Ein Luftsprung macht noch keine Schwalbe

Ich werde einfach wieder mal etwas schreiben, in der Hoffnung, dass es nach und nach wieder mehr wird…

Gerade eben ist das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Bayern und Bremen zu Ende gegangen. Bremen hat gut mitgehalten, aber die Bayern haben letztendlich verdient gewonnen. Ein unschöner Beigeschmack bleibt jedoch: Das zweite Bayern-Tor fiel durch einen Elfmeter nach einer Situation, in der Arturo Vidal von seinem Gegenspieler eindeutig nicht getroffen wurde. Ich sah diese Szene in der ersten Wiederholung und war verärgert und enttäuscht! Als Bayern-Anhänger wünschte ich mir zwar den Sieg, aber ein durch eine Schwalbe erschummeltes Tor nimmt mir die Freude daran – so etwas gehört nicht in den Fußball und sollte bestraft, nicht belohnt werden!

Dann jedoch sah ich die zweite Wiederholung dieser Szene, und plötzlich stellte sie sich mir ganz anders dar! Ja, Vidal hebt ab, bevor sein Gegner ihn trifft, und deswegen gibt es keine Berührung… wohlgemerkt, deswegen. NUR DESWEGEN! Vidal springt in die Luft, sobald er sieht, dass sein Gegner in ihn hineingrätscht, und dieser verfehlt ihn daraufhin um Zentimeter.  Wäre Vidal nicht gesprungen, hätte er das gestreckte Bein des Verteidigers gegen seinen Knöchel bekommen. Es hätte mit großer Sicherheit ebenfalls (und diesmal eindeutig gerechtfertigt) Elfmeter gegeben, nur dass er dabei möglicherweise verletzt worden wäre.

Es kann doch eigentlich nicht sein, dass ein Spieler sich erst umgrätschen lassen muss, damit ein Foul vorliegt, oder? Es ist ja nicht so, dass Vidal sich danach jammernd am Boden gewälzt und den Knöchel gehalten hätte, oder dass der Schiedsrichter ihn gefragt hätte, ob eine Berührung vorlag, und er dies bejaht hätte. Er ist einfach nur einem sicheren Kontakt und einer drohenden Verletzung durch einen Spieler, welcher ein klares Foul zu begehen versuchte, aus dem Weg gegangen.

Meiner Ansicht nach ist das nicht nur keine Schwalbe gewesen, es hat auch trotz fehlender Berührung immer noch ein Foul vorgelegen, und der Elfmeter war vollauf berechtigt! Wenn jemand mit gestrecktem Bein in einen Spieler hineingrätscht, muss dieser das Recht haben, auszuweichen, ohne dass ihm ein Nachteil dadurch entsteht.

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Published in: on April 19, 2016 at 9:58 pm  Comments (1)  
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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Hi Andi,

    du sprichst hier ein tatsächliches Problem an, welches aber leider den Spielern durch die Schiedsrichter so antrainiert worden ist. Ohne die Szene gesehen zu haben nehme ich deine Worte jetzt mal für bare Münze. In diesem Fall liegt natürlich immer ein Foul vor, auch wenn der Spieler über das Bein hinwegspringt.

    Das Problem nur: Springt Vidal in der Szene drüber, gibt es keinen Elfmeter. Das doppelte Problem: Aus den Regeln würde sich eigentlich folgende Abfolge ergeben, welche aus Fairplay-Gründen auch sinnvoll wäre:

    1. Spieler springt über Grätsche.
    2. Schiedsrichter lässt bis zu drei Sekunden Vorteil laufen. Dies schließt einen eventuell misslungenen Abschluss mit ein.
    3. Fällt kein Tor, pfeift der Schiedsrichter Foul, in dem Fall also Elfmeter.

    Hier sind gleich mehrere Faktoren „drin“ die wir so leider im Fußball gar nicht mehr sehen und daher den Spieler das oben beschriebene Verhalten antrainiert haben, da diese natürlich ihre Siegchancen optimieren. Wie oft schon wurde z.B. ein Spieler gefoult, dieser hielt sich gerade noch so auf den Beinen, verpasste dadurch jedoch den besten Abschlussmoment und bekommt nur einen schwachen Abschluss hin. Löblich für den Spieler, aber eigentlich dumm. Und noch dümmer wieso unsere Schiedsrichter genau dieses Verhalten auch noch bestrafen und der Spieler weder einen unbehinderten Abschluss noch einen Foulelfmeter zugesprochen bekommt.

    Meiner Meinung nach sollte der Wille eines Gefoulten trotzdem weiterzuspielen belohnt werden, unabhängig ob ein Abschluss statt gefunden hat. Aber viele Schiedsrichter sind schon damit überfordert sich zu merken, dass ein Foul mit Vorteil eigentlich noch eine gelbe Karte verdient hätte.


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