Magic – ein weiterer Abschied

Als ich Zeromagic schloss, und Ein Platz für Andi somit wieder zu meinem einzigen Blog wurde, bedeutete dies einerseits natürlich, dass ich (Twitter ausgenommen) erheblich weniger als vorher über Magic schreiben würde, und insbesondere kaum noch bis nicht mehr über Magic-bezogene Dinge, welche nur für engagierte Spieler interessant oder gar verständlich sind. Andererseits hieß es aber auch, dass ich alle weiteren Artikel über Magic, die ich doch noch verfassen würde, auf Ein Platz für Andi verschieben müsste. Dies ist ein solcher Artikel, wenn er auch nur teilweise mit dem Spiel selbst zu tun hat, und stattdessen hauptsächlich mit meiner Einstellung dazu.

Wer mich im Verlauf der letzten Jahre auf Zeromagic begleitet hat, weiß es: Ich ziehe mich immer mehr von diesem Spiel, das ich so sehr liebe, und das trotz aller sich immer mehr verschlimmernden Schwächen weiterhin großartig ist, zurück. Zuerst habe ich das ernsthaft betriebene Turnierspiel aufgegeben, dann allgemein den Besuch von Turnieren (ich habe noch eine Weile bei kleinen Drafts mitgemacht), schließlich den Großteil meiner Kartensammlung, die ich noch nutzte, um „Casual-Decks“ zu bauen. (Casual-Decks sind nach meiner Auffassung Decks, die bewusst nicht mit Hinblick auf ihre Spielstärke optimiert sind, weil sie dazu gedacht sind, gegen andere Decks gespielt zu werden, welche ebenfalls nicht optimiert sind. Gründe dafür sind einerseits der Verzicht auf den Erwerb starker Karten aus Kostengründen, und andererseits das bewusste Verfolgen alternativer Strategien mit dem Ziel spielerischer Abwechslung.)

Mit diesem Rückzug von der unmittelbaren Beschäftigung mit Magic ging auch ein Rückzug mit der mittelbaren einher, sprich: Ich stellte meine Aktivitäten in der Online-Community des Spiels nach und nach ein. Zuerst zog ich mich aus Magic-Foren zurück und kommentierte Entwicklungen nur noch auf Zeromagic. Dann gab ich das Artikelschreiben auf (mit dem einen oder anderen kurzzeitigen Rückfall). Schließlich beendete ich meine Aktivitäten auf Zeromagic, was im Wesentlichen den Endpunkt dieser Entwicklung darstellte (wie gesagt, wenn man von meiner Twitterei absieht).

Damit beschäftige ich mich eigentlich nur noch auf zwei Gebieten aktiv mit Magic (ich lese schon noch Artikel – hauptsächlich die „offiziellen“ auf DailyMTG – und verfolge die Turnierberichterstattung): Ich behalte und überarbeite weiterhin meinen Limited-Kartenpool, aus dem ich immer mal wieder Next Level Cubes zum privaten Draften mit Freunden erstelle, und ich zocke weiterhin die virtuelle Variante dieses Spiels, Magic Online.

Vielleicht ist es Euch unverständlich, wieso man Geld für Karten ausgibt, die nicht einmal „echt“ sind, und die man streng genommen nicht einmal erwirbt (man erhält lediglich ein widerrufbares Nutzungsrecht)? Die kurze Antwort ist: Ich tue das gar nicht wirklich. Ich stecke mein Geld nicht in eine Sammlung virtueller Karten (obwohl zur Zeit nicht abzusehen ist, dass diese ihren Gegenwert schneller verlieren könnten, als ihre realen Gegenstücke); ich bezahle für Drafts als Unterhaltung, so ähnlich wie bei einem Kinobesuch, an dessen Ende ich ebenfalls ohne jeglichen materiellen Gegenwert für mein Geld nach Hause zurück kehre. Noch wichtiger: Ich bezahle effektiv viel weniger dafür als die meisten anderen Spieler! Das liegt daran, dass man bei diesen Drafts, wie bei allen Turnieren, Preise gewinnen kann, und dass ich hierbei überdurchschnittlich gut abschneide (Draft ist und bleibt das Format, in dem ich am erfolgreichsten bin); sowie daran, dass ich wertvolle erdraftete Karten verkaufe, anstatt mir eine Sammlung für Constructed-Turniere aufzubauen.

In der Anfangszeit von Magic Online (das ist jetzt auch schon wieder zehn Jahre her) war ich sogar nahe daran, „infinite“ zu gehen, wie es damals hieß: Ich hatte dank meiner gewonnenen Preise und durch den Weiterverkauf von Karten nahezu mehr Geld eingenommen (genau genommen Tickets, die effektive Währung auf Magic Online), als mich die Teilnahme an den Drafts kostete! Das ist aus mehreren Gründen jedoch schon lange nicht mehr der Fall – in absteigender Folge der Wirkung:

1. Der Wiederverkaufswert der Karten ist rapide abgestürzt.

2. Das durchschnittliche spielerische Niveau der Konkurrenz ist höher.

3. Die Preisstruktur der Turniere ist heute unvorteilhafter.

4. Ich mache öfter Spielfehler als früher.

Trotz allem gewinne ich immer noch ziemlich viel. Auf Grund zufallsbedingter starker Schwankungen, sowie unterschiedlicher Bedingungen in verschiedenen Draftformaten (inhärenter Zufallsfaktor; schwankende Kompetenz der Konkurrenz) kann ich keine genaue Schätzung abgeben, aber ich bezahle effektiv für meine Drafts wohl zwischen 10% und 35% des Eintrittspreises – 10% ist meine Schätzung für den Return to Ravnica Block, in dem mein überlegenes Verständnis des Formats sich besonders ausgezahlt hat; und 35% für zum Beispiel M14, das ich unterdessen zwar ebenfalls gut verstanden habe, und in dem ich daher immer noch deutlich mehr als die Hälfte meiner Spiele gewinne, wo ich aber auf Grund der formattypischen höheren Zufälligkeit der Spielausgänge insgesamt deutlich stärkere Verluste mache.

Was ich immer ganz gerne tue ist, meine Gewinnquote bei einzelnen Formaten zu ermitteln. Natürlich sind die Ergebnisse auf Grund der kleinen Stichproben und der hohen Varianzen nur mit Vorsicht zu genießen, aber sie passen üblicherweise sowohl zu meinem Bauchgefühl, als auch zu den begleitenden Veränderungen meines Online-Ratings (das keinerlei Wert mehr besitzt, aber immer noch einen brauchbaren Indikator für meine Spielstärke darstellt), und vor allem auch zu meiner über eine sehr große Anzahl von Turnieren ermittelten und daher sehr aussagekräftigen Gewinnquote in „realen“ Drafts, die ich nach einiger Mühe mit Hilfe von kavu.ru herausgefunden habe, und die bei ziemlich genau 2/3 liegt. (Da es bei realen Turnieren, anders als bei Magic Online, Unentschieden gibt, müsste man für einen exakten Vergleichswert eine Methode wählen, wie diese zu interpretieren sind.)

Genau da verorte ich auch meine Gesamtgewinnquote für Magic Online Drafts, die formatabhängig wohl von knapp über 60% bis knapp über 70% schwankt. Aus diesen Gewinnquoten ließe sich jetzt wunderbar mein Erwartungswert an Preisgewinnen pro Turnier ermitteln (auf die man allerdings auch noch den durchschnittlichen Wiederverkaufswert gedrafteter Karten draufschlagen müsste, was mir ziemlich anstrengend auszurechnen erscheint) – wenn ich davon ausgehen könnte, dass meine Gewinnwahrscheinlichkeit in allen Matches eines Formats konstant wäre.

