Trophäen Nummer 11 und 12

Diese Woche habe ich besonders fleißig gedraftet, und daher kann ich diesmal gleich von zwei Trophäen berichten. Dieses Deck brachte mir die Nummer 11:

 

 

First Pick First Pack war Sand Strangler, und dementsprechend führte mich mein Draftpfad danach zu Wüsten, Mauern und Kamelen. Rot erwies sich rasch als nicht frei für mich, und ich konnte noch rechtzeitig auf WG/r umsteigen.

Dass es für eine Trophäe gereicht hat, überrascht mich ein wenig, denn eigentlich ist dieses Deck nicht Fisch und nicht Fleisch – es macht zu wenig Druck für ein Aggro-Deck und hat gleichzeitig zu wenig Power für ein Lategame-Deck. (Selbst die „Rückseite“ von Mouth / Feed habe ich nie gecastet.) Irgendwie haben die soliden Kreaturen und guten Synergien meine Gegner immer lange genug in der Defensive gehalten, dass die Walls ihn finishen konnten, aber letztlich hatte ich wohl einfach mal wieder Glück (falls Ihr den Eindruck habt, dass dies ziemlich häufig der Fall ist, bedenkt bitte, dass Ihr viele stärkere meiner Draftdecks, die mit etwas Pech nur 2-1 gegangen sind, an dieser Stelle nicht zu sehen bekommt!)

Nummer 12:

 

 

Auch hier habe ich, trotz der offenkundig deutlich höheren Kartenqualität, wohl ein wenig Glück gehabt. Insbesondere muss ich zugeben, dass meine Gegner nicht immer optimal gegen die ihnen bereits bekannten Sweeper gespielt haben.

Das Kardinalproblem dieses Decks ist, dass es abgesehen von jenen Sweepern kein Removal besitzt. Gleich das allererste Spiel verlor ich daher, weil ich meinen Gegner dank dessen zweier Scrounger of Souls einfach nicht totkriegte, bevor ich den Decktod starb (was diesem Deck erschreckend schnell passieren kann!). Insgesamt waren aber sowohl die Power als auch die Synergien dieses Decks (insbesondere Chaos Maw mit Toughness-4-Kreaturen, sowie die beiden Quarry Beetle mit zahlreichen Deserts und Evolving Wilds) ausreichend, um meine Gegner in die Knie zu zwingen. Die zugegebenermaßen antisnyergetischste Karte des Decks (Hazoret the Fervent) war trotzdem immer noch die stärkste. Einmal hat sie sogar Nicol Bolas, God-Pharaoh getötet! (Das war in der Storyline dann doch ein wenig anders gewesen…)

First Pick First Pack war diesmal Chaos Maw, was natürlich erklärt, warum mein Deck so gut mit diesem harmoniert, und insbesondere, warum ich schon wieder drei Wall of Forgotten Pharaohs gedraftet habe, die sicherlich deutlich stärker sind, als man zu Beginn dieses Formats vermutet hätte, aber trotzdem normalerweise nicht so hoch in meiner Prioritätenliste zu finden sind.

Insgesamt habe ich mich in diesem Format unterdessen bei einer Gesamtgewinnquote von um die 66% eingependelt, was akzeptabel, aber nicht vollauf zufriedenstellend ist. Ein paar Wochen werde ich aber noch einigermaßen intensiv draften, und vielleicht knacke ich ja doch noch diese Zweidrittelmarke…

Advertisements
Published in: on August 27, 2017 at 3:44 pm  Comments (4)  
Tags: , , , , , ,

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das Format scheint dir zu liegen. Ich finde es aber auch eines der besseren in letzter Zeit! Cycling und „Flashback“ sind einfach gute Mechaniken fürs limited.
    Vom Thema des nächsten Blocks bin ich ja erstmal nicht so sehr begeistert. Ich hoffe das wird nicht so ein Tribal (Pirates) vs Monsters (Dinosaurs) Ding…

    Trotzdem werde ich jetzt bis Oktober pausieren und erst beim nächsten Set wieder spielen. Ich hoffe dann wieder auf einen guten Gedankenaustausch zum neuen Format.

