Dynamisches Maumau

Allgemeines

Dynamisches Maumau ist ein Spiel für 2-6 Spieler. Besonders empfohlen ist es für eine Runde von 4 Spielern.

Es wird in Serien gespielt – ich empfehle Serien von 8 Spielen – und es werden Punkte aufgeschrieben. Sinnvoll ist es, um kleinere Geldbeträge zu spielen, maximal 10 Cent pro Punkt. Weniger ist auch in Ordnung – es geht nicht darum, dass man mit diesem Spiel Geld verdient, sondern darum, den Punkten Relevanz zu verleihen.

Dynamisches Maumau ist als taktisches Spiel konzipiert, wenn auch mit einem gewollt recht hohen Zufallsfaktor. Deswegen verwendet es KEINE Strafkartenregelung, verzichtet auf die Verpflichtung, „Mau“ oder „Maumau“ anzusagen und gibt den Spielern immer genügend Zeit zu agieren. Selbstverständlich KANN man auch Dynamisches Maumau mit den gängigen Strafkartenregelungen spielen, wenn man dies bevorzugt. In diesem Fall empfehle ich allerdings nachdrücklich, vom Spielen selbst um kleinste Geldbeträge abzusehen!

Dynamisches Maumau wird mit zwei Skatblättern, vorzugsweise mit identischen Rückseiten, gespielt (also mit 64 Karten). Jede Karte ist so zwei Mal vorhanden.

Bedienen

Grundlegender Spielmechanismus ist das BEDIENEN. Dabei legt der Spieler, der am Zug ist, auf die zuletzt gespielte Karte eine Karte aus seiner Hand, die mit dieser entweder Wert oder Farbe (oder beides) gemeinsam hat. Auf eine Herz Sieben kann also eine Karo Sieben, die andere Herz Sieben, eine Pik Sieben oder Kreuz Sieben, sowie Herz Acht, Herz Neun usw… zu liegen kommen.

Eine Sonderregel gilt für die Buben: Sie dürfen dann und nur dann gespielt werden, wenn sie NICHT bedienen (Ausnahme: Zwei gleiche Buben dürfen aufeinander gelegt werden). Ein Kreuz Bube kann daher zum Beispiel auf eine Karo Zehn oder Pik Dame gelegt werden, nicht jedoch auf einen Karo Buben oder eine Kreuz Dame.

Spielbeginn

Zu Spielbeginn werden die Karten vom Geber gemischt, und jeder Spieler erhält 8 Handkarten, die er einsehen darf, seine Mitspieler aber nicht. Ein Spiel ist beendet, wenn ein Spieler seine Hand leer gespielt hat. Die restlichen Karten bilden den Zugstapel. Die oberste Karte des Zugstapels wird offen gelegt und bildet den Ablagestapel, auf den die bedienten Karten gelegt werden. Sie gilt als vom Geber gespielt, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen, und der nachfolgende Spieler ist an der Reihe (wenn die aufgedeckte Karte keinen Effekt besitzt, der dies ändert).

Zu Beginn einer Serie wird der Geber zufällig ermittelt, ebenso wie die Sitzordnung. Es wird im Uhrzeigersinn begonnen. Die Spielrichtung kann sich jedoch im Verlauf des Spiels ändern, und eine solche Änderung bleibt auch über das Ende eines Spiels hinaus bestehen, bis zum Ende der Serie. Ab dem zweiten Spiel einer Serie ist der Geber jeweils derjenige Spieler, der als nächstes am Zug gewesen wäre, wenn das Spiel nicht beendet worden wäre.

Spielverlauf

Der prinzipielle Spielverlauf ist wie folgt: Derjenige Spieler, der an der Reihe ist, entscheidet sich, ob er bedienen will und kann. Wenn er das tut, ist der nächste Spieler in Spielrichtung an der Reihe. Wenn er das nicht tut, zieht er eine Karte vom Zugstapel, und der nächste Spieler in Spielrichtung ist an der Reihe. (Wann immer eine Karte von einem leeren Ablagestapel gezogen werden würde, wird der Zugstapel mit Ausnahme der obersten Karte gemischt und verdeckt als neuer Zugstapel hin gelegt. Im extrem unwahrscheinlichen Fall, dass der Zugstapel leer ist, und der Ablagestapel nur aus einer Karte besteht, kann eben keine Karte gezogen werden.) Dieser Spielverlauf wird jedoch durch zahlreiche Effekte der Karten modifiziert.