Das ist aber natürlich nicht der Fall! Da man mit fortschreitendem Erfolg in einem Turnier zwingenderweise auf im Schnitt immer stärkere Gegner trifft, und da Matchausgänge je nach Spielrunde unterschiedliche Auswirkungen auf die gewonnenen Preise haben, liefert eine angenommene konstante Gewinnwahrscheinlichkeit stark verfälschte Ergebnisse. Wie sehr, und in welcher Weise diese verfälscht sind, hängt dann wiederum von der exakten Turnierart ab. Dazu kommt auch noch, dass die unterschiedlichen Turnierarten sehr wahrscheinlich von Spielern unterschiedlicher Spielstärke in unterschiedlichem Maß frequentiert werden…

Letztlich müsste ich also für eine einigermaßen zuverlässige Berechnung meines Erwartungswertes an Preisen unterschiedliche Gewinnwahrscheinlichkeiten pro Runde und Turnierart (pro Format sowieso) ermitteln, und das geben meine Stichproben nie im Leben her. (Besonders, da ich für die späteren Runden bei den beiden Turnierarten im K.O.-Format offensichtlich noch weniger Daten zur Verfügung hätte.) Deshalb bleibt mir letztlich nur meine ungefähre Einschätzung. Oh, ich könnte natürlich genau Buch über alle meine Ausgaben und Einnahmen führen – aber es gibt Grenzen!

Über meine effektiven Kosten zu draften habe ich jetzt so ausführlich geschrieben, weil ich jüngst beschlossen habe, sie noch weiter zu senken. Tatsächlich hatte ich bislang nämlich nur die wertvollsten erdrafteten Karten wieder verkauft, und den Rest behalten, um damit Casual Decks zu bauen. Meine Motivation dafür war schlicht die folgende: Es ist einfach so verdammt schade, wenn ich alle diese faszinierenden Karten nur ein einziges Mal benutze! Die allermeisten Karten sind eh nichts wert, bis hin zu dem Punkt, an dem man sich bei dem Wunsch ertappt, Tausende davon einfach virtuell verbrennen zu können, da sie einem sowieso niemand abnimmt, und sie ein mitleiderregendes Dasein als überzählige Kopien im virtuellen Ordner fristen. (Mit überschüssigen Pappkarten kann man immerhin noch Dinge anstellen, für die Pappe eben gut ist.)

Es ist also bei den allermeisten Commons, den meisten Uncommons und sogar bei erschreckend vielen Rares sinnlos bis unmöglich, sie zu verkaufen. Gut, die meisten Rares wird man dann doch noch für Beträge in der Größenordnung von wenigen Hundertstel Tickets los… aber Moment einmal, das entspricht ja kaum mehr als einem Cent realem Geldes? Da kann man sie doch ebenfalls auch einfach behalten, oder? Denn mit all diesen nahezu wertlosen Commons, Uncommons & Rares kann man doch jede Menge ziemlich coole Decks bauen!

Das waren meine Gedanken; und sie sind prinzipiell durchaus richtig. Nachdem sich über Jahre bei mir durch Draften Tausende unterschiedlicher Karten ansammelten, konnte ich daraus eine vermutlich dreistellige Anzahl durchaus unterschiedlicher Decks konstruieren, die zu spielen auch tatsächlich Spaß machte – wenn, ja WENN man vergleichbar starke Decks als Gegner hatte, was für mich der einzige Sinn von Casual ist; denn wenn man beabsichtigt, ein stärkeres Deck ins Feld zu führen als seine Gegner, dann landet man unweigerlich bei den Mechanismen des Turnierspiels… oder man erfreut sich daran, Anfänger und Spieler mit einer kleineren Kartenauswahl fertig zu machen, was so ungefähr das Magic-Äquivalent von Teenagern ist, die sich einen Spaß daraus machen, Grundschüler zu verprügeln.

Offenbar stehe ich aber mit meinen Vorstellungen von Casual mehr oder weniger alleine da! Der Gedanke, dass man die Decks, welche man gegeneinander ins Feld führt, in ihrer Spielstärke aufeinander abstimmt, scheint dem Großteil der Casual-Community völlig fremd zu sein. Tatsächlich haben sich auch Wizards selbst große Mühe gegeben zu verhindern, dass sich Casual-Spieler nach den ihnen zur Verfügung stehenden Kartenpools zusammen finden, was die von ihnen gewählte Struktur der Casual-Räume auch kaum kaschiert. Das ist nachvollziehbar, wenn man immer das Schlechteste von ihnen annimmt (was ich schon lange tue, und womit ich auch immer richtig liege): Natürlich wollen sie, dass Casual-Magic nur denen Spaß macht, welche sich die spielstärksten und daher teuersten Karten besorgen!

Das Publikum im Magic Online Casual Room (und machen wir uns nichts vor; es gibt effektiv nur einen solchen) teilt sich in folgende Arten von Spielern auf:

1. Anfänger und ahnungslose Gelegenheitsspieler. Die Anfänger haben eigentlich ihren eigenen Raum, sind aber aus verschiedenen Gründen trotzdem nicht dort. Sie pilotieren zumeist fertig gekaufte Decks, die gegen jede einigermaßen durchdachte Strategie eingehen. Die ahnungslosen Gelegenheitsspieler hingegen kommen zwar mit etwas Selbstgebasteltem zum Duell, verstehen aber einfach nicht wie Deckbau funktioniert und können weder die Spielstärke einzelner Karten, noch die von Decks einschätzen. Dieser Typ Spieler benötigt eigentlich keine Gegner, sondern Lehrer; und man kann und will als erfahrener Spieler keine Decks bauen, welche den ihren ebenbürtig sind (und sie würden auch gar nicht dagegen spielen wollen, wenn man sie mit solchen Decks gezielt sucht) – häufig ist ihnen ein gelungenes Draftdeck bereits überlegen.

2. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich dann die Spieler mit dem Motto „Wizards sagen, dass alles casual ist, was ich will; und ich will gewinnen!“ Sie spielen absichtlich die stärksten und teuersten Karten, und so weit sie es verstehen, auch die stärksten Decks. Insbesondere lieben sie es, die Formatbezeichnung „Classic“ – welche im Casual erst einmal nur aussagt, dass ein Spieler auch seine älteren Karten benutzen will, da niemand jemals ein als „Legacy“ gekennzeichnetes Spiel anklickt – als Aufforderung anzusehen, vier Library of Alexandria (und natürlich die gesamte Restricted-Liste) aufzufahren, sowie alle passenden Original-Doppelländer. Jetzt ist die Frage naheliegend, warum sie, da ja offensichtlich keine finanziellen Barrieren für sie bestehen, nicht stattdessen Turniere bestreiten (es gibt ja auch extra einen Übungsraum für Turnierdecks)? Die Antwort liegt nicht weniger nahe: Weil sie nicht gut genug sind, um in einem Wettbewerb mit gleichen Startbedingungen zu bestehen! Natürlich gestehen sie das nicht ein.

