Die Völker der Welt

(aus einem tagmokratischen Schulbuch)

Die gerechten Völker

Menschen:

Obgleich das kurzlebigste der gerechten Völker, sind Menschen doch das zahlreichste, da ihre Geburtenrate am höchsten ist. Diejenigen Menschenstämme, die in Urland geblieben und nicht verwildert sind, besitzen alle eine helle Haut, jedoch abhängig von ihrer Herkunft unterschiedliche Augen- und Haarfarben. Generell finden sich blonde Haare und blaue Augen am häufigsten in Nordland, während in Südland die meisten Menschen dunkles Haar und braune Augen besitzen. Eher selten sind rote Haare oder grüne Augen, welche nur in Westland mit einer gewisser Häufigkeit anzutreffen sind.

Die wilden Menschen auf den Inseln des Südmeers und im nördlichen Wildland besitzen eine braune Haut, während die Farbe der Menschen im südlichen Wildland bis an tiefes Schwarz heranreicht. Diesen Dunkelmenschen sind braune Augen und schwarze, oft krause Haare gemeinsam, und ihre Gesichtszüge verzerren sich um so mehr, je weiter sie sich von der ursprünglichen Ordnung entfernt haben.

Die übliche Größe ausgewachsener Menschen liegt bei Männern um eindreiviertel Meter. Frauen sind im Schnitt fünf bis zehn Zentimeter kleiner.

Halblinge:

Dieses Volk wird so genannt, weil seine Vertreter ungefähr halb so viel wiegen wie Menschen. Da sie in ihrem Körperbau Menschen weitgehend gleichen, sind sie also etwa um ein Viertel kleiner – Männer im Durchschnitt ein Meter vierzig, Frauen eins fünfunddreißig.

Halblinge besiedeln im Wesentlichen die gleichen Lebensräume wie Menschen, meiden aber (abgesehen von ihrer verwilderten Form) zumeist besonders unwirtliche Gebiete. Sie besitzen ebenfalls helle Haut und weisen eine ähnliche Vielfalt an Haar- und Augenfarben auf wie Menschen, wenngleich auch bei ihnen hellere und buntere Töne deutlich häufiger anzutreffen sind, während schwarze Haare vergleichsweise selten sind. Dschungelhalblinge hingegen entsprechen in ihem Aussehen weitgehend demjenigen der wildesten Dunkelmenschen.

Im Unterschied zu Menschen besitzen Halblinge ein wenig andere körperliche Proportionen. So sind ihre Köpfe, Hände und besonders Füße im Verhältnis zu ihrem sonstigen Körper ein wenig größer, während der Rumpf ein bisschen kürzer geraten ist. Arme, Beine und Finger sind etwas schlanker.

Halblinge neigen dazu, besonders talentiert bei häuslichen Tätigkeiten zu sein, insbesondere bei der Herstellung von Kleidung und der Zubereitung von Nahrung.

Zwerge:

Zwerge sind mit ein wenig über (bei Männern) beziehungsweise ein wenig unter (bei Frauen) eineinhalb Metern Körperlänge zwar kleiner als Menschen, aber dank ihrer sehr kräftigen Statur üblicherweise nicht weniger schwer. Im Unterschied zu Menschen, deren Körperhöhe recht stark variiert, ist diese Größe bei Zwergen recht einheiltlich. Allerdings unterscheidet sich dafür ihre Körpermasse erheblich voneinander: Während schlanke Zwerge Ähnlichkeit mit kleinwüchsigen Menschen aufweisen, weisen ihre massivsten Vertreter oft mehr als die doppelte Breite auf. Sie sind für ihre besondere körperliche Zähigkeit bekannt.

Zwerge sind daher zumeist eindeutig an ihrem Körperbau zu erkennen, mit einem massiven Rumpf und vergleichsweise kurzen Armen und Beinen. Sie besitzen außerdem eine sehr starke Körperbehaarung, und insbesondere der Vollbart männlicher Zwerge ist ein selbstverständliches Erkennungsmerkmal. Zwerge besitzen im Durchschnitt vermutlich die hellste Haut unter den gerechten Völkern – selbst diejenige der Wüstenzwerge ist nur leicht bräunlich, was ein Zeichen dafür ist, dass diese sich noch nicht allzu weit von der Ordnung entfernt haben. Ihre Haarfarbe variiert ähnlich der von Menschen, wobei allerdings blonde Haare besonders selten sind, während rote Haare insbesondere bei Stämmen aus dem Nordland recht häufig sind. Blaue Augen sind bei Zwergen besonders selten, ebenso wie grüne, doch dafür weisen sie eine Vielfalt an Braun- und Grautönen auf, die von stark rötlichem Braun bis hin zu beinahe Schwarz reichen. Wüstenzwerge besitzen braune oder schwarze Haare und graue, braune oder schwarze Augen.

