bewältigen, sondern sie alle mit UNBESCHÄDIGTEN eigenen Fliegern zu absolvieren! Und ja, das geht; sowie in den 15 regulären, als auch den 6 Bonus-Szenarien. Herauszufinden, wie, macht einen Riesenspaß, wenn auch immer wieder von Frustrationsmomenten durchsetzt, wenn man die Feuerreichweite oder Geschwindigkeit eines gegnerischen Flugzeugs wieder einmal unterschätzt hat.

Es gibt übrigens für die zahlreichen verschiedenen Flugzeugtypen einsehbare Daten, jedoch in „Rollenspielernotation“ – an Stelle unverständlicher technischer Zahlenwerte wird eine komparative Sternskala benutzt. Das genügt völlig, um ein Gefühl für die Fähigkeiten des entsprechenden Fliegers zu bekommen. Die Grafik ist höchst simpel und zweckdienlich, der Sound hingegen richtig gut, und insbesondere die Hintergrundmusik mit ihrem bombastischen, dramatischen Pathos absolut passend – man hat jederzeit das Gefühl, in die letzte, alles entscheidende Schlacht, welche für einen die letzte sein wird, hinauszufliegen. Ein kleines Ärgernis gibt es nur: Zwar ist es in Ordnung, dass man aus welchen Gründen auch immer zerschellt, wenn man über den Rand der Karte hinausfliegt (Hinweis: Man kann zoomen! Die Gesamtkarte ist weitaus größer als der ursprüngliche Bildausschnitt), jedoch kann es passieren, dass ein eigentlich noch mögliches Manöver mit Extrageschwindigkeit in der Nähe des Randes nicht gelingt, weil der Richtungsanzeiger jenseits des Kartenrands „festhängt“ – darauf muss man gelegentlich zusätzlich achten (und ja, in manchen Szenarien möchte man die Maße der Karte in vollem Umfang ausnutzen). Abgesehen davon spielt sich Steam Birds einfach wie aus einem Guss, und die zahlreichen taktsichen Optionen, aber auch das Verhalten der gegnerischen Flieger (welches von ihren baulichen Möglichkeiten, ihrem Zustand und den eigenen Bewegungen im vorigen Zug abhängt), bringen einen immer wieder in unterschiedliche Situationen. Steam Birds ist für mich eines der besten Flashgame-Spiele überhaupt!

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Published in: on Februar 4, 2013 at 7:44 pm  Schreibe einen Kommentar  
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