    • Ich habe gar nicht den Eindruck, dass dieses Format mir besonders liegt. Es ist oft schwierig, Signale richtig zu lesen (und ja, das ist wichtig, auch wenn Dustin Stern etwas anderes behauptet), und es gibt viele Spiele, in denen man einfach gegen eine Bombe einschieben muss. Auch meine Gewinnquote liegt im Vergleich mit anderen Formaten eher im untermittelprächtigen Bereich. Möcglicherweise hat es aber auch nur mit der Ligastruktur zu tun, dass mir im Vergleich zu früher ein paar Prozentpunkte fehlen.

      Auf der Plusseite ist es allerdings schon ein bisschen ein Deckbauerformat, bei dem es häufig darauf ankommt, seinem Deck einen Fokus zu geben und die dafür bestgeeigneten Karten zu finden – auch bereits während des Draftprozesses. Und im Durchspiel ist es vielleicht überdurchschnittlich wichtig, seine Rolle zwischen offensiv und defensiv in der jeweiligen Situation korrekt einzuschätzen, sowie sich zwischen Tempo- und Lategame-Advantage zu entscheiden (insbesondere bei Cycling). Schließlich hat man oft nicht völlig offensichtliche gute Sideboardmöglichkeiten, um sein Deck etwas besser an das aktuelle Matchup anzupassen. Das sind alles Bereiche, in denen ich punkten kann. Ach ja, und ich kenne mich halt gut mit komplizierten Manabasen im Limited aus, das hilft auch oft.

      Insgesamt sehe ich HOU Draft jetzt aber nicht wirklich als mein persönliches Wohlfühlformat an, sondern eher als eine interessante Herausforderung mit einigen unfairen Zusatzhürden. Bemerkenswert ist aber in jedem Fall, wie meinungsstark und gleichzeitig komplett unterschiedlich sich viele Topspieler darüber äußern! Das spricht dafür, dass es offenbar doch recht komplex ist – und gleichzeitig leider auch dafür, dass ein tieferes Formatverständnis nicht ausschlaggebend für den Erfolg darin ist. Stattdessen scheint sich für gute Spieler eher der Tunnelblick auszuzahlen – sie bilden sich rasch eine Meinung, welche Archetypen gut sind und wie sie gedraftet werden müssen, konzentrieren sich dann darauf und werden, wie es scheint, dann dank ihrer starken Durchspielfähigkeiten für diese Fokussierung belohnt. Das sind aber gerade Merkmale von Draftformaten, die mir weniger liegen…

      Du hast Dich jetzt also beim GP Metz von HOU verabschiedet? EIn bisschen repetitiv wird es ja langsam schon mit zwei Boostern eines kleinen Sets. Ich mochte ja prinzipiell die 3-Set-Draftformate, in denen man ganz viele unterschiedliche Karten zu sehen bekam. Diese Singleset-Formate, die bald die einzigen sein werden, kommen doch letztlich hauptsächlich den Archetyp-Draftern zugute, die es bevorzugen, ihre Decks im „Malen nach Zahlen“-Modus zu konstruieren.

      Bei Ixalan müssen wir, wie immer, erst einmal abwarten, wie die Commons aussehen. Ich habe mir die bereits bekannten Rares gestern noch einmal angesehen und doch wieder einige entdeckt, gegen die es im Limited absolut furchtbar zu spielen sein wird – daran scheint sich so rasch noch nichts geändert zu haben (wenn überhaupt jemals). Aber andererseits neigen wir im Augenblick vermutlich noch dazu, diese Eindrücke überzuberwerten.