Die Spielrichtung wechselt immer dann, wenn ein Spieler eine Karte mit der gleichen Karte (also übereinstimmend in Farbe und Wert) bedient. (Bei nur zwei Spielern ist ein Wechsel der Spielrichtung offensichtlich bedeutungslos.)

Der Effekt einer Karte ist von ihrem Wert abhängig. Ein Effekt einer Karte MUSS immer, so weit wie möglich, ausgeführt werden. So lange der Effekt einer Karte andauert, kann das Spiel nicht beendet werden – erst wird der Effekt komplett ausgeführt. Halten danach alle Spieler wieder mindestens eine Handkarte, wird das Spiel fortgesetzt.

Weiter Geben

Der Effekt von Siebenen und Achten kann weiter gegeben werden. Um einen Effekt weiter zu geben, bedient derjenige Spieler, der als nächstes an der Reihe ist (ohne bereits den Effekt zu berücksichtigen, den er weiter gibt) mit einer Karte gleichen Wertes, das heißt eine Sieben mit einer Sieben, oder eine Acht mit einer Acht. Der Effekt betrifft dann den von ihm aus gesehen nächsten Spieler, der ihn jedoch ebenso weiter geben kann. (Achtung: Wird ein Effekt mit der gleichen Karte weiter gegeben, ändert sich entsprechend die Spielrichtung – der Effekt wird sozusagen „zurück gegeben“!)

Erfolgloses Beenden

Während eines Effektes kann die Situation eintreten, dass ein Spieler keine Handkarten besitzt, das Spiel aber noch nicht beendet ist, da der Effekt noch nicht vollständig ausgeführt wurde. Erst wenn der Effekt vollständig ausgeführt wurde, endet das Spiel, und auch nur dann, wenn zu diesem Zeitpunkt nicht wieder alle Spieler mindestens eine Karte in der Hand halten. Daher ist es nicht möglich, durch Spielen einer Neun, einer Zehn oder eines Asses das Spiel zu beenden.

Hochzeiten

Wann immer eine Dame oder ein König gespielt wurde, erhält in Spielrichtung, beginnend mit dem Spieler, der diese Karte gespielt hat, jeder Spieler die Gelegenheit eine Hochzeit zu verkünden, indem er das jeweils farblich passende Gegenstück (also zum Beispiel den Herz König zur Herz Dame) legt. Sobald ein Spieler diese Gelegenheit genutzt hat, ist sie vorüber, aber durch die gespielte Karte ergibt sich entsprechend eine neue Gelegenheit, die er wiederum als Erster nutzen kann. So lange Hochzeiten verkündet werden, ist das Spiel noch nicht vorüber. Wenn kein Spieler mehr eine Hochzeit verkündet, ist derjenige, der die letzte Hochzeit verkündet hat, am Zug (die Spielrichtung bleibt bestehen) und für diese Karte kann keine Hochzeit mehr verkündet werden.

Es ist für den am Zug befindlichen Spieler, wenn niemand anders eine Hochzeit verkündet auch möglich, mit der entsprechenden Karte ohne Verkündigung einer Hochzeit normal zu bedienen. In diesem Fall ist er danach nicht mehr am Zug, das Spiel geht normal weiter (natürlich können wiederum Hochzeiten verkündet werden), und der nächste Spieler ist am Zug.

Effekte der Karten

Sieben – Der nächste Spieler in Spielrichtung gibt den Effekt entweder weiter, oder er zieht eine Karte vom Zugstapel. Gibt er ihn weiter, verstärkt sich der Effekt um eine Karte (das heißt, der nächste Spieler muss zwei Karten ziehen, wenn er ihn nicht weiter gibt, der übernächste drei und so fort). Sobald der Effekt nicht mehr weiter gegeben wird, zieht der betroffene Spieler die entsprechende Anzahl Karten und ist dann am Zug. Wenn er eine weitere Sieben legt, beginnt ein neuer Effekt, der zunächst nur eine Karte ziehen lässt, aber normal weiter gegeben und verstärkt werden kann. Verliert ein Spieler, während der Effekt einer Sieben andauert, seine letzte Karte, ist das Spiel erst beendet, wenn der Effekt nicht mehr weiter gegeben wurde und die entsprechende Anzahl Karten dafür gezogen worden sind. Ein um den Tisch gehender Siebenen-Effekt kann auch einen Spieler ohne Handkarten wieder erreichen, der dann entsprechend Karten ziehen muss und am Zug ist, wenn kein anderer Spieler eine leere Hand besitzt.

