Dreierlei

(Falls Ihr noch meine ursprüngliche Version kennt: Diese hier ist komplett überarbeitet und kaum wieder zu erkennen!)

Wie mir ursprünglich die Idee zu diesem Spiel gekommen ist, könnt Ihr hier nachlesen.

Dreierlei ist ein Spiel für 2 Personen, welches ungefähr 5 Minuten dauert. Es wird in kurzen Serien von zwei oder mehr Spielen in gerader Anzahl gespielt, damit beide Spieler gleich häufig beginnen.

Spielmaterial:

Zwei Rommeeblätter minus zwei Skatblätter (also die jeweils 8 Zweien, Dreien, Vieren, Fünfen und Sechsen, sowie die 6 Joker – insgesamt 46 Karten). Gleiche Rückseiten sind von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig.

Ziel des Spiels:

Jede Karte ist ihren aufgedruckten Wert in Punkten wert (also eine Zwei zwei Punkte usw.). Joker sind 0 Punkte wert. Insgesamt sind so 160 Punkte im Blatt vorhanden. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Punkte zu erobern. Am Ende einer Serie werden die eroberten Punkte aufgerechnet. (Der Einfachheit halber schreibt man natürlich jeweils nur die Differenzen zwischen den Punkten der Spieler fort.)

Kartenorte:

Bei Dreierlei befindet sich jede Karte immer an einem der folgenden Orte: Im Spielfeld, im Nachlegestapel, in den Tauschkarten eines Spielers oder in den eroberten Karten eines Spielers. Die Karten im Spielfeld, sowie die Tauschkarten der beiden Spieler liegen offen; der Nachlegestapel und die eroberten Karten sind verdeckt.

Spielvorbereitung:

Man ermittelt den Spieler, der anfängt, im Folgenden Spieler A genannt. (Dies ist nur zu Beginn einer Serie nötig, da die Spieler sich hier abwechseln.) Die 6 Joker werden gleichmäßig als Tauschkarten zwischen den Spielern aufgeteilt (jeder Spieler erhält 3 Joker). Die übrigen 40 Karten werden gemischt und bilden den Nachlegestapel. Der nachziehende Spieler (Spieler B) erhält dann eine Karte vom Nachlegestapel, die er seinen Tauschkarten hinzu fügt. Dann wird das Spielfeld ausgelegt, welches aus einem Quadrat von 3 mal 3 Karten besteht. Die restlichen 30 Karten verbleiben im Nachlegestapel.

Reihen:

Eine Reihe sind genau drei horizontal, vertikal oder diagonal nebeneinander liegende Karten im Spielfeld.

Sets:

Eine Reihe des Spielfeldes bildet dann ein Set, wenn die Karten darin eine der folgenden Eigenschaften besitzen:

a) alle Karte haben die selbe Farbe (zum Beispiel Herz)

b) alle Karten haben den selben Wert (zum Beispiel Vier)

c) die Karten weisen benachbarte Werte in aufsteigender oder absteigender Reihenfolge auf (also zum Beispiel Zwei, Drei, Vier oder Sechs, Fünf, Vier)

Joker:

Ein Joker kann in einem Set die Rolle jeder anderen Karte einnehmen (man beachte aber, dass es keine Asse oder Siebenen gibt!)

Züge:

Spieler A hat den ersten Zug. Es wird abwechselnd gezogen. Insgesamt besteht eine Partie Dreierlei aus vierzehn Zügen (sowie dem abschließenden Aufräumen, und natürlich der Abrechnung). Es gibt drei verschiedene Arten von Zügen:

a) Nachlegezüge. Sie heißen so, weil die eroberten Karten vom Nachlegestapel ersetzt werden. Die ersten zehn Züge der Partie sind Nachlegezüge.

b) Ablegezüge. Sie heißen so, weil die eroberten Karten durch die Tauschkarten des am Zug befindlichen Spielers ersetzt werden. Der elfte und der zwölfte Zug sind Ablegezüge.

c) Entfernungszüge. Sie heißen so, weil die eroberten Karten ohne Ersatz entfernt werden. Der dreizehnte und der vierzehnte Zug sind Entfernungszüge.

Der Nachlegezug:

Der am Zug befindliche Spieler tauscht eine Karte im Spielfeld mit einer seiner Tauschkarten aus (das ist Pflicht). Dann darf er ein Set erobern, indem er es vom Spielfeld nimmt und seinen eroberten Karten hinzu fügt. Wenn er kein Set erobern kann oder will, erklärt er für diesen Zug seine Kapitulation: Bei der Kapitulation bestimmt sein Gegner eine Reihe – NICHT notwendigerweise ein Set! – welches der am Zug befindliche Spieler dann erobert. Dann werden die eroberten Karten im Spielfeld vom Nachlegestapel ersetzt, und der andere Spieler ist am Zug.