Zwerge sind von besonderem handwerklichen Geschick, insbesondere bei Bergbautätigkeiten, Schmiedearbeiten und der Konstruktion von Gebäuden und Verkehrswegen. Viele besitzen außerdem ein angeborenes Verständnis für finanzielle Dinge.

Elben:

Das Volk der Elben ist seiner ursprünglichen, ordentlichen Form am nächsten geblieben. Daher sind Elben den anderen Völkern generell sowohl körperlich, als auch intellektuell überlegen, und ihre Lebenszeit ist mit Abstand am längsten. Elben sind die natürlichen Anführer der gerechten Völker, und deren Rückkehr zur ursprünglichen Ordnung liegt zum größten Teil in ihren Händen.

Elben sind im Durchschnitt ein wenig größer als Menschen, graziler, beweglicher, aber gleichzeitig auch kräftiger. Die aus Südland stammenden Elben besitzen zumeist eine silbrigweiße Haut, tiefschwarze Haare und schwarze Augen. Elben aus anderen Regionen Urlands sind hingegen von vielfältigem Aussehen: Ihre Haare können schwarz, braun, rot, blond oder sogar silbrigweiß sein; und ihre Augen blau, grün, braun oder schwarz; während ihre Haut in der Regel rosenfarben ist. Die westländischen Wildelben unterscheiden sich im Aussehen nur wenig von ihren ordentlichen Verwandten, weswegen der Tagmokrat entschieden hat, dass sie nahe genug an der Ordnung geblieben sind, um jederzeit in die Tagmokratie zurückkehren zu können, sobald sie die dafür notwendige Einsicht wiedererlangt haben.

Ungerechte Völker

Oger:

Dieses Volk ist in Wildheit geboren und kann niemals selbsttätig zur Ordnung finden. Es liegt an den Gerechten Völkern, den Ogern einen geeigneten Platz in der Welt zuzuweisen, nicht anders als bei Nutztieren.

Oger sind von sehr kräftiger, ungeschlachter Gestalt, mit Körperhöhen von zwei bis über zweieinhalb Metern. Ihre dümmlichen Gesichter spiegeln ihren schwachsinnigen Geist wider. Manche von ihnen entwickeln niemals Kopfhaare, anderen sprießen in ungeordneten Büscheln rote, braune oder schwarze Haare. Ihre Augen sind braun oder schwarz. Ihre Haut ist bleichrosig.

Oger sind aus Urland vertrieben worden, da es bislang nicht gelungen ist, sie hinreichend zu zähmen, so dass die Tagmokratie ihre Arbeitskraft ohne Gefahr für Bürger nutzen könnte. Heute sind sie in Frostland ansässig.

Orks:

Das widerliche Volk ist in Urland vollständig ausgerottet. Nur in Fernland existiert es noch, weil die dorthin geflohenen Ketzer sich so vollständig von der Ordnung abgewandt haben, dass sie nicht einmal mehr der selbstverständlichsten aller Pflichten der gerechten Völker nachkommen, Orks zu töten.

Orks sind von sehr unterschiedlicher Gestalt und Größe. Gemeinsam ist ihnen lediglich ihre abgrundtiefe Hässlichkeit. Ihre Haut ist grünlich-ledrig und mit verfilzten Haaren und Warzen bedeckt, ihre Arme und Beine sind krumm, und ihre Gesichter sind schief, mit hervorquellenden Augen und Mäulern voller hervorstehender, spitzer Zähne. Ihr Anblick ist dermaßen unerträglich, und ihr Gestank so ekelerregend, dass selbst Tiere sie meiden, und nur Würmer, Käfer und Spinnen ihre Gegenwart ertragen.

zum ersten Kapitel
zu grundlegendem Wissen über die Welt
zu Informationen über das Leben in der Tagmokratie
zur Kapitelübersicht
Veröffentlicht on Januar 17, 2017 at 7:33 pm  Kommentare deaktiviert für Die Völker der Welt