3. Dazwischen befinden sich dann zum größten Teil Spieler, die zwar mit einer gewissen Berechtigung sagen können, dass ihre Decks keine Turnierdecks sind; die aber nicht verstehen oder sich nicht darum scheren, dass nicht jedes Deck-Design casual-geeignet ist. Besonders gerne tauchen sie mit mehr oder weniger originellen Kombodecks auf, die zwar tatsächlich nicht stark genug sind, um in einer Turnierumgebung erfolgreich zu sein, denen aber letztlich trotzdem nur durch Strategien auf Turnierniveau Paroli geboten werden kann: ultraschnelle Aggro; hochwertige Kontrolloptionen; Sideboardkarten. (Mit anderen Worten, all die Dinge, von denen man sich mit Casualdecks ein wenig Abwechslung erhofft; und Dinge, die die es im Casual nicht gibt, denn niemand spielt Best of Three.) Dabei ist die Stärke dieser Decks nicht einmal das Hauptproblem: das Spielen dagegen macht einfach keinen Spaß; es kommt in der Regel keine Interaktion zustande, man spielt aneinander vorbei und schaut, wer zuerst seine Siegbedingung erfüllt hat. Ein verwandtes Problem sind die absurden Ramp-Decks, die sich im Casual so großer Beliebtheit erfreuen; die ein paar Cloudposts suchen und legen und dann ab Runde 4 nahezu unbesiegbare Threats auspacken, vorzugsweise Eldrazi. Der Effekt ist im Wesentlichen der Gleiche wie bei Kombodecks. Auch Turbofog- und Turbomill-Ansätze erfreuen sich größter Beliebtheit, denn je mehr dieser Typ Casual-Spieler ignorieren kann, was sein Gegner tut, desto besser. Eine weitere oberschlaue Spezies hat begriffen, dass man in Spielen ohne Sideboard die Wishes aus dem Odyssey-Block benutzen kann, um wirklich jede Karte aus seiner Sammlung zu suchen, und tut dies auch.

4. Zwischen Anfängerdecks und Classic-Decks auf Turnierniveau befindet sich eigentlich noch jede Menge Platz für spaßige und interaktive Decks – tatsächlich bilden diese sogar den Großteil aller konstruierbaren Decks (unter der Annahme, dass man unter einem Deck ein Gefüge aus Karten, die zusammen Sinn ergeben, versteht – definiert man ein Deck einfach nur als Zusammenstellung aus Karten, dominieren natürlich die unspielbaren Haufen!) Dieser Raum ist sogar so weit, dass es sinnvoll wäre, ihn in zusätzliche Abschnitte zu unterteilen, zum Beispiel ungefähr auf folgenden Niveaus: Verbesserte Draftdecks; Block Constructed; Standard; Modern. Dabei bedeuten die Formatbezeichnungen nicht, dass es sich um optimierte Decks in diesen Turnierformaten handelt, sondern um Casual-Decks (per Grundannahme Legacy-legal), welche ungefähr die Spielstärke der interaktiven Decks dieser Formate besitzen.

Ich bin der Ansicht, dass es im Casual sinnlos ist, gegen Gegner anzutreten, die man nahezu sicher besiegt, oder gegen die man nahezu chancenlos ist. Eine gute Spanne für die anzustrebende Gewinnwahrscheinlichkeit bei gleich starken Spielern ist 1/3 bis 2/3. Im Idealfall sollten die Decks gleich stark, und die Gewinnwahrscheinlichkeiten somit den Spielstärken der beiden Spieler angepasst sein, aber das ist kein Muss; es ist völlig in Ordnung, wenn ein besserer Spieler ab und zu mit seiner überlegenen Kompetenz gegen ein gewisses Handicap angehen muss. (Hingegen ist es offensichtlich schlecht, wenn ein deutlich besserer Spieler auch noch das klar stärkere Deck pilotiert; das kann man auch sein lassen.)

So viele Gedanken, wie ich sie hier darlege, kann man sich dazu machen, muss man aber nicht: Eigentlich genügt es völlig, wenn beide Spieler die Absicht haben, ein Deck zu pilotieren, welches den Gegner mitspielen lässt und dessen Kreation nicht völlig über- oder unterlegen ist! Dann macht Casual auch beiden Kontrahenten Spaß, was ich früher mit realen Karten auch oft genug bewiesen habe, indem ich einfach aufeinander abgestimmte Decks zum Spielen mit Freunden mitgebracht habe. Dieses Konzept habe ich natürlich nicht erfunden; es wurde bereits in der Frühzeit des Spiels im Duelist, der damaligen Magic-Zeitschrift von Wizards, beschrieben; und die Duel-Decks, die seit einiger Zeit ihre Produktlinie ergänzen, streben auch genau dies an (allerdings nicht als einziges Ziel, da sie die Spieler auch zum Kaufen weiterer Karten verführen sollen, weswegen sie tatsächlich weniger Spaß machen, als sie könnten).

Im Magic Online Casual Room ist dieses Prinzip jedoch kaum bekannt, und bei den dortigen Platzhirschen auch gar nicht erwünscht. Selbst diejenigen Spieler, die sich damit anfreunden könnten, scheitern zumeist daran, dass Wizards selbst es gezielt sabotieren, indem sie seit Jahren gezielt immer mehr Rares und Mythics drucken, die ein Spiel komplett an sich zu reißen drohen, wenn ihnen nicht entweder mit ebenso starken Einzelkarten oder mit Turnierstrategien begegnet wird. Ja, ein Paradebeispiel dafür sind Planeswalker, aber besonders auch zahlreiche Kreaturen. Man kann einem Spieler, der sich nicht wirklich gut mit Magic auskennt, auch keinen Vorwurf dafür machen, wenn er zum Beispiel ein Deck mit Mirror-Sigil Sergeant spielt: Dies ist weder eine teure Karte; noch eine, die man jemals in Turnierdecks gesehen hat. Trotzdem macht sie einem in kürzester Zeit das Spiel kaputt, wenn man sie nicht entsorgt. Gut, jedes Deck kann sich darauf einstellen, die eine oder andere Problemkreatur aus dem Weg räumen zu müssen, aber wenn der Spieler diese und noch eine Handvoll vergleichbare Karten jeweils vier Mal im Deck hat (und warum auch nicht; sie kosten ja insgesamt nur ein paar Tickets), dann ist man wieder an dem Punkt angelangt, an dem man eine Strategie auf Turnierniveau benötigt, um gegen sie anspielen zu können.

Dabei habe ich mit dem Sergeant bewusst ein Beispiel gewählt, dem man mit einem sorgfältig konstruierten, ehrlichen Casual Deck auch ohne teure Karten noch begegnen KANN. Wie aber sieht es mit Verzauberungen aus? Turnierdecks haben für diese in der Regel entweder ein Sideboard, oder sie gewinnen so schnell, dass diese nicht ihre Wirkung entfalten können. Ein Casual-Deck in den richtigen Farben leistet sich vielleicht die eine oder andere Karte dagegen, die es möglicherweise sogar rechtzeitig zieht (aber andererseits macht es auch keinen Spaß, nutzlose Karten zu ziehen, weswegen man doch lieber darauf verzichtet, 4 Naturalize in sein Deck zu integrieren, die häufig schwach oder völlig irrelevant sind). Ein ehrliches monoschwarzes Deck hingegen kann gegen das Assemble the Legion, das sein Gegner legt, in der Regel einfach nur zusammenschieben. (Viel beliebter allerdings sind so kranke Dinge wie Doubling Season mit Planeswalkern, die sofort ihr Ultimate benutzen können…) Und selbst, wenn man gegen alles gewappnet sein will und ein Deck erstellt, welches Antworten für Planeswalker, Kreaturen, Verzauberungen, Artefakte und besondere Länder bereithält (mit einem fairen Deck gegen zum Beispiel Volrath’s Stronghold zu spielen, macht keinen Spaß), hat man doch nie genug von der Sorte, die man gerade benötigt, denn als Casual-Deckbauer neigt man natürlich dazu, sich auf ein Thema zu konzentrieren. Dazu kommen noch bewusste Sabotage-Aktionen von Wizards, so wie die immer wieder gedruckten Kreaturen mit Hexproof (über Privileged Position reden wir besser gar nicht erst), die noch einmal spezielle Antworten benötigen, oder die in jedem offiziellen Commander-Deck enthaltenen Sol Rings, die jedem Casual-Spieler suggerieren, dass es völlig in Ordnung sei, sich 4 Mana in Runde 2 zu verschaffen.