      • Ich denke das „Einfach gegen eine Bombe einschieben“ wird es leider auch in Zukunft immer geben. Du kennst es ja nur zu gut, wie Planeswalker und absurde limited Bomben von WotC als etwas Gutes angesehen werden. Selbst unter der Seltenheitsstufe „mythic rare“ spielt man leider noch zu oft gegen solche Karten. Von den nicht-mythic Bomb-Rares mal ganz abgesehen (Ich sage nur Glorybringer und God Pharao’s Gift gegen die ich beide mehrfach auf dem GP verloren habe – Da wiegt es auch nicht mehr auf, dass ich gegen keinen der drei Götter verloren habe, die gegen mich gespielt wurden.) Zwei andere meiner Match losses muss ich mir aber leider selbst zuschreiben – ich hatte in der Hitze und auch in den vielen Stunden ein paar Konzentrationsprobleme die man daheim vorm PC einfach nicht so leicht bekommt. Hier muss ich mich besser vorbereiten für das nächste Event.

        Das mit der Ligen-Struktur kommt mir auch so vor, dass es nicht mehr so einfach ist, 3-0 zu gehen. Die Finalspiele sind einfach immer gegen absurd gute Decks. Allerdings muss ich gestehen, dass ich das Ligen System trotzdem mittlerweile als sehr angenehm empfinde. Man spielt einfach mehr und kann unterbrechen wann man möchte, was ich auch super finde.

        Es ist tatsächlich interessant wie unterschiedlich die Pro’s das Format sehen. Aber das ist im Grunde ein gutes Zeichen für ein ausgewogenes Format. Trotzdem nervt es mich manchmal ein wenig, wie diese Pro‘s mit ihren Einschätzungen umgehen. Da werden dann Ansichten als „definitiv“ getwittert und mit einer unglaublichen Vehemenz verteidigt. Dustin Stern war mir bis vor kurzem kein Begriff – auch wenn er scheinbar frühzeitig den UGxx Ramp Archetype gefunden hat und wohl sehr erfolgreich damit war. So finde ich auch viele seiner Aussagen sehr seltsam.

        Wie siehst du gegen Ende die Farben in dem Format? Ich glaube mittlerweile zwar auch, dass Weiß und Schwarz etwas schlechter sind als die anderen drei Farben, aber immer noch sehr gute Decks abgeben. Hier zu sagen Schwarz wäre mit Abstand am Schlechtesten, ist wieder so eine Aussage, die von ihrem Extrem lebt (typische reißerische Boulevard-Schlagzeile). Das hat nichts mit Grün in Return to Zendikar (?) zu tun.

        Ich lasse nach dem GP Metz das Format jetzt ruhen – weil es erstens doch etwas repetitive wird und zweitens ich meiner Freundin nicht das ganze Jahr über zocken zumuten möchte. :) Im Oktober wird dann für GP Lyon trainiert (ja, ich bin wieder etwas angefixt fürs real life Magic muss ich gestehen und werde versuchen zwei GPs pro Jahr mitzuspielen.)
        Ich bin sehr gespannt, wie es mit den Single-3-Set Formaten werden wird. Mir haben diese eigentlich meistens sehr gut gefallen, obwohl ich mich nicht als Archetyp-Drafter sehe. Ixalan: Double-Faced cards sind jetzt schon wieder etwas nervig…

        • Ich glaube, ich rutsche zuletzt zu häufig über den „ach scheiße, da sind ja schon wieder keine Signale zu erkennen, nehme ich halt Deserts und Manafixing“-Pfad in Multicolor-Decks hinein, deren Mana dann immer etwas zu lange benötigt, sich zu sortieren. So viel Quatsch Stern auch erzählt, ganz prinzipiell ist seine Herangehensweise duchaus überzeugend und ansteckend, und ich bin wohl gerade dorthin gelangt, aggressive 2-Drops und Removal unterzubewerten. Erstere, weil sie halt in den bunten Decks nicht so stark sind; Letzteres, weil bis auf Open Fire alle common Removal vergleichsweise wenig flexibel sind.

