Empfehlung: Transmorpher 2

Wer meinen letzten Beitrag aufmerksam gelesen hat, dem ist aufgefallen, dass ich einen Plural verwendet habe: Neue Spiele wollte ich Euch vorstellen! Eines zumindest fehlt also noch, und das liefere ich hier nach.

Es heißt Transmorpher 2, was impliziert, dass es bereits einen ersten Teil gegeben hat, und so ist es auch – doch diesen kann ich absolut nicht empfehlen! Zwar verwendet er viele ähnliche Elemente, aber die Steuerung ist völlig anders… und eine absolute Katastrophe. Wie ich in meinem vorigen Eintrag gerade erst schrieb, ist die Steuerung das wichtigste Qualitätsmerkmal in einem Jump’n Run – das Genre, zu dem auch die beiden Transmorpher-Spiele zweifelsfrei gehören. Deswegen fiel Teil 1 bei mir komplett durch.

Im zweiten Teil hingegen wurde auf diesem Gebiet so ziemlich alles richtig gemacht, und das brillante Spielprinzip somit hervorragend zur Geltung gebracht! Wie so oft bei Gratisspielen existiert der thematische Hintergrund lediglich, um den Spielmechanismus darin einzubetten, was auch völlig in Ordnung ist: Man steuert einen außerirdischen Blob, welcher die Gestalt (und, wichtiger, die besonderen Fähigkeiten) anderer Lebensformen annehmen kann, nachdem er diese assimiliert hat. In seiner eigenen Form kann dieser Blob (ziemlich flott) kriechen und springen; in einer weiteren klebt er an Oberflächen, so dass er von der Decke hängen und Wände erklimmen kann; in einer dritten ist er besonders stark und schwer; und ab und zu kann er die eine oder andere vierte Gestalt annehmen, in welcher er Sicherheitsschranken durchqueren oder eine Schusswaffe gebrauchen kann.

Der besondere Reiz des Spiels besteht darin, innerhalb von Bewegungsabläufen immer wieder seine Gestalt zu ändern, um Wege zu passieren oder Stellen zu erreichen, die ansonsten nicht passierbar oder erreichbar wären. Das primäre Spielziel – die Durchquerung der einzelnen Level – ist wieder einmal keine allzu große Herausforderung, wenn es auch die eine oder andere etwas fummlige Stelle gibt, und der Schwierigkeitsgrad durchgehend ein wenig höher ist als bei Ripple Dot Zero. Natürlich will man aber alle Sterne einsammeln, und das ist teilweise richtig knifflig! (Zumindest ich habe eine Weile gebraucht, bis ich meine Finger hinreichend trainiert hatte, sich unabhängig voneinander zu bewegen. Klavierspieler haben es vermutlich einfacher.)

Am Ende jedes Levels (insgsamt 22, plus vier Bonuslevel) sieht man ein paar Statistiken, wie man abgeschnitten hat. Dabei ist der „Star Score“ weniger aussagekräftig als der dazugehörige Fortschrittsbalken, weil er aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen auf volle Tausender rundet – macht es Euch zum Ziel, diesen Balken zu füllen (also alle Sterne einzusammeln)! Den Time Score wiederum solltet Ihr dann ignorieren, ebenso wie den dort angezeigten Total Score, und zwar aus folgendem Grund: Er ist leider nicht an der Vorgabe kalibriert, dass man auch den Star Score maximieren will. Man kann und sollte also Time Score und Sterne unabhängig voneinander erspielen – auch im Gesamtergebnis addiert das Spiel jeweils die maximalen Einzelergebnisse unabhängig voneinander; die einzeln erspielten Total Scores merkt es sich nicht einmal. Spielt also in zwei unterschiedlichen Modi (diese Formulierung kommt Euch bekannt vor, oder?): Die Level möglichst schnell schaffen; oder alle Sterne einsammeln. Oh, und außerdem erfährt man, wie viele geheime Orte man gefunden hat, aber wenn man hiervon einen verpasst hat, merkt man das auch am Fortschrittsbalken, da diese Orte alle viele „Sternenpunkte“ enthalten.

Innerhalb der Level gibt es zahlreiche in solchen Spielen übliche „Wiedergeburtspunkte“ – das macht das Ganze noch entspannter. Wer es etwas fordernder mag, und von Transmorpher 2 so rasch nicht genug bekommt (so ging es mir!), kann sich zur Aufgabe machen, alle Level jeweils in einem Stück durchzuspielen – mit allen Sternen, aber ohne zu sterben! Das ist in manchen Leveln überhaupt nicht einfach, weil es leicht passieren kann, dass man einen Stern verpasst und nicht wieder zurück kann (ein Problem, welches sich ansonsten zumeist durch den Freitod lösen ließe).

