Erklärungen sind nicht gleich Entschuldigungen

Der archetypische Amokläufer ist an seiner Schule ausgegrenzt und gemobbt worden. Deswegen besorgt er sich eine automatische Schusswaffe und richtet damit ein Massaker unter Mitschülern und Lehrern an.

Dies mag eine Erklärung sein, und natürlich ein Ansatz, solche Geschehnisse in Zukunft zu verhindern – aber es ist keine Entschuldigung. Die Gesellschaft mag ihm Unrecht getan haben, aber das entschuldigt seine Taten nicht im geringsten – es ändert nichts daran, dass er sich als Massenmörder schuldig gemacht hat.

Ich zweifle nicht daran, dass diejenigen Menschen, welche rechtspopulistischen (eigentlich bereits neofaschistischen) Parteien und Bewegungen ihre Stimmen und ihre Unterstützung geben, tatsächliche Probleme haben, um deren Lösung sich die etablierten Parteien und unsere freiheitliche Gesellschaft insgesamt nicht ausreichend gekümmert haben. Dies ist eine Erklärung dafür, dass in den USA Trump zum Präsidenten gewählt wurde (und dass die Partei, welche ihn als Kandidaten aufgestellt hat, in allen Regierungsgremien die Mehrheit besitzt); es ist eine Erklärung dafür, dass in Grossbritannien für den Brexit gestimmt wurde; und es ist eine Erklärung für den Erfolg der AfD in Deutschland, der eigentlich nur eine Annäherung an Verhältnisse darstellt, die in unseren Nachbarländern längst Status Quo sind (FPÖ in Österreich, SVP in der Schweiz, FN in Frankreich, PVV in den Niederlanden…)

Es ist keine Entschuldigung. (mehr …)

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Zwei Wochen ohne Internet

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich die Erfahrung gemacht habe, wie abgeschnitten von der Welt ich mich ohne Internetzugang fühle, aber diesmal war es besonders schlimm. Dabei war es eigentlich komplett unnötig gewesen.

Es war Ende April, als ich mit meinem Provider O2 telefonisch einen Tarifwechsel vereinbarte, welcher deutlich schnelleren Zugang zum Internet einschloss, und bei dem ich einen maßgeblichen Treuerabatt als langjähriger Kunde erhalten sollte. (mehr …)

Published in: on Juli 4, 2015 at 1:15 pm  Comments (1)  
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Gute Vorsätze, immer mal wieder

Seit ein paar Tagen habe ich wieder Internet. Über den Kampf mit insgesamt bestimmt 10 verschiedenen Mitarbeitern  in der Kunden-Hotline, die einander ohne Übertreibung nicht weniger als sieben (!) Mal widersprochen haben, und die mir zwischenzeitlich ein neues Gerät aufgeschwatzt haben, das ich gar nicht benötigte, wollte ich eigentlich einen Eintrag verfassen, aber dann fehlte mir doch die Motivation, erneut ausführlich dazulegen, wie unendlich beschissen Kundenberatung im Zeitalter der ausgelagerten Kundendienstzentren doch geworden ist („ausgelagerte Kundendienstzentren“ bedeutet, dass die Kundenberatung einer anderen Firma übertragen wird, die von der Materie nichts versteht und deswegen naturgemäß selten mehr machen kann, als dem Kunden Passagen aus denjenigen Hilfedokumenten vorzulesen, die er selbst bereits gründlichst nach einer Lösung für seine Probleme durchsucht hat). Ich will Euch nur die Essenz des Ganzen in Kurzform darlegen:

1. Nein, die Leute haben wirklich keine Ahnung von dem, was sie da tun, egal, was sie behaupten.

2. Ja, sie versuchen Euch immer wieder übers Ohr zu hauen.

3. Doch, die Drohung den Anbieter zu wechseln hilft tatsächlich!

Jetzt gibt es also auch keine Ausreden mehr: Die Anstalt von Arkheim wartet darauf, endlich fortgesetzt zu werden, und zwar möglichst sogar mit einer höheren Frequenz als zuletzt. Ich denke, die Pause war wichtig, und ich habe die Gelegenheit auch genutzt, sie ein wenig länger als unbedingt nötig werden zu lassen – besser so, als dass ich bald erneut eine Pause einlegen müsste! Spätestens im neuen Jahr geht es weiter – nutzt die Gelegenheit, Euch rasch noch einmal mit dem bisherigen Verlauf der Handlung vertraut zu machen!