Will man in diesem Umfeld voller überstarker einzelner Karten weiterhin mithalten, landet man letzten Endes doch wieder bei den fundamentalen Turnierstrategien (superschnelle Aggro, fokussierte Kontrolle) – oder man tut, was im Sinn von Wizards ist: Man rüstet selbst auf, konzentriert sich beim Deckbau auf ebensolche besonders starke Karten… und ist am Ende wieder beim ursprünglichen Problem angekommen, nämlich dem, dass all die vielen coolen Karten, die man sich erdraftet hat, und aus denen man coole und spaßige Decks bauen KÖNNTE, weiterhin nutzlos irgendwo in der für einen reservierten Ecke des Wizards-Servers herumliegen, weil man ja jetzt stattdessen mit den ganzen gar nicht sooo teuren Rares und Mythics spielt, so wie alle anderen auch. (Und die Spiele machen – mir zumindest – auch immer noch nicht viel mehr Spaß, weil sie statt auf Interaktion auf Schwanzvergleiche bei Topdecks hinauslaufen.)

Ich habe es lange Jahre mit Casual auf Magic Online probiert. In den ersten Jahren, bevor mit den Planeswalkern und den ihnen angepassten Kreaturen der systematische Power Creep bei Permanents begann, hat es mir sogar ein bisschen Spaß gemacht. Natürlich war es unbefriedigend, Noobs zu besiegen, die Holy Strengths auf Eager Cadets legten; natürlich war es frustrierend, gegen die Scherzkekse zu verlieren, die einen mit ihrem 12-Post Tooth and Nail verprügelten; natürlich war es lästig, ständig Spieler zu blocken, die einen beleidigten und dann „ihre Verbindung verloren“, wenn man ihnen unfairerweise ihr ach-so-originelles Dovescape counterte, mit dem sie ansonsten natürlich schlicht gewonnen hätten, weil ihr Deck schließlich darauf ausgerichtet ist. Trotz allem kamen aber immer mal wieder interessante, ausgeglichene Partien zustande; und weil die meisten unfairen Rares damals noch nicht ganz so unfair waren wie heute und ihren Besitzern die Spiele noch nicht ganz so oft im Alleingang und auf Autopilot gewannen, konnte ich gelegentlich auch deutlich stärkere Decks mit gutem Spiel besiegen, was nicht nur befriedigend war, sondern meiner Ansicht nach auch der Sinn der Sache ist.

Doch bereits damals log ich mir letztlich in die eigene Tasche. Ich verdrängte die zahlreichen unerfreulichen Erfahrungen (was zunächst wie eine gute Idee klingt, bis man erfasst, wie viel Zeit man mit diesen verschwendet, die man sinnvoller nutzen könnte) und übersah, dass ich beim Deckbau gezwungenermaßen immer pragmatischer wurde und mich den beiden Extremen ultraschnelle Aggro und völlige Kontrolle mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln immer mehr annäherte, weil alle Strategien dazwischen, welche es mir erlaubt hätten, meinen stetig anwachsenden Kartenpool auszunutzen, von Jahr zu Jahr immer chancenloser wurden. Ich hatte Weenie-Decks in allen Farben (einschließlich Affinity) und mit verschiedenen Tribes; ich hatte verschiedene Varianten von Kontrolldecks mit mehr oder weniger starker blauer Komponente; und ich hatte zwei sehr coole auf Spellbombs basierende Aggrocontrol-Decks. Ich hatte auch noch Dutzende Decks mehr, aber mit diesen zu spielen war auf Dauer frustrierend, denn wenn ich irgendetwas anderes tat, als meinen Gegner rasch zu überrennen oder ihn mit Blau auszukontrollieren (was übrigens die deutlich weniger erfolgreiche Strategie war, da Counter alleine keine Spiele gewinnen, und Kontrolldecks viel stärker als Aggrodecks auf starke Rares angewiesen sind), waren die Dinge, die meine Gegner taten, irgendwie immer zwei Klassen besser.

Zuletzt wurde es einfach unerträglich. Meine coolen Spellbomb-Decks waren durch den Wegfall von „Damage on the Stack“ mit einem Schlag unspielbar geworden; meine Kontrolldecks sahen gegen die immer stärkeren und immer weiter diversifizierten Threats, die sie beantworten mussten, immer weniger Land; und alle Versuche, mal etwas anderes zu bauen, waren nicht mehr nur auf Dauer frustrierend, sondern gleich von Anfang an. Ich wies beim Erstellen meiner Spiele ausdrücklich darauf hin, dass meine Decks das „play what I have“ Format besaßen; ich blockte konsequent (nachdem ich die Matches höflich zu Ende gespielt hatte) alle Gegner, die mich mit Decks voller Doppelländer und Planeswalker überpowerten (die Clowns, die Storm- oder Dredge-Kombo abzogen, sowieso); ich legte meine Richtlinien dafür, welche Karten ich verkaufte, und welche ich zum Deckbau behielt, loser aus, damit ich wenigstens ein paar zweitklassige manafixende Länder, erstklassiges Removal (das ja zuletzt auch immer häufiger rare ist), sowie den einen oder anderen Sweeper oder starken Finisher zur Verfügung hatte, aber es nützte nichts: Wenn ich wenigstens ein Drittel meiner Partien gewinnen wollte, musste ich kompromisslose Aggro spielen.

Die Masse der negativen Erfahrungen nahm immer weiter zu (ich bin auch ziemlich sicher, dass das Publikum im Casual Room sich deutlich noch weiter zum Negativen gewandelt hat); die Siege wurden immer seltener und gleichzeitig unbefriedigender; und der Anteil an Karten aus meiner Sammlung, die ich tatsächlich benutzte, immer geringer. Ich spielte kurzzeitig tatsächlich mit dem Gedanken, einfach ein paar Dutzend Tickets in Rares zu investieren, um all den unausstehlichen und überheblichen Typen, die sich auf ihre mit überlegenen Decks errungenen Siege etwas einbildeten, zu zeigen, wie die Geschichte ausging, wenn die Ausgangsbedingungen gleich sind – aber dann wurde mir klar, dass ich im Begriff war, zur dunklen Seite überzuwechseln!

Es war an der Zeit, gedanklich einen Schritt zurück zu machen und die Realität zu betrachten. Ja, es wäre schön, mit all den erdrafteten Karten ab und zu tatsächlich noch einmal zu spielen, und es war mir immer ein angenehmer Gedanke, dass ich nach einem Ausscheiden in der ersten Runde, wenn ich keine wertvolle Karte gedraftet hatte, nicht mit völlig leeren Händen dastand, weil ich zumindest einige meiner Casual-Decks ein wenig aufwerten konnte. Bei dem zwanghaften Versuch, irgendwie den Spagat zwischen meinen Wünschen und den Anforderungen, die das tatsächlich existierende Casual-Umfeld an meine Decks stellte, zu vollbringen, verkrampfte ich jedoch immer mehr. Ich musste es einsehen: Es gab schlicht keine Option, die mir noch Spaß bereitete.

Also verlagerte ich alle Rares und Uncommons von meinem Casual-Account auf meinen Draft-Account zurück und verscherbelte von dort alles, was einen gewissen Wert besaß (mit Ausnahme einiger weniger Karten, bei denen ich Grund zu der Hoffnung habe, dass ihr Wert noch steigen könnte, wobei ich jedoch keine nennenswerten Verluste riskiere – wir sprechen hier von ein paar Tickets, nicht mehr). Dabei entdeckte ich die eine oder andere Karte, die erheblich mehr einbrachte, als mir vorher bewusst gewesen war, doch hauptsächlich machte es die Masse. So kam tatsächlich eine dreistellige Anzahl Tickets zusammen, die mir natürlich ein schönes Polster verschafft hat, bevor ich irgendwann wieder für Drafts Geld ausgeben muss!

