Adelbars 14. Zote

Als Leser uns’rer alten Sagen
hat ADELBAR noch ein paar Fragen!
Ob in den tapf’ren, edlen Recken
nicht auch ganz and’re Triebe stecken?
Sind Magier immer machtbesessen
und ohne sonst’ge Interessen?
Wie steht es mit den höh’ren Töchtern
aus all den ad’ligen Geschlechtern?
Waren sie wirklich stets jungfräulich?
Ich finde den Gedanken gräulich!
Diente denn alles, was gewesen,
dem Kampf nur zwischen Gut- und Bösen?
Mit solch moralischer Entleibung
ist unvollständig die Beschreibung.
Die Sage kennt den Menschen schlecht!
D’rum rückt es ADELBAR zurecht.

Der größte Magier alter Zeiten,
der liebte große Oberweiten.
So schuf er dann in einer Nacht
den Ring, der Titten größer macht.
Mit diesem Wunder in den Händen
ließ er es jedoch nicht bewenden.
Zu seines Landes Königin
sandt als Geschenk den Ring er hin.
Denn die Regentin war zwar mächtig,
ihr Busen aber ziemlich schmächtig.

Am Morgen, eh‘ der Hahn noch rief,
schrieb dieser Magier einen Brief.
Im dem stand – neben Lob und Preisung
hauptsächlich die Gebrauchsanweisung:
Der Ring sei nicht zu oft zu tragen,
und nur an nicht zu heißen Tagen.
Doch sei das Wetter schön erträglich,
so trag‘ man ihn zwei Stunden täglich.
Nur bitte: Nicht für läng’re Zeit!
Der Ring verursacht Übelkeit.

Nun muss man eines noch verstehen:
Der Magier hatte übersehen
beim abschließenden Fehlerlesen,
dass noch ein Fehler drin gewesen!
Falsch war: „verursacht Übelkeit“.
Denn richtig wäre: „Üppigkeit“!
Das nämlich war der Sinn des Dinges,
und nicht ein Fehler dieses Ringes.
Der Unterschied frappiert nicht sehr.
Und doch: Er wurde folgenschwer.

Der Magier hatte g’rade eben
den Brief dem Boten übergeben
und sich zur Ruh‘ ins Bett gelegt,
als sich bei ihm der Zweifel regt.
Zwar war gewiss im ganzen Land
der Umstand allgemein bekannt:
Die Königin war nicht zufrieden
mit dem, was ihr an Brust beschieden.
Doch konnte man es sich erfrechen,
sie direkt darauf anzusprechen?

Der Bote ritt mit rechter Hast
in Windeseile zum Palast,
er ritt sein Pferdchen im Akkord
und war schon gegen Mittag dort.
Der Magier war recht angesehen
und deshalb war es schnell geschehen,
dass er mit dem Geschenkpaket
verschüchtert vor dem Throne steht.
Vor Schweiß und Ehrfurcht aufgeweicht
hat er es ihr dann überreicht.

Der Bote hat es nicht bereut:
Die Königin hat sich gefreut!
Geschenke von des Reichs Vasallen
die fanden stets bei ihr Gefallen.
Die Gabe jenes Magiers wäre –
so sprach sie – eine große Ehre.
Sie gab dem Boten etwas Wein,
dazu ein großes Stück vom Schwein,
ein Schälchen Kirschkompott mit Kernen,
und hieß ihn dann, sich zu entfernen.

Unfreundlicher wär‘ sie gewesen
hätt‘ sie bereits den Brief gelesen!
Doch – unter uns muss dieses bleiben:
Sie konnt‘ nicht lesen und nicht schreiben…
Am Abend vor dem Schlafengehen
hat sie sich dann den Brief besehen.
Um laut zu lesen ihr die Zeilen
ließ sie den Hofnarr zu sich eilen.
Als einziger von allen Leuten
am Hof konnt‘ er die Zeichen deuten.

Der Hofnarr tat, wie ihm geheißen.
Er musste sich zusammenreißen
und lautes Lachen unterdrücken.
Allein – es wollte nicht recht glücken!
Die Mundwinkel verdächtig schief,
so gluckste er sich durch den Brief.
Der Ring und dessen edler Zweck
erschienen ihm als guter Gag,
doch wollte er erst ausprobieren:
Wie würde sie wohl reagieren?

Die Königin, die war empört,
das Ganze war ja unerhört!
Sie sagte: „Ich muss doch sehr bitten!
Ich habe Brüste, keine Titten!
Und was die angeht, lieber Mann,
kommt es nicht auf die Größe an!
Als eines Reiches Herrscherin
hab‘ ich da anderes im Sinn!
Solch‘ Nonsens ist da wohl entbehrlich!“
Nur war sie – leider – nicht ganz ehrlich.

Grad war der Hofnarr aus dem Raum
da hielt sie sich nicht mehr im Zaum.
Sie denkt an ihre mag’ren Dinger
und steckt das Ringlein an den Finger.
Kaum hatte sie den Ring zu sitzen,
da kam sie mächtiglich ins Schwitzen!
Das Blut begann in ihr zu wallen,
sie hatte das Gefühl, zu fallen,
jedoch das war gar kein Problem,
das Ganze war recht angenehm.

Die Zeit ging wie im Flug vorbei,
erst eine Stunde, zwei, dann drei,
in ihr begann es sich zu rühren.
War da das Wachstum schon zu spüren?
Sie hatte kurze Zeit Bedenken,
die Tragzeit etwas einzuschränken,
denn in dem Brief stand: Nicht zu lange!
Doch wurde ihr davor nicht bange.
Und wurde ihr auch etwas schlecht –
ein GROSSER Busen käm‘ ihr recht!

