Die besten deutschen Fußballvereine, Ausgabe 2016

Die Aufstiegsrelegation zur Dritten Liga ist noch im vollen Gange, und natürlich steht uns in wenigen Wochen die Europameisterschaft ins Haus, aber alle Entscheidungen mit Auswirkungen auf meine jährliche Tabelle sind in dieser Fußballsaison bereits gefallen. Falls Ihr nicht wisst, wie sie zustande kommt, könnt Ihr das in diesem Eintrag nachlesen. Von der Tabelle des letzten Jahres könnt Ihr Euch zu allen früheren Tabellen durchklicken.

Und so sieht es dieses Jahr aus:

Fußball Rangliste 2016

Hier findet Ihr die xls-Datei mit den einzelnen Daten.

Die Bayern haben in ihrem letzten Jahr unter Guardiola ihren Punktestand erneut deutlich ausgebaut – man beachte, dass sie mit einer konstanten Ausbeute von 80 Punkten pro Saison bei mir auf glatt 440 Punkte kämen! Jeder, der die Ära Pep in München als nicht erfolgreich ansieht, hat einfach absurd überzogene Erwartungen.

Damit halten sie Dortmund weiterhin mit ganz langem Arm auf Abstand, obwohl der BVB unter Tuchel diese Saison sogar wieder etwas näher herangerückt ist. Natürlich war das verkorkste Vorjahr kein Maßstab, aber meiner Ansicht nach hat der Klopp-Nachfolger deutlich demonstriert, dass er seiner Aufgabe gewachsen ist, auch wenn das Aus in der Europa League gegen Liverpool natürlich sehr bitter (und gleichzeitig unglücklich und vollauf verdient) gewesen ist.

Leverkusen hat seinen dritten Platz gefestigt, wenngleich man sich auch auf den Standpunkt stellen kann, dass dies mehr auf die Schwäche von Schalke und Wolfsburg zurückzuführen ist. Gerade Wolfsburg blieb nach dem Gewinn der Vizemeisterschaft und des DFB-Pokals dermaßen weit hinter den Erwartungen zurück, dass man bereits von einer Krise sprechen muss.

Eine solche Krise wurde in Mönchengladbach erfolgreich abgewendet – wer hätte das nach dem Saisonstart mit fünf Niederlagen noch erwartet? Sicherlich hat der neue Trainer Schubert einen großen Anteil daran, aber vielleicht sollte man auch würdigen, dass Favre, so wie es aussieht, genau im richtigen Blick von selbst gegangen ist, um diesen Neuanfang zu ermöglichen.

Mainz auf Platz sieben in meiner Tabelle – was ist nur aus der Bundesliga geworden! Der Emporkömmling hat nun also die großen Traditionsklubs aus Bremen, Stuttgart und Hamburg überholt, bei denen der Abwärtstrend weiter anhält, wobei in Stuttgart ja sogar der GAU eingetreten ist. Hannover war hier schon einmal vorgegangen, aber nun ja, immerhin ist das ein Verein mit großer Tradition sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Liga… Der VfB muss eigentlich den sofortigen Wiederaufstieg schaffen, während ich es bei Hannover durchaus für denkbar halte, dass diese Stadt sich für längere Zeit wieder auf Zweitligafußball einrichten muss.

Hertha hat mich äußerst positiv überrascht! Wenn man allerdings genau hinsieht, haben sie nur eine (sensationell) gute Halbsaison gespielt und die Rückrunde wieder einmal auf Abstiegskandidatenniveau bestritten. Nein, der Hauptstadtverein hat mich noch nicht ganz davon überzeugt, dass seine Fahrstuhlzeiten endgültig vorbei sind…

Nachdem Hoffenheim lange Zeit gemeinsam mit Hannover im freien Fall verbracht hatte, konnten sie sich im Gegensatz zu jenen mit einem Kraftakt noch einmal retten und weiterhin als fester Bestandteil der deutschen Vereinslandschaft etablieren. Sicher kann es sie nun das nächste Jahr treffen, aber das gilt auch für mindestens zehn weitere Vereine – dass Tradition allein auch nicht vor dem Abstieg schützt, hat Stuttgart uns ja dieses Jahr demonstriert.

Nach Frankfurt und Augsburg, die beide mehr oder weniger knapp den Abstieg vermieden haben, folgt mit Freiburg der erste Aufsteiger, dessen Punktestand zeigt, dass ein Jahr im Unterhaus bei sofortigem Wiederaufstieg in meiner Tabelle noch keinen Absturz bedeuten muss.

Hinter Köln beginnt dann ein Tabellenbereich, der zwischen 200 und 140 Punkten recht dünn besiedelt ist. Das hängt wohl damit zusammen, dass die korrespondierenden Saisonpunkte bei gleichmäßigem Erfolg in der ersten Liga normalerweise den Abstieg bedeuten, und in der zweiten Liga ein regelmäßiges Belegen der vorderen Plätze, was mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass in einem Jahr, in dem es besonders gut läuft, der Aufstieg gelingt. Hier finden sich mit Nürnberg und Kaiserslautern zwei Teams, die seit mehreren Jahren mehr oder weniger knapp am angestrebten Wiederaufstieg scheitern.