          Lethal Sting z.B. ist halt nicht ganz so gut, wie er zuerst aussehen mag (wovor ich schon ganz zu Beginn des Formats gewarnt habe) und benötigt eine gewisse Kreaturenbasis um zu überzeugen, und ich habe auch schon Decks gehabt, die Ambuscade-flooded waren und mit diesen in der Hand gegen mittelgroße Kreaturen verloren. Wenn man Unquenachable Thirst sehr früh nimmt, muss man halt doch wieder Deserts aufsammeln, damit dieser Pick gerechtfertigt ist, was nicht an jedem Drafttisch funktioniert und außerdem wieder auf diesen abschüssigen Multicolor-Pfad führt (aber mit Deserts ist Thirst wirklich großartig – das ist einer der Punkte, wo Stern ganz große Scheiße erzählt, auch wenn ich die Aura wiederum nicht zur besten HOU-Common erklären würde wie Jensen etc.). Torment of Venom und Puncturing Blow hingegen sind doppelfarbig und etwas klobig und deswegen etwas unflexibel, und mutliple davon sind dann irgendwann auch nicht mehr so toll, weil der 4-Mana-Slot rasch verstopft. Ach ja, und Sandblast ist einfach nicht wirklich gut – gut, ja, aber kein Premium-Removal.

          Das Resultat des Ganzen ist, dass ich zuletzt zu oft Oasis Ritualist etc. früh nehme, obwohl ich eigentlich weiß, dass es durchaus grüne Decks gibt, in denen er nicht wirklich gut ist, und dass auch die Decks, in denen er wirklich gut ist, oft nicht wie gewünscht zustandekommen. Wenn man damit jedoch eine Zeitlang mehr Glück hat (insbesondere, indem man konstant splashbare Bomben öffnet), dann kann natürlich rasch der Eindruck entstehen, dass Grün und Blau deutlich stärker sind als die andere Farben.

          Weiß ist ja tatsächlich in HOU hintendran (was schon meine ganz frühe Analyse aussagte), und Schwarz leidet besonders darunter, dass man oft gerade nicht diejenigen Commons sieht, die man braucht – wenn man einen aggressiven Ansatz fährt, sind da oft nur noch Ruin Rats und Moaning Wall; und wenn man versucht, ein Lategame-Deck zu konstruieren, bekommt man reihenweise Khenra Eternal und Marauding Boneslasher geschoben. Oh, und Wretched Camel und Desert of the Glorified bekomme zumindest ich nur selten im selben Draft…

          Dabei unterschätzt man meiner Ansicht nach aber die Konstanz eines zweifarbigen Ansatzes und überschätzt die Möglichkeiten, die einem ein erster Booster mit drei Deserts, einem Ritualist, einem Amulet und einem Manalith offfenhalten. (Ist mir selbst zuletzt jedenfalls passiert). Außerdem unterschätzt man auch die Stärke des dritten Boosters, in dem Weiß so richtig glänzt und man generell viele starke aggressive Commons aufschnappen kann, welche die bunten Drafter nicht gebrauchen können. Die Top 8 der beiden Abschieds-GP des Formats zeigen jedenfalls, dass zweifarbige Decks ohne besonders ins Auge springende Bomben an Stelle der bunten Haufen erfolgreich gewesen sind, und dass insbesondere Weiß, aber auch Schwarz gut performt haben.

          Letztlich entscheiden aber die Booster, die man öffnet, sehr stark das eigene Draftschicksal. Wenn man das Glück hat, den Draft mit Sand Strangler, Desert’s Hold, oder Banewhip Punisher (oder gar mit einer Rare-Bombe) beginnen zu können, fällt es einem auch leichter, sich auf weniger Farben zu fokussieren. Wenn man aber (wie ich zuletzt sehr häufig) Booster öffnet, in denen die besten Picks Unquenchable Thirst, Oketra’s Avenger, Puncturing Blow und Oasis Ritualist; oder Ambuscade, Torment of Venoms, Spellweaver Eternal und Aven of Enduring Hope sind (und es gibt durchaus auch noch deutlich enttäuschendere Booster), dann fällt es eben schwer, den guten 2-Drop oder das doppelt farbige Removal zu nehmen und damit einen zweifarbigen Plan zu verfolgen; insbesondere, wenn dann die nächsten Booster in der gewählten Farbe keine Spells anbieten, die besser als Deserts sind.

          Ob das jetzt im Endeffekt bedeutet, dass Plan B (wie „bunt“) tatsächlich der stärkere ist, oder eben nur der leichtere und verführerischere, sollten wir vielleicht Meister Yoda fragen!


Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s