Wie ich erwartet hatte, fiel mir dieser Schritt nicht leicht, denn er verurteilte Hunderte Karten, die theoretisch eine Anwendung finden hätten können (ohne diese Einschränkung wären es Tausende) endgültig zur Nutzlosigkeit. (Bevor ich ein paar Tausend Uncommons für ein halbes Dutzend Tickets abstoße – wenn ich überhaupt einen Bot finde, der das mitmacht – behalte ich sie lieber und warte auf einen wundersamen Wertanstieg.) Andererseits befreie ich mich auf diese Art auch wieder ein wenig mehr aus dem Klammergriff, in welchem dieses Spiel mich mental immer noch hat, denn das Verwalten meiner fürs Casual bestimmten Karten, das Herumbasteln an Casual-Decks, und die verzweifelten Versuche, beim Spielen damit Spaß zu haben, fraßen auch sehr viel Zeit. Magic bleibt ein großartiges Spiel, das es wert ist, Zeit und Geld dafür aufzuwenden, aber das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag muss stimmen, und daran arbeite ich immer noch.

Ach ja, vier Kopien von jeder Common habe ich behalten. (Die übrigen sind auf einem „Müll-Account“ – natürlich minus die ganz wenigen, die ich verkaufen konnte – weil sie einfach nur stören.) Vielleicht, aber nur vielleicht probiere ich ja doch einmal Pauper aus. Einen guten Grundstock dafür habe ich, und die zusätzlichen Kosten würden sich im vernünftigen Rahmen bewegen. Allerdings ist Constructed nicht so wirklich mein Ding, und das Pauper Metagame erscheint mir auch nicht übermäßig abwechslungsreich oder spaßig. Dazu kommt, dass mich der Eintritt von 6 Tickets abschreckt. (Pauper wird nämlich nur in Premier Events angeboten, und nicht in 8er-Queues – Wizards wissen schon, warum!) Objektiv betrachtet, ist das natürlich weit weniger als die 2 Tickets und 3 Booster, die ich für einen Draft aufwänden muss (die Booster-Option ist immer billiger als die alternativen 14 Tickets; selbst wenn man vorher im Shop Tickets kauft und sich dann damit bei einem Bot die Booster besorgt); aber ich weiß, dass ich mich bei meinem Draftverhalten in der Hauptsache an meinen Boostervorräten orientiere: Wenn diese alle sind, neige ich dazu, erst beim nächsten Format wieder einen Vorrat zu erwerben und zu sehen, wie lange ich damit durchhalte. Auf diese Weise stellten die Tickets (vor meinem großen Kartenverkauf) immer das eigentliche Problem dar, denn da ich Booster nicht weggab, bevor ein Format für mich endete (das wäre auch ein schlechtes Geschäft), musste ich mir die 2 tix Eintritt immer mit dem Verkauf von Karten besorgen.

Wenn ich jetzt bei Pauper Booster gewänne (und das sollte ich ab und zu, sonst kann und will ich mir diese Turniere nicht leisten)… dann würde ich damit natürlich draften, denn dazu sind sie ja da! Aber woher nähme ich dann immer wieder die Tickets für den Eintritt? Klar, ich würde mehr draften können als vorher, und das bedeutet, dass ich auch mehr Karten verkaufen könnte – aber würde dies genügen? Die vernünftige Herangehensweise wäre natürlich, den einen oder andere Booster eben doch zu verkaufen, aber diese Vernunft würde mir als Draft-Liebhaber schwer fallen, und, wie gesagt, Booster zu verkaufen, bevor man sich von einem Draftformat, welches sie benutzt, endgültig verabschiedet, ist nicht effizient.

Andererseits wiederum ist der Payout bei Constructed-Turnieren – vergleichbare Gewinnwahrscheinlichkeiten vorausgesetzt, natürlich! – deutlich lohnender. (Ich persönlich betrachte das als einen Ausgleich dafür, dass Constructed weniger Spaß macht.) Meine moderate Anfangsinvestition in fehlende Commons sollte sich also rasch auszahlen…

…wenn, ja WENN ich ungefähr so viel gewinne wie im Draft. Aber würde ich das? Meine Lifetime-Constructed-Gewinnquote liegt ungefähr 5 Prozentpunkte niedriger als meine Draftquote. Klar, da sind einige dunkle Zeiten in meinen Anfängen dabei, aber auch nicht sooo lang anhaltend… und dann ist da noch der Umstand, dass ich über längere Zeiträume nur dann Constructed-Turniere gespielt habe, wenn ich „musste“, also bei wichtigen Turnieren wie PTQs und Grand Prixs, bei denen natürlich die Konkurrenz insgesamt stärker ist als bei Ladenturnieren. (Andererseits traf man in Berlin selbst in einem kleinen Booster Draft im Schnitt immer noch auf stärkere Gegner als in den ersten Runden von Prerelease-Turnieren und Sealed PTQs.) Zwar habe ich gerade in den letzten Jahren meiner Karriere als Constructed-Spieler im Schnitt die besten Ergebnisse eingefahren (was ich ehrlicherweise eher auf das abgesunkene allgemeine Niveau zurückführe, und weniger darauf, dass ich plötzlich besser geworden wäre), aber vom Bauchgefühl her kommt das schon hin: Wenn meine durchschnittliche Gewinnchance im Draft ca. 2/3 beträgt, dann im Constructed nur wenig mehr als 60%.

Und dann ist da noch die Frage, ob das Niveau der Konkurrenz in Pauper-Turnieren mit der in Drafts vergleichbar ist. In Drafts findet man halt immer eine ganze Menge Gelegenheitsspieler. Ob das in Pauper genau so ist? (Wer nimmt denn an solchen Premier Events teil, für die man sich extra zu einem bestimmten Termin Zeit nehmen muss – sind das nicht eher ernsthafte Spieler?) Und selbst wenn – haben die dann auch tatsächlich schlechtere Decks? Wenn sie einfach nur schlechter spielen, hilft mir das nicht so viel – einmal, weil ich selbst nicht wirklich ein großartiger Constructed-Spieler bin; zum anderen, weil die Deckwahl Unterschiede in der Spielstärke der Gegner zum großen Teil überschreibt.

Auch bei diesen Überlegungen ist es wieder sinnvoll, mental einen Schritt zurück zu machen: Warum mache ich mir eigentlich so viele Gedanken darum, dass ich in Pauper-Turnieren versagen könnte? Selbst sehr großzügig geschätzt, riskiere ich doch mit dem Erwerb einiger Commons (wobei ich die teuren schließlich auch mit nicht allzu hohem Verlust wieder verkaufen kann) und ein paar probeweise angespielten Turnieren vielleicht den Gegenwert von drei, vier Kinobesuchen. Wäre das so eine Katastrophe?

Ah, aber das ist nicht der springende Punkt: Entscheidend ist, dass Pauper-Turniere für mich offenbar nur Sinn ergeben, wenn sie sich für mich auszahlen! Bei Drafts ist das anders: Ich drafte, weil es mir Spaß macht, und meine Gewinne dienen lediglich dazu, mir diesen Spaß zu verbilligen. Von Pauper erwarte ich gar nicht wirklich genügend Spaß, um mir einen Gegenwert für meinen Eintritt zu bieten. Klar, wenn ich diese Eintrittskosten effektiv auf, sagen wir, 1/6 reduzieren könnte, dann habe ich wegen des Geldes, welches ich dafür ausgebe, kein schlechtes Gewissen mehr (wenn ich sogar plus machen würde, bedeutete dies, dass ich mir mehr Drafts damit finanzierte, und das wäre natürlich toll!)

