Über Ostfernland

(aus einem Arkheimer Informationsband für Flüchtlinge aus Urland)

Die auch nur einigermaßen bekannten Regionen Fernlands werden im Osten durch die Himmelberge begrenzt, welche, von Osten kommend, sich immer stärker nach Süden ziehen, bis sie schließlich, kaum tausend Kilometer von der Westküste entfernt, den Ozean erreichen. Die Himmelberge, welche ihren Namen nach ihrer schier unvorstellbaren Höhe haben, gelten als unpassierbar. An ihrem nördlichen Rand ist zwar ein Vordringen nach Osten hin theoretisch möglich, jedoch müssen dazu die von Orks bewohnten Waldgebiete im Norden durchquert werden, was nur große und schwer bewaffnete Karawanen gelegentlich wagen. Nach Osten hin schließen sich dann von zahlreichen Zentaurenstämmen bevölkerte Steppen an. Dort gibt es kaum passierbare Wege, und es besteht jederzeit das Risiko, von einem feindseligen Zentaurenstamm angegriffen zu werden, so dass nur eine Handvoll Reisende jemals auf diesem Weg nach Ostfernland gelangt sind (und noch weniger zurück). Es ist jedoch möglich, mit den Zentauren Handel zu treiben, die wiederum Waren von und nach Ostfernland bringen.

Die andere Möglichkeit, mit Ostfernland Handel zu treiben, ist natürlich der Seeweg. Jedoch wagen sich Schiffe selten weit auf den Ozean der Versuchung hinaus – zu stürmisch und unwirtlich ist die See dort, und im Gegensatz zur offiziellen Lehrmeinung in der Tagmokratie ist in Arkheim bekannt, dass die gewaltigen Seeungeheuer dieses Ozeans tatsächlich existieren. Deswegen bleiben Schiffe in der Regel in Sichtweite der Küste, die ein wenig südlicher verläuft als die wildländische Nordküste.

Diese wird jedoch ab Hatachi (in der gemeinsamen Sprache „Handelsstadt“ genannt), einer Küstenstadt am Ostrand der Himmelberge, von ostfernländischen Dschunken kontrolliert, denen die Flotte Arkheims bislang weder zahlenmäßig noch militärisch gewachsen ist (die Dschunken sind mit den gefürchteten Feuerschleudern ausgerüstet, welche flüssiges Feuer auf feindliche Schiffe regnen lassen, das sich mit Wasser nicht löschen lässt), und diese lassen keine Schiffe von Westen her passieren. Der Allmächtige Kaiser Ostfernlands betrachtet den gesamten Kontinent als sein Herrschaftsgebiet, hat aber den urländischen Exilanten großzügig gestattet, sich westlich der Himmelberge und der Quelle des Bogenflusses anzusiedeln (unter der selbstverständlichen Bedingung, dass sie alle Orks, derer sie dort habhaft werden, erschlagen). Es ist nicht bekannt, wie groß die Machtfülle des Allmächtigen Kaisers wirklich ist, und ob Ostfernland tatsächlich ein geeintes Reich darstellt, aber in jedem Fall ist der Weg nach Osten versperrt, und Arkheimer Schiffe dürfen nicht weiter als bis nach Hatachi fahren, wo der Großteil des Handels mit Ostfernland abgewickelt wird (allerdings mit Wucherzöllen, weswegen die Nordroute für Händler trotz aller Risiken attraktiv bleibt), und Landgänger dürfen die Stadt nicht verlassen.

In der Region um Hatachi leben Menschen mit bronzefarbener Haut, die sich „Tachi“ nennen. Ihr Land ist jedoch von den „Lashani“ erobert und unterworfen worden, die weiter im Osten beheimatet sind und eine gelbliche Haut, platte Nasen und schmale Augen haben. Sie besitzen in Hatachi den größten Teil der Macht und des Reichtums. Der Allmächtige Kaiser ist – so heißt es – ein Lashani.

Die in Ostfernland ansässigen Menschenvölker der Tachi und Lashani gelten laut dem Buch des Wandels gleich den Dunkelmenschen als wilde Menschen, welche langsam beginnen, sich der Ordnung wieder zuzuwenden. Vertreter der übrigen gerechten Völker gibt es in Ostfernland nach jetzigem Wissensstand nicht.

In Hatachi, wie in ganz Ostfernland, lebt ein geringer Anteil Oger mit Menschen zusammen. Diese Oger beistzen keine Bürgerrechte, haben aber auch nicht direkt einen Sklavenstatus wie wildländische Bürger beim Meerbund – sie werden im Wesentlichen wie kostbare Nutztiere behandelt, deren Wünschen (hauptsächlich ausreichende Nahrung) man nachkommt, um sich ihren guten Willen zu erhalten; mit denen man sich (in einfachen Worten) verständigen kann; die man auf Grund einer starken persönlichen Bindung an ihre Halter nicht leicht veräußern kann; und die dadurch gewissermaßen zur Familie gehören.

Pfoten sind in Hatachi unbekannt. Ob es dort unintelligente Hunde und Katzen wie in Ur- und Wildland gibt, ist ungewiss – zumindest in Hatachi sind sie bisher nicht gesichtet worden.

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Veröffentlicht on Januar 13, 2017 at 12:06 am  Kommentare deaktiviert für Über Ostfernland