Ein Fußballgespräch beim Italiener

Es ergab sich heute, dass ich mir ein Essen in einem italienischen Restaurant gönnte, in dem ich lange nicht mehr gewesen war – um genau zu sein, seit der WM 2010, als ich in der Nähe arbeitete und im Anschluss ein paar mal dort ein Spiel verfolgt hatte. Der Fernseher befand sich immer noch an alter Stelle, und da ich so ziemlich der einzige Gast war, begann ich eine kurze Konversation:

„Kann man bei Ihnen denn wieder die Spiele der Europameisterschaft schauen?“

„…äh, wie? Europameisterschaft? Wann ist die?“

„Beginnt Ende der Woche.“

„Ja… ja, natürlich, wir schauen auch selbst die Spiele!“

„Und? Wird Italien Europameister?“

„Äh… Nein.“

„Nein? Wer ist denn für Sie Favorit?“

„Nicht Italien, nein. Nein. … Holland.“

Tja, es sind eben nicht alle Italiener Fußballfans!

(Falls es Euch ähnlich geht: Die Niederlande sind dieses Jahr völlig unerwarteterweise gar nicht qualifiziert.)

Published in: on Juni 6, 2016 at 9:26 pm  Schreibe einen Kommentar  
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BEEP-BEEP-BEEP, Teil Drei

So, dann will ich meine kleine Geschichte, deren ersten Teil Ihr hier findet, und deren zweiten Teil hier, beenden:

Mit ein wenig schlechtem Gewissen wählte ich den Polizeinotruf – mit schlechtem Gewissen deswegen, weil dieser nach meinem Verständnis ein NOTRUF ist, und diese Nummer daher für NOTFÄLLE reserviert sein sollte (so wie „Hilfe, da bricht jemand in mein Haus ein!“ etc…). Daher begann ich das Gespräch, nachdem sich nach einiger Wartezeit jemand meldete (da ich über genügend Fantasie verfüge mir vorzustellen, ich befände mich in einer echten Notlage, empfand ich diese Wartezeit als äußerst beunruhigend!) mit den Worten: „Guten Abend, dies hier ist kein wirklicher Notruf, aber ich habe keine andere Nummer gefunden…“ Nachdem mir versichert wurde, dass es gar keine andere Nummer gab, kam ich dann aber gleich zur Sache, um Zeit zu sparen und berichtete von jenem Alarmton, nicht ohne den Hinweis, dass ich ein bloßes Versäumnis vermutete, mir dabei aber nicht sicher sein konnte. Mir wurde zugesagt, dass zwei Beamte sich auf den Weg zu mir machen würden. (mehr …)

Published in: on Oktober 11, 2009 at 4:54 pm  Comments (8)  
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BEEP-BEEP-BEEP, Teil Zwei

Natürlich hat es einen Grund, dass ich jene kleine Anekdote gerade jetzt hier erzählt habe, und selbstverständlich folgt auf Teil Eins ein Teil Zwei:

Seit ein paar Jahren lebe ich nunmehr im schönen Neukölln, in einer alles andere als ruhigen Wohngegend. Nun bin ich kein übertrieben lärmempfindlicher Mensch, deswegen passt das schon, insbesondere seit der Flughafen Tempelhof stillgelegt wurde, der sich kaum hundert Meter von meinem Wohnhaus entfernt befindet, und dessen östliche Einflugschneise exakt über unserem Dach verlief. Gelegentlich hört man über den Innenhof die Stimmen schimpfender Nachbarn, entweder in einer mediterranen Sprache oder in reichlich proletarischem Deutsch, und relativ oft auch ziemlich laute Musik (unter „ziemlich laut“ verstehe ich hier gute Partylautstärke), die mich eigentlich nur dann stört, wenn sie zu sehr in Richtung deutscher Schlager oder HipHop geht (in welchem Fall ich eben selbst Musik anstelle), tagsüber natürlich auch die Stimmen spielender Kinder. Ach ja, an den Mülltonnen und Altglascontainern verhält sich auch niemand wirklich leise, und Handwerker besitzen auch keine Scheu, ihre Kreissägen bei offenem Fenster oder gleich direkt auf dem Hof laufen zu lassen. Die Toleranz gegenüber lauten Geräuschen ist also allgemein sehr hoch, und ab und zu nutze ich das auch ganz gerne selbst einmal aus, um Musik deutlich über Zimmerlautstärke zu hören.

Dies wollte ich vorschicken, bevor ich Euch nun Folgendes erzähle, was sich vor ca. zwei Wochen in meinem Wohnhaus zugetragen hat: (mehr …)

Published in: on Oktober 11, 2009 at 4:39 am  Schreibe einen Kommentar  
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BEEP-BEEP-BEEP, Teil Eins

Vor langer, langer Zeit, als ich noch in einem winzigen Zimmerchen im Studentenwohnheim Schlachtensee lebte, trug sich folgende kleine Geschichte zu:

Einer meiner Mitbewohner in unserem zweigeschossigen Haus mit ca. 30 fast immer komplett belegten Zimmern (wenn ich mich recht entsinne, ein Tunesier – es war ein äußerst internationales Häuschen, voller Kameruner, Norweger, Inder, Palästinenser, Sachsen und Bayern) besaß einen sehr lauten Wecker. Also, ich meine, einen SEHR LAUTEN Wecker. So laut, dass er mit seinem ersten Ton unweigerlich gleich das gesamte Haus weckte.

Nun ist ein Studentenwohnheim in der Regel natürlich sowieso kein Ort für lärmempfindliche Gemüter – die Wänder waren dünn, zu beinahe jeder Zeit betrat oder verließ irgendjemand das Haus (ich zum Beispiel jobbte am Wochenende als Kiosk-Verkäufer und stand dann um 3 Uhr morgens auf), es wurde viel gefeiert, und sollte es tatsächlich einmal im Gebäude selbst etwas ruhiger sein, gab es ja auch noch ein Dutzend umliegende Häuser, sowie den direkt gegenüber befindlichen „Club A 18“, eine sehr lebendige Studentenkneipe, und einen Übungsraum für Bands in dessen Keller. Laute Geräusche an sich waren also keineswegs etwas Bemerkenswertes. Man erwachte, drückte seinen Kopf in die Kissen, wartete ab, dass das unerträglich laute, gleichmäßige  „BEEP-BEEP-BEEP-BEEP-BEEP-BEEP“ wieder aufhörte, was nach wenigen Sekunden der Fall war, und schlief mit dem Schlaf mehr oder weniger gesunder Jugend wieder ein.

Eines Tages jedoch hörte es nicht mehr auf. (mehr …)

Published in: on Oktober 11, 2009 at 3:00 am  Schreibe einen Kommentar  
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