Im Unterschied dazu sieht es bei Fürth, Karlsruhe, St. Pauli und Bochum eher so aus, dass ein Abschied in Richtung erste oder dritte Liga ungefähr gleich wahrscheinlich ist. Dies gilt wohl auch für Union Berlin, die allerdings noch nicht ganz so lange dabei sind. Bei Düsseldorf und 1860 München hingegen ist der Abstieg bereits die deutlich wahrscheinlichere Variante.

Dazwischen hat sich mit Ingolstadt ein Emporkömmling platziert, dessen für einen Bundesligisten niedriger Punktestand darauf zurückzuführen ist, dass dieser Verein selbst in der zweiten Liga noch nicht lange etabliert war. Ebenso wie das noch deutlich kürzlicher aufgetauchte Darmstadt hat Ingolstadt mit dem Klassenerhalt überrascht, ohne mich allerdings davon überzeugen zu können, dass sie nächstes Jahr nicht gleich wieder die Top-Abstiegskandidaten stellen. Braunschweig als unterdessen wieder abgestiegener Emporkömmling scheint sich immerhin zumindest im Unterhaus festsetzen zu können.

Während Bielefeld periodisch zwischen zweiter und dritter Liga schwankt, sind Sandhausen und Heidenheim für mich vergleichbar mit Ingolstadt und Darmstadt eine Liga tiefer: Sie überraschen mit stabilen Platzierungen, aber letztlich warte ich eigentlich nur darauf, dass ihnen die Puste ausgeht, und sie sich dann wieder für längere Zeit in der dritte Liga wiederfinden.

Leipzig ist natürlich ebenfalls ein Emporkömmling, besitzt aber alle Voraussetzungen, um sich rasch und dauerhaft im Oberhaus zu etablieren.

Aue und Dresden schwanken wieder zwischen zweiter und dritter Liga, aber langfristig sollte zumindest Dresden sich eigentlich dauerhaft in der zweiten Liga halten können und sogar nach oben schielen dürfen.

Würzburg schließlich fängt in meiner Tabelle bei glatt null an – dieser Verein war halt in den Siebzigern zuletzt in der zweiten Liga vertreten!

Aus meiner Liste herausgefallen sind die Zweitligaabsteiger Paderborn, FSV Frankfurt und Duisburg. Paderborn ist von der ersten Liga direkt in die dritte durchgereicht worden, und die absurde Episode mit Effenberg als Cheftrainer ist wohl weniger Grund dafür als vielmehr nur ein weiterer Ausdruck der Probleme eines Vereins, der sich in seinen Ambitionen weit überhoben hatte. Von Duisburg bin ich ziemlich enttäuscht – erst der sportlich völlig unnötige Zwangsabstieg vor zwei Jahren, dann der Wiederaufstieg vor einem Jahr, dieses Jahr nun eine katastrophale Saison, die im Schlussspurt dann aber doch noch ein Happy End möglich machte… und schließlich die ebenso unerwartete wie vollauf verdiente Niederlage in der Relegation gegen Würzburg. Was ist in diesem Verein bloß los?

Zum Abschluss noch ein Gedanke zu dem Phänomen, dass sich in der Relegation zur zweiten Liga zumeist der Drittligist durchsetzt: Meiner Ansicht nach zeigt das einfach nur auf, dass das spielerische Niveau in der zweiten und dritten Liga einander erheblich näher ist als das von zweiter und erster. Ein „fairer“ Relegationsmodus mit deutlich mehr Teams, aber ohne direkte Auf- und Absteiger würde vermutlich im Durchschnitt nur einen Aufsteiger in die erste Liga produzieren, aber vielleicht vier Aufsteiger in die zweite.

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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Interessant finde ich deine Anmerkungen zur Relegation. Ich habe auch das Gefühl, dass man den Fußball heutzutage (in der ersten Liga) eben lange nicht mehr wie noch vor 20 Jahren vergleichen kann. Mehr Geld, mehr Professionalismus usw. Der Abstand zur 2.Liga wird mMn größer und Relegationsspiele auch wenn sie weiterhin knapp wirken (und zum Teil auch sind) sind nicht mehr so wie damals als es diesen Modus schon einmal gab. Die Frage ist, ob es nicht besser wäre drei feste Absteiger plus einen Relegationsplatz zu haben (wobei ich weiß, dass das dem zuwider spricht, was ich gerade geschrieben habe – aber Relegationsspiele scheinen ja gewünscht für die Vermarktung). Aber einfach um etwas mehr Abwechslung in Liga 1 zu haben und es mehr Vereinen zu ermöglichen, ihr Glück in der BuLi versuchen zu können.

  2. Interessanter Artikel. GuTes Thema. Habe auch einen Fußballblog bei wordpress. Schau doch mal rein http://leosfussballblog.wordpress.com

    • Ich bin mir ja, ehrlich gesagt, nicht so sicher, ob Du meinen Eintrag wirklich gelesen oder nicht nur eine Gelegenheit gefunden hast, Dein eigenes Blog zu verlinken, aber was soll’s…

      Ich will aber anmerken, dass Ein Platz für Andi keineswegs ein „Fußballblog“ ist, auch wenn ich mich zugegebenermaßen zum Thema Fußball zuletzt immer am ehesten aufrappeln konnte, etwas zu schreiben.


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