Erklärungen sind nicht gleich Entschuldigungen

Der archetypische Amokläufer ist an seiner Schule ausgegrenzt und gemobbt worden. Deswegen besorgt er sich eine automatische Schusswaffe und richtet damit ein Massaker unter Mitschülern und Lehrern an.

Dies mag eine Erklärung sein, und natürlich ein Ansatz, solche Geschehnisse in Zukunft zu verhindern – aber es ist keine Entschuldigung. Die Gesellschaft mag ihm Unrecht getan haben, aber das entschuldigt seine Taten nicht im geringsten – es ändert nichts daran, dass er sich als Massenmörder schuldig gemacht hat.

Ich zweifle nicht daran, dass diejenigen Menschen, welche rechtspopulistischen (eigentlich bereits neofaschistischen) Parteien und Bewegungen ihre Stimmen und ihre Unterstützung geben, tatsächliche Probleme haben, um deren Lösung sich die etablierten Parteien und unsere freiheitliche Gesellschaft insgesamt nicht ausreichend gekümmert haben. Dies ist eine Erklärung dafür, dass in den USA Trump zum Präsidenten gewählt wurde (und dass die Partei, welche ihn als Kandidaten aufgestellt hat, in allen Regierungsgremien die Mehrheit besitzt); es ist eine Erklärung dafür, dass in Grossbritannien für den Brexit gestimmt wurde; und es ist eine Erklärung für den Erfolg der AfD in Deutschland, der eigentlich nur eine Annäherung an Verhältnisse darstellt, die in unseren Nachbarländern längst Status Quo sind (FPÖ in Österreich, SVP in der Schweiz, FN in Frankreich, PVV in den Niederlanden…)

Es ist keine Entschuldigung. (mehr …)

Ich war doch schon einmal weiter?

Vielleicht sollte ich öfter in meinen alten Blogeinträgen lesen; das mag mich ab und zu davor bewahren, die selben Fehler immer und immer wieder zu machen.

Da ertappe ich mich doch zuletzt dabei, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, weil doch so viel Wichtiges in der Welt passiert, das ich nicht kommentiere (außer in kürzester Form via Twitter)… sollte mir das nicht bekannt vorkommen? O ja, das sollte es; und wichtiger: Ich sollte mich an die Schlüsse erinnern, die ich daraus bereits einmal gezogen habe!

Durch Zufall bin ich gerade über einen bald drei Jahre alten Eintrag gestolpert, den ich auf Andis Andersartige Ansichten veröffentlicht hatte. Ich werde ihn am Ende dieses Beitrags hier verlinken. Seht ihn Euch an, und Ihr werdet feststellen, dass ich ihn ebenso gut heute hätte verfassen können – selbst die wenigen aktuellen Bezüge scheinen weitgehend zu den Nachrichten der letzten Tage zu passen! Jedes einzelne Wort spricht mir auch heute noch aus der Seele. Vielleicht sollte ich diesen Text periodisch alle sechs Monate oder so veröffentlichen, denn er sagt letztlich alles Wichtige, was es zu sagen gibt – und so vergesse ich dann auch nicht, dass ich es bereits gesagt habe und nichts weiter zu sagen brauche.

Nun ja, ich denke, es hatte mit der Schließung von Zeromagic zu tun, dass ich plötzlich eine innere Verpflichtung dazu verspürte, mich im Ausgleich wieder engagierter zu politischen und gesellschaftlichen Themen äußern, was letztlich aber  – wie damals auch schon – weniger zu Produktivität als vielmehr zu Paralyse führte. Stattdessen hätte ich besser daran getan, mich gleich wieder meinen viel zu lang viel zu sehr vernachlässigten kreativen Beschäftigungen zuzuwenden (was ich unterdessen systematisch in Angriff genommen habe, wie ein Blick auf das Kapitelverzeichnis zur Anstalt von Arkheim verrät; da erarbeite ich mir gerade einen gewissen Vorlauf, um dann wieder in einen einigermaßen zuverlässigen Veröffentlichungsrhythmus zu gelangen). Nach der Einstellung meiner beiden anderen Blogs, und insbesondere nach der Aufgabe des Versuchs, bruchstückhaft Wahrheiten auf von Windmühlenflügeln verwehte Konfetti zu schreiben, steht nun also nur noch das richtige Leben meiner schöpferischen Tätigkeit im Weg. Das ist leider oft Hindernis genug.

Wenn ihr also einen der klügsten und wichtigsten Blogeinträge, die ich je verfasst habe, lesen wollt, dann klickt einfach diese Link an. (Etwaige Kommentare müsst Ihr allerdings unter diesem Eintrag hier posten.)

Zwei Schatzinseln

Gerade habe ich die 2007er-Verfilmung der „Schatzinsel“ durch Pro 7 / ORF im Fernsehen gesehen. Falls Ihr sie noch nicht kennt: Das kann ruhig so bleiben!

Das Produktionsteam hat sich viel Mühe mit realistisch wirkenden Kulissen gegeben. Ja, die Matrosenkneipe, in der Jim Hawkins aufwächst, ist überzeugend dargestellt, und das gilt auch für den Hafen, das Schiff und die Insel. Ja, die Kostüme, Werkzeuge und Waffen erscheinen authentisch.

Nur: Damit ist leider schon alles Gute über diesen Film gesagt! (mehr …)

Published in: on Januar 13, 2011 at 2:36 am  Comments (3)  
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Wie viel Lüge ist erlaubt?

Ich sehe gerade (das heißt, es ist wieder eine dieser unerträglichen Werbepausen) „Die Tricks der größten Zauberer“, während ich diesen Eintrag hier beginne. Ja, ich muss gestehen, ich WILL wissen, wie diese ganzen scheinbar unerklärlichen Tricks funktionieren – das nagt an mir, seit ich sie zum ersten Mal gesehen hatte! Ich weiß allerdings nicht wirklich, wie ich zu diesem Geheimnisverrat stehe – einerseits  wird mein Bedürfnis nach überzeugenden Erläuterungen des Geschehens befriedigt, und vor den ausgeklügelteren Tricks habe ich auch und gerade dann noch Respekt, wenn ich sehe, wie sie funktionieren, aber andererseits schadet der Geheimnisverräter natürlich damit seiner Branche, und manche Erklärungen sind ernüchternd und enttäuschend.

Eines jedoch finde ich höchst beachtlich: Zur exakt gleichen Zeit läuft auf einem anderen Sender „The next Uri Geller“! (mehr …)

Bolt

Gestern habe ich im Kino Bolt gesehen, und ich finde, das ist der schönste Animationsfilm seit langem – vielleicht sogar der schönste überhaupt! Technisch ist er perfekt. Die Animationen sind detailverliebt, originell und überzeugend. Diese Figuren sind einfach großartig, insbesondere Bolt selbst und die Tauben haben mich begeistert: Disney ist hier das Kunststück gelungen, gleichzeitig typisches Tierverhalten und menschliche Züge darzustellen. Auch die Katze Mittens ist eine wunderbare Figur, wenn auch im Vergleich ein wenig zu stark anthropomorphisiert. Okay, der Hamster Rhino ist dann doch eher die typische Animationsfigur – originell und witzig, ja, aber eine Stufe zu überdreht. Der Film leidet darunter aber nicht weiter.

Als ich die Vorschau gesehen hatte, war ich von der Grundidee dermaßen begeistert, dass ich ihn unbedingt ansehen wollte – und es hat sich wirklich gelohnt! (mehr …)

Published in: on Februar 4, 2009 at 9:16 am  Schreibe einen Kommentar  
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