Es geht auch ohne Schwarz…

(…aber erneut war Grün nicht beteiligt.)

Nach bald 23 Jahren, die ich nunmehr Magic spiele, habe ich mich immer noch nicht an die mittelfristigen Schwankungen meiner Ergebnisse gewöhnt. Natürlich ist es prinzipiell immer gut zu hinterfragen, ob man nicht vielleicht doch etwas falsch gemacht hat, was für eine aktuelle schwache Phase ursächlich ist, aber ich neige wohl dazu, solche Phasen überzubewerten. Irgendwann gewinne ich dann plötzlich doch wieder, ohne irgendetwas anders zu machen als vorher, und habe mich im Nachhinein nur unnötig verrückt gemacht.

Dieses 3-0-Deck stammt aus dem direkt auf mein letztes 3-0 folgenden Draft (ich drafte halt nicht mehr so superhäufig wie in früheren Zeiten, auch wenn ich zuletzt MTGO doch wieder vergleichsweise oft anschmeiße), und damit sieht meine Bilanz im Hour of Devastation Format gleich wieder viel rosiger aus. Zwar drückt meine Niederlagenserie zu Beginn den Gesamtschnitt immer noch auf den gewiss niedrigsten Wert aller Zeiten (für Formate, die ich einigermaßen häufig gedraftet habe); aber seitdem läuft es alles in allem eigentlich richtig gut, und auch die 60%-Marke habe ich jetzt zumindest insgesamt wieder überschritten – eine Gewinnquote darunter ist mir dann doch wirklich zu peinlich gewesen.

Im Gegensatz zum letzten Mal, wo man leicht überspitzt sagen konnte, ich hatte meinen Draft mit einem Gott und 39 anderen Karten gewonnen, ist dieses Deck hier durchgehend stark besetzt, ohne völlig broken zu sein. Ja, der Engel ist natürlich auch eine Bombe, aber es gibt eben Karten, die overpowered sind, sowie solche, die völlig absurd sind, und der Unterschied zwischen dem Engel und dem Gott ist nicht kleiner als der zwischen dem Engel und einer fairen Karte.

Tatsächlich hat mir der Engel auch nur ein Spiel geradeheraus gewonnen, obwohl ich ihn nicht allzu selten gezogen habe, aber meistens wurde er mir halt einfach umgebracht (lasst Euch von niemandem einreden, dass Removal im Limited unterschätzt sei! Combat Tricks können noch so effizient sein, aber gegen Spoiler sind sie selten eine Hilfe). Einmal wurde er mir gestohlen (obwohl dieser Gegner zusätzlich auch noch einen eigenen hatte – manche Leute kriegen den Hals einfach nicht voll!), was dann erwartungsgemäß nicht gut für mich ausging, obwohl es noch vergleichsweise knapp war.

Überhaupt waren alle drei meiner Matches extrem eng – es ging jedes Mal ins dritte Spiel, und auch meine gewonnenen Partien standen zumeist auf Messers Schneide. Gerade mein Erstrundengegner hätte mich einfach 2-0 besiegen können, wenn er nicht mit einem für mich ansonsten nächste Runde tödlichen Flieger unnötigerweise geblockt hätte, obwohl er sich ansonsten nicht wirklich in allzu großer Gefahr befand, vor mir zu sterben. Ich würde ja gerne behaupten, ich hätte ihn zu diesem Block verleitet, aber dazu hatte ich gar keine Gelegenheit, die Situation war glasklar – meine Kreaturen konnten seine Flieger nicht blocken, also griffen sie an. Mir fällt auch nicht wirklich etwas ein, um das er (oder sie, aber seien wir mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist das statistisch?) mit diesem Block sinnvoll hätte herumspielen können. Da habe ich einfach nur ganz großes Schwein gehabt.

Angel of Condemnation war mein first pick first pack gewesen, gefolgt von Desert’s Hold, und Weiß erwies sich dann auch als sperrangelweit offen für mich – so kommen wirklich gute Decks eben zustande. Später profitierte ich dann von meiner zutreffenden Ahnung, dass Rot am ehesten als Zweitfarbe für mich frei sein würde und bekam darin auch noch einige vergleichsweise späte starke Picks. Ach ja, und ich habe diesmal nicht weniger als drei Unquenchable Thirst gesehen! Natürlich habe ich diesmal erneut keinen gedraftet – aber immerhin!

Alle meine Gegner besaßen ebenfalls exzellente Decks. Das meines Erstrundengegners ähnelte meinem, wenngleich er auch an Stelle meines Engels einen Magmaroth hatte (vielleicht auch mehrere, denn einen zog er immer, und es musste ja auch irgendeinen Grund geben, dass er Solemnity spielte), was in einem Matchup zwischen zwei Decks mit viel Removal keineswegs schlechter war. Na gut, diese Verzauberung war natürlich trotzdem eine schlechte Idee, aber ansonsten war sein Deck schon verdammt stark.

Mein Zweitrundengegner war ebenfalls extrem unangenehm. Er hatte ein sehr gutes Zombie-Deck mit Dusk/Dawn, Grind/Dust, Unconventional Tactics, Unraveling Mummy, sowie einigen Tappern und einigen dicken Blockern, sowie immer Torment of Venom für meinen Engel (er spielte auch mindestens zwei davon). Im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, wie ich mich durch diesen ganzen Kartenvorteil hindurchgegrindet habe – schnelle Siege nach aggressiven Starts waren es jedenfalls nicht gewesen. Disposal Mummy und Aven of Enduring Hope aus dem Sideboard haben geholfen, sowie einige gute Topdecks, und ich glaube mich zu erinnern, dass er seine Aftermath-Karten nicht mit optimaler Wirkung eingesetzt hat.

Mein Finalgegner besaß neben einem eigenen Angel of Condemnation noch Kefnet’s Last Word, Ominous Sphinx, sowie ebenfalls Grind/Dust, für dessen Vorderseite er splashte, das er aber auch mit Seeker of Insight unf Trial of Knowledge abwerfen konnte. Ich sah außerdem einen Sunscourge Champion, einen Trueheart Duelist und nicht weniger als drei Sinuous Striker, was ein Problem für mein Deck war, das seine Spells gerne eins zu eins mit denen des Gegners  abtauschte. Hier gewann mir einmal ein unbeantworteter Engel das Spiel, und einmal grindete ich mich irgendwie durch seinen unbeantworteten Engel hindurch. Ich bin mir auch hier nicht sicher, dass mein Gegner dessen Stärken optimal ausgenutzt hat…

Aber wie auch immer: Am Ende hat es für den „Gesamtsieg“ gereicht, mein Rating ist erneut zurück über 1800, und die Welt ergibt für mich wieder ein kleines bisschen mehr Sinn!

 

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Published in: on August 1, 2017 at 3:17 am  Schreibe einen Kommentar  
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