WordPress baut Scheiße

Jüngst habe ich einen Kommentar zu einem uralten Beitrag auf Ein Platz für Andi erhalten, und habe dabei etwas höchst Ärgerliches entdeckt: Die WordPress-Software verlinkt neuerdings (ich kann allerdings nicht sagen, seit wann; ich weiß nur, dass sie es früher nicht getan hat) automatisch Zeichenkombinationen der Form www-punkt-text-punkt-domänenendung automatisch – auch rückwirkend!

Gerade in jenem Beitrag hätte das nie, nie, niemals passieren dürfen, da ich um eines Beispiels Willen eine erfundene (und glücklicherweise auch bis jetzt noch nicht existierende) Webadresse zitiert habe, zu der man aus offensichtlichen Gründen niemals ein Link setzen sollte (darum, dies zu demonstrieren, ging es mir mit diesem Beispiel ja gerade). Natürlich wäre es nur marginal besser, eine solche Adresse ohne Link zu veröffentlichen, falls sie existierte, aber das war selbstverständlich nicht der Fall. Tatsächlich hatte ich die Bezeichnung der Adresse so gewählt, dass ich guten Gewissens annehmen konnte, dass sie niemals vergeben (und wenn doch, in Rekordzeit abgeschaltet werden) würde, aber trotzdem will ich natürlich nicht, dass es an dieser Stelle überhaupt etwas anzuklicken gibt, selbst wenn dies einen nur zu einer Fehlermeldung führt – und schon gar nicht, wenn eine solche Adresse doch kurzzeitig aus dem Boden gestampft würde, was vermutlich zur Folge hätte, dass von behördlicher Seite Websites, die auf sie verlinken, genau in Augenschein genommen würden!

Auch in einem anderen alten Beitrag bin ich auf dieses Phänomen gestoßen. Hier hatte ich Suchbegriffe aufgelistet (einfach per Copy/Paste aus einer bloginternen Statistik kopiert), welche Besucher zu meinem Blog geführt hatten, und darunter befanden sich auch zwei Webadressen. Eine wiederum meines Wissens fiktiv; eine andere die Homepage eines merkwürdigen Geschäftsbetriebs, dessen Legalität ich nicht einzuschätzen qualifiziert bin, auf den ich aber ganz gewiss nicht verlinken möchte! (Als ich dieses Link übrigens testweise angeklickt habe, hat es beinahe meinen Browser zum Absturz gebracht, was auch nicht gerade ein gutes Zeichen ist.)

Das geht natürlich gar nicht! WordPress entzieht mir auf diese Weise die Bestimmungshoheit, welche Links ich setze und welche nicht, obwohl ich für solche Linksetzungen natürlich rechtlich verantwortlich bin! Ich bin ein hinreichend sorgfältiger Blogger, dass ich alle meine Beiträge nach der Veröffentlichung noch einmal daraufhin überprüfe, dass sie genau die Links enthalten, die sie sollen, und dass diese funktionieren und dorthin führen, wo sie sollen. (Ich überprüfe auch alle Links aus Kommentaren und hinter Kommentatornamen.) Ich kann aber doch nicht damit rechnen, dass in uralten Beiträgen urplötzlich Links auftauchen, die zu setzen ich nie beabsichtigt hatte!

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Published in: on September 11, 2013 at 5:32 pm  Comments (6)  
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6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Du konntest also immerhin den Link wieder deaktivieren?

    • Ja, sicher; ich kann ja jeden Beitrag jederzeit editieren. In einem Fall genügte es, das „http://“ manuell zu löschen, welches die Software vor die Adresse gesetzt hatte, und wodurch das Link offenbar aktiv wurde. In zwei anderen Fällen genügte das nicht; so oft ich diese Vorsätze auch löschte – die Software stellte sie immer wieder her! Ich musste also die Adresse so verändern, dass die Software sie nicht mehr erkannte (ich habe die Punkte durch Striche ersetzt).

      Ich habe mich übrigens auch an den WordPress Customer Support gewandt, aber bislang noch keine Antwort erhalten…

      • Jetzt ist eine Antwort eingetroffen, mit der Bitte nach genaueren Informationen, die ich umgehend geliefert habe.

        • Wir bleiben am Apparat! :)

    • Nächste Antwort: Ja, das ist tatsächlich ein WordPress Feature (ach nee!); man kann das Problem vermeiden, indem man >pre> tags benutzt (aber logischerweise nur beim Posten, oder wenn man einen älteren Post editiert); ich hätte da doch einen Disclaimer zitiert, der mich schützen würde (ich hatte ihn zitiert um darüber zu informieren, dass er gerade GAR KEINEN Schutz bietet!!!); und ich könne ja auf einen self-hosted Blog umziehen, wo ich die Einstellungen ändern könne.

      Oder auch: „Ja, wir haben ihnen ein Problem gemacht – Ihr Pech! Sehen Sie selbst zu, wie Sie es lösen. (Und dass möglicherweise Tausende anderer Blogger dieses Problem auch haben, ohne es auch nur zu wissen, kratzt uns auch nicht.) Ach ja, außerdem haben wir keine Ahnung von deutschem Internet-Recht, geben aber trotzdem beruhigende Ratschläge…“

      • Nachdem ich die Probleme noch einmal verdeutlicht hatte, ist seitdem keine Antwort mehr gekommen.


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