Der Level, der mich am meisten zum Schwitzen gebracht hat, ist der siebte, aus mehreren Gründen: Einmal sticht sein Schwierigkeitsgrad aus der ansonsten leicht ansteigenden Kurve deutlich nach oben heraus (immer unter der Vorgabe, alle Sterne einsammeln zu wollen; sonst ist alles eher easy). Dann ist bereits der erste Abschnitt sehr schwierig, was deswegen besonders auffällt, weil man noch keinen Wiedergeburtspunkt erreicht hat, wenn man darin stirbt, und daher ganz von vorne anfangen muss – mit der Konsequenz, dass auch bereits eingesammelte Sterne wieder futsch sind! Die Methode, ein paar Sterne abzugreifen, zu sterben, dann weitere abzugreifen und so weiter, bis man sie alle hat, funktioniert deswegen nicht. (Allerdings kann man sich diesen Teil erheblich leichter machen… nur so ein Tipp!) Der zweite Abschnitt des Levels ist vermutlich die härteste Herausforderung in den gesamten regulären Leveln. Und im letzten Abschnitt befindet sich ein geheimer Ort, dessen Verpassen in der Regel damit einher geht, den Level abzuschließen – was bedeutet, dass man ihn komplett von vorne beginnen muss, um diesen Ort zu erreichen! (Ziemlich kaputt, dass man sich an dieser Stelle darüber ärgert, dass man es nicht mehr geschafft hat, vorher zu sterben…)

Dieser siebte Level war der letzte reguläre, den ich in einem Stück mit allen Sternen erfolgreich durchspielte. Die Bonuslevel wiederum sind von sehr unterschiedlicher Schwierigkeit: Der erste und dritte sind ziemlich simpel; der zweite und vierte sind höllisch! Tatsächlich ist der zweite dermaßen schwierig, dass ich es bis jetzt noch nicht gepackt habe, ihn in einem Stück (mit allen Sternen) durchzuspielen, und es vielleicht nie schaffen werde – es ist gewiss nicht unmöglich, aber vermutlich benötige ich dafür so viele Versuche, dass der Spaß vorher längst fort ist, selbst wenn ich einen ordentlichen Hartnäckigkeitsbonus draufschlage. (Der perfekte Star Score von 3000 ist absolut machbar, aber wirklich ALLE Sterne zu kriegen… Packt Ihr es? In einem Anlauf, wohlgemerkt, sonst kriege ich es auch hin!)

Wie üblich, möchte ich Euch vor ein paar kleineren Bugs warnen, um Euch das Spielerlebnis ein wenig angenehmer zu machen:

1. Im ersten Bonuslevel könnt Ihr den letzten Abschnitt nicht wiederholen – das heißt, Ihr KÖNNT ihn zwar wiederholen, wenn Ihr sterbt, aber nicht mehr abschließen, weil die schwebenden Plattformen, die Ihr benutzen müsst, nicht mehr zurück kommen. Dieser Abschnitt ist nicht übermäßig knifflig, aber das Wissen, dass man ganz von vorne anfangen muss, wenn man ihn vergeigt, kann einen nervös machen.

2. Wenn man den vorletzten (den 21.) Level abgeschlossen hat, wird man nicht automatisch in den letzten, 22. Level weitergeleitet, sondern zurück ins Hauptmenü (möglicherweise gilt das nur, wenn man den letzten Level noch nicht gespielt oder abgeschlossen hat). Unter Umständen vergisst man dadurch, den letzten Level zu spielen…

3. Wenn man nach Abschluss des ersten Bonuslevels als nächstes aus dem Menü den zweiten Bonuslevel anwählt, hängt das Spiel sich auf. Nach einem Neustart des Spiels ist alles wieder gut.

4. An der einen oder anderen Stelle kann man sich so „geschickt“ anstellen, dass man zwischen eine sich bewegende Plattform und eine Wand gerät (teilweise auch unverschuldet), obwohl dort kein Platz ist. Dann stirbt man nicht, aber das Programm spielt verückt: Man hängt fest; oder man kann sich plötzlich irgendwie in den Wänden bewegen, aber nicht mehr zurück in den eigentlichen Spielbereich gelangen. Hier muss man den Level neu starten.

Insgesamt sind das ziemlich wenige Ärgernisse bei einem ansonsten genialen Gratisspiel! Für mich ist Transmorpher 2 einer der gelungensten Vertreter des Jump’n Run Genres.

…ach ja: Mein Total Score für alle Level (die Bonuslevel zählen nicht mit) ist unterdessen 127206. Das geht aber gewiss noch ein bisschen besser – oder?

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Published in: on September 4, 2013 at 10:24 pm  Schreibe einen Kommentar  
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