Voll Vorfreude der Welt entrückt
ist sie dann schließlich eingenickt.
und träumte süß von neuen Lüsten
entfacht in ihren großen Brüsten.
Von Orgien an ihrem Hofe,
mit jedem Diener, jeder Zofe,
ein jeder musste sich entkleiden.
Welch ungeahnte Liebesfreuden!
und während dieser Traumgeschichten
entsprach das Ringlein seinen Pflichten.

Erst als die Mittagssonne schien
erwacht sie aus den Phantasien.
Sie fühlte sich erbärmlich schwach
und irgendwie nicht richtig wach.
Sofort schaut sie sich unters Hemd,
doch was sie sah, erschien ihr fremd:
Denn über Riesenfleischesbatzen
da drohte das Gewand zu platzen!
Ein jede war – hat man da Worte?
So groß wie eine Hochzeitstorte!

Das war nun wahrhaft nicht ergötzlich!
Der Anblick schien ihr schier entsetzlich,
sofort begann sie sich zu fragen:
Was würde nur ihr Hofstaat sagen?
So durfte sie ihr Volk nicht sehen!
Dann wäre es um sie geschehen –
sie hatte sich in dieser Nacht
ja vollends lächerlich gemacht!
Doch bracht‘ es nichts, sich jetzt zu schämen,
sie musste etwas unternehmen.

Sie schwingt sich eilends aus dem Bette,
doch geht das nicht, wie sie’s gern hätte:
Der Rücken trägt den Busen nicht,
und sie verliert das Gleichgewicht.
So fällt sie, um mit lautem Patschen
recht hilflos auf den Bauch zu klatschen.
Sich danach wieder aufzurichten,
gelingt der Königin mitnichten.
Zum Klingelseil das letzte Stück
legt sie auf allen Vier’n zurück.

Die Dienerschaft eilt schnell herbei,
um nachzusehen, was denn sei.
Doch welch‘ Entsetzen, als man sah,
was mit der Königin geschah!
Sie konnte kaum noch sich bewegen –
zu stark drückte die Brust dagegen.
Die Mächtigste des ganzen Reiches
Gefangene des eig’nen Fleisches!
Das war nun wirklich ein Skandal!
Die Lage war schlichtweg fatal.

Die Königin hat dann befohlen,
SOFORT den Magier herzuholen.
Ein Trupp von Dienern ritt gleich aus,
und stürmte zu des Magiers Haus.
Dort trafen sie den guten Mann
inmitten seiner Arbeit an.
Ein Dämon aus den Schattenreichen,
der sollte seinem Zauber weichen.
Er war bereits im Pentagramm,
wo man ihn in die Mangel nahm.

Doch hat der Magier kaum vernommen,
warum man zu ihm hingekommen,
da ließ er Dämon Dämon sein –
der konnte sich ja nicht befrei’n.
Genügend Zeit war auch noch später
zu bannen diesen Übeltäter.
Viel wichtiger – das war wohl klar –
war jene andere Gefahr!
Die Königin, sie war in Not,
und Eile oberstes Gebot!

Der Magier traf am selben Abend,
ein reichlich schlecht’s Gewissen habend,
im königlichen Schlafsaal ein
und fand die Königin allein.
Gesellschaft war ihr unerträglich,
sie schämte sich gar zu unsäglich.
Der Magier starrte fassungslos
auf das, was sich so riesengroß
und königlich ihm präsentierte.
Er sah, er glotzte, und er stierte.

Als er nach etlichen Sekunden
die Fassung wieder hat gefunden,
setzt er sich an des Bettes Rand
und hält der Königin die Hand.
Der Ring, er sitzt noch immer dort –
natürlich nimmt er ihn jetzt fort.
Dann spricht er tröstend auf sie ein:
So schlimm würd‘ alles gar nicht sein!
So’n Busen wär‘ doch ziemlich doll!
ER jedenfalls, er fänd‘ ihn toll!

Doch als der Magier dies erzählt,
merkt er, wie ihn Verlangen quält!
Von sowas hat er stets geträumt…
(Als Kind hat er wohl was versäumt.)
Und als er zögernd sie begreift,
spürt er, wie sich sein Glied versteift.
Darauf wird er recht hemmungslos,
befingert sie an Brust und Schoß.
Die Königin, sie ist ja wehrlos!
Der Magier tut’s und macht sie ehrlos.

Die Königin kann es nicht fassen!
Kann er denn gar nicht von ihr lassen?
Statt echte Hilfe ihr zu bringen,
denkt dieser Kerl nur ans Bespringen!
Da regt sich in ihr Widerstand.
Langsam rutscht sie zum Bettesrand,
Und plötzlich stürzen sie zu Boden –
Und sie genau auf seine Hoden!
(Wer sich nun fragt, wie dieses geht:
Sie hatten sich im Fall gedreht.)

Dem Magier, dem erging’s nun schlecht.
Die Königin hat ihn so recht
mit ihrem Busen schier erdrückt.
Und bald darauf ist er erstickt.
So machte ihn das Schicksal platt
durch das, was er geschaffen hat.
Das sei ein jedem Hörer Lehre,
der gern ein großer Magier wäre,
doch im entscheidenden Moment
das Wort Zurückhaltung nicht kennt!

Was mit der Königin geschieht,
das sagt der Schluss von diesem Lied:
Der Busen schrumpfte Stück für Stück,
und nur ein bisschen blieb zurück.
Bereits nach einem halben Jahr
war alles so, wie’s früher war.
Der Ring, der wurde wohl zerstört –
zumindest hab‘ ich das gehört.
Un die Moral vom Lied – ja, richtig:
Nehmt Frauenbusen nicht so wichtig!

Zu weiteren Jugendsünden
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Veröffentlicht on Januar 9, 2007 at 11:30 pm  Schreibe einen Kommentar  
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