Grundlegendes Wissen über die Welt

(aus einem tagmokratischen Schulbuch)


Unsere Welt

Unsere Welt ist kugelrund, umkreist die Sonne und dreht sich dabei um sich selbst. Bei einer solchen Umdrehung wird es abwechselnd dunkel und hell, je nachdem, ob man sich auf der der Sonne zu- oder abgewandten Seite befindet, und dies sind Tag und Nacht. (In unserer Zeitrechnung wird die Nacht jedoch als Teil des ihr voran gegangenen Tages betrachtet, und diesen Gesamttag unterteilen wir in 24 Stunden.) Ein Umlauf der Sonne um die Welt dauert 400 Tage – das nennen wir ein Jahr. Unsere Welt hat einen Mond, welcher sie in der gleichen Weise umkreist wie sie die Sonne. Ein Mondumlauf (Monat) dauert 40 Tage. Jeweils zehn Tage davon fassen wir als eine Woche zusammen, so dass jeder Monat vier Wochen besitzt und jedes Jahr 40 Wochen.

Diese perfekte Regelmäßigkeit gerät jedoch durch die Sünden der gerechten Völker immer wieder in Unordnung! So verlieren sowohl der Mond, als auch unsere Welt immer wieder ihren Rhythmus. Daher müssen wir in unseren Kalender gelegentlich Tage einfügen, welche nicht Teil eines Monats oder eines Jahres sind. An diesen Tagen tun wir besondere Buße für unsere Sünden, auf dass die Welt wieder in Ordnung gerät.

Ursprung allen Lebens ist der Kontinent Urland, an dessen südlicher Küste sich auch die ältesten bekannten bürgerlichen Siedlungen befinden. Von dort aus hat es sich nach Wildland ausgebreitet, wo es verwilderte und fremd wurde. Nur in Urland haben die gerechten Völker – Elben, Menschen, Zwerge und Halblinge – ihre ordentliche Form bewahrt.

Wilde Formen der gerechten Völker in Wildland sind die Wildelben (die zum Teil auch im Südwesten Urlands leben), die Wüstenzwerge, die Dunkelmenschen und die Dschungelhalblinge.

Oger sind ein weiteres mit (geringer) Intelligenz begabtes Volk, welches jedoch niemals in Ordnung gelebt hat; sie sind naturwild. Ob es ihnen möglich ist, jemals zu einer Ordnung zu finden, wissen derzeit nur die Engel. Der Tagmokrat hat beschlossen, abzuwarten und dieses Volk unter Beobachtung zu halten.

Die Fleisch gewordene Verkörperung aller Unordnung und aller Sünden, und der Feind all dessen was gut, ordentlich und gerecht ist, sind die Orks, das widerliche Volk. Die gerechten Völker haben die urländischen Orks daher bereits vor Jahrhunderten ausgerottet. Einige sind jedoch nach Fernland geflohen, wo sie in einträchtiger Schande mit den abtrünnigen Ketzern, die ebenfalls dorthin ausgewandert sind, zusammenleben. So lange nur ein Ork in der Welt noch am Leben ist, kann diese nicht zu ihrer einstigen Ordnung zurückfinden.

Urland

Der Kontinent Urland, welcher gleichzeitig das Staatsgebiet der Tagmokratie bildet, wird im Osten vom Ozean der Versuchung begrenzt, im Süden vom Südmeer (einem Ausläufer dieses Ozeans), im Südwesten vom Grenzgebirge und im Westen vom Ozean des Wahnsinns. Im hohen Norden geht Urland in Frostland über, eine Eiswüste, die es unmöglich macht zu unterscheiden, ob man sich über Land oder Meer befindet, und die möglicherweise bis nach Fernland reicht.

Nordwestlich der Küste Urlands vorgelagert befinden sich die Weißen Inseln, die nur im Hochsommer per Schiff erreichbar sind; im tiefsten Winter jedoch mit Schlitten. Hier, ebenso wie in Frostland, leben Oger, und in den Gebirgen siedeln Zwerge und bauen dort seltene Erze ab. Diese bezeichnen sich als Eiszwerge und sind Renegaten, die sich von der Tagmokratie losgesagt haben, doch der Tagmokrat hat entschieden, dass er ihnen eine friedliche Rückkehr in die Ordnung ermöglichen will und sieht deswegen von einer militärischen Rückeroberung ihrer Gebiete ab.