Acht – Der nächste Spieler in Spielrichtung gibt den Effekt entweder weiter oder wird in der Zugreihenfolge übergangen. Ein weiter gegebener Effekt lässt dann entsprechend den nächsten betroffenen Spieler aussetzen, wenn dieser ihn nicht wiederum weiter gibt. Verliert ein Spieler, während der Effekt einer Acht andauert, seine letzte Karte, ist das Spiel erst beendet, wenn der Effekt nicht mehr weiter gegeben wurde.

Neun – Wenn ein Spieler eine Neun spielt, muss er dem in Spielrichtung nächsten Spieler (wenn mit einer gleichen Neun bedient wurde, Richtungswechsel beachten!) zwei Karten aus seiner Hand zeigen (alle Spieler sehen diese Karten). Hält er keine oder nur eine Karte in der Hand, muss er Karten vom Zugstapel ziehen, bis er wieder zwei Handkarten hat, die er vorzeigen kann! Der andere Spieler wählt eine der beiden Karten aus und fügt sie seinen Handkarten hinzu. Es ist also nicht möglich, mit einer Neun das Spiel zu beenden (außer in dem extrem unwahrscheinlichen Fall, dass ein Spieler mit zu wenigen Handkarten keine Karte mehr ziehen kann).

Zehn – Wenn ein Spieler eine Zehn spielt, zeigt ihm der in Spielrichtung nächste Spieler (Richtungswechsel bei gleichen Zehnen beachten!) zwei Karten aus seiner Hand (alle Spieler sehen diese Karten). Hat er nur eine Karte in der Hand, muss er eine Karte vom Zugstapel ziehen, damit er dies tun kann! Der Spieler wählt eine davon aus und fügt sie seinen Handkarten hinzu. Es ist also nicht möglich, mit einer Zehn das Spiel zu beenden.

Bube – Buben dürfen nur dann gespielt werden, wenn sie NICHT bedienen, mit der Ausnahme zweier gleicher Buben (die einen Richtungswechsel verursachen). Der Spieler, der den Buben gelegt hat, benennt eine Farbe, die allerdings weder die Farbe des Buben, noch diejenige der darunter befindlichen Karte sein darf. (Wenn also ein Herz Bube auf eine Pik Acht gelegt wurde, kann er Karo oder Kreuz nennen. Liegen zwei gleiche Buben aufeinander, oder ist der Bube die zu Spielbeginn aufgedeckte Karte, hat der Spieler die Wahl zwischen allen drei Farben, die nicht die des Buben sind.) Der Bube kann nur durch Karten der genannten Farbe bedient werden (oder durch einen gleichen Buben). Beendet ein Spieler durch Legen eines Buben das Spiel, sagt er trotzdem noch eine Farbe an, welche bei der Abrechnung wichtig ist.

Dame – Eine gespielte Dame ermöglicht, wie oben beschrieben, das Verkünden einer Hochzeit.

König – Ein gespielter König ermöglicht, wie oben beschrieben, das Verkünden einer Hochzeit.

As – Legt ein Spieler ein As, darf und muss er danach eine weitere Karte legen (wenn zwei gleiche Asse aufeinander gelegt wurden, Richtungswechsel beachten!) Es ist also nicht möglich, mit einem As das Spiel zu beenden, da man bei geleerter Hand eine Karte ziehen muss, weil man nicht bedienen konnte!

Abrechnung

Sobald das Spiel nach kompletter Abhandlung aller ausstehenden Effekte schließlich beendet ist, erhalten alle Spieler, die noch Handkarten halten, dafür Minuspunkte, und zwar zwei pro Bube und einen für jede andere Karte in ihrer Hand. Wurde das Spiel durch Legen eines Buben beendet, werden die Minuspunkte aller Spieler, die mindestens eine Handkarte der dabei genannten Farbe halten, verdoppelt.

Nach acht Spielen ist die Serie beendet, und die Minuspunkte der einzelnen Spieler werden addiert. Wurde um Geld gespielt, erhält der Sieger die Differenz zum Letztplatzierten von diesem, der Zweite die Differenz zum Vorletzten und so weiter. (Bei einer ungeraden Anzahl Spieler wird der Mittelplatzierte werder Geld zahlen noch erhalten.)

Ich wünsche Euch viel Spaß mit Dynamischem Maumau und freue mich, wie immer, über Euer Feedback!

Zu weiteren Spielen
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Veröffentlicht on August 19, 2008 at 4:26 pm  Schreibe einen Kommentar  
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