Der Fußboden bei Lidl

In der Nähe meiner Wohnung befinden sich drei Supermärkte, in denen ich mehr oder weniger häufig einkaufe. Da ist einmal Kaiser’s, welches die größte Auswahl hat, aber nicht immer die günstigste Alternative bietet; Aldi, welches insgesamt das niedrigste Preisniveau aufweist und deswegen erste Wahl für den Kauf von Vorräten ist, aber nicht alle Dinge im Sortiment hat, die ich suche; und Lidl, welches schlicht deutlich am nächsten ist, aber nur vergleichsweise wenige Produkte führt, die in Preis und Qualität akzeptabel sind.

Als Neuköllner muss ich offenbar akzeptieren, dass Supermärkte in meiner Nähe an Attraktivität für ihre Kundschaft sparen. So hat Kaiser’s beispielsweise erst vor ca. einem Jahr eine Klimaanlage bekommen: Vorher schwitzte man dort beim Einkaufen im Sommer genau so wie auf der Straße, und die Schokolade in den ungekühlten Regalen schmolz zu einem Brei. Außerdem werden Einkaufswagen und -körbe nie gereinigt.

Aldi muss man vermutlich hingegen nicht den Vorwurf machen, sich Neukölln besonders angepasst zu haben; nach meiner Erinnerung sieht es dort nicht anders aus als in anderen Filialen dieses Konzerns, mit unübersichtlich und unattraktiv präsentierten Waren. Zugegeben, damit kann ich leben, wenn so niedrigere Preise ermöglicht werden, ohne dass die Qualität der Waren darunter leidet. Was mich hingegen jedes Mal wieder tiltet, ist eine Tür zu einem angrenzenden Lagerraum, die offenbar geschlossen sein sollte, und die, wann immer sie offen steht, mit einem enervierenden, lauten Piepen auf diesen unerwünschten Umstand hinweist – und die natürlich immer offen steht und immer enervierend piept, weil es für die Aldi-Mitarbeiter viel zu lästig ist, sie jedes Mal zu schließen, nachdem sie hindurch gegangen sind (was sie im geschätzten Zweiminutentakt tun). Wenn mir dieser Lärm als Kunde bereits derartig auf den Zeiger geht – wie abgestumpft muss das Personal dort unterdessen nur sein?

Lidl allerdings ist eindeutig der Anführer auf dem Gebiet der unerfreulichen Einkaufserfahrungen. Die lieblose Präsentation von Aldi wird hier zu einem unordentlichen Durcheinander gesteigert, leere und halbvolle Kartons stehen überall kreuz und quer gestapelt. Wo Aldi nüchtern wirkt, macht Lidl einen geradezu verkommenen und versifften Eindruck. Das abstoßendste an dieser Lidl-Filiale ist jedoch ihr Fußboden! Er ist mit hornhaut-beigen Fliesen gepflastert, die zahlreiche unregelmäßig geformte Einschlüsse (ähnlich Paprika in einer Wurstscheibe) aufweisen, welche die Farbe von Urin besitzen, der ganz leicht ins Bräunliche spielt. Dieser Boden sieht einfach eklig und dreckig aus, und mir stellt sich die Frage, wer dafür wohl verantwortlich ist, und vor allem, warum er sich für diese widerwärtige Hässlichkeit entschieden hat. Die Antwort, zu der ich gelange, ist folgende:

Es ist Absicht! Niemand kann einen derartig verirrten Geschmack besitzen, diese Fliesen für attraktiv (oder wenigstens optisch neutral) zu halten. Sie wurden stattdessen gezielt gewählt, weil sie ideal dazu geeignet sind, Verschmutzungen zu kaschieren… Das sollte in einem Lebensmittelgeschäft zu denken geben, nicht wahr?

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Published in: on August 17, 2013 at 6:00 pm  Schreibe einen Kommentar  
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