Ach so: Das ist also – wieder einmal – mein guter Vorsatz: Mehr zu schreiben, regelmäßiger zu schreiben, konzentrierter zu schreiben… tja, Nichtraucher bin ich eben schon. Das Internet ist jedoch in einer Hinsicht viel gefährlicher als Nikotin, denn im Gegensatz zu Zigaretten ist es tatsächlich nützlich und wichtig – es einfach komplett abzuschaffen ist keine Lösung, zumindest nicht für mich. Trotzdem sollte es mein Dauervorsatz bleiben, bewusster damit umzugehen – die Zeit, die man mit sinnlosen Dingen verbringt wächst, wenn man nicht höllisch aufpasst, ständig und in immer stärkerem Maß.

Ihr lest mich dann – hoffentlich wieder öfter! – im neuen Jahr!

Andi ohne Internet

Diesen Eintrag schicke ich aus einem Internet-Cafe ab. Sollte ich diese Zeiten nicht längst hinter mir haben? Aber leider funktioniert mein DSL zur Zeit nicht. An einige kurze Ausfälle war ich ja gewohnt – so ärgerlich diese auch waren, hielt ich sie doch für normal, und sie ließen sich ausnahmslos dadurch beheben, dass ich sowohl mein Modem als auch meinen Rechner neu startete.

Dann, vor ein paar Wochen, gelang dies zum ersten Mal nicht mehr. (mehr …)

Published in: on Dezember 6, 2011 at 3:35 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Das Internet gehört uns nicht

Diese unangenehme Wahrheit verdrängen wir leider, während wir täglich immer abhängiger vom globalen Netz werden. Ja, eigentlich wissen wir, dass alle unsere Bewegungen im Netz verfolgt werden; dass Dienste wie Google, Facebook und Twitter Daten über uns sammeln und diese auch weitergeben, ohne uns darüber zu informieren. Eigentlich ist uns bekannt, dass der Aufenthaltsort unserer Handys jederzeit, selbst wenn sie ausgeschaltet sind, ermittelt werden kann. Und natürlich ist uns klar, dass die immer stärkere Synthese von Handys und tragbaren, internetfähigen Computern bedeutet, dass immer mehr Daten über unser persönliches Verhalten ausspionierbar werden.

Wir ignorieren es aber, weil wir nicht mehr wissen, wie wir anders leben könnten, ohne die Informations-, Kommunikations- & Unterhaltungsmöglichkeiten, welche diese Vernetzung uns bietet. (mehr …)

Informationsquelle Internet: Ich bin überfordert

Ich habe da ein Problem: Ich möchte auf andere Blogs und sonstige Internetseiten eigentlich nur dann verlinken, wenn ich mich eine Weile in sie eingelesen und festgestellt habe, dass dort im Wesentlichen vernünftige Dinge stehen.

Das kann ich aber nicht; dafür reicht meine Zeit einfach nicht aus. (Und ich verbringe gewiss bereits mehr Zeit im Internet als die meisten anderen Menschen!) Das Ergebnis ist dann allerdings, dass ich etwas Interessantes lese, mir denke: „Darüber müsste ich mich mehr informieren und dazu etwas schreiben!“ – und das dann nicht tue, und während ich diesen Umstand noch bedaure, bereits etwas Neues finde, was ebenfalls interessant, und womöglich sogar WICHTIG ist, und bei dem die gleiche Prozedur sich dann sofort wiederholt.

