Ein moralisches Dilemma aus Crystal Heart

Einer der Webcomics, die ich in meiner Tab-Sammlung habe, um sie regelmäßig auf Updates hin zu überprüfen, ist Up to 4 Players. Er begann als größtenteils lose Aneinanderreihung einzelner satirisch-surrealistischer Begebenheiten aus dem Leben zweier israelischer Gamer, die nach London gezogen sind, hat jedoch zuletzt eine kommentierte Rollenspielrunde des Spiels Crystal Heart illustriert (welches ich ziemlich interessant finde). Der Humor zum Reihenbeginn war ein wenig „hit-or-miss“, und die dargestellte Spielhandlung ist ein wenig simpel (was allerdings wegen der relativ seltenen Updates auch sinnvoll ist, weil sie sonst wohl nie zum Ende käme), aber ich finde diesen Comic insgesamt sehr unterhaltsam, auch wenn ich ihn nicht in die Kategorie „sollte jeder kennen“ oder auch nur „sollte jeder Gamer kennen“ einordnen würde.

Die aktuelle Folge stellt eine der handelnden Figuren vor ein moralisches Dilemma, und meiner Ansicht nach entscheidet sie sich falsch (was übrigens nicht bedeutet, dass die Spielerin sich falsch entschieden hätte, welche die Persönlichkeit ihrer Figur darstellt). Lest es Euch kurz durch, bildet Euch eine Meinung und kommt dann zurück! (Wer den gesamten Handlungsbogen lesen will, der bislang 22 Seiten umfasst: Er beginnt hier.) (mehr …)

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Das Wichtigste zum Brexit

Okay, ich bin weder Experte für Wirtschafts-; noch für Finanz-, Außen- oder Rechtspolitik. Deswegen dürft Ihr an dieser Stelle gewiss keinen Überblick über die wichtigsten Folgen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union erwarten.

Das Wichtigste am Brexit kann ich Euch allerdings trotzdem kurz erläutern:

Er ist noch nicht passiert; er muss nicht passieren; und er sollte nicht passieren!

Die Forderungen an die britische Regierung, ihr Austrittsgesuch jetzt so bald wie möglich einzureichen, sind unvernünftig und dumm. Hier spielt vermutlich auch der Beleidigte-Leberwurst-Effekt eine Rolle: Seit Jahren gehen uns die Briten mit ihrer Blockadepolitik und ihren Sonderwünschen, denen wir auch noch zum größten Teil nachgekommen sind, auf den Sack – und jetzt wollen sie trotzdem weg? Dann sollen sie doch endlich gehen!

…aber das wollen wir doch gar nicht wirklich! (mehr …)

Gute Kriege, schlechte Kriege

Was wissen wir hier eigentlich wirklich über die Ereignisse in Libyen?

Dargestellt werden sie uns in der Regel wie folgt: Ein freiheitsliebendes Volk erhebt sich gegen seinen Diktator, der diese Bewegung mit brutaler Gewalt bekämpft. Seit jedoch die westlichen Staaten (allerdings ohne Beteiligung Deutschlands) eingegriffen haben, ist die Reformbewegung unaufhaltsam.

Wisst Ihr, es gibt ja Vieles, was ich unserer Regierung vorwerfe. Eigentlich das Meiste, was sie tut oder nicht tut. Aber ich tue mich schwer damit, ihr Nein (genau genommen: ihre Enthaltung) zu diesem Einsatz zu verurteilen, weil ich meine Zweifel daran habe, dass die Situation in Libyen tatsächlich genau so ist! Das wäre auch so ziemlich das erste Mal, dass man aus einem Kriegsgebiet objektive und ausgewogene Berichterstattung erhielte…

Erhebt sich dort wirklich „das Volk“ gegen Gaddafi? (mehr …)

Published in: on März 27, 2011 at 12:15 pm  Comments (1)  
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Der Ehren-Wert

Mal wieder ein Kurzeintrag: Da bin ich doch zuletzt wieder einmal über das Wort „Ehrenmord“ gestolpert und habe erneut festgestellt, wie sehr mich dieser Begriff aufregt! 2005 ist er bei der Wahl zum Unwort des Jahres hinter „Entlassungsproduktivität“ zurück geblieben – gewiss auch kein schönes Wort, aber welch ein Vergleich! „Ehrenmord“ – hier wird mit dem positiv besetzten Wort „Ehre“ eines der schlimmstmöglichen menschlichen Individualverbrechen glorifiziert, nämlich die Ermordung von Menschen als Strafe dafür, dass sie versucht haben, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Abscheulicher geht es kaum!