In diesem Fall träte dann das Gefühl, auch als Constructed-Spieler noch etwas zu taugen, in den Vordergrund – und ich hätte zumindest für meine erdrafteten Commons eine Verwendung gefunden. (Langfristig würde ich mir dann natürlich, so wie ich mich kenne, eine vollständige Sammlung aller Commons im Playset zulegen – aber auch das wäre noch erschwinglich.) Nur – sind das gute Gründe, in Pauper einzusteigen? Sollte ich nicht lieber froh sein, einen weiteren zeitfressenden Teilaspekt von Magic losgeworden zu sein, anstatt ihn gleich durch einen neuen zu ersetzen?

Hier habe ich mich noch nicht entschieden. Ich warte jetzt erst einmal ab, wie sehr mich alle diese Commons weiterhin locken, doch etwas mit ihnen anzufangen; und ob ich das Gefühl habe, dass mir der Constructed-Deckbau irgendwie doch fehlt. Auf jeden Fall lasse ich zunächst das irrationale Gefühl abklingen, es all diesen Pennern im Casual Room mal so richtig zeigen zu müssen (als ob man denen bei einem Pauper-Turnier begegnen würde…)

Brauche ich eine Constructed-Komponente, um mit meinem Hobby Magic glücklich zu sein? Und wenn ja, kann Pauper diese Rolle ausfüllen? Auf diese Fragen suche ich noch eine Antwort.

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Published in: on August 25, 2013 at 9:34 pm  Comments (10)  
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10 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das gleiche Problem hatte ich mit dem Casual Room bei Magic auch!

    Das Problem wäre sicher irgendwie lösbar, aber wie du treffend anmerkst, scheint es den Wizards einfach egal zu sein, da es „nur“ das Spiel besser macht und nicht direkt Karten verkauft.

    Die Schlussfolgerung für mich als Casualspieler ist einfach: Magic nur noch mit meiner „alten Runde“ bei der jeder versteht was für uns Casual bedeutet und jeder Spieler am Ende des Tages mit einer Siegquote zwischen einem und zwei Drittel nach Hause geht. Pluspunkt: Ich spiele mit Freunden und nicht mit „pubertierenden Online-Assis“.
    Das Problem ist einfach, dass man eigentlich ein Match-Making-System auf Deckbasis bräuchte, so dass man nach mehreren Spielen automatisch Decks bekommt die ähnlich stark sind.

  2. Wer hätte das gedacht, dass aus dir mal ein richtig guter Spieler wird. Dachte immer du wärst eher auf der kreativen Seite zu finden ;-)

    Kaya

    • Das scheint mir ein merkwürdiger Kommentar zu sein. Er liest sich auf den ersten Blick so, als würdest Du mich von früher kennen… aber tatsächlich sehe ich nicht, wie Du dann zu solchen Aussagen gelangen solltest!

      Ich habe Magic von Anfang an ziemlich ernst genommen und war – relativ zu dem Umfeld, in dem ich aktiv war – immer einer der stärksten Spieler, der sich schon sehr rasch an „Netdecks“ orientiert hat. Auch habe ich schon immer Limited gegenüber Constructed bevorzugt, was sich gar nicht mit der Einschätzung „auf der kreativen Seite“ verträgt, und meine beste Zeit ist unterdessen 15 Jahre her und wird in meinem Beitrag nicht beleuchtet, weswegen das „wer hätte gedacht“ sich nicht auf ein Aha-Erlebnis nach dem Lesen desselben beziehen kann.

      Eigentlich konnte niemand auf den Gedanken kommen, mich als „kreativen Spieler“ (in einer Bedeutung als Gegensatz zu einem „guten Spieler“) wahrzunehmen; und weiterhin müsste jeder, der mich als Magic-Spieler überhaupt gut genug kennen gelernt hatte, um sich nach langen Jahren noch an mich zu erinnern, mich in meiner besten Zeit wahrgenommen haben. Man kann sich darüber streiten, ob ich jemals „richtig gut“ war – das ist eine Frage der Messlatte, die man anlegt; aus Sicht eines Kai Budde war ich dies gewiss niemals – aber jedenfalls war ich auch später niemals besser!

      Schließlich kann ich wiederum mich nur an einen Kaya erinnern (so häufig ist der Name ja nun wahrlich nicht), und falls Du Dieser bist, hast Du: a) mich niemals als „kreativen Spieler“ kennen gelernt; b) durchaus mitbekommen müssen, dass ich ein ernsthafter und relativ zu Deinem eigenen Magic-Umfeld sehr guter Spieler war; sowie c) selbst zu keinem Zeitpunkt die spielerische Kompetenz besessen, welche nötig gewesen wäre, meine zu beurteilen.

      Ich bin also etwas verwirrt.

      • Mein Kommentar war eigentlich als Kompliment gemeint. Musst nicht gleich die beleidigte Leberwurst spielen. Ich war schon immer einer netter ;-) Ich habe irgendwann im Mirage-Block (1996?) aufgehört „paper“-Magic zu spielen. Damals hatte ich nicht das Gefühl, dass du jetzt ein besonders aktiver und erfolgreicher Turnierspieler warst. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass du damals auf der deutschen Meisterschaft 1996 dabei warst, wo doch so ziemlich jeder mitgespielt hat der irgendwie Magic spielen konnte oder warst du da Referee? Ich habe dich mehr als den Theoretiker in Erinnerung. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt sicherlich deutlich mehr Turniere gewonnen als du damals Turniere gespielt hast. Wenn ich mich recht erinnere habe ich sogar das erste Turnier bei Serious Games gewonnen. Du musst also erst ab Mirage so richtig losgelegt haben. Limited war bis dahin ja auch ein ziemliches Stiefkind bei Turnieren in Berlin. Kann mich da nur an ein paar wenige Sealed Deck-Turniere (das größte war glaube ich im Keller vom Grumpf/Softwareladen in Tegel) erinnern. Booster Draft kam dann sowieso erst richtig ab 1996. Aus diesem Grund, sieh meinen Kommentar positiv. Damals habe ich nicht erkannt, welch ein herausragender Spieler (und natürlich deutlich besser als ich es jemals war ;-) in dir schlummert. Aber nimms mir nicht krumm, damals waren Dirk und Rosario auch noch keine grandiosen Spieler. Ich spiele by the way ziemlich erfolgreich MagicOnline…also sooo schlecht wie du mich immer machst kann ich auch damals nicht gewesen sein.

        Gruß Kaya

        • Ich war jetzt auch nicht beleidigt sondern, wie gesagt, verwirrt, weil die Dinge, an die Du Dich zu erinnern glaubst, und meine Erinnerungen einfach nicht zusammenpassen!

          Ein Beispiel: Serious Games hat im Frühling 1997 eröffnet. (Mirage erschien Herbst 1996.) Vorher haben wir uns, meiner Erinnerung nach, nicht getroffen. Davorr gab es auch sehr wenige bedeutsame Turniere in Berlin – eigentlich erinnere ich mich nur an den PTQ im Ice Age Block Constructed Format von Nagy in der FU Mensa (wo ich 5-1-2 ging); ein Typ 2 Turnier beim Ogerquest, wo ich im Finale gegen einen bescheißenden Andreas Huhn verlor; und ein weiteres Typ 2 Turnier in einem Keller in Tegel (Grumpf! gab es aber noch lange nicht; und dessen Vorgänger, Neutopia, war wohl auch nicht der Veranstalter), wo ich 4-3 ging. Schließlich gab es, kurz nach Legalwerdung von Visions, noch das von Uli Bachstein veranstaltete Typ 2 Turnier unterm Funkturm, wo ich im Finale gegen Rosario verlor. Dann müssen da wohl noch Regionals 1996 gewesen sein, auf denen ich mich nicht für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert habe – ich denke, das war das Turnier, wo ich nach einem frühen Draw mit meinem damaligen guten Kumpel Thomas Lawrenz am Ende 3-1-3 stand (was natürlich nicht doll war).

