Die interessantesten in den 70ern erschienenen Rollenspiele aus heutiger Sicht

Nachdem ich mit den 70er-Jahren in meiner Beitragsreihe zur Rollenspiel-Geschichte nunmehr durch bin, will ich ein kurzes Fazit ziehen, welche dieser Spiele nicht aus historischer Sicht, sondern für Spielleiter auf der Suche nach Inspiration besonders interessant sind (wobei ich mich nicht unbedingt auf deren Originalausgaben beziehe): (mehr …)

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Rollenspiele von D&Damals bis ??? – 1979

(Ich stütze mich in meiner chronologischen Einordnung hauptsächlich auf die Wikipedia-Seite Timeline of tabletop role-playing games, an der ich auch selbst schon massiv herumeditiert habe.)

1979 ist das letzte Jahr, in dem ich alle darin erschienenen Rollenspiele zumindest namentlich erwähne – ab den 80ern gibt es von mir keinen „Pionier“-Bonus mehr. In dieser Grenzziehung fühle ich mich auch dadurch bestärkt, dass die Anzahl neuer Spiele 1980 sprunghaft anstieg. Tatsächlich weist die Zahl der Neuheiten gerade in 1979 eine erkennbare Delle auf, einhergehend mit einem Abebben des Science-Fiction-Hypes: Aus diesem Genre kam 1979 kein einziges neues Spiel auf den Markt! Andere mögliche Erklärungen für diesen kurzzeitigen Einbruch sind folgende: TSR setzte sich zu jener Zeit juristisch häufig mit Nachahmern auseinander, denen es Plagiatsvorwürfe machte (teilweise gewiss nicht zu Unrecht). Möglicherweise wurde dadurch der eine oder andere D&D-Klon vom Markt ferngehalten, weil der Hersteller eine gerichtliche Auseinandersetzung scheute. Weiterhin orientierten sich viele Autoren und Verleger auf Grund des alles überstrahlenden Erfolgs von Advanced Dungeons & Dragons dahingehend um, Erweiterungen und Abenteuer für dieses Spielsystem herauszugeben, anstatt konkurrierende Rollenspiele auf den Markt zu bringen. (Dieser Gedanke verträgt sich auch gut mit dem vorigen.) Denkbar ist schließlich auch, dass ein Produkt, welches ansonsten im letzten Jahresdrittel erschienen wäre, auf Eis gelegt wurde, weil Rollenspiele in den USA aktuell gerade eine sehr schlechte Presse hatten. (mehr …)

Rollenspiele von D&Damals bis ??? – 1978

(Ich stütze mich in meiner chronologischen Einordnung hauptsächlich auf die Wikipedia-Seite Timeline of tabletop role-playing games, an der ich auch selbst schon massiv herumeditiert habe.)

Eingebettet zwischen den Erscheinungsjahren des ersten Star-Wars– und des ersten Star-Trek-Films sah 1978 im Rollenspielbereich eine Fortsetzung der Welle von Spielen mit Science-Fiction-Thematik. Die bedeutsamsten Produkte stammten allerdings weiterhin aus dem Fantasy-Genre, nämlich einerseits der Players Guide von Advanced Dungeons & Dragons, und andererseits:

 

RuneQuest

RuneQuest ist meiner Ansicht nach eines der historisch bedeutsamsten Rollenspiele überhaupt (mehr …)

Rollenspiele von D&Damals bis ??? – 1977

(Ich stütze mich in meiner chronologischen Einordnung hauptsächlich auf die Wikipedia-Seite Timeline of tabletop role-playing games, an der ich auch selbst schon massiv herumeditiert habe.)

1977 erschien mit dem Monster Manual der erste Teil des dreibändigen Regelwerks von Advanced Dungeons & Dragons, und außerdem das erste Hardcover-Rollenspielbuch überhaupt – ein Meilenstein dieses immer noch sehr jungen Zweigs der Unterhaltungsindustrie! Erst 1978, nach Veröffentlichung des Players Handbook (ja, ohne Apostroph) konnte man tatsächlich nach den neuen Regeln spielen, und erst 1979 würde der Dungeon Masters Guide die Trilogie komplettieren, aber der entscheidende Schritt war gemacht und ein neuer Standard gesetzt: Von jetzt an durfte man von Rollenspielprodukten professionelles Niveau erwarten. AD&D holte Rollenspiele nun auch endgültig aus der ein wenig anrüchigen Subkultur der Wargamer heraus und begann, dieses Hobby immer breiteren Gesellschaftsschichten zugängig zu machen. Damit legte es den Grundstein für die explosionsartige Ausbreitung und Diversifizierung der Rollenspiele, die in den 80er Jahren beginnen würde. Bis dahin war AD&D aber gleichzeitig auch der „900-Pfund-Gorilla“ der Szene, neben dem sich Konkurrenten nur schwierig behaupten konnten. Das war jedoch vielleicht gar nicht einmal so schlecht, denn es bedeutete, dass Rollenspielautoren nach Möglichkeiten suchen mussten, sich vom gängigen Fantasy-Rollenspiel im Klassen-Stufen-System abzusetzen. Andererseits betrachteten manche Hersteller diese Situation stattdessen wiederum vielleicht eher als Aufforderung, mit billigen, unoriginellen Produkten das hochwertige AD&D preislich zu unterbieten. Einen besonderen Twist erhielt die Entwicklung der nächsten Jahre außerdem noch durch die enorme Popularität des 1977 erschienenen Kinofilms Star Wars, der zweifelsohne auch maßgeblichen Anteil am Erfolg des wichtigsten Rollenspiels dieses Jahres hatte:

 

Traveller

Wenn man Space Opera und Science Fiction unterscheidet, war Traveller von GDW das erste Science-Fiction-Rollenspiel. (mehr …)

Rollenspiele von D&Damals bis ??? – 1976

(Ich stütze mich in meiner chronologischen Einordnung hauptsächlich auf die Wikipedia-Seite Timeline of tabletop role-playing games, an der ich auch selbst schon massiv herumeditiert habe.)