Und plötzlich frage ich mich – wieder einmal – WARUM „Ehre“ eigentlich ein positiv besetzter Begriff ist! Ich durchforste sämtliche Verwendungen dieses Wortes, die mir bekannt sind, und stoße ausschließlich auf Fälle, in denen Menschen dumme und/oder verbrecherische Taten damit rechtfertigen, dass andere sie von ihnen erwarten. Ehre scheint in der Hauptsache der Gegenpol zu Vernunft und Menschlichkeit zu sein.

Ehrlich bin ich gerne, ehrbar auch; vielleicht sogar ehrenwert und – wer weiß – eines Tages vielleicht sogar ehrwürdig? „Ehrenhaft“ will ich aber nicht sein, danke schön- da bin ich doch lieber stolz auf meine Ehrlosigkeit!

The Dark Knight – Rezension

Zu meinen bisherigen Batman-Rezensionen

Wie häufig kommt es vor, dass man an einen Film mit einer gigantischen Erwartungshaltung heran geht – und dass er diese dann tatsächlich auch erfüllt?

Return of the Jedi hatte dies bei mir geschafft, auch wenn ich damals noch recht jung war, und mit leichten Abstrichen Indiana Jones and the Last Crusade. Jedoch war keiner dieser Filme dermaßen gehyped worden, wie The Dark Knight.

Es muss klar ausgesprochen werden: Ohne Heath Ledgers mysteriösen und tragischen Tod hätte es diesen Hype nicht gegeben! Natürlich hat sich da ein hervorragender Regisseur eines höchst ergiebigen Stoffes angenommen, doch das war auch bereits bei Batman Begins der Fall gewesen – ein Film, der bereits auf dem selben Niveau wie sein Nachfolger stand, aber erheblich weniger Beachtung fand, insbesondere in Deutschland. Der unsäglich peinliche Batman & Robin hatte bei uns ein um die Hälfte höheres Einspielergebnis als Batman Begins!

Nun, der Hype war also vorhanden, und der Film ist tasächlich so gut geworden, wie man nach zahllosen Kritiken auch erwarten konnte. (mehr …)

Kleines Pressespiegelchen

Selbst Schuld, wenn man Nachrichten liest, ich weiß… Drei Dinge sind mir aber aufgefallen, auf die ich Euch hinweisen will (alle Info stammt von Spiegel Online): (mehr …)

Godwin’s Law – Nazis, Nazis überall!

Vielleicht ist es Euch ja bekannt:

As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.

Dies ist das sogenannte „Godwin’s Law“. (Hier das Link zum deutschen Wikipedia-Eintrag für diejenigen, die sich Aufklärung wünschen).

Ich war aus irgendeinem Grund der Ansicht, ich hätte zu diesem Thema bereits gebloggt, kann aber keinen entsprechenden Eintrag finden – wahrscheinlich handelt es sich um einen jener zahlreichen Blogeinträge, die ich im Kopf bereits zum großen Teil vorfomuliere, aber dann doch nicht in die Tastatur hämmere, weil mir die Zeit fehlt, oder ein anderes Thema sich vordrängelt.

Was Godwin’s Law so interessant macht, ist nicht seine eigentliche Aussage, die genau genommen trivial ist: Je länger eine Diskussion andauert, desto größer ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Argument auftaucht. Wenn die Länge einer Diskussion beliebig zunimmt und die Wahrscheinlichkeit für das Erscheinen eines bestimmten Phänomens in jedem endlichen Zeitintervall nicht Null ist, dann konvergiert die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Phänomen irgendwann eintritt, natürlich gegen Eins – das ist (relativ) simple Mathematik. Man könnte Godwin’s Law ebenso mit Pinguinen und Hans im Glück formulieren; es besäße die gleiche Gültigkeit.

Natürlich ist aber dieses „Gesetz“ nicht als wissenschaftliche Herangehensweise an die Entwicklung von Internetdiskussionen zu sehen, sondern als eine geistreich verpackte Kritik an der Tendenz vieler Internet-User, ihre Argumentation eskalieren zu lassen. (mehr …)