          Viel mehr war schlicht nicht, und ich sehe einfach nicht, wie das eine Grundlage für eine solche Einschätzung von Dir sein konnte, denn es GAB einfach noch nicht genug Turniere, um irgendjemanden aus Berlin als ernsthaften Spieler zu kennzeichnen – aber WENN man es tat, war ich sicherlich vorne mit dabei (was mein Rating auch bestätigte)! Regelmäßige PTQ-Saisons begannen in Deutschland erst 1997, und da war ich von Anfang an dabei und qualifizierte mich auch bereits im ersten Jahr für meine erste Pro Tour.

          Auch die Formulierung „kreative Seite“ irritiert mich, denn sie weist eher auf Spieler hin, die im Constructed merkwürdige, nicht wettbewerbsfähige Decks bauten; und nicht auf solche, die sich zwar ernsthaft bemühen, aber letztlich nicht wirklich gut sind (ein Schuh, den ich mir eher anziehen könnte). Tatsächlich passt diese Einschätzung besser auf Dich, so wie ich Dich in Erinnerung habe: Eine Szene, die sich mir eingebrannt hat, war, wie Du bei Serious Games gegen Daniel Brickwell in einem Ice Age Block Constructed Testspiel 8 Mana für Taste of Paradise tapptest, um Dir „1 Million Leben“ zu machen (Originalton Du). Ich wies Dich dann darauf hin, dass es sich lediglich um 9 handelte, was gerade einmal so viel war, wie Dir ein Fog gegen Daniels Kreaturenarmee gebracht hätte.

          So eine nutzlose Karte hätte ich schon damals nie angefasst, weswegen es mich wirklich irritiert, dass ausgerechnet DU MICH als eher „kreativ“ als „gut“ in Erinnerung hast – in meiner Erinnerung ist es genau umgekehrt!

          Dass ich nie ein „besonders erfolgreicher“ Turnierspieler war, würde ich unterschreiben; allerdings lege ich da vermutlich einen etwas anderen Maßstab an als Du. Immer hin war ich regelmäßig bei PTQs vorne mit dabei und erspielte mir dort rasch eine zweistellige Anzahl von Top8s, einschließlich von 4 PT-Qualifikationen (davon 3 – allesamt in Limited – in meiner Frühphase). Aktiv hingegen war ich von Anfang an sehr und fuhr mit dem Team Istari, in dem ich bald Mitglied wurde, zu zahlreichen PTQs, sobald das überhaupt möglich war.

          Daher verstehe ich einfach ehrlich nicht, worauf sich Deine Einschätzung gründet! Die Zeit, in der „auch Dirk und Rosario“ noch keine Topspieler waren (und sie waren natürlich beide besser als ich, wenn ich sie auch im Limited zumindest regelmäßig schlug) war schlicht die Zeit, in der es in Berlin noch keine Topspieler GAB und geben konnte. Das Kellerturnier, welches ich oben erwähne, hatte Dirk bereits gewonnen; und das Ding unterm Funkturn, wie gesagt, Rosario – das waren schon mit die frühesten Turniere überhaupt! Es gibt einfach keinen zeitlichen Bezugsrahmen, auf den Deine Aussagen passen.

          Und andersherum war ich eingestandenermaßen niemals ein wirklich herausragender Spieler, und es steht auch nichts in meinem Artikel, was auf etwas anderes schließen ließe. Daher passt Dein Kommentar auch hier einfach nicht, denn Du kanntest mich bereits, als ich relativ zum allgemeinen Niveau in der Community eine deutlich überdurchschnittliche, aber nicht herausragende Spielstärke besaß; und daran hat sich später auch nie etwas geändert.

          Was eine gewisse Reserviertheit meinerseits Dir gegenüber anging: Ich hatte es Dir damals wirklich übel genommen, als ich Dich dabei erwischte, wie Du Woche für Woche unter fremden / erfundenen DCI-Nummern bei uns zum Turnier antratest, keinerlei Unrechtsbewusstsein zeigtest, und Dich hinterher sogar beschwertest, dass ich ahnungsloser Neu-Judge Dich mit einem Match Loss zu hart bestraft hätte! (Eine Disqualifikation, gefolgt von einer mehrjährigen Sperre, der Du nur ausgewichen bist, weil ich Dich halt nicht DQed hatte und daher keine „investigation“ seitens der DCI stattfand, wäre die korrekte Strafe gewesen, wie ich erst hinterher erfuhr.) Du hattest mich und den Turnierveranstalter Serious Games auf diese Weise zu ahnungslosen, aber mitverantwortlichen Komplizen bei einem vielfachen Rating-Betrug gemacht (die von Dir angegebenen DCI-Nummern gehörten schließlich irgend jemandem), und das war einfach völlig daneben!

          Sicher ist das jetzt ewig her, und ich will Dir das heute auch nicht mehr vorwerfen; lediglich als Erklärung angeben, warum ich damals Dir gegenüber vielleicht nicht so freundlich war, wie Du Dich mir gegenüber in Erinnerung hast – und warum ich, nachdem ich mit Dir seit damals nichts mehr zu tun hatte, ein bisschen misstrauisch bin, wenn Du in Deinem Kommentar Einschätzungen anklingen lässt, deren Zustandekommen ich nicht nachvollziehen kann.

  3. An die Sache mit Taste of Paradise kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Jetzt fällt mir nämlich auch wieder ein, dass Roland auf dem Qualli für die deutsche Meisterschaft 1996 (das war irgendwo am Ende der Welt) nach jmd gesucht hat, der in seinem Laden die Magic-Abteilung leitet. Er hatte sogar mich damals gefragt. Das es dann noch bis 1997 gedauert hat bis Serious Games eröffnet wurde habe ich nicht mehr so in zeitlicher Erinnerung. Aber ich glaube, du hast auch nicht mehr alles so genau in Erinnerung. Zum Beispiel war Highway to Hell gar kein Magic-Laden, wie du in deinen Gruft-Blogs schreibst, sondern verkaufte Computerspiele im Spielbrett am Kudamm (jedenfalls zur Zeit als Fink sich seine Karten ruiniert hat). Die Kneipe in der Seestraße war der Hexenkessel ;-) usw. Dirk (Mr. Minigolf) und Rosario haben mit Sicherheit 1996-1997 noch keine Turnier gewonnen. Ich habe denen doch Magic erst bei Serious Games beigebracht. Also musst du da zeitlich auch etwas daneben liegen. Ich glaube eines meiner ersten Turniere war in der Burg 1995. Die Partien mit dem besten Ranking durften im Turm spielen. Auf jeden Fall war es eine schöne Zeit, mit Ausnahme der Doomies. Wie gesagt, ich will nicht in abrede Stellen, dass du schon damals ein guter Spieler warst. Aber deine stärkste Phase musst du dann nach 1997 gehabt haben und selbst der Ausdruck „kreativer Spieler“ war keineswegs negativ gemeint. Was ist eigentlich dann später aus Magic Dreams geworden? Wie lange gab es die denn noch?

    so long and thanks for all the fish

    Kaya

    • Also, Serious Games hat definitiv 1997 eröffnet; vermutlich am 1. März. Visions war gerade das aktuelle Set.