Das Jahr 1975 hatte demonstriert, dass sich der Erfolg von Dungeons & Dragons nicht einfach so wiederholen ließ. Tunnels & Trolls war es gelungen, sich ein Stück vom Rollenspiel-Kuchen zu sichern, indem es sehr nah an seinem Vorbild blieb, aber alle echten Experimente waren effektiv gescheitert. 1976 probierten Herausgeber zwar weiterhin neue Ideen aus, blieben aber dabei zumeist deutlich näher an bewährten Konzepten. Die herausstechende Ausnahme dabei war folgendes Spiel:

 

Bunnies & Burrows

Wenn Empire of the Petal Throne seiner Zeit voraus gewesen war, dann gelangte Bunnies & Burrows aus einer Paralleldimension in die damalige Rollenspielszene: Anstatt schwertschwingende Barbaren oder feuerballschleudernde Magier zu verkörpern, stellte man bei B&BKaninchen dar! Ein Großteil der Spielerschaft kam sich damals mächtig verarscht vor, doch B&B meinte es mit seinem Rollenspiel in der Tradition des großartigen Romans Watership Down (Unten am Fluss) von Richard Adams völlig ernst. (mehr …)

Rollenspiele von D&Damals bis ??? – 1975

(Ich stütze mich in meiner chronologischen Einordnung hauptsächlich auf die Wikipedia-Seite Timeline of tabletop role-playing games, an der ich auch selbst schon massiv herumeditiert habe.)

1975 befinden wir uns immer noch in der absoluten Frühzeit des Rollenspiels, weswegen ich zu allen in diesem Jahr erschienenen Spielen (na gut, es sind ja auch bloß vier) etwas schreiben möchte. Diese Publikationen sind Teil der Rollenspiel-Geschichte, und das ist ein Grund sie zu würdigen. (Auch wenn es vielleicht keinen anderen gibt.)

 

Tunnels & Trolls

Tunnels & Trolls ist das zweitälteste Rollenspiel überhaupt. (mehr …)

Rollenspiele von D&Damals bis ??? – 1974 (Dungeons & Dragons)

(Ich stütze mich in meiner chronologischen Einordnung hauptsächlich auf die Wikipedia-Seite Timeline of tabletop role-playing games, an der ich auch selbst schon massiv herumeditiert habe.)

Es war einmal vor langer Zeit (soll heißen, Anfang der 1970er), da leitete ein junger Mann namens Dave Arneson eine „Kampagne“ (denn so nannten Wargamer eine Serie zusammenhängender Szenarios), die mit herkömmlichem Wargaming trotz häufiger Kampfsituationen kaum noch etwas zu tun hatte: Inspiriert von den Szenarios von David Wesely, in welchen dieser als unbeteiligter Schiedsrichter (das war neu in der Wargaming-Szene!) einzelne Figuren zu individuellen Handlungen ermutigte, welche nicht umittelbar mit dem Kampfgeschehen zu tun hatten, konzentrierte Arneson sich nunmehr ausschließlich auf einzelne Spielfiguren, welche die Alter Egos ihrer Spieler in einer Fantasy-Welt namens Blackmoor darstellten. Diese Kampagne war die erste Rollenspielkampagne, und Dave Arneson war der erste Rollenspielleiter.

Es ist vermutlich wahr, dass ohne die Zusammenarbeit von Arneson mit Gary Gygax, und insbesondere auch ohne den Geschäftsinstinkt des Letzteren Dungeons & Dragons niemals entstanden wäre; und es ist unbestreitbar, dass der Name Gygax viel stärker im Bewusstsein der Allgemeinheit verankert ist. Nichtsdestotrotz heißt der wahre Erfinder des Rollenspiels Dave Arneson. Er ist am 7. April 2009 gestorben, und wenn es so etwas wie einen „RPG Memorial Day“ geben sollte, dann wäre dies das passende Datum dafür.

Aber nun zum eigentlichen Thema:

Mit Dungeons & Dragons fing es also an. (mehr …)

Rollenspiele von D&Damals bis ??? – Einleitung: Was ist eigentlich ein Rollenspiel?

Ich habe mich in den letzten Wochen intensiv mit Rollenspielen aller Epochen befasst („aller Epochen“ liest sich jetzt vielleicht deutlich beeindruckender, als es ist – diese Unterhaltungs-/ Kunstform ist schließlich jünger als ich!) und mich dabei insbesondere in die Anfänge dieses Hobbys eingelesen. Dementsprechend schwirrt jetzt jede Menge Zeugs zu diesem Thema in meinem Kopf herum, das ich dann eigentlich auch gleich niederschreiben kann.

Wer meine Karriere als Magic-Schreiber verfolgt hat weiß, wie sehr ich chronologische Rückblicke mag! Deswegen werde ich natürlich „von vorn“ anfangen, in 1974, dem Jahr, in dem alles begann. Vorher sind allerdings noch ein paar Dinge zu klären, und ich beginne gleich mit der wichtigsten Frage:

 

Was ist ein „Rollenspiel“ überhaupt?

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