Es ist nun aber keineswegs so, dass der größte Teil dieser Dinge unwichtig wäre, auch nicht unwichtig im Sinne von „das ist ja alles so weit weg“ oder „das kann ich ja eh nicht ändern!“ Politische Willensbildung im Internet geschieht ununterbrochen, und uns hier in Deutschland betreffende Gesetze werden ständig auf den Weg gebracht. Es MACHT einen Unterschied, wenn man sich einmischt, zumindest einen größeren, als nur sein Kreuzchen in der Wahlkabine zu machen, oder sich ein bestimmtes Steckenpferd herauszugreifen und sich nur um Dinge zu kümmern, die damit im Zusammenhang stehen. Das Internet ist ein Schlachtfeld von Meinungen, vor allem aber von Propaganda geworden, und Desinformation (die sich zusammensetzt aus gezielter Falschinformation und einem massiven Bombardement an unwichtigen Themen) ist die wirkungsvollste Waffe. Die herkömmlichen Medien (Zeitungen, Fernsehen) sind keine sinnvolle Alternative, da sie ihre Themen nicht danach auswählen, was wichtig ist, sondern danach, was Klicks (Einschaltquoten, Käufer) bringt. Nischenmedien, die sich diesem Diktat nicht beugen, haben es nicht nur aus finanziellen Gründen schwerer als in der Zeit vor dem Internet; sie sind auch immer schwieriger zu lokalisieren. Das Netz, zum Guten wie zum Schlechten, ist die Zukunft – Quatsch! – ist längst die Gegenwart der Informationsverbreitung. Hier und nur hier lässt sich tatsächlich alles Wesentliche finden, aber hier ist es auch am Schwierigsten zu finden und vom Unwesentlichen oder gar schlicht Falschen zu trennen.

Ein kluger Spruch, der meines Wissens Marcel Reich-Ranicki zugeschrieben wird, lautet: „Fernsehen macht die Dummen dümmer und die Klugen klüger.“ (mehr …)

Die Spannung steigt

So, der neue Computer steht da und scheint auch zu funktionieren!

Jetzt kommt der wirklich spannende Teil: Bekomme ich alle meine Daten und Programme auf ihm installiert (sollte theoretisch kein Problem sein), und vor allem: Komme ich mit ihm ins Internet?

Auf Grund einiger geradezu traumatischer Erfahrungen habe ich einen ziemlichen Horror davor, dass es da wieder einmal irgendwelche technischen Probleme gibt. (mehr …)

Published in: on Januar 17, 2010 at 7:06 pm  Comments (1)  
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Ich will Kinderpornos!

Natürlich will ich KEINE Kinderpornos. Aber das ist ja auch gar nicht die Frage: Ich will zum Beispiel auch nicht immer morgens aufstehen und zur Arbeit gehen und tue es trotzdem. Es ist eine Frage der Alternativen.

In der Diskussion um jenes so genannte „Zugangserschwerungsgesetz“ zum Beispiel geht es darum, ob ich akzeptiere, dass Kinderpornografie im Internet weiterhin relativ leicht zugängig ist; oder ob ich eine gewisse Zugangserschwerung wünsche, die darauf basiert, dass eine Regierungskommission nach Gutdünken Online-Inhalte zensiert. Wenn ich mit den Fingern schnipsen und damit sämtliche Kinderpornografie in der Welt, sowohl von Nachfrage- als auch von Angebotsseite, eliminieren könnte, würde ich das natürlich tun. Bei der Wahl, die ich jedoch tatsächlich habe, ist es mir tausend Mal lieber, dass Kinderpornos im Netz ohne „Zugangserschwerung“ abrufbar sind, als dass einige zensurwütige Politiker ihren Willen bekommen und die Möglichkeit erhalten, alles was ihnen nicht in den Kram passt, aus dem Internet zu verbannen!

Denn natürlich ist Kinderpornografie nur der Anfang. Als ich vor kurzem diese Entwicklung prognostiziert habe, war das noch Satire. Jetzt ist es bereits Realität!