      Highway to Hell WAR ein Computerspielladen, verkaufte aber auch Magic-Karten (so ähnlich wie Disc 1, das eigentlich eine Videothek war), und dort fand im Hinterzimmer jenes Magicturnier statt, von dem ich schrieb. War der Laden wirklich am Ku’damm? Ausschließen kann ich es nicht; es kommt mir aber komisch vor. Bei der Miete dort hätten sie eigentlich kaum so viel Hinterzimmer-Platz haben können…

      Dass die Kneipe, an deren Name ich mich beim Schreiben damals nicht erinnerte, der Hexenkessel war, wurde mir in den Kommentaren zu jenem Artikel bereits gesagt, und ich habe ja auch nie etwas anderes behauptet.

      Dirk hat definitiv jenes Turnier damals im Tegeler Keller gewonnen. Das war am 7. September 1996, wie ich aus meiner Match History ablesen kann, denn dieses Turnier wurde korrekt sanktioniert (vermutlich, weil Nagy dafür verantwortlich war). Ich weiß auch noch genau, wie Michael Giersch bei der Siegerehrung tönte: „Das Deck haben WIR ihm gebaut!“

      Das Turnier unterm Funkturm, welches im Rahmen einer Comic-Messe stattfand, passierte unmittelbar nach dem Legalwerden von Visions (also ca. Mitte März 1997). Es wurde jedoch nie sanktioniert. Es zeichnete sich dadurch aus, dass alle Welt Rot spielte, weil für kurze Zeit (so lange die 5th Edition noch nicht die 4th Edition ablöste) Lightning Bolt und Fireblast gleichzeitig legal waren. Ich spielte damals Rot mit Splash Grün für Erhnam Djinn (weil der Fireblast-fest war), sowie mit Keeper of Kookus (über den nach damaligen Regeln Ball Lightning nicht drüber trampelte, wenn er seinen Schutz hatte) im Hauptdeck. Ich schlug im Viertelfinale Dirk und im Halbfinale Martin Langfeld (die Runden bringe ich vielleicht durcheinander, die Gegner gewiss nicht), bevor ich im Finale gegen Rosario (den ich auch bereits als starken Spieler kannte) verlor. Serious Games kann zu diesem Zeitpunkt nicht viel länger als 2 Wochen geöffnet gehabt haben – Du müsstest Rosario also verdammt fix Magic beigebracht haben!

      Magic Dreams gab es auf jeden Fall noch 2001 (da habe ich noch ein Turnier dort gespielt), aber vermutlich nicht mehr 2002 (da habe ich plötzlich immer bei Grumpf! gespielt, was ich vermutlich nicht gemacht hätte, wenn es MD noch gegeben hätte, da Tegel viel weiter draußen ist).

      Was meine „starke“ Phase angeht: Sobald es DCI Ratings im Netz abzurufen gab (Anfang 1997, denke ich), gehörte ich zu den Berliner Topspielern. Zusätzlich hatte ich bei 2 großen, aber nicht sanktionierten Turnieren das Finale erreicht (Ogerquest & Funkturm). 1997 hatte ich mich bereits für eine Pro Tour qualifiziert. Stärker wurde ich auch später nicht mehr wirklich… Eher bin ich, relativ zum Niveau meines Umfeldes, ein wenig zurückgefallen, als der Rest der Welt begann, sich grundlegende Kenntnisse über Magic-Strategie anzueignen (wozu ich bei Serious Games auch massiv beigetragen habe).

      Zu der Zeit, als ich Dich bei Serious Games kennen lernte, gab es in Berlin ca. 10 Spieler, die sich ungefähr auf oder gar über meinem Niveau befanden: Ein paar vom Team Istari; der eine oder andere Doomie; Dirk, Rosario, Martin Langfeld, vielleicht Thomas Lawrenz. Du gehörtest mit Sicherheit nicht dazu (die Taste of Paradise Story ist nicht nur authentisch, sondern meiner Erinnerung nach sogar typisch), wenn ich auch verstehen kann, dass Deine Erinnerung das verklärt. Dass Du irgendwann einmal ein SG-Turnier gewonnen hast, kann schon sein; aber die häufigsten Sieger in der Anfangszeit waren Dirk und Rosario, mit gelegentlichen Erfolgen von Istaris (die allerdings nicht so häufig teilnahmen), während ich Dich als typisches Mittelfeld in Erinnerung habe – kein absoluter Anfänger, aber auch keine wirkliche Gefahr für ernsthafte Spieler.

      Hättest Du damals Deine eigene DCI-Nummer benutzt, könntest Du übrigens auch heute noch Deine Ergebnisse aus dieser Zeit im Netz nachschlagen; denn die Serious Games Turniere habe ich alle ordnungsgemäß sanktioniert und reported…

      • Bei Rosario bin ich mir ziemlich sicher, dass er erst bei Serious Games Magic angefangen hat. Der Laden in Tegel war damals schon das Grumpf!. Die haben sich nur den Laden mit einer Berliner Computerspiel-Kette geteilt. Ich glaube Media-Games? Es kann sein, dass Highway to Hell noch einen zweiten Laden hatte, aber sie waren definitiv im Obergeschoss vom Spielbrett am Kudamm. Aber du hast recht irgendwie passt da was nicht zusammen. Ich bin nämlich nicht 1996 auf die DM gefahren, sondern 1997. Ich kann mich nämlich nur erinnern, dass wir die Fahrt (mit Daniel, Martin etc.) zusammen im Serious Games geplant haben und da noch stundenlang über jede einzelne Karte für den Rochester Draft (hatte ich bis dahin noch nie gespielt) diskutiert haben. Es muss also 1997 gewesen sein. Da wurde Daniel dann Vizemeister. So schlecht war ich dann doch nicht 1997 ;-). Kurz nach der DM habe ich dann auch aufgehört zu spielen, wahrscheinlich weil ich meine Mittelmäßigkeit nicht mehr ertragen konnte. Ich bin dir jedenfalls dankbar, dass wir damals mal länger im Laden waren, sonst hätten mich die Doomies bestimmt grün und blau geschlagen.

        Ansonsten have fun, jetzt weiß ich ja das du ein guter Spieler warst und bist.

        Gruß

        Kaya

  4. Mein Tipp: lass die Finger von pauper.
    ich weiß, ich habe das Format lange beworben, aber das ist lange her…
    ich glaube nicht, dass dir pauper gefällt:
    1.) es gibt viele, starke nicht-interaktive Decks. Post-Ramp, oder das unsägliche familiar storm.
    2.) Es gibt ein sehr ausgeprägtes Stein Schere Papier Meta. Oft kann man gegen bestimmte decks nichts oder zumindest nichts relevantes rechtzeitig tun.

    Auch wenn manche Listen, z. b. das Mono schwarze disruption Deck oder das mono blaue Tempo Deck, spannend aussehen, spielt man doch recht viel aneinander vorbei.

    und jetzt viel Spaß beim Erinnerungstrip ins Berlin der 90er…

    • Ja, das war auch mein Eindruck vom Metagame, was ich im Artikel auch anspreche. Im Prinzip wäre es also das, dem ich mich im „Casual“ zwangsweise sowieso immer weiter angenähert habe; nur eben mit gleichen Voraussetzungen und der Möglichkeit, Preise zu gewinnen. Daher fürchte ich, das ganze macht mir nur Spaß, wenn ich dabei gewinnen; und diese Bedingung stellt den ganzen Sinn in Frage. Andererseits sollte ich es vielleicht einfach mal ausprobieren, denn allzu viel zu verlieren habe ich ja nicht, und vielleicht gewinne ich ja genug, dass es mir sowohl Spaß macht, als auch meine Drafts weiter verbilligt. Im Moment allerdings habe ich es mit diesem Experiment nicht eilig.


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