Der Ablegezug:

Er verläuft genau so wie der Nachlegezug, nur dass es nicht mehr möglich ist, die im Spielfeld entstandenen Lücken vom Nachlegestapel aufzufüllen, da dieser leer ist. Daher füllt der am Zug befindliche Spieler sie mit seinen Tauschkarten auf (deren Anordnung darf er frei bestimmen). Für Spieler A bedeutet dies, dass er seine gesamten Tauschkarten verliert. Für Spieler B, der ja eine Tauschkarte mehr hat, bleibt also nach dem Ablegen eine Karte übrig. Diese fügt er seinen eroberten Karten hinzu. Auch er verliert also in seinem Ablegezug alle Tauschkarten.

Der Entfernungszug:

Im Entfernungszug entfällt natürlich das Austauschen, da die Spieler ja keine Tauschkarten mehr besitzen. Es wird jedoch normal ein Set erobert bzw. bei einer Kapitulation dem Spieler von seinem Gegner eine Reihe zugewiesen, mit einem Unterschied: Es ist im Entfernungszug nicht erlaubt, eine diagonale Reihe zu erobern! (Dies muss auch der Gegenspieler im Falle einer Kapitulation beachten.)

Das Abräumen:

Nach vierzehn Zügen bleibt im Spielfeld eine Reihe mit 3 Karten übrig. Diese Karten werden einzeln wie folgt erobert: Zuerst nimmt sich Spieler A eine Karte, dann Spieler B. Die letzte Karte erhält dann wieder Spieler A. Nun sind alle 46 Karten erobert; jeder Spieler hat 23.

Die Abrechnung:

Jeder Spieler zählt die Punktwerte der von ihm eroberten Karten zusammen. Der Spieler mit der höheren Punktzahl erhält die Differenz gut geschrieben. Am Ende der Serie werden diese Differenzen dann aufgerechnet, um den Gesamtsieger und die Höhe seines Sieges zu ermitteln.

Taktik:

Dreierlei ist (seit seiner Überarbeitung) ein bemerkenswert taktisches Spiel, welches den Spielern zahlreiche Optionen ermöglicht, und bei dem Entscheidungen weit reichende Implikationen haben können. Dabei hat Spieler A den Vorteil, als Erster das Spielfeld nutzen und verändern zu können und beim Abräumen eine zusätzliche Karte zu erhalten. Spieler B wiederum besitzt mit einer Tauschkarte mehr zusätzliche Optionen und erobert am Ende seines Ablegezuges eine seiner Tauschkarten „einfach so“. Da die Tauschkarten der Spieler offen liegen, kann man versuchen, die folgenden Züge vorauszuberechnen, insbesondere natürlich ab den Anlegezügen, in denen alle Informationen offen liegen. Spiele werden daher oft in den Ablegezügen durch durchdachtes Ablegen der Tauschkarten entschieden. Natürlich kann man sich auch in den Nachlegezügen bereits einen Vorteil verschaffen, wenn man sich die bereits eroberten Karten merkt und so besser abschätzen kann, was sich noch im Nachlegestapel befindet.

Zu weiteren Spielen

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Veröffentlicht on September 10, 2008 at 5:34 pm  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Es ist zwar nur ein kleines Spielchen für zwischendurch, aber es fesselt mich zur Zeit gerade… und deswegen habe ich festgestellt, dass ich doch noch ein paar Dinge verbessern möchte. Erwartet also in nächster Zeit ein Update dazu!

  2. Ich habe das Potenzial meiner Idee offenbar völlig unterschätzt, oder anders ausgedrückt, ich habe ein mittelmäßiges Spiel erfunden, obwohl ich ein gutes hätte erfinden können – böse Ungeduld! Unterdessen hat sich Dreierlei deutlich weiter entwickelt. Ich will zusehen, dass ich dieses Wochenende ein Update mache.

  3. Okay, das hat jetzt deutlich länger gedauert – es hat sich aber auch gelohnt!

    Dreierlei ist (obwohl man es immer noch rasch zwischendurch spielen kann) unterdessen taktisch so anspruchsvoll, dass meine Freundin mich wahrscheinlich wieder völlig fertig machen wird, wie sie es auch schon bei Stölzel, Kartedrale und selbst Dynamischem Maumau zu tun pflegt…

    Falls Ihr die vorher hier stehende Version kanntet: Vergesst sie! Probiert diese hier aus, sie ist wirklich gut!


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