Der Ozean des Wahnsinns ist für gerechte Bürger unüberquerbar; ebenso wie der Ozean der Versuchung stellt er eine uns gesetzte natürliche Grenze dar. Wer zu weit auf ihn hinausgetrieben wird, kehrt selten zurück, und wenn doch, ist sein Geist häufig durch Verwirrung und Verdunkelung zerstört.

Der Westen Urlands ist am dünnsten besiedelt. Zwei große Handelsstraßen verbinden seine Küstenstädte durch weite Wald- und Präriegebiete mit dem Landesinnern. Außerdem führt eine Heerstraße zu den Garnisonen im Grenzgebirge, welche die Wildelben in Schach halten.

Das Grenzgebirge, welches Ur- und Wildland auf dem Landweg verbindet, ist zerklüftet und unwegsam. Nur die Wildelben durchqueren es regelmäßig auf geheimen Wegen.

Im Südmeer, welches als großer westlicher Ausläufer des Ozeans der Versuchung den Süden Urlands vom Norden Wildlands scheidet, liegen viele große und kleine Inseln. Auf zahlreichen dieser Inseln hat der Meerbund Kolonien errichtet. Sie stellen jedoch keine ordentlichen Gemeinden der Tagmokratie dar, da sie sich außerhalb Urlands befinden.

Der Süden Urlands ist die Wiege der Zivilisation. In seinem warmen Klima wurden die gerechten Völker zuerst sesshaft, und hier entstanden die ersten geordneten Staaten. Die meisten Städte an der Südküste Urlands gehören dem Meerbund an, dessen Schiffe im Auftrag der Tagmokratie das Südmeer befahren und bis nach Wildland reisen.

Die meisten Bürger Urlands leben am Mittelfluss oder in dessen Umland. Er entspringt in den Schneebergen im Norden Urlands, am Übergang zu Frostland, und ist der größte Fluss Urlands. Über zwei Drittel Urlands liegen in seinem Einzugsgebiet. Nur im Nordosten befindet sich ein weiteres größeres Flusssystem, welches keine natürliche Verbindung zum Mittelfluss besitzt (aber durch von Zwergen erbaute Kanäle an ihn angeschlossen wurde), und dessen bedeutendster Fluss der Schattenfluss ist, benannt nach den ausgedehnten Wäldern, deren Laub seinen Lauf beschattet. Die Wasserscheide zwischen Mittel- und Schattenfluss bilden die Goldenen Höhen, das zweithöchste Gebirge Urlands nach dem Grenzgebirge.

Wildland

Von dem dünnen Landarm, auf welchem das Grenzgebirge Urland und Wildland verbindet, verbreitert sich dieser Kontinent rasch nach Osten hin. Die wildländische Südmeerküste zieht sich ungefähr ebenso weit in diese Richtung wie die urländische, bis sie dann Richtung Süden verläuft und sich wieder ein wenig Richtung Westen zurückzieht. Über den Äquator hinaus ist der Küstenverlaufs Wildlands nicht bekannt. Der Äquator bildet eine weitere uns gesetzte natürliche Grenze.

Abgesehen von einigen schmalen fruchtbaren Gebieten an der Südmeerküste, in denen sich mehrere Kolonien des Meerbunds befinden, ist der Norden Wildlands sehr trocken; im Westen vorwiegend Stein-, im Landesinnernen und im Osten hauptsächlich Sandwüste. Es wird von den nomadisch lebenden Wüstenzwergen durchstreift, ist jedoch äußerst dünn besiedelt. Südlich davon schließen sich Savannen und dann riesige Regenwälder an. Hier leben die schwarzhäutigen Dunkelmenschen und in den entlegensten Waldgebieten die erdfarbenen Dschungelhalblinge, die ihre Reviere mit Giftpfeilen verteidigen.

Die Ausdehnung Wildlands nach Westen und Süden ist nicht bekannt. Der Meerbund besiedelt ausschließlich die Küstengebiete des Südmeers und des Ozeans der Versuchung (bis zum Äquator) Einzige Ausnahme ist der Diamantfluss, den die Schiffe des Meerbundes weit nach Westen hin ins Landesinnere befahren, und an dessen Ufern er einige Festungen errichtet hat.

Da die Ureinwohner Wildlands wild sind, gehören sie denjenigen Bürgern, die sie finden. Jedoch dürfen Sklaven, von ganz wenigen durch den Tagmokraten gestatteten Ausnahmen abgesehen, nur auf Wildland und den Inseln im Südmeer, nicht jedoch auf Urland gehalten werden.

Fernland

Fernland befindet sich östlich des Ozeans der Versuchung. Es ist ein Land voller Orks, Ketzer und Monster. Fernländische Piraten greifen gelegentlich Schiffe des Meerbundes an und werden von diesen versenkt. Kein gerechter Bürger wird Fernland jemals betreten, und niemand, der dort in Sünde und Unordnung gelebt hat, darf jemals wieder nach Urland zurückkehren.

Die Tagmokratie

Die Tagmokratie der geordneten Länder besteht seit 562 Jahren. Robolas II. ist ihr fünfter Tagmokrat. In der Tagmokratie leben die gerechten Völker der Menschen, Zwerge, Elben und Halblinge in friedlicher und geordneter Eintracht zusammen.

Die Hauptstadt der Tagmokratie ist Genessos, die erste Stadtgründung der Elben, nachdem diese dem ungeordneten, nomadischen Leben entsagten. Sie ist über 2000 Jahre alt und die älteste urländische Stadt im Landesinneren (an der Küste des Südmeers befinden sich ältere Siedlungen), sowie die größte Stadt Urlands. Sie liegt exakt im Zentrum Urlands, am Mittelfluss, welcher Urland in die exakt gleich großen Gebiete West- und Osturland aufteilt. In Genessos leben eine halbe Million Bürger.

Die Tagmokratie besteht aus sechs Regionen: Westland (die Küstengebiete am Ozean des Wahnsinns und das Grenzgebirge), Nordland (alle Gebiete nördlich der Schneeberge einschließlich der Weißen Inseln), Schattenland (das Gebiet nordöstlich der Goldenen Höhen), Ostland (südlich der Goldenen Höhen bis zum östlichen Teil der Südmeerküste), Südland (die Städte des Meerbundes an der Südküste und die von ihnen verwalteten Gebiete) und Mittelland (das Landesinnere um Genessos und den Mittelfluss). Diese Regionen wiederum sind in Gemeinden unterteilt.

In der Tagmokratie sprechen alle Bürger die Gerechte Sprache. Die schier endlose, verwirrende Vielfalt der wildländischen Sprachen ist ein deutliches Zeichen, wie weit diese Völker sich von jeglicher gerechten Ordnung entfernt haben. Alle Bürger der Tagmokratie folgen dem Gerechten Glauben, dessen Grundsätze im Tagmokratischen Kodex niedergeschrieben sind, und der alle Fragen des bürgerlichen Zusammenlebens regelt.

Jeweils 85 von 100 tagmokratischen Bürgern sind Menschen, 10 sind Zwerge, 4 sind Halblinge und 1 ist ein Elb.

Die Angehörigen der gerechten Völker werden in folgende Altersgruppen eingeteilt: Junge, Kinder, Schüler, Erwachsene und Alte. Dies sind ihre Altersgrenzen:

Menschen: 0-4 Junge, 5-8 Kinder, 9-16 Schüler, 17-64 Erwachsene, 65 und älter Alte.

Halblinge: 0-6; 7-12; 13-24; 25-72; 73+

Zwerge: 0-8; 9-16; 17-32; 33-128; 129+

Elben: 0-10; 11-20; 21-40; 41-400; 401+

Junge befinden sich unter ständiger Aufsicht ihrer Eltern (üblicherweise der Mutter, falls diese am Leben und im Besitz des Mutterrechts ist). Ihr Ordentliches Zeichen ist der Tetraeder. Kinder besuchen die Kirche, Schüler Kirche und Schule. (Völker, welche die Schule länger besuchen, erhalten ausführlichere und mehr unterschiedliche Ausbildungen.) Das Zeichen der Kinder ist der Hexaeder, das der Schüler der Oktaeder. Erwachsene arbeiten und besuchen die Kirche. Ihr Zeichen ist der Dodekaeder. Alte besuchen die Kirche und werden von der Gemeinde versorgt. Ihr Zeichen ist der Ikosaeder. Sobald ein alter Bürger zu gebrechlich ist, die Kirche zu besuchen, verfällt er freiwillig in den Schlaf des Gerechten, und seine Seele fährt hinauf in den Himmel zu den Engeln.

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Veröffentlicht on Dezember 8, 2010 at 2:13 am  Schreibe einen Kommentar  

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