18-Kniffel

Wer sich für die Entstehungsgeschichte dieser Variante interessiert, kann diese hier nachlesen.

Allgemeines

Für 18-Kniffel benötigt man 18 sechsseitige Würfel (nicht zu kleine – die normale Größe sollte es schon sein, damit sie nicht zu leicht umkippen), sowie Papier und Bleistift. Sinnvoll ist es natürlich, Vordrucke vorzubereiten, auf denen sich die zu erwürfelnden VORGABEN finden, und auf denen sich die erwürfelten Punkte eintragen und aufaddieren lassen, aber man kann diese natürlich auch einfach improvisieren, wenn man die Regeln hinreichend gut kennt. Diese Abrechnungsbögen will ich hier BILANZEN nennen.

18-Kniffel ist ein Spiel für 1 bis 6 oder auch noch mehr Spieler, wenn man die nötige Geduld besitzt, so lange abzuwarten, bis man wieder an der Reihe ist. (Die Soloversion ist natürlich nur ein behelfsmäßiger Zeitvertreib.) Am meisten Spaß hat man wohl bei 2 bis 4 Spielern. Man kann es um Geld spielen, um den Punkten mehr Relevanz zu verleihen (Vorschlag: 2 Cent pro Punkt).

Die Spieler sind reihum am Zug. In seinem Zug würfelt der Spieler die 18 Würfel und teilt sie dann in drei SETS zu jeweils 6 Würfeln ein. Dann teilt er jedes Set einer der Vorgaben auf seiner Bilanz zu und trägt die dafür erwürfelten Punkte dort ein. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe.

Vorgaben

Es gibt folgende Vorgaben (18 Stück):

1. 1en
2. 2en
3. 3en
4. 4en
5. 5en
6. 6en

Diese sechs Vorgaben des ersten Blocks werden als BONUSBLOCK zusammen gefasst. Hier zählen jeweils nur diejenigen Würfel des Sets, welche die entsprechende Zahl anzeigen. Befinden sich also in einem Set zum Beispiel vier 3en und zwei 5en, dann kann der Spieler 12 Punkte bei den 3en eintragen (4*3), 10 Punkte bei den 5en (2*5), oder 0 Punkte bei einer der übrigen Vorgaben des Bonusblocks.

Beim Spielende werden die Punkte des Bonusblocks zunächst separat aufaddiert. Ergeben sie mindestens 84 Punkte (die Punktzahl, die man erhält, wenn man in jeder Vorgabe exakt 4 mal die entsprechende Zahl eintragen konnte), so erhält der Spieler einen BONUS von 36 Punkten.

7. 6+0
8. 5+1
9. 4+2
10. 3+3
11. 2+2+2
12. >21

Dies ist der zweite Block (der PASCHBLOCK). Seine Vorgaben sind: Sechs Mal die gleiche Zahl (Kniffel/Sechserpasch); fünf Mal eine Zahl und eine davon verschiedene (Fünferpasch); vier Mal eine Zahl und zwei davon verschiedene (Viererpasch); drei Mal eine Zahl und drei davon verschiedene (Dreierpasch); drei verschiedene Zahlen jeweils zwei Mal (Zweierpasch); sowie eine Gesamtpunktzahl im Set von mehr als 21 Punkten (Große Chance). (Ja, „verschiedene“ bedeutet, dass diese sich tatsächlich von der anderen Zahl unterscheiden müssen!)

Wenn ein Set die jeweilige Vorgabe erfüllt, dann wird dort die Gesamtpunktzahl des Sets eingetragen). Achtung: Wird jedoch ein Set einer Vorgabe zugeteilt, die es nicht erfüllt, werden alle Punkte dieses Sets als negativer Wert eingetragen!

13. 1-6
14. 1-5
15. 2-6
16. 2,4,6
17. 1,3,5
18. <21

Im dritten Block (dem STRASSENBLOCK) befinden sich folgende Vorgaben: Jede Zahl von 1 bis 6 ein Mal (Lange Straße); jede Zahl von 1 bis 5 ein Mal, sowie eine beliebige weitere Zahl (Kleine Straße); jede Zahl von 2 bis 6 ein Mal, sowie eine beliebige weitere Zahl (Große Straße); ausschließlich gerade Zahlen (Gerades Haus); ausschließlich ungerade Zahlen (Schiefes Haus); und eine Gesamtpunktzahl im Set von weniger als 21 Punkten (Kleine Chance).

Wieder gilt: Wenn ein Set die jeweilige Vorgabe erfüllt, dann wird dort seine Gesamtpunktzahl eingetragen, wird es jedoch einer Vorgabe zugeteilt, die es nicht erfüllt, wird diese Punktzahl als negativer Wert eingetragen.

Für jede Vorgabe können und müssen insgesamt genau ein Mal Punkte eingetragen werden. Jeder Spieler ist also sechs Mal am Zug (das macht 18 Sets, für jede Vorgabe eines).

Abrechnung

Am Ende werden die Punkte aufaddiert (Bonuspunkte nicht vergessen!) und die Spieler nach ihrem Punktestand platziert. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Wenn man um Geld gespielt hat, erhält der Erste die Differenz zum Letzten von diesem, der Zweite von Vorletzten usw. (bei einer ungeraden Anzahl Spieler erhält und zahlt der Mittelplatzierte kein Geld).

Spielbeispiel:

Maria ist zum sechsten Mal an der Reihe. Ihr fehlen noch 6en, Fünferpasch und die kleine Straße. Im Bonusblock hat sie bislang 62 Punkte. Sie würfelt:

1,1,1
2,2,2
3,3
4
5,5,5,5
6,6,6,6,6

Offensichtlich ist die Kleine Straße kein Problem, aber sie muss entweder auf den Fünferpasch verzichten oder bei den 6en 0 Punkte eintragen (was keine gute Idee ist, da sie dann den Bonus von 36 Punkten nicht bekäme). Deswegen teilt sie ihre Sets wie folgt ein:

Set 1:
1, 2, 3, 4, 5, 5

Das ergibt eine Kleine Straße mit 20 Punkten. Maria teilt diesem Set eine zusätzliche 5 zu, um möglichst viele Punkte zu erhalten (die 6en braucht sie in einem anderen Set).

Set 2:
5,6,6,6,6,6

Das sind 30 Punkte bei den 6en, die ihr den Bonus sichern. Die 5 hat Maria diesem Set zugeteilt, um beim Fünferpasch, den sie ja nicht erfüllen kann, möglichst wenige Punkte zu verlieren.

Set 3:
1,1,2,2,3,5

Dieses Set muss Maria dem Fünferpasch zuteilen, und da es diese Vorgabe nicht erfüllt, trägt sie einen Punktwert von -14 ein.

Hätte Maria sich dafür entschieden, den Fünferpasch zu erfüllen, wäre sie wie folgt vorgegangen:

Set 1:
1,2,3,4,5,5
(Kleine Straße, 20 Punkte)

Set 2:
5,6,6,6,6,6
(Fünferpasch, 35 Punkte)

Set 3:
1,1,2,2,3,5
(6en, 0 Punkte)

Das wären 55 Punkte und somit deutlich mehr als in der anderen Variante (20+30-14=36) – hätte sie den Bonus bereits sicher, wäre das die bessere Zuteilung gewesen! Da dies ihr letzter Wurf war, konnte sie natürlich einfach ausrechnen, mit welcher Variante sie besser fährt. Bei einem früheren Wurf hingegen hätte sie das Risiko, den Bonus zu verspielen, kalkulieren müssen.

Wie immer freue ich mich über Feedback zu diesem Spiel!

Zu weiteren Spielen
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Veröffentlicht on August 20, 2008 at 3:58 am  Comments (4)  
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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. …coole Variante! dürfte ich die auf meiner kniffel-seite vorstellen?

  2. Darfst Du gerne, wenn Du mich namentlich als Urheber nennst und auf meine Seite verlinkst!

  3. Nachdem ich 18-Kniffel wieder ein bisschen gespielt habe, werde ich es in der nächsten Zeit ein wenig überarbeiten, um den Glücksfaktor weiter zu reduzieren (wer einfach höher würfelt, ist in der Regel noch zu deutlich im Vorteil), den Spielern noch mehr Optionen zu geben und vielleicht sogar etwas Interaktivität hineinzubringen.

    • Okay, die Ideen zur Interaktivität habe ich doch erst einmal hintenan gestellt, weil sie das Spiel doch grundlegend verändern würden und daher eine gewisse Erprobungszeit erfordern und auch für unterschiedliche Spieleranzahlen verschieden gehandhabt werden müssten.

      Stattdessen habe ich mich darauf beschränkt, den Fokus noch ein wenig stärker auf die „Qual der Wahl“ zu lenken und den Vorteil, höhere Zahlen zu würfen zu relativieren. Abgesehen von einigen kleineren Umformulierungen und Umbenennungen und einer Erweiterung des Beispiels bedeutet das folgende Veränderungen:

      1. Der Bonus beträgt nur noch 36 Punkte, nicht 66 Punkte. So ist die Versuchung größer, ihn zu Gunsten anderer Vorgaben aufs Spiel zu setzen, was vorher eigentlich immer die falsche Strategie war.

      2. Die Punkteverdopplung beim Kniffel und der Großen Straße fällt weg. Sie belohnte eigentlich nur Würfelglück (zumindest beim Kniffel; die Große Straße ist erreichbar genug, dass man die Verdopplung auch beibehalten hätte können, aber nachdem die Verdopplung aus Symmetriegründen zum Kniffel nicht mehr wünschenswert ist, gibt es keinen Grund mehr für eine Sonderregel hier).

      3. An Stelle von 0 Punkten für „gestrichene“ Vorgaben außerhalb des Bonusblocks treten negative Punktewerte des zugeteilten Sets. Das ist die fundamentale Änderung, die „Streichungen“ (ein nun obsoleter Begriff) noch unattraktiver macht, somit die Spannung zwischen dem Erreichen des Bonus und dem Erfüllen der übrigen Vorgaben weiter erhöht, Paschs mit niedrigeren Punktewerten attraktiver macht (vorher gab es kaum einen Unterschied zwischen zum Beispiel einem 5er-Pasch mit 1en und einer Streichung, so dass man meistens auf spätere, höhere Würfe spekuliert hat) und allgemein höhere Augenzahlen nicht nur belohnt, sondern auch bestraft.


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