Erklärungen sind nicht gleich Entschuldigungen

Der archetypische Amokläufer ist an seiner Schule ausgegrenzt und gemobbt worden. Deswegen besorgt er sich eine automatische Schusswaffe und richtet damit ein Massaker unter Mitschülern und Lehrern an.

Dies mag eine Erklärung sein, und natürlich ein Ansatz, solche Geschehnisse in Zukunft zu verhindern – aber es ist keine Entschuldigung. Die Gesellschaft mag ihm Unrecht getan haben, aber das entschuldigt seine Taten nicht im geringsten – es ändert nichts daran, dass er sich als Massenmörder schuldig gemacht hat.

Ich zweifle nicht daran, dass diejenigen Menschen, welche rechtspopulistischen (eigentlich bereits neofaschistischen) Parteien und Bewegungen ihre Stimmen und ihre Unterstützung geben, tatsächliche Probleme haben, um deren Lösung sich die etablierten Parteien und unsere freiheitliche Gesellschaft insgesamt nicht ausreichend gekümmert haben. Dies ist eine Erklärung dafür, dass in den USA Trump zum Präsidenten gewählt wurde (und dass die Partei, welche ihn als Kandidaten aufgestellt hat, in allen Regierungsgremien die Mehrheit besitzt); es ist eine Erklärung dafür, dass in Grossbritannien für den Brexit gestimmt wurde; und es ist eine Erklärung für den Erfolg der AfD in Deutschland, der eigentlich nur eine Annäherung an Verhältnisse darstellt, die in unseren Nachbarländern längst Status Quo sind (FPÖ in Österreich, SVP in der Schweiz, FN in Frankreich, PVV in den Niederlanden…)

Es ist keine Entschuldigung. (mehr …)

Marie Antoinette einmal anders herum

(Dies hier ist der erste Teil einer geplanten kleinen Reihe, in der ich mir Gedanken zum Drumherum der Wirtschaftskrise mache.)

„Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Kuchen essen.“ Dieses Zitat drückte in unvergleichlich treffender Weise die Ignoranz der französischen Königin Marie Antoinette gegenüber den Nöten ihrer hungernden Bevölkerung aus.  (Und natürlich hat sie dies niemals wirklich gesagt; es wurde ihr aus propagandistischen Gründen zugeschrieben.) Was geht eine Herrscherin das einfache Volk an?

Heute beobachte ich eine ähnliche Ignoranz, die jedoch in eine völlig andere Richtung zielt. Ob in den USA oder in Deutschland: Die finanziellen Hilfspakete und Konjunkturprogramme, welche angeschlagene Banken und Firmen stützen und die Wirtschaft allgemein stabilisieren sollen, werden oft so kommentiert:

„Warum sollte die Bevölkerung für die Fehlspekulationen der Manager aufkommen? Sollen die das doch alleine ausbaden!“

Außerdem liest man immer wieder Dinge wie

„Von dieser so genannten Krise habe ich noch nichts mitbekommen. Das ist doch nur Panikmache.“

Dochdoch, so etwas lese ich immer und